"Habe gezeigt, dass ich vorne mitspielen kann"

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Bernd Wiesberger hat seine zuletzt starken Leistungen auf der Europa-Tour der Golfprofis zum Auftakt des Heimturniers bestätigt.

Der Burgenländer rangierte bei den Austrian Open im Diamond Country Club in Atzenbrugg nach einer 70er-Runde (2 unter Par) am Donnerstag als bester Österreicher an der aussichtsreichen zehnten Stelle, vier Schläge hinter dem walisischen Spitzenreiter Liam Bond.

"Bin zufrieden"

Nachdem er in den vergangenen zwei Monaten jeweils Top-5-Plätze bei den Irish Open (4.) bzw. in Gleneagles (2.) erreicht hatte, steuert der 25-Jährige nun auch in der Heimat ein Spitzenresultat an.

"Ich bin zufrieden mit meiner Runde, aber es war wegen des Windes ein hartes Stück Arbeit", erklärte Wiesberger. Österreichs Nummer eins spielte gemeinsam mit dem dreifachen Major-Sieger Padraig Harrington (IRL) und Titelverteidiger Jose Manuel Lara (ESP) und distanzierte dieses Duo (je 75) klar.

"Ich habe in allen Bereichen gezeigt, dass ich vorne mitspielen kann", gab sich der Oberwarter selbstbewusst. Am Freitag will er Fehler vermeiden und sich weiter in der Spitze etablieren.

Superstars schwächelten

Es war nicht der Tag der Superstars. Miguel Angel Jimenez (ESP/73), John Daly (USA/74) und Harrington (IRL/75) lagen wie auch der Wiener Markus Brier (74), der Austrian-Open-Gewinner von 2006, und der Steirer Martin Wiegele (75) vorerst zurück.

Sie müssen sich am Freitag steigern, um die Qualifikation für das Wochenende zu schaffen und einen Teil des Preisgeldes von einer Million Euro zu erhalten.

Daly "kämpft ums Überleben"

Der zweifache Major-Turniersieger Daly rutschte nach starkem Beginn von vier unter Par auf den zweiten neun Löchern auf ein Score von zwei über Par und Platz 68 zurück.

Der US-Amerikaner, der in früheren Jahren oft für Skandale gesorgt hatte, ist mit Lebensgefährtin und Sohn nach Österreich gereist, offenbar geläutert und will im Golf wieder Anschluss an die Spitze finden.

Am Donnerstagvormittag verfolgten hunderte Zuschauer, wie dies dem 45-Jährigen, der mit Jimenez und Wiegele spielte, auf den ersten neun Löchern mit vier Birdies auch gelang. Doch in der Folge büßte Daly, genannt "The Wild Thing", nicht weniger als sechs Schläge ein, und verzeichnete sogar zwei Doppelbogeys.

"Der Kurs liegt mir, er ist fabelhaft. Aber bei diesem starken Wind, da kämpft man ums Überleben", erklärte der Mann mit den bunten Hosen als Markenzeichen. Sein großes Talent ließ der Gewinner der British Open 1995 dennoch aufblitzen. Etwa als er den Ball nach einem verunglückten Schlag aus dem höheren Gras ohne Sicht auf das Loch über eine Baumgruppe auf das Grün schlug.

Jimenez haderte mit Putts

Jimenez spielte beständig, hielt bei einem Schlag unter Par, ehe er auf seiner 12. Spielbahn zweimal bei kurzen Putts Pech hatte. Die Bälle rollten um den Rand des Lochs, ein Doppelbogey war die Folge.

Eine Wiedergutmachung gelang dem 47-jährigen Spanier nicht mehr. Später sah man den 47-Jährigen mit seiner unvermeidlichen Zigarre im Mund beim Putt-Training, das keineswegs grandios verlief.

Verpatzte Back Nine

Brier und Wiegele mussten einen ähnlichen Rückfall hinnehmen wie Daly. Dank früher Birdies lagen die zwei Tour-Spieler nach neun Löchern unter Par und damit im Plansoll, Bogeys auf den zweiten neun Löchern ließen sie aber weit abrutschen.

"Schade, denn ich habe super begonnen", erklärte Brier. "Zwei Schläge ins Wasser waren tödlich und die zwei Bogeys unnötig." Dennoch hofft er in seinem Heimclub auf den Cut. "Denn ich fühle mich wohl, obwohl das Score das nicht zeigt."

Wiegele, der Dritte der heurigen Scottish Open, benötigte noch einen Schlag mehr als Brier, nachdem er auf sieben Löchern sechs Schläge eingebüßt hatte. Er schaffte mit einem Birdie einen halbwegs versöhnlichen Abschluss.

Wiegele sah das Positive

"Noch vor zwei oder drei Wochen hätte ich den Kopf verloren und wohl sechs über Par gespielt", sah es der 33-Jährige dennoch positiv. "Es war sehr schwer, denn der Kurs ist auch ohne Wind schwierig genug. Jetzt brauche ich drei gute Runden, damit etwas Annehmbares herauskommt."

Besser als die zwei Routiniers schlugen sich der Kärntner Florian Pogatschnigg und der Tiroler Clemens Prader, die nach 71er-Runden sogar an 15. Stelle rangierten. Und Matthias Schwab, der im Vorjahr mit dem besten Score eines 15-Jährigen auf der Europa-Tour aufgezeigt hatte, war nach Auf (Eagle am 10. Loch) und Ab (Triple-Bogey am 17.) ebenso wie Jürgen Maurer mit einer Par-Runde sehr zufrieden.

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