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Darren Clarke gewinnt die British Open

Der nordirische Ryder-Cup-Held Darren Clarke hat am Sonntag mit seinem Triumph in Sandwich den ersten Major-Sieg seiner 21-jährigen Karriere als Profigolfer gefeiert.

Der 42-Jährige aus Portrush gewann die von starkem Wind beeinträchtigten 140. British Open mit einem Gesamtscore von 275 Schlägen auf dem Par-70-Dünenkurs im Royal St. George's am Ärmelkanal.

Platz zwei teilten sich die schlaggleichen US-Profis Dustin Johnson und Phil Mickelson mit jeweils drei "strokes" Rückstand auf Clarke.

"Ich bin ein wenig sprachlos"

"Es ist unglaublich, ich bin ein wenig sprachlos. Mein Spiel war okay, ich habe das getan, was ich tun musste. Ich habe nur versucht, keine dummen Fehler zu machen und wirklich aufzupassen, und das hat gereicht, um zu gewinnen", lautete der trockene Kommentar von Clarke.

Der Nordire, der bei seinem 20. British-Open-Start erstmals in seiner Karriere als Spitzenreiter in die Schlussrunde eines Major-Turniers gegangen war, kassierte für seinen bisher größten Erfolg umgerechnet 1,025 Millionen Euro.

Er habe die gesamte Woche immer an den Sieg geglaubt. "Ich war von Wochenbeginn weg unglaublich zuversichtlich und voller Selbstvertrauen", betonte Clarke.

"Dieser Sieg ist für meine zwei Kinder, sie werden sehr stolz sein", sagte der Nordire, bevor er auch an seine vor fünf Jahren an Brustkrebs verstorbene Ehefrau Heather erinnerte.

"Einige von euch wissen, dass auch da oben jemand ist, der gerade zuschaut."

Clarke hält die Tränen zurück

Erstaunlicherweise konnte er während seiner Ansprache die Tränen zurückhalten.

Ganz anders war es im September 2006, als er - wenige Wochen nach dem Verlust seiner Gattin - mit Europas Team in Irland den Ryder Cup gegen die US-Golfer gewann.

Damals heulte er in den Armen von Team-Kapitän Ian Woosnam wie ein Schlosshund.

1997 wurde Clarke Zweiter

So lange wie kein British-Open-Champion zuvor hatte Clarke, der das älteste Major-Turnier 1997 hinter Justin Leonard (USA) auf Platz zwei beendet hatte, auf diesen Erfolg warten müssen.

Den Zigarren-Liebhaber hatte niemand auf der Rechnung, weil er es in den vergangenen zehn Jahren in keinem einzigen der vier Major-Turniere unter die Top Ten geschafft hatte.

Nach dem Tod seiner Frau im August 2006 hatte der 13-fache European-PGA-Tour-Turniersieger nie mehr die Konstanz und die Spielstärke früherer Jahre erreicht.

Nordirland im Golf-Fieber

Mehr als insgesamt 180.000 Zuschauer wurden in Sandwich nun Zeugen seiner Sternstunde und des bereits zweiten großen nordirischen Golf-Triumphs in diesem Jahr.

Vor einem Monat hatte Rory McIlroy die US Open gewonnen. Nordirland stellte damit seit dem US-Open-Erfolg von Graeme McDowell im Vorjahr in den jüngsten fünf Majors dreimal den Sieger.

Der Weltranglisten-Sechste Mickelson bot Clarke lange Paroli, rieb sich aber schließlich bei seiner tollen Aufholjagd auf. Als Siebenter in die Schlussrunde gestartet, hatte der US-Routinier mit seinem Eagle auf dem siebenten Grün sogar den Fünf-Schläge-Vorsprung des Spitzenreiters zwischenzeitlich egalisiert.

Aber Clarke konterte in meisterlicher Manier ebenfalls mit einem Eagle am selben Loch und ließ sich den Titel nicht mehr nehmen. Die letzten Bahnen wurden für Clarke zu einem einzigen Triumphzug.

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