Comeback mit "Pizza-Schwung"

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Keep Smiling - Matt Kuchar ist zurück

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Es ist schon mehr als 34 Jahre her, als am 21. Juni 1978 in Winter Park, Florida, Matthew Gregory Kuchar das Licht der Welt erblickte.

Natürlich interessierte sich Matt nicht von klein auf für den Golfsport, gibt es doch gerade in den USA weiß Gott jede Menge anderer Sportarten.

Mit dem Golfvirus infiziert wurde „Kuch“ im Alter von zwölf Jahren, als seine Mutter Meg ihrer Mitgliedschaft im Country Club das Segment Golf hinzufügte. Von dort an waren Matt und sein Vater Peter (ehemaliger Nummer-eins-Tennis-Doppelspieler in Florida) nicht mehr zu bremsen.

Bilderbuchkarriere

Mit einer Körpergröße von 1,93 Metern tat sich der tenniserprobte Matt von Beginn an relativ leicht und sorgte mit seinem Spiel an der Georgia Tech (Bachelor Management), in der er zwei Mal ins All-American Team gewählt wurde, für Aufsehen.

Als Matt 1997 die U.S. Amateurs gewann, hatte er beim Masters und den US Open 1998 eine Startberechtigung. Mit dem stolzen Vater an der Tasche begeisterte Kuch durch tolles Spiel und holte sich beide Low-Amateur-Titel.

„Das war damals eine ganz besondere Zeit. Bei den US Open war der Finaltag Vatertag und mein Dad war Caddie, das werden wir nie vergessen“, so Kuchar, dessen  Profikarriere so gut wie vorgezeichnet war.

Im Jahr 2000 wechselte er ins Profilager. Von vielen als einer der neuen US-Superstars gesehen, dauerte es allerdings bis 2002, als Matt bei der Honda Classic sein erstes Turnier auf der PGA Tour gewinnen konnte.

Alles ändert sich

Doch anstatt richtig durchzustarten, ging es für den stets lächelden „Kuch“ auf einmal steil bergab. So steil sogar, dass er nach einer rabenschwarzen 2005er-Saison seine Tourkarte verlor. Auf einen Tipp seines Freundes Matt Weibring hin besuchte Matt 2006 den Golflehrer Chris O’Connell in Dallas.

Dieser brachte den Collegegolfer des Jahres 1998 wieder auf Vordermann, indem er seinen Schwung entscheidend veränderte. Mit dem „flachsten Rückschwung der Tour“ ausgestattet kämpfte sich Matt Kuchar zurück in die Weltspitze.

Kritische Stimmen über Schwung

„Er hält eine Pizza“ oder „Er steht in einem niedrigen Raum und stützt die Decke“ waren die ersten Kommentare der Golfexperten.

„Es ist eben ein Schwung mit nur einer Ebene. Aber seitdem ich diesen benutze, bin ich viel konstanter und seitdem ich mit Chris arbeite, wird es jedes Jahr besser“, so Kuch über seinen Schwung, der ihm in den letzten Jahren reihenweise Erfolge einbrachte.

Comeback

Bei der Turning Stone Resort Championship 2009 gelingt Kuchar nach einem Sieg im Stechen gegen Vaughn Taylor das große Comeback. Nur ein Jahr später macht Matt mit dem Sieg bei der The Barclays erneut richtig Kasse.

Gebrauchen kann er das Geld gut, hat er doch mit seiner Frau Sybi bereits für Nachwuchs gesorgt. Die Söhne Cameron Cole und Carson Wright waren dann auch die ersten Gratulanten, als Daddy mit dem Sieg bei der diesjährigen Players Championship den größten Triumph seiner bisherigen Karriere erreichte.

Lächeln als "normale Reaktion"

Mit dem dicken Scheck von über 1,7 Millionen Dollar in der Tasche gab es für den ewigen Strahlemann einmal mehr Grund zu Smilen.

„Das mit dem Lächeln ist eine ganz normale Reaktion. Ich liebe es nun einmal, Golf zu spielen. Ich muss mich wirklich dazu zwingen, auch einmal einen Urlaub zu buchen, in dem ich nicht Golf spielen kann. Golf macht mir deshalb so viel Spaß, weil es einfach eine große Herausforderung ist. Ich lächle, weil ich wirklich richtig Spaß habe. Wenn ich 10 über Par gespielt habe, sieht man mich wahrscheinlich nicht so fröhlich“, so Kuchar über sein Markenzeichen, das er so schnell nicht ablegen wird.

Denn mit mitlerweile über 20 Millionen Dollar an Preisgeld, Rang 13 in der Weltrangliste und dem Ruf, der konstanteste Spieler der Tour zu sein, wird man Matt Kuchar zum Glück auch in Zukunft mit einem breiten Lächeln im Gesicht antreffen.

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