Jack is back!

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Seit 22 Jahren findet am Lake Tahoe im US-Bundesstaat Nevada die „American Century Championship“ statt, die auch inoffiziell als „Super Bowl der Celebrity-Golfer“ bekannt ist.

2011 war wieder ein Rekordjahr für die Veranstalter, strömten doch mehr als 40.000 Zuschauer zu dem Event-Highlight, das noch dazu live im US-Fernsehen auf NBC Sports übertragen wurde und eine Reichweite von mehreren Millionen Zuschauern erzielte.

Die Lake Tahoe Visitors Authority (LTVA) rechnet damit, dass sich der wirtschaftliche Nutzen für die Region aus der Veranstaltung zwischen zehn und 20 Millionen Dollar bewegt.

„Wir sind durch diesen einzigartigen Event in der Lage, South Shore Lake Tahoe zu Bekanntheit zu verhelfen und seine Schönheit und Vorzüge auf denkwürdige Art zur Schau zu stellen“, meinte ­LTVA-Executive Director Carol Chaplin. „Das funktioniert seit langer Zeit schon wunderbar.“

1,2 Mio. Dollar für Livestrong

Seit der erstmaligen Austragung im Jahr 1990 konnte das Turnier mehr als 4 Mio. Dollar für nationale und lokale Charitys aufstellen.

Durch die enge Verknüpfung mit Hauptsponsor American Century ist seit 2007 die Livestrong­ Foundation des mehrfachen Tour-de-France-Champions Lance Armstrong die offizelle Charity Organisation des Events.

Alleine in diesem Jahr konnten 700.000 Dollar für Livestrong und andere Charitys durch Fundraising aufgestellt werden.

Zusätzlich kamen noch 500.000 Dollar durch das Hole-in-one von NHL-All-Star Joe Sakic hinzu, welche vom Veranstalter ausgeschüttet wurden.

Sakic schlägt Hole-in-one

Damit wären wir auch schon beim sportlichen. Sakics Hole-in-0ne war das erste große Highlight in der Finalrunde. Der 42-jährige Ex-Center der Colorado Avalanche­ schaffte das Ass auf Loch 17 mit einem 8er-Eisen.

„Ich hatte noch nie ein Hole-in-one. Ehrlich gesagt, war ich noch nicht einmal nahe dran zuvor“, sagte Sakic, der ein Handicap von -2 zu Buche stehen hat.

„Trent Dilfer sagte mir, er ist drinnen, aber ich habe ihm zunächst gar nicht geglaubt. Das hätte ich mir nie im Leben erträumt, es fühlt sich großartig an.“ Neben den 500.000 Dollar für die Livestrong Foundation durfte Sakic die zweiten 500.000 Dollar für sich behalten.

„Ich bin sehr glücklich, überhaupt hier sein zu dürfen. Drei Tage lang werden wir hier wie Profigolfer behandelt.“ Für das Ass gab es in dem modifizierten Stable­ford-System acht Punkte, die Sakic noch auf Platz elf von insgesamt 83 Startern nach vorne brachten.

Wagner bezwingt Romo

Im Kampf um den Sieg entwickelte sich aber ein packendes Duell zwischen Schauspiel-Star Jack Wagner und dem bärenstarken Quarterback der Dallas Cowboys Tony Romo.

Wagner, bekannt aus den TV-Serien „Reich und Schön“ und „Melrose Place“ konnte bereits 2006 die „American Century Championship“ für sich entscheiden.

Der 51-jährige Mime gilt seit vielen Jahren als einer der besten  Celebrity-Golfer der Welt und zeigte dies eindrucksvoll an allen drei Turniertagen. Mit 29, 23 und 28 Punkten (gesamt: 80 Punkte), enspricht in etwa einem Score von 9-unter-Par, gewann Wagner am Ende hauchdünn vor Romo, der mit 31 Punkten am Finaltag noch mal gefährlich nahe kam.

„Das ist unglaublich - ich freue mich riesig“, zeigte sich Wagner, der einen Siegerscheck in Höhe von 125.000 Dollar überreicht bekam, überglücklich. „Aber Hut ab vor Tony, was für ein großartiger Spieler. Er hat mich gepusht, mein Bestes zu geben.“

Und der angesprochene Tony Romo war zwar ein wenig enttäuscht, zeigte sich aber als fairer Verlierer. „Ich wusste, ich muss aggressiv sein heute. Klar ist es enttäuschend, da ich gewinnen wollte. Aber Jack verdient meine Anerkennung – er hat eine tolle Runde Golf gespielt.“

Long Drive Champion

Schon mit Respektabstand auf die beiden Dominatoren landeten Eishockey-Ass Jeremy Roenick und der frühere NFL-All-Pro-Quarterback Chris Chandler auf dem geteilten dritten Platz.

Ein weiteres Highlight war wie in jedem Jahr die Korbel Long Drive Competition, bei der Green-Bay-Packers-Linebacker AJ Hawk einmal mehr eine Klasse für sich war.

Der Muskelprotz mit den langen blonden Haaren drosch den Ball 337 Yards weit und holte sich zum zweiten Mal in nur drei Jahren diesen Sonderbewerb. „Ich versuche immer, egal wo ich spiele, so hart wie möglich draufzuhauen und nicht zu viel nachzudenken“, lautet AJs Geheimrezept.

Vielleicht auch etwas für den schlechtesten Celebrity-Golfer aller Zeiten, Charles Barkley?

Der von Yips geplagte NBA-Superstar, dem nicht einmal Star-Coach Hank Haney helfen konnte, versuchte es dieses Mal zeitweise sogar einhändig und durfte sich über ein kleines Erfolgserlebnis freuen:  College Basketball Player of the Year und NBA-Rookie Jimmer Fredette war in diesem Jahr noch schlechter als „Sir Charles“.

Markus J. Scheck

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