Französischer Nationalheld

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Frankreich ist bekannt dafür, viele gute Golfer hervorzubringen, aber nur wenige schaffen es bis an die Weltspitze. Thomas Levet ist wohl derjenige, der sich in den letzten Jahren am meisten hervorgetan hat.

Mit dem Sieg bei der Alstom Open de France vor wenigen Wochen krönte er seine bislang schon sehr turbulente Karriere.

Sportliche Wurzeln

Levet entstammt einer überaus sportlichen Familie. Sein Vater, ein Arzt, war zuvor ein erstklassiger Hockey- und Tennisspieler, seine Mutter spielte in der ersten französischen Liga Volleyball und sein Großvater war ein Berufsradfahrer.

Thomas wechselte 1988 im Alter von 20 Jahren ins Profilager und gewann im selben Jahr die French PGA Championship. Er musste jedoch ein Jahrzehnt auf seinen ersten Sieg auf der European Tour warten.

1998 bekam er eine Einladung zu den Cannes Open, die Levet nutzte: Als erster Franzose seit fast 20 Jahren gewann er ein Tour-Event auf heimischem Boden.

Im Jahre 2001 folgte der zweite Sieg bei der British Masters und im Jahr darauf wäre ihm fast der ganz große Wurf gelungen: Bei der Open Championship 2002 in Muirfield unterlag Levet erst im Stechen gegen den Südafrikaner Ernie Els.

Levet springt ins kühle Nass

The Open & Ryder Cup

In der Saison 2003 spielte er teilweise auch auf der PGA Tour in den USA, konnte dort aber nicht wirklich Fuß fassen. Levet kehrte deshalb 2004 wieder ganz zur European Tour zurück und gewann die prestigeträchtigen Barclays Scottish Open in Loch Lomond, was ihm zusätzlich einen fixen Startplatz bei der nachfolgenden Open Championship in Royal Troon einbrachte.

Erneut konnte er sich dort in Szene setzen und erreichte den ausgezeichneten fünften Platz. In der Geldrangliste jener Saison kam Levet ebenfalls auf Rang fünf und wurde in das Ryder-Cup-Team der Europäer 2004 einberufen.

Levet war der erste und bislang einzige Franzose in der Geschichte, der sich für einen Ryder Cup qualifizieren konnte.

Als Teil des Teams von Kapitän Bernhard Langer schrieb Levet mit Geschichte, war dies doch der höchste Sieg für die Europäer in der Historie des Wettbewerbs – und noch dazu auf fremdem Terrain in Oakland Hills.

Levet spielte auch zweimal in der kontinentaleuropäischen Auswahl bei der Seve Trophy (2002 und 2005) und für sein Land dreimal im Dunhill Cup und achtmal im World Cup.

Schwindelanfälle 2006

Seit 1998 ist er mit seiner Frau Caroline verheiratet, hat drei Kinder (Gregoire (1998), Juliette (2000) und Charlotte (2004)) und seinen Wohnsitz derzeit in Palm Beach Gardens, Florida.

Als Levets Karriere am Höhepunkt schien, schlichen sich beim Franzosen aber gesundheitliche Probleme ein, die ihm fortan schwer zu schaffen machten.

So litt er ab 2006 an Schwindelanfällen und Gleichgewichtsstörungen, die ihn zu einer rund siebenmonatigen Schaffenspause zwangen.

In den Folgejahren tastete sich Thomas Levet wieder langsam an die Weltspitze heran und feierte 2008 bei der Open de Andalucía by Valle Romano und 2009 bei der Open de España wieder Siege auf der European Tour.

Krönung 2011

Als bislang spektakulärstes Jahr ist aber das aktuelle (2011) zu sehen. Zunächst holte er als federführende Spitze der französischen Bewerbungsdelegation den Ryder Cup 2018 nach Frankreich und nur wenige Wochen danach erfüllte er sich bei der Alstom Open de France den Kindheitstraum vom Sieg bei der heimischen Meisterschaft.

Das Label des französischen Nationalhelden ist Thomas Levet nicht mehr zu nehmen.

Markus J. Scheck

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