Rassismus-Vorwurf gegen Tigers Ex-Caddie

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Dass der Mann nicht gerade über viel Feingefühl verfügt, ist schon länger bekannt, doch letzte Woche während der WGC-HSBC Championship schoss Steve Williams, Ex-Caddie von Tiger Woods und momentan an der Seite des Australiers Adam Scott, den Vogel so richtig ab.

Aufregung bei Ehrung

Jedes Jahr werden während des WGC-Events in Shanghai auch die Caddy-Awards in den verschiedensten skurrilen Kategorien vergeben. Die Gala ist geprägt von bissigem Humor, und sämtliche Kommentare des Abends laufen an sich streng unter der Kategorie „off the record“.

Doch als Stevie Williams für den Sieg in der Kategorie „Celebration of the Year“ auf die Bühne geholt wurde, fielen Worte, mit denen wohl keiner rechnen konnte.

Zur Erinnerung: Nach zwölf loyalen Jahren an der Seite von Tiger Woods wurde Stevie diesen Sommer gefeuert, seitdem trägt er die Tasche von Adam Scott. Als dieser kurz darauf das WGC-Bridgestone Invitational gewann, wurde Williams zum Interview gebeten, wo er Adams Sieg als „den besten seiner ganzen Karriere“ pries.

Spaß oder Ernst?

Als er nun bei den Caddy Awards gebeten wurde, seine Motive für diese Aussage zu erklären, meinte der Neuseeländer im Original-Wortlaut in Richtung Tiger Woods: „My aim was to shove­ it right up that black a***!“

Die Reaktion im Publikum, wo rund 100 Spieler und Caddies anwesend waren, war Berichten zufolge teils Schock, teils Gelächter. Nachdem der Vorfall aber nach außen drang, war er das Gesprächsthema der nächsten Tage schlechthin.

Aus dem Camp von Tiger Woods äußerte sich Manager Mark Steinberg von Excel Sports Management gegenüber der Associated Press: „Wenn die Berichte stimmen, dann ist es traurig, dass es so weit kam. Das ist ein bedauerlicher Kommentar, und es gibt wirklich gar nichts, was Tiger tun oder sagen kann.“

Stevies Entschuldigung

Am Tag nach dem großen Aufschrei veröffentlichte Steve Williams eine Entschuldigung auf seiner Website.

„Ich entschuldige mich für Kommentare, die ich letzte Nacht beim jährlichen Caddy Awards Dinner in Shanghai gemacht habe. Spieler und Caddies freuen sich das ganze Jahr auf diesen Event, und die Stimmung ist stets geprägt von Scherzen und Witzen. Ich erkenne aber jetzt, dass meine Kommentare als rassistisch interpretiert werden könnten. Ich versichere jedoch, dass dies nicht meine Intention war. Ich entschuldige mich aufrichtig bei Tiger und bei allen anderen, die ich damit beleidigt habe.“

Scott hält Williams die Stange

Während von mancher Seite lautstark eine Ablöse von Williams gefordert wurde und etwa US-Presidents-Cup-Captain Fred Couples meinte, er hätte Williams sofort gefeuert, blieb Adam Scott dem Neuseeländer vorerst treu und sah auch im Moment keine Veranlassung, Stevie zu feuern.

Auch die Bosse der PGA (Tim Finchem) und European Tour (George O’Grady) verurteilten zwar die Aussagen auf das Schärfste, erklärten den Fall aber umgehend in einer beidseitigen Erklärung für geschlossen.

So richtig spannend dürfte es jedoch in den nächsten Wochen werden, wenn Tiger, Adam und Stevie sowohl bei den Australian Open als auch beim Presidents Cup dann erstmals direkt aufeinandertreffen …

Markus J. Scheck

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