Waliser folgt Trappel

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Pugh folgt auf Trappel

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Vor einem Jahr jubelte ganz Golf-Österreich über den ersten Europameister der Geschichte.

Der Vorarlberger Manuel Trappel (GC Innsbruck-Igls) holte sich im Vorjahr sensationell den begehrten Titel und durfte dadurch vor wenigen Wochen erst bei der Open Championship in Royal Lytham & St. Annes antreten.

Letzte Woche stand für Trappel die Verteidigung des EM-Titels auf dem Programm. Schauplatz der diesjährigen Meisterschaft war der Montgomerie Course im irischen Carton House Resort.

Schwab wird guter Siebter

Gleich vorweg, die heißersehnte Titelverteidigung gelang nicht. Es scheint fast so, als wären die Strapazen der letzten Monate nicht spurlos an dem sympathischen Österreicher vor­übergegangen. Mit Runden von 79, 73 und 75 Schlägen scheiterte Manuel letztendlich deutlich am Cut.

Doch auch in diesem Jahr mischte wieder ein Vertreter der rot-weiß-roten Equipe ganz vorne mit. Matthias Schwab (Dachstein Tauern Golf & Country Club), vor wenigen Wochen erst im Finale der British Amateur Championship von Alan Dunbar (NIR) bezwungen, schaffte mit Platz sieben das nächste Karriere-Highlight.

Nach Runden von 67, 73, 72 und 70 Schlägen (Gesamtscore: -6) hatte der Steirer allen Grund zur Freude: „Ich habe die schweren Gegenwind-Löcher leider etwas verhaut. Es war aber ein gutes Turnier. Im Endeffekt bin ich zufrieden.“

Walisisches Duell um Sieg

An der Spitze des Leaderboards sorgten dagegen zwei Waliser für die entscheidenden Akzente. Rhys Pugh, 18-jähriger Student an der East Tennessee University, schaffte mit einer 66 (-6) an einem stürmischen Finaltag in Irland die mit Abstand beste Runde des Tages und holte sich mit dem Gesamtscore von -11 noch den Sieg.

Rang zwei ging mit -10 an Landsmann James Frazar, der in Runde drei mit einer 62 (-10) für einen spektakulären neuen Platzrekord sorgte. Die besten Chancen vor der Finalrunde hatte eigentlich der Schwede Pontus Widegren, der aber mit einer schwachen 77 zum Abschluss und dem Gesamtscore von -8 noch hinter den Dänen Thomas Sørensen (-9) an die vierte Stelle zurückfiel.

Langes Warten auf den Sieg

Nachdem Pugh mit acht Schlägen Rückstand auf Widegren in die Finalrunde ging, musste der Waliser nach Beendigung seiner Runde gute 90 Minuten warten, bis seine Kontrahenten im Clubhaus waren und er als neuer Europameister feststand.

„Ich habe immer daran geglaubt“, meinte der strahlende Champion. „Ich mag diesen Golfplatz, er kommt mir irgendwie sehr gelegen. Er ist relativ lang, und ich habe in letzter Zeit ein wenig an Länge zugelegt. Ich dachte eigentlich, ich müsste eine 62 oder 63 schießen, um noch eine Chance zu haben, aber mit dem Wind hat es sich doch ein wenig zäher gespielt.“ Auch Landsmann James Frazar war zufrieden.

„Hätte man mir vor der Woche gesagt, dass ich Zweiter werde, hätte ich die Leute für verrückt erklärt. Ich habe bei meinem vierten Antritt hier das erste Mal den Cut geschafft. Es war eine großartige Woche, und wir haben für Wales die Plätze eins und zwei errungen.“

Doch nur Pugh hat das Privileg, als Europameister nächstes Jahr bei der Open Championship in Muirfield antreten zu dürfen. „Es war mein Traum seit ich mit dem Golfspiel begonnen habe, einmal bei der Open Championship mitzuspielen.“ Good luck, Rhys!

Markus J. Scheck

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