David Duval kämpft um den Anschluss an die Spitze

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Der Countdown läuft. In wenigen Wochen findet die Open Championship erstmals seit 2001 wieder in Royal Lytham & St. Annes statt. Der Sieger damals hieß David Duval. Ein guter Anlass, einen näheren Blick auf das Leben und die Karriere des US-Amerikaners zu werfen.

Schicksalshafte Kindheit

David Duval wurde am 9. November 1971 in Jacksonville, Florida, geboren. Sein Vater Bob Duval, ein Golflehrer und Club-Professional, führte den kleinen David schon früh in die Geheimnisse des Golfsports ein. Als David neun Jahre alt war, wurde bei seinem zwei Jahre älteren Bruder Brent aplas­tische Anämie diagnostiziert.

Die Familie suchte Hilfe im Rainbow Babies & Children’s Hospital in Cleveland, Ohio. David unterzog sich einer Operation, um Knochenmark zu spenden, doch die Transplantation verlief nicht erfolgreich, und Bruder Brent starb im Alter von zwölf Jahren an Blutvergiftung.

Die Familie hatte mit dem Schicksalsschlag schwer zu kämpfen, insbesondere Vater Bob, der für ein Jahr aus dem Familienhaus auszog und erst nach ausgiebiger Beratung wieder den Weg zurück fand.

1989, im Jahr als David seinen Abschluss an der Episcopal Highschool in Jacksonville feierte, gewann er die US Junior Amateur Championship. Im Herbst selbigen Jahres schloss er sich dem Golfteam Georgia Tech Yellow Jackets an, wo er in den Folgejahren zu einem der besten Collegegolfer der damaligen Zeit avancierte.

13 PGA-Tour-Siege

1993 wechselte DD ins Profilager, und sein Vater Bob verließ die Familie erneut, dieses Mal für immer. Nach zwei Jahren auf der Nike Tour erspielte sich David 1995 die PGA-Tour-Karte, woraufhin sich sogleich erste Erfolge einstellten.

Sieben zweite Plätze zwischen 1995 und 1997 sowie die Qualifikation für das US-Team beim Presidents Cup 1996, wo er eine makellose 4-0-0 Bilanz aufweisen konnte, sprechen eine deutliche Sprache. 1997 gelang dann bei der Michelob Championship in Kingsmill auch der längst überfällige erste Sieg.

Zwischen 1997 und 2001 gewann er 13 PGA-Tour-Events, die ihn zum größten Herausforderer des damaligen Shootingstars Tiger Woods machten. Im April 1999 übernahm er die Führung in der Weltrangliste, ein Meilenstein in der Karriere des David Duval, dem im selben Jahr auch die „magische 59“ in der Finalrunde des Bob Hope Chrysler Classic gelang.

The Open 2001

Sein größter Erfolg sollte aber 2001 gelingen, als er bei der Open Championship in Royal Lytham & St. Annes einen eindrucksvollen Sieg, seinen ers­ten und bislang einzigen bei einem Major, landen konnte.

Der nach außen hin stets stoisch ruhig wirkende Amerikaner, der seine Augen mit Sonnenbrillen verdeckt, zeigte im Anschluss bei der Siegerehrung große Emotionen und hielt eine der wohl besten Siegeransprachen aller Zeiten, in der er Bezug auf die britischen Golffans nahm. Englische TV-Kommentatoren bezeichneten Duvals Speech wörtlich als „delightfully modest and heartfelt“.

Latente Formkrise

Am Höhepunkt seiner Karriere angekommen, fiel DD aber leider in ein großes Formloch, aus dem er sich bis heute nicht mehr wirklich herausziehen konnte. Verletzungen an Rücken, Handgelenk und Schulter warfen ihn weit zurück. Auch eine komplizierte Schwangerschaft seiner Frau ­Susan beeinträchtigten seine mentale Verfassung.

Zwar flackerte gerade bei Majors immer wieder mal Davids Riesentalent auf – so wäre ihm beinahe bei den US Open 2009 in Beth­page noch einmal der ganz große Coup gelungen, als er (auf Loch 17 in der Finalrunde noch in Führung liegend) am Ende geteilter Zweiter wurde. 2011 verlor er aber endgültig die Tourkarte und ist nun auf Sponsoreinladungen und Past-Champion-Wildcards angewiesen.

Es wäre zu wünschen, wenn der gerade mal 40-jährige Amerikaner noch einmal den Turnaround schaffen könnte. Vielleicht gar bei The Open 2012 in Royal Lytham & St. Annes?

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