Die USA gewinnen "unsere" Football-WM

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Die Kulisse war eines WM-Finales würdig.

20.000 Zuschauer wollten am Samstagabend im Ernst-Happel-Stadion das Endspiel der American-Football-WM zwischen den USA und Kanada sehen - mehr als jemals zuvor bei einem Football-Spiel in Österreich.

Die USA wurden ihrer Favoritenrolle vor der Rekordkulisse im Wiener Prater mehr als gerecht.

Der Titelverteidiger setzte sich klar mit 50:7 (7:0,30:7,13:0,0:0) durch und holte seinen zweiten WM-Titel.

Grandioses zweites Viertel der USA

Die 20.000 hatten neben einer pompösen Inszenierung samt Halbzeitshow und Pyrotechnik bei Einlauf und Siegerehrung auch auf dem Spielfeld einiges geboten bekommen - und dankten es mit sensationeller Stimmung.

Dabei war das Spiel zur Halbzeit mehr oder weniger entschieden. Die US-Amerikaner spielten vor allem im zweiten Viertel groß auf, legten mit einer 37:7-Pausenführung bereits den Grundstein für eine erfolgreiche Titelverteidigung.

Kmic MVP des Turniers

Die US-Boys waren mit einer von einigen Profis verstärkten Auswahl starker ehemaliger College-Spieler angetreten, dominierten die WM aber mit Ausnahme eines knappen 17:7 zum Abschluss der Gruppenphase gegen Mexiko.

Gegen ihre nördlichen Nachbarn gaben sich die "Erfinder" des American Football keine Blöße. Bereits nach vier Minuten sorgte Runningback Nate Kmic, der zum wertvollsten Spieler des Turniers (MVP) gewählt wurde, für den ersten Touchdown.

Sein Kollege Matt Bassuener (17.), Quarterback Cody Hawkins (22.) und Joe Sturdivant (24.) legten nach. Dazu wurden die Kanadier zu einem Safety gedrängt (21.).

Keine Punkte im Schlussviertel

Dramatisch verlief das Finish von Hälfte eins: Erst fanden die Kanadier sechs Sekunden vor der Pause nach Pass von Spielmacher Michael Faulds auf David Stevens in die Endzone, mit einem sensationellen Pass auf Ricardo Lenhart schlug Hawkins aber noch einmal zurück.

Nach der Pause eröffnete erneut Kmic mit einem Touchdown (26.), Henry Harris legte mit einem Hechtsprung auf die Endlinie noch einen drauf (33.). Beklatscht wurden vor allem die gelungenen Aktionen der Kanadier, die im Finish aber nicht mehr zusetzen konnten.

Das Schlussviertel endete 0:0. In der Gruppenphase hatten die Kanadier noch alle ihre Spiele gewonnen.

USA international weiter ungeschlagen

Die USA dagegen sind auf internationaler Ebene weiter ungeschlagen. Bei ihrer ersten WM-Teilnahme 2007 hatten sich die US-Amerikaner im Finale erst in der Verlängerung gegen Japan durchgesetzt.

Nun schlossen sie mit zwei Titeln zu den Japanern auf. Der bisherige Rekordweltmeister gewann in Wien Bronze und hat damit bei allen vier bisherigen Weltmeisterschaften eine Medaille geholt. Österreich beendete das Heimturnier auf Platz sieben.

Deutschland gewinnt Spiel um Platz fünf

Europameister Deutschland hat auch die WM als bestes europäisches Team beendet. Die deutsche Mannschaft setzte sich am Nachmittag im Spiel um Platz fünf gegen den EM-Zweiten Frankreich mit 21:17 (0:0,7:7,7:7,7:3) durch.

Die Vorentscheidung brachte ein Passspielzug von Quarterback Joachim Ullrich auf Niklas Römer, der zum besten deutschen Spieler der Partie gewählt wurde, über 89 Yards zum Touchdown. Damit gingen die Deutschen im vierten Viertel erstmals in Führung - und zwar mit 21:14. Die Franzosen kamen nicht mehr über ein Fieldgoal hinaus, verloren wie im Vorjahr im EM-Finale.

Zum Abschluss der Gruppenphase hatte Frankreich in Graz Österreich mit 24:16 bezwungen und damit ein Duell der Gastgeber mit den Deutschen verhindert.

STIMMEN ZUM SPIEL:

Mel Tjeerdsma (Head Coach USA): "Kanada ist ein gutes Team, auch wenn es nicht so gewirkt hat. Wir haben uns sehr gut auf sie vorbereitet. Wir haben als Team gespielt, haben gut zusammengefunden. Ich bin sehr stolz auf mein Team."

Nate Kmic (Runningback USA, MVP): "Es ist ein tolles Gefühl. Wir haben heute unser Bestes abgerufen. Ich bin sehr glücklich, dass wir vor so einem enthusiastischen Publikum diese Erfahrung machen konnten."

Larry Haylor (Head Coach Kanada): "Die USA waren ausgezeichnet, in allen Phasen, auf allen Seiten des Balles. Wir sind sehr enttäuscht, aber die USA haben hervorragend gespielt. Wir haben geglaubt, dass wir mithalten können. Einige Dinge sind aber nicht so gut gelaufen und es war ein großartiger Tag für das US-Team."

Michael Eschlböck (AFBÖ-Präsident und WM-Organisationschef): "Diese Kulisse ist unglaublich. Das ist mehr als wir uns erhofft und erwartet haben. Ich hoffe, dass viele Leute mit dieser WM dem Football näher gekommen sind und wir neue Fans dazugewonnen haben. Das war ein großes Sportfest, ein Football-Fest, das alle genossen haben. Sogar den Amerikanern hat es gefallen."

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