"Bernd kann ruhig gewinnen, wenn ich Zweiter werde"

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Trotz der Regenfälle und Überschwemmungen der vergangenen Tage gehen die 23. Austrian Lyoness Open ab Donnerstag in Atzenbrugg programmgemäß in Szene.

Einer der ersten am Abschlag des mit einer Mio. Euro dotierten Golf-Jahreshöhepunktes in Österreich ist dabei Titelverteidiger und Top-Favorit Bernd Wiesberger.

Schon um 7.50 Uhr früh geht der Österreicher im "Star-Flight" zusammen mit dem Spanier Miguel Angel Jimenez und dem Franzosen Thomas Levet auf die erste Runde.

In Atzenbrugg zu den US Open

Wochenziel Wiesbergers ist eine Top-Platzierung sowie die Qualifikation für die anschließenden US Open in Pennsylvania.

Um als erster Österreicher beim zweiten Saison-Major abschlagen zu dürfen, muss der Vorjahressieger im Diamond Country Club wieder eine absolute Spitzenleistung abliefern - wenn auch nicht unbedingt einen neuerlichen Sieg.

Der 27-jährige Burgenländer geht aber erstmals als Top-Favorit in ein Heimspiel. Nach 15 Cuts auf der Europa-Tour in Folge, dem Sieg in Indonesien und dem jüngsten Vorstoß auf Platz 61 der Weltrangliste ist der Lokalmatador die Nummer eins des Turniers.

"Kann gewisse Routine ausspielen"

"Ich fühle mich wohl und kann mittlerweile auch eine gewisse Routine ausspielen. Ich weiß ja nun auch wie es sich anfühlt, einen Titel verteidigen zu sollen", ging Wiesberger mit der Favoritenrolle vorerst entspannt um.

In Südkorea war es ihm vor fünf Wochen zwar nicht gelungen, erneut den Sieg zu holen, dafür schlug er kurz danach auf der Asien-Tour mit dem dritten Karriere-Titel in Jakarta zu.

"Die Erwartungen an mich sind heuer sicherlich sehr hoch", war Wiesberger klar.

"Aber ich denke, die Form passt und das hier kann eine weitere gute Woche werden", gab sich der als Turnierbotschafter agierende Oberwarter dennoch zuversichtlich.

Wetter beeinflusst Vorbereitung

Die Wetter-Probleme wirkten sich natürlich auch auf das zum vierten Mal im Tullnerbecken stattfindende Turnier der European Tour aus.

Wegen der Überschwemmungen und der im Umfeld gesperrten Straßen und Brücken erreichten viele eingeflogene Spieler sowie Material erst verspätet die Anlage. Die Proberunden wurden ebenso verkürzt wie das Pro-Am am Mittwoch.

"Viele Spieler habe im Vorfeld keine oder nur teilweise eine Runde gesehen. Aber die Grüns sind in Ordnung", berichtet Organisationschef Ali Al-Khaffaf am Mittwoch erfreut.

Insgesamt war dank der vor Jahren getroffenen Entwässerungs-Maßnahmen der Diamond-Kurs gemessen an den Umständen in gutem Zustand.

"Kein Nachteil für Bernd"

Wirklich trocken wird es aber erst am Wochenende, was ein zusätzlicher Vorteil für "Longhitter" Wiesberger sein könnte, weil die Bälle auf einem nassen und weichen Untergrund weniger weit rollen.

"Aber Länge ist auf diesem Platz nicht alles", relativierte der von Coach Philippe de Busschere und Caddie Shaun Kories auf der Runde begleitete Österreicher während Jimenez schmunzelnd meinte: "Die Situation ist zumindest kein Nachteil für Burschen wie Bernd."

Nach Beinbruch auf dem Weg zurück

Der bereits 49-jährige Spanier ist der internationale Topstar und spielt nach einem im Dezember beim Skifahren erlittenen Beinbruch sein viertes Turnier.

"Ich mag den Kurs und habe hier immer gut gespielt", erklärte der Rotwein- und Zigarren liebende Sieger von 19 Turnieren.

Bei der PGA-Championship in Wentworth - es war sein 600. European-Tour-Event - schaffte Jimenez schon wieder Platz vier und zuletzt wurde er in Schweden 14.

Buntes Feld

Von Zopfträger Jimenez über Top-Favorit Wiesberger, Thiomas Björn (SWE), dem erneut eingeladenen Tennis-Olympiasieger Jewgeni Kafelnikow (RUS) bis zu den britischen "Young-Guns" Alan Dunbar und Tom Lewis sowie Österreichs Amateur-Jungstar Matthias Schwab reicht das Teilnehmerfeld 2013.

Österreich hat aber nicht nur einen Wiesberger, sondern insgesamt 19 heimische Vertreter im wegen des vorgezogenen Juni-Termins und dem damit längeren Tageslicht diesmal 156 Mann starken Feld.

Neuer alter Caddie für Brier

Darunter sind mit Markus Brier und Martin Wiegele zwei weitere heimische Toursieger.

"Bernd spielt derzeit fantastisch. Er kann ruhig wieder gewinnen, solange ich Zweiter werde", scherzte Altmeister Brier, der mit neuem, alten Caddie Max Zechmann antritt und bei dem sich in den kommenden fünf Turnieren entscheidet, ob er auf der großen oder der Challenge-Tour um die Karte für 2014 weiterkämpft.

Wiegele fühlt sich inspiriert

Wiegele ist ein Jahr nach seiner zweiten Hüftoperation auf dem Weg zurück und hat bisher schöne Teilerfolge verzeichnet.

Mit dem schwedischen ÖGV-Coach Fred Jendelid hat der Steirer zuletzt in Schweden am Spiel gefeilt, der neue Caddie Richard Hallam soll den Grazer in Zukunft begleiten.

"Ich fühle mich immer besser und auch mich haben Bernds Erfolge inspiriert", sagte Wiegele.

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