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Engländer Ferrie holt sich im Stechen den Titel

Bernd Wiesberger hat die mit 1 Million Euro dotierten Austrian GolfOpen 2011 in Atzenbrugg als ausgezeichneter Fünfter beendet und damit beim Heimturnier für das weitaus beste Ergebnis eines Österreichers seit dem Erfolg von Markus Brier 2006 gesorgt.

Der Sieg ging bei jeweils 12 unter Par im Stechen am ersten Extraloch gegen seinen Landsmann Simon Wakefield an den Engländer Kenneth Ferrie, der nach über sechs Jahren wieder erfolgreich war und seinen dritten Tour-Titel holte.

Erfolgreiche Aufholjagd

Als Zehnter in die Schlussrunde gegangen, spielte Wiesberger mit einer 68 am Sonntag seine beste Runde der Woche und kam zwischendurch bis auf drei Schläge an den Führenden heran.

Wirklich in den Kampf um den erhofften Sieg konnte der Burgenländer aber nicht mehr eingreifen, landete am Ende bei acht unter Par und vier Schlägen Rückstand auf die Spitze.

Am Ende rettete Wiesberger nach einem verunglückten Grünschlag und einem Free-Drop am Schlussloch mit einem bärenstarken Par-Putt aus vier Metern noch sein Score und Platz fünf.

Was wäre wenn?

"Das war sicher mein bester Putt heute und mit einem Top-Ten-Platz kann man immer sehr zufrieden sein", zeigte sich der 25-jährige Oberwarter trotz des verpassten Sieges angetan von der Woche in Niederösterreich.

"Natürlich könnte ich über das =was wäre wenn?= nachdenken. Nach dem Grün-Schuss auf der 14 dachte ich tatsächlich, ich kann noch einmal ganz nach vorne hinschnuppern. Aber die erhofften Putts sind dann doch nicht gefallen", bilanzierte Österreichs aktueller Top-Golfprofi.

Auf dem Weg nach Schottland

Wiesberger "spritzte" die Siegerehrung im Diamond Country Club und flog noch Sonntagabend nach Schottland, wo bereits Montag die erste Proberunde auf dem legendären Kurs in St. Andrews auf dem Programm stand.

Bei der mit 5 Mio. Euro dotierten Dunhill Links Championship will Wiesberger so richtig Geld verdienen und im "Race to Dubai" weiter nach vorne kommen.

In Österreicher kassierte er immerhin 35.800 Euro Preisgeld und übertraf damit erstmals 300.000 Euro Jahresverdienst. "Ich bin auf der Tour angekommen", stellte er zufrieden fest.

Wo sind die anderen Österreicher?

Zweitbester Österreicher wurde als 39. Martin Wiegele, dem mit einer 72 die erhofft tiefe Schlussrunde und eine Verbesserung nicht mehr gelang. Jung-Amateur Matthias Schwab (16) belegte Platz 45, Lokalmatador Jürgen Maurer fiel noch auf Platz 52 zurück.

Insgesamt hatten 2011 gleich sieben Österreicher und damit so viele wie noch nie bei den heimischen Open den Cut geschafft.

144 Turniere dauernde Durststrecke

Der Sieg wurde wie im Vorjahr erst im Stechen vergeben. Ferrie schien den Triumph schon in der Tasche zu haben, vergab auf dem 18. Grün aber einen leichten Birdieputt.

Erst in der Overtime sicherte er sich dann im 263. Turnier seinen dritten Toursieg, den ersten nach sechs Jahren und 84 Tagen.

144 sieglose Turniere lagen dazwischen. Dank des Siegerschecks von 166.660 Euro hat der Routinier heuer schon fast 400.000 Euro verdient.

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