Da wächst kein Gras mehr

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Das Talent zu einem guten Sportler war Nicolas Colsaerts bereits in die Wiege gelegt worden, als er am 14. November 1982 in Schaerbeek das Licht der Welt erblickte.

Denn schon sein Urgroßvater hatte Belgien bei den Olympischen Spielen 1920 in Antwerpen im Basket- und Wasserball vertreten und damit den Grundstein für eine sportliche Familie gelegt.

Welchen Sport der kleine Nico einmal beherrschen sollte, war in seiner Jugend jedoch lange Zeit offen.

Alles auf einmal

„Bis zu meinem 16. Lebensjahr habe ich fünf Sportarten gleichzeitig betrieben, dann hörte ich mit Tennis und Squash auf und mit 18 dann auch mit Feldhockey“, so Nicolas über seine Teenagerjahre.

Was übrig blieb, war Golf, das Nicolas mit einer unglaublichen Leichtigkeit betrieb. Nach einer sowohl national als auch international erfolgreichen Amateuerkarriere wechselte Nicolas bereits im Alter von 18 Jahren mit einem Handicap von +5 ins Profilager.

Ausgebremst

Die Qualifiying School 2000 meisterte der junge Haudrauf mit Leichtigkeit und hatte nach dem vierten Platz im Gesamtklassement sein Ticket für die European Tour 2001 in der Tasche.

Doch schon im ersten Jahr auf der Tour der Großen wurde der steile Aufstieg des Long­hitters aus dem kleinen Golfland Belgien (45.000 Golfer und gerade einmal 50 Golfclubs) gebremst. 47.938 Euro bedeuteten nur Rang 172 in der damaligen Order of Merit.

Also ging es für den jungen Belgier wieder zurück auf die Challenge Tour. Die folgenden Jahre waren geprägt von einem ständigen Auf und Ab zwischen erster und zweiter Liga, ehe Nicolas 2009 dank einer tollen CT-Saison der erneute Sprung auf die European Tour gelang.

Unaufhaltsam

Sichtlich von der Erfahrungen der letzten Jahre gereift, legte Colsaerts eine solide 2010er-Saison hin, die er als 67. im Ranking abschl0ß, ehe ihm ein Jahr später bei der Volvo China Open sein erster großer Turniersieg gelang.

Über eine Million Euro Preisgeld bedeuteten 2011 bereits Rang 20 im Race to Dubai, doch Colsaerts war noch lange nicht fertig. Schon immer mit einer unglaublichen Länge vom Tee ausgestattet, kam auch das kurze Spiel des 1,90 Meter großen Belgiers immer mehr in Fahrt und ließ seinen Durchschnittsscore rapide nach unten schnellen.

Dass Colsaerts auch gerne Matchplay spielt, erfuhren seine Kollegen bei der diesjährigen Volvo Matchplay Championship. Nachdem er die Vorrunde durch einen Sieg im Stechen gegen Charl Schwartzel überstanden hatte, konnte der 29-jährige im Halbfinale den Schotten Paul Lawrie bezwingen, obwohl er die ersten vier Löcher verloren hatte.

Im Finale machte der belgische Bomber dann auch vor Graeme McDowell nicht halt und holte sich nach einem harten Match mit „1 auf“ seinen zweiten Tourtitel.

Die große Bühne

Durch seine jüngsten Erfolge schaffte Nico den Sprung unter die Top 50 der Weltrangliste und war von nun an auch für die gro­ßen WGC-Turniere und die Majors gesetzt.

Dank einem geteilten 27. Rang bei den US Open und einem hervorragenden siebten Platz bei der Open Championship, bei der er am ersten und letzten Tag eine 65 spielte, konnte Colsaerts auch bereits auf der großen Bühne erste Achtungserfolge erzielen.

„Er hat die Persönlichkeit, um ganz oben mitzuspielen. Er ist sehr kommunikativ, easy going und hat ein unglaubliches Talent. Nicolas ist jetzt an dem Punkt angelangt, an dem er weiß, dass er Talent hat, und er weiß jetzt, dass er alles dafür tun muss, um zu sehen, wie weit er es bringen kann. Er hat die Chance, der erste richtig große belgische Golfer zu werden, und diese Idee gefällt ihm“, so Sportpsychologe Bob Rotella, mit dem Colsaerts seit vergangenem Winter zusammenarbeitet.

Mit dem „Doc“ an seiner Seite hat Nico als nächstes Ziel den diesjährigen Ryder Cup in Medinah im Visier. Und er ist auf einem guten Weg dorthin.

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