Mann der Stunde: McIlroy überzeugt mit Kampfgeist

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Rory McIlroy ist zwei Jahre vor Olympia der Golfer der Stunde. Mit seinem Sieg bei der PGA-Championship am Sonntag in Kentucky gewann der 25-jährige Nordire nicht nur sein viertes Grand-Slam-Turnier sondern auch sein zweites Major und drittes große Turnier in Folge.

Der Gewinn der legendären Wanamaker-Trophy sowie 1,346 Mio. Euro Preisgeld waren der Lohn für eine erneut sensationelle Leistung.

Denn nach zwei Schlagverlusten auf den ersten sechs Löchern schien der als Führender vor dem Österreicher Bernd Wiesberger in die Schlussrunde gegangene Turnierfavorit beim mit zehn Mio. Dollar dotierten Event im Valhalla GC bereits aus dem Rennen zu sein. Während sich sein österreichischer Flight-Partner auf dem vom vorangegangenen Regen durchnässten Kurs aber nicht mehr erholte, überzeugte McIlroy mit Kampfgeist.

Mutig

Mit einem riskanten Eagle machte der Weltranglisten-Führende auf der zehnten Bahn zwei Schläge auf einmal gut und war wieder voll im Rennen.

"Ich wusste, ich habe nur noch zwölf Löcher, um das Ding zu drehen", erklärte der am 4. Mai 1989 geborene Ausnahmespieler aus Holywood später.

Und weil im Finish mit Rickie Fowler und Phil Mickelson auch die beiden vor ihm spielenden US-Publikumslieblinge patzten, war am Ende der Weg frei für den mutigen Europäer. Sein Drive auf der 18 landete gefährlich nahe am Wasser, der zweite Schlag im Bunker.

Gerade so

Bei bereits zwei Schlägen Vorsprung ließ McIlroy am Schlussloch dann aber nichts mehr anbrennen. Da tummelten sich alle vier Spieler der beiden letzten Flights inklusive Wiesberger auf derselben Bahn, weil wegen einer zweistündigen Regenverzögerung das Tageslicht ausging und ein neuerliches Gewitter drohte.

"Ich danke Phil und Rickie, dass sie uns sofort abschlagen haben lassen. Ohne das wäre es eng geworden", war auch McIlroy bewusst, dass es sich mit dem Finish gerade noch ausgegangen war.

Wäre zudem Mickelsons sehr guter Eagle-Pitch ins Loch gegangen, hätte ein wohl erst am Montag durchführbares Stechen um den Sieg gedroht.

Vierfacher Major-Sieger

So aber ging nach den British Open, wo er einen Start-Ziel-Sieg gefeiert hatte, auch das zweite Major in Folge an McIlroy.

"Der Open-Sieg hat mich auf einen höheren Level gebracht. Es ist unglaublich. Nie hätte ich gedacht, dass ich mit 25 Jahren schon so weit und vierfacher Major-Sieger bin. So wie ich heute gekämpft und gewonnen habe, versteht man noch besser, was ein Tiger Woods in der Vergangenheit geleistet hat", bezog sich McIlroy auf den 14-fachen Major-Gewinner aus den USA.

Durststrecke überstanden

McIlroy braucht sich aber selbst nicht zu verstecken. Seit 2007 ist er Profi, mittlerweile stehen schon 15 Turniersiege zu Buche. Zum Teil legendäre. 2011 gewann er die US Open mit acht Schlägen Vorsprung, nachdem er zuvor beim Masters eine Führung um vier Schläge auf der Schlussrunde verspielt hatte und nur 15. geworden war.

2012 übernahm er erstmals und als zweit-jüngster Spieler die Spitze der Weltrangliste und gewann am Ende sowohl die europäische als auch die US-Geldranglistenwertung.

Mit seinem neuen Nike-Equipment hatte er im sieglosen Jahr 2013 allerdings lange Probleme. Die Durststrecke dauerte bis Mai 2014. Unmittelbar nachdem er sich von der Tennis-Spielerin Caroline Wozniacki getrennt hatte, gewann er in Wentworth erstmals seit 18 Monaten wieder.

Knapp vier Millionen in vier Wochen

Nachdem der Brite verkündet hatte, beim Olympia-Comeback des Golfsports 2016 in Rio für Irland an den Start gehen zu wollen, ließ er im Juli und August drei weitere Mega-Siege folgen.

Damit ist er nun der viert-jüngste Spieler mit vier Major-Titeln. Alleine mit dem jüngsten "Hattrick" - zwischen den Majors gewann er auch noch das hoch dotierte WGC-Event Bridgestone Invitational - hat er innerhalb von nur vier Wochen rund 3,7 Mio. Euro Preisgeld eingesackt.

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