Selbstversuch - 40 Meter weiter abschlagen

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Die Sache mit den Kerlen und der Länge ist bekannt: Sie ist ihnen am wichtigsten. Lieber einen Drive 240 Meter in den Wald oder die roughige Pampa oder ins Aus gedroschen – als 140 Meter „frauen“-sicher aufs Fairway gelegt.

Was sind schon Strafschläge gegen die Strafe, als zu kurz erachtet zu werden! Und so las ich eines Tages, dass man mit einem ordentlichen Driver-Fitting 20 Meter weiter kommen könne. Und las tags darauf als Nächstes die Werbebotschaft eines bekannten Pros, der verspricht, jeden Menschen 20 Meter weiter abschlagen zu lassen.

20 + 20 = 40?

20 Meter Fitting plus die 20 Meter des Pros – das wären insgesamt 40 Meter mehr! Ich buchte. Zuerst das Fitting. Und zwar bei der Academy des weltberühmten David Leadbetter in München Valley.

100 Euro die Stunde. Fünf Sachen, erklärte mir David, seien beim Golf wichtig: die Technik, der Body (Kraft, Beweglichkeit, Ausdauer), die Psyche, die Taktik und das Material.

Und beim Material wiederum würden Faktoren wie Schaftlänge, Lie, Schaftflexibilität,  Ballgeschwindigkeit, Schlägerkopfgeschwindigkeit und was weiß ich noch alles Einfluss nehmen. Als Erstes pappte David Tape-Material auf meinen Driver, um die Mittigkeit meiner mittelmäßigen Schläglein zu eruieren.

Hauptsache 20 Meter weiter

Ach ja, eins hätte ich beinahe vergessen: Es handelte sich dabei übrigens nicht um David Leadbetter persönlich, der mir diesen Vortrag hielt, sondern um David Cardew – einen Pro aus Cornwall. Doch das war nun wirklich egal – Hauptsache 20 Meter weiter!

Und: David-nicht-Leadbetter-sondern-Cardew war wirklich klasse: Er engagierte sich voller Vehemenz – als wolle er mich gleich 50 statt 20 Meter weiter bringen. Vermutlich erkannte er: Bei vier der fünf bedeutsamen Golf-Fakten (siehe oben) ist es ohnehin hoffnungslos bei diesem Typen – also setzen wir mal alles aufs Material ...

Der Trackman-Assistent

Das Fitting begann. David stand dabei ein Assistent bei. Er hieß Trackman. Trackman kostet 25.000 Euro und ist eine Maschine, die mittels Radar usw. alles misst, was man an einem Schlag samt Ballflug messen kann.

Jedenfalls nahmen David und Trackman meine Schläge und meinen Schläger genau unter die Lupe. Anschließend erprobte ich jede Menge anderer Driver – zwei davon erwiesen sich als wesentlich weiter als mein eigener, bisher verwendeter. Und so schickte ich letzten Endes die beiden „Neuen“ ins Finale: Wer des Duos würde siegen?

Maßgeschneiderter Schläger

Um es kurz zu machen: Es gewann der Ping K15! Denn tatsächlich: Angepasst an die individuellen Körpermaße und den individuellen Schwung schlug ich mit ihm fast 20 Meter weiter als mit meinem bisherigen Modell! Sofort wollte ich ihn erwerben. „Geht nicht“, so David, „wir verkaufen nichts. Wir messen nur.“ Sonst wäre ja keine Objektivität gegeben. Er wisse nicht einmal den Preis dieses Holzes.

Zwei Tage später traf ein ­exaktes Protokoll, das David und der Trackman erstellt hatten, bei mir zu Hause ein. Mit jenem rannte ich in den Pro Shop – und war ab Erhalt meiner gewissermaßen „maßgeschneiderten“ K15-Keule glücklich wie noch nie mit meinen Drives: Tatsächlich 20 Meter weiter! Und trotzdem: ziemlich mittig!

Die Jagd geht weiter!

Doch schon folgte der zweite Streich – die Jagd auf die nächsten 20 Meter! Ich fuhr zu Leadbetters Konkurrenten – zu Jonathan Taylor nach Harthausen bei München. Der Engländer betreibt dort The Move Golf Academy. Und wen treffe ich in Jons Abschlag-Box? Mr. Trackman! Der Kerl scheint wirklich überall zu sein ...

Wie es mit Herrn Jonathan Taylor und Herrn Roboter Trackman und Herrn Reporter Suttner weiter ging? Erfahren Sie in unserer nächsten Ausgabe ab 14. Oktober – bleiben Sie dran!

Jupp Suttner

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