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Schwab sorgt für Furore, Daly für Eklat

Der Erfolgslauf des österreichischen Golfsports hält auch in bei den Austrian Open im Diamond Country Club in Atzenbrugg an.

Mit Matthias Schwab, Bernd Wiesberger und Jürgen Maurer rangieren drei heimische Golfer im Spitzenfeld, insgesamt sieben schaffen den Cut. Ein solch starkes Ergebnis aus österreichischer Sicht gab es noch nie.

Teenager sorgt für Gesprächsstoff

Angeführt wird die Austro-Armada von einem 16-jährigen Amateur. Matthias Schwab schiebt sich mit einer 67er Runde und einem Gesamtscore von fünf unter Par an die fünfte Position.

„Es lief wirklich gut. Ich habe fast fehlerlos gespielt. Ich bin ohne Erwartungen in das Turnier gegangen. Es ist ein schönes Gefühl“, so der Teenager nach dem Par-Putt am 18. Loch.

Bereits im Vorjahr sorgte das Ausnahmetalent für Gesprächsstoff. Mit einem 32. Platz war er nicht nur der beste Österreicher, sondern auch der jüngste Spieler auf der European Tour, dem eine solche Top-Platzierung gelang.

„Lucky“ bringt Glück

„Das tut echt gut. Ich bin wirklich stolz auf meine Leistung und wie ich das alles heute weggesteckt habe“, so der Lokalmatador.

Begleitet wird Maurer bei den Austrian Open übrigens von dem südafrikanischen Caddie „Lucky“, der in seinem Aussehen stark an Reggae-Legende Bob Marley erinnert.

„Er hat mir wirklich Glück gebracht. Erst am Montag habe ich erfahren, dass mein Caddie verletzungsbedingt ausfällt. Durch einen Zufall bin ich zu „Lucky“ gekommen. Die Chemie zwischen uns stimmt“, freut sich Maurer über seine Begleitung.

Wiesberger mit Leistung unzufrieden

Mit dem gleichen Gesamtscore wie Maurer kommt auch Bernd Wiesberger ins Clubhaus. Doch anders als Maurer ist der Burgenländer wenig begeistert über seine Leistung.

„Ich bin nicht zufrieden. Ich habe heute zu viele blöde Fehler gemacht.“

Für das Wochenende ist der 25-Jährige aber gerüstet: „Es ist noch alles drinnen. Ich weiß, dass ich hier eine 66er oder 65er Runde spielen kann.“

„Brüder haben mir enorm geholfen“

„Natürlich war der Erfolg vom letzen Jahr im Hinterkopf. Ich habe einfach versucht, von Schlag zu Schlag zu denken“, gibt sich der Jugendliche gelassen.

Auch sein Erfolgskonzept konnte der Youngster präsentieren: „Meine zwei Brüder (Anm.: Als Caddie und Betreuer dabei) haben mich die ganze Runde begleitet. Das hat mir enorm geholfen.“

Die Erwartungshaltung für den weiteren Turnierverlauf versucht der Steirer tief zu halten: „Ich will einfach nur auf den Platz gehen und Spaß haben.“

Weitere Österreicher im Spitzenfeld

Im Schatten von Schwab befinden sich noch zwei weitere Österreicher im Spitzenfeld. Jürgen Maurer bestätigt seine starke Leistung, die er zuletzt auf der Tourschool gezeigt hatte.

Er schafft erstmals den Cut bei einem Turnier der European Tour und belegt mit einem Score von -3 den geteilten 12. Rang.

Dabei ist es lange Zeit eine Berg- und Talfahrt für den 28–Jährigen. Zwei Birdies auf den ersten beiden Löchern.

Dann zwischenzeitlich auf drei unter Par, aber nach Bogey und Doppelbogey wieder auf Even Par. Auf den letzten vier Löchern gelingen Maurer dann wieder drei Birdies.

Wiegele stark

Auch Martin Wiegele zeigt nach seiner verpatzen Auftaktrunde auf. Der Steirer benötigt am zweiten Tag der Austrian Open lediglich 67 Schläge und schiebt sich auf Position 18.

Der Grazer nach der Runde: „Ich habe ab dem dritten Loch eigentlich fehlerfrei gespielt. Ich bin sehr zufrieden mit dem bisherigen Turnier-Verlauf“.

Daly sorgt für Eklat

Wiegele ist in seinem Flight in prominenter Begleitung. Einerseits durch Miguel Angel Jimenez, der sich mit einer 69er-Runde wieder in Position bringt und nun bei zwei unter hält. Der zweite Flight-Partner ist niemand geringerer als John Daly. Der US-Amerikaner macht am Freitag seinem Ruf als Bad Boy einmal mehr alle Ehre.

Was war passiert? Auf dem 15. Loch versenkt Daly aus Wut zuerst seinen Schläger und danach seinen Abschlag im Wasser.

Seinen Strafschlag legt der 45-Jährige dann unter einen Kamera-Turm. Daly nimmt den Ball auf und will erneut droppen. Dabei bespricht er sich mit Jimenez und nimmt dessen gut gemeinten Rat an.

„Thank you“

Doch der Spanier und Daly sind im Unrecht. Der US-Amerikaner legt sich den Ball zu nah an die Fahne. Der Referee springt ein und will den exzentrischen Superstar mit zwei Strafschlägen bestrafen.

Nach einer kurzen, aber heftigen Diskussion zischt ein wutentbrannter John Daly vorzeitig ab. Sein Gastspiel in Österreich beendet er mit ein paar Schimpfworten sowie einem sarkastischem „Thank you“ in Richtung des Spaniers Jimenez.

 Seiner brisanten Akte hat Daly damit ein weiteres Kapitel hinzugefügt (hier geht's zum Daly-Porträt).

Heikle Situation

Martin Wiegele zu dem Vorfall: „Eine heikle Situation. Er war einfach richtig angefressen. Ich glaube nicht, dass er sauer auf Miguel oder mich war. Schade, dass es so zu Ende geht.“

Als letzte Österreicher schaffen Florian Pogatschnigg, Hans-Peter Bacher und Manuel Trappl den Cut.

Die Führung nach einem ereignisreichen Tag teilen sich Thomas Norret (DEN), Robert Coles (ENG), Joost Luiten (NET) sowie der Inder Gaganjeet Bhullar. Das Quartett hält bei sieben unter Par.

Am Samstag (freier Eintritt) sind somit noch sieben Österreicher im Turnier vertreten. Die Zuschauer dürfen sich also auch ohne John Daly auf zwei packende Finaltage freuen.

Lukas Peisteiner

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