Super Bowl XLIX: Zehn Dinge, auf die wir uns freuen

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Der Tag ist gekommen!

Wir wünschen einen wunderschönen Super Bowl Sunday und freuen uns gemeinsam mit euch auf Super Bowl XLIX in Glendale, Arizona.

Seattle Seahawks gegen New England Patriots - am Ende der Saison kann es nur einen geben.

 

Seattle Seahawks vs. New England Patriots
Super Bowl XLIX, Glendale, Arizona, Mo., 00:30 Uhr

 

Können die Seahawks als erstes Team seit den Patriots vor zehn Jahren den Titel verteidigen oder holt New England nach zehn Jahren Pause wieder die Vince-Lombardi-Trophy nach Massachusetts?

Zieht Tom Brady mit Joe Montana und Terry Bradshaw gleich? Gewinnt Russell Wilson seinen zweiten Titel binnen drei Jahren? Fragen über Fragen und noch viele mehr! Worauf gilt es zu schauen?

Das Touchdown-Tuesday-Team hat jeweils fünf Vorschläge parat.

Darauf freut sich Peter Altmann

  • So, heute wird es ernst! Zuerst einmal natürlich eine prompte Antwort auf die Feststellung von User "Kalkbrenner" unter dem Interview mit Tony Dungy. Ja, ich habe einen schönen Beruf - das sehe ich grundsätzlich so und dieser Tage noch viel mehr. Denn in allererster Linie freue ich mich natürlich darauf, diesen Showdown live im Stadion verfolgen zu dürfen. Dieser Hinweis ist natürlich megaegoistisch und man möge ihn mir verzeihen, aber Super Bowls vor Ort fallen für NFL-verrückte nunmal unter die Kategorie Kindheitstraum. Aber nun zum Spiel, und ich starte einmal ganz allgemein: Die Grundsatzfrage lautet für mich, wie gut - wenn überhaupt - New Englands Offense gegen die Seattle-Defense, die am besten Weg zu historischer Güteklasse ist, ins Spiel kommt. Klingt banal, ist es auch, muss nach der Demütigung von Peyton Mannings Offensiv-Feuerwerk im Vorjahr jedoch erwähnt werden. Denn dass die Seahawks eine gewisse Anzahl an Punkten aufs Board bringen werden, steht für mich außer Frage. Der Sieg für New England führt für mich also über die Durchschlagskraft der Offense.
  • Gut, gehen wir ein wenig ins Detail. Am meisten freue ich mich - neben der Halftime-Show von Katy Perry natürlich - auf die Beantwortung der Frage, welchen Gameplan Bill Belichick diesmal ausgeheckt hat. Und damit bin ich bei weitem nicht alleine. Okay, die Strategie muss erst einmal von seinen Schützlingen exekutiert werden, damit sie funktionieren kann. Aber in meinen Augen ist das Head-Coach-Genie der größte Trumpf der Patriots. Gefühlte 3765 Varianten, was New Englands Mastermind im Schilde führen könnte, kursierten in den vergangenen Tagen durch diverse Previews. Ihm ist zuzutrauen, dass Variante Nummer 3766 zum Zug kommt. Lassen wir uns also überraschen. Dungy schlägt im LAOLA1-Talk vor, Russell Wilson aus dem Spiel zu nehmen und Marshawn Lynch mehr Raum zu geben. Vielleicht hat er Recht und eine Majestätsbeleidigung maße ich mir fix nicht an, aber ich persönlich würde es umgekehrt machen. Ich würde zusätzliche Mittel investieren, um den "Motor" Lynch zu bremsen, Wilsons Läufe so gut wie möglich eindämmen, den Seattle-QB challengen, dieses Spiel durch die Luft zu entscheiden und diesbezüglich ein gewisses Grundvertrauen in meine Secondary haben. Es wird jedenfalls unglaublich spannend zu sehen, welche Taktik Belichick wählt. Und diesbezüglich ist er ein Meister seines Fachs. Pittsburghs WR-Legende Hines Ward, MVP von Super Bowl XL, im Gespräch mit LAOLA1: "Keiner ist so geschickt darin, die größte Stärke des Gegners aus dem Spiel zu nehmen. Der muss sich dann Alternativen einfallen lassen, um das Spiel zu gewinnen."
  • Der Spieß lässt sich auch in Richtung Offensive umdrehen. Wo sehen die Patriots die Schwäche der so gigantischen Seahawks-D? Dies soll natürlich keine Vorschau rein aus New-England-Perspektive werden. Aber bei Seattle weiß man ungefähr, was man bekommt. Der Titelverteidiger zieht seinen auf beiden Seiten des Balls von Physis, Schnelligkeit und Enthusiasmus geprägten Still Tag ein, Tag aus mit beeindruckender Konsequenz durch. Die Patriots sind diesbezüglich viel flexibler - auch in der Offense. Nehmen wir das Laufspiel: Mal sehen die Running Backs kaum einen Ball, mal - am liebsten gegen Indianapolis - sind sie das Rückgrat des Angriffs. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Belichick diese Super Bowl im direkten Duell Brady vs. "Legion of Boom" gewinnen will, dafür ist Seattles Secondary zu gut. Also wird es nicht gehen, ohne das Laufspiel zu etablieren. Es könnte also Arbeit auf LeGarrette Blount - so eine Art "Mini-Lynch" - zukommen. Mit Green Bays Eddie Lacy hat ein ebenso wuchtiger Ballträger im NFC-Finale nicht so schlecht ausgesehen. Reüssiert Blount, öffnen sich zwangsläufig Räume für Brady. Und hier bin ich wirklich sehr, sehr gespannt, wie sich Rob Gronkowski schlägt. Mit einem Tight End dieser Güteklasse, war Seattle das ganze Jahr über nicht konfrontiert.
  • "Es ist immer eine Frage der Perspektive. Willst du im Fantasy-Football gewinnen, kommst du mit den beiden nicht weit. Dafür machen sie zu wenig Yards. Aber sie sind physisch starke Receiver, die immer für Big Plays gut sind", meint Ward über Doug Baldwin und Jermaine Kearse. Und der gute Mann weiß, wovon er spricht, schließlich war er auch kein zart besaiteter Passempfänger. Das Duo gilt als große Schwachstelle von ansonsten durchwegs gut bis exzellent besetzten Seahawks. Dem möchte ich dezent widersprechen. Gut, wir reden hier beileibe nicht von der Kategorie Calvin Johnson, Julio Jones, A.J. Green oder meinem neuen Lieblingsspieler Odell Beckham. In meinen Augen lässt man sich hier jedoch viel zu leicht von den Stats täuschen. Denn die leiden auch darunter, dass das Passpiel in dieser Offense einfach eine vergleichsweise untergeordnete Rolle spielt. Es ist gut vorstellbar, dass das Duo gegen die Patriots gefordert wird. Wer von beiden auf Darrelle Revis trifft, könnte einen schweren Stand haben. Aber Brandon Browner, im Vorjahr noch ein Seahawks-Kumpel der beiden, ist schlagbar.
  • Last but not least interessiert mich jetzt schon brennend, wer MVP wird. Langweilig? Nicht wirklich! Es gibt Super Bowls, da kann man mit hoher Erfolgschance darauf wetten, dass es einer der beiden Quarterbacks wird. So kam es in diesem Jahrzehnt auch immer (Drew Brees, Aaron Rodgers, Eli Manning und Joe Flacco) - große Ausnahme: Nobody Malcolm Smith im Vorjahr. Und das war für mich kein Zufall. Die Seahawks sind eine Franchise, in der auch Rollenspieler eine größere RVerantwortung zukommt als andernorts. Und für die Patriots gilt das erst recht. Wer weiß, vielleicht zaubert Belichick ja wieder Jonas Gray aus dem Hut...! Apropos Smith: Mit dem habe ich mich bei einem Medientermin der Seahawks ein wenig unterhalten. So euphorisch, wie man glauben möchte, macht ihn die Auszeichnung aus dem Vorjahr gar nicht: "Die Leute fragen gerne, was sich in meinem Leben dadurch verändert hat. Meine Antwort lautet immer: Nichts! Warum auch? Ich bin immer noch derselbe wie vorher." Ich hätte übrigens einen mehr oder weniger kreativen Vorschlag bezüglich MVP: Marshawn Lynch! Alleine schon, weil die nachfolgende Pressekonferenz garantiert zur legendären Angelegenheit werden würde. "I'm just here, so I don't get honored", oder wie? Aber gut, lassen wir uns überraschen! Mein Ergebnis-Tipp folgt nach den Worten der Vorfreude von Kollegen Kastler, aber schon an dieser Stelle wünsche ich ganz viel Spaß, allen Patriots- und Seahawks-Fans natürlich alles Glück dieser Super-Bowl-Welt und das wichtigste Anliegen: Nicht einschlafen!!! Auch vermeintlich entschiedene Spiele können noch spannend werden. Hört man zumindest...

Darauf freut sich Bernhard Kastler

  • Happy Super-Bowl-Sunday everybody! Der Tag ist gekommen! Alles hat diese Saison mit Seattle Seahawks gegen Green Bay Packers im September begonnen, alles wird mit Seattle Seahawks gegen New England Patriots im Februar enden. Schluchz, es wird vorbei sein... Aber mit einem Hit. Wie vergangene Spielzeit ein würdiges Finale, die Nummer 1 der NFC gegen die Nummer 1 der AFC. Darauf darf man sich wirklich freuen. Zumal einfach auch überall die Worte "Dynasty" und "Legacy" herumschwirren. Mit dem zweiten Titel, der ersten Titelverteidigung seit zehn Jahren, würden die Seahawks vielleicht noch keine Dynastie sein, aber es würde sehr sehr stark in die Richtung gehen. Und bei Bill Belichicks und Tom Bradys Patriots liegt es ohnehin auf der Hand. Es geht um ihren vierten Titel, um die Legacy. Beide würden mit einem Sieg jeweils mit NFL-Rekorden gleichziehen. Das riecht förmlich nach Kracher. Lieber Kollege Altmann, ich wünsche dir einfach nur viel Spaß, genieß jede Minute - und halte dich dieses Mal vom Lichtschalter fern...
  • Ich bin schon sehr auf Russell Wilson gespannt. Nach seinem schlechtesten Spiel seiner NFL-Karriere im NFC-Finale gegen die Green Bay Packers, der 26-Jährige warf erstmals vier Interceptions in einer Partie, wird sich der Quarterback dieses Mal - nona - steigern müssen. Ich traue ihm sehr wohl zu, wieder eine Top-Partie abzuliefern. Er hat die Ruhe, das Talent und kann die Super-Bowl-Nervosität beiseite schieben. Und: Er hat trotz schlechtester Leistung die Partie gegen Green Bay noch gewonnen. Mit einem Overtime-Drive. Der "EatTheBall"-Athlet hat es eben nicht nur körperlich, sondern auch mental drauf. Ich glaube, seine O-Line wird ihm dieses Mal auch genügend Zeit geben. Wilson macht den Rest. Und es wird passieren: Super-Bowl-TD-Pass von Wilson auf (TE Luke) Willson.
  • Mein Lieblings-Fernduell wird sich zwischen den Star-Cornerbacks abspielen. Auf der einen Seite Richard Sherman, dessen Sohnemann sich wohl bis nach dem Spiel mit der Geburt gedulden wird, gegen Darrelle Revis. Zwei der besten Shutdown-Corners, die die NFL je gesehen hat. Sie können zu absoluten Playmakern in dieser Super Bowl werden. Auf der anderen Seite könnten sie genau deswegen auch kaum zu sehen sein. Trauen sich die QBs den Ball in ihre Richtung werfen? Wem es mehr zu vergönnen ist? Schwierig, der eine spricht sehr viel, dem anderen ist in erster Linie das Geld wichtig. Beides Dinge, die ihnen natürlich auch nicht vorzuwerfen sind. So möge am Sonntag einfach der Bessere gewinnen.
  • Ich kann mich noch bestens an Rob Gronkowskis letzten (Fast-)Play in einer Super Bowl erinnern. Es war eine Hail Mary von Tom Brady, die der Tight End knapp nicht erreichte. Wohl, weil er 2012 bei der Niederlage in Indianapolis gegen die New York Giants nicht ganz fit war. Nun ist er topfit - kann er am Ende die Schlüsselfigur werden? Warum nicht? Die Seattle-D ist bärenstark, aber "Gronk" ist eine echte Maschine. Nicht auszuschließen, dass der beste Tight End der Liga an diesem Abend nicht zu stoppen sein wird. Auf dem Feld verstehen sich Tom Brady und er ja blind. Wenn, dann ist das die größte Offensive-Waffe der Patriots. Mal schauen, wie sich Seattle mit dem Riesen zurecht findet. Und ein Wort noch zu Brady: Er hätte sich den Titel nach vielen Jahren an der Spitze wieder redlich verdient, aber er spielt eben nicht alleine. Vor allem gegen dieses kompakte Team aus Seattle wird das wohl zu wenig sein.
  • Ich mach's kurz und knackig: Russell Wilson wird Super-Bowl-MVP! Ich habe das irgendwie im Gefühl. Die Seattle-D wird sich es wieder verdient haben, aber back-to-back Defensive-MVPS? Glaube ich eher nicht, außer es passiert natürlich Unglaubliches. Wilson ist freilich eine langweilige Wahl, weil Quarterback, aber ich habe einfach dieses Gefühl, nach diesem Game gegen Green Bay zeigt er sich nun wieder von seiner besten Seite und wirft einige TD-Pässe. Wie auch immer, ich wünsche allen einfach ein wunderbares Spiel und genießt den Showdown. Es ist Super-Bowl-Sunday, ein Feiertag!

TIPP PETER ALTMANN: Ich bin relativ weit entfernt von einer "Liebesbeziehung" mit den Patriots, aber ich drücke ihnen diesmal die Daumen. Simpler Grund: Ich liebe Sportgeschichte, Bill Belichick und Tom Brady haben Unglaubliches geleistet, ich habe riesigen Respekt vor dem Lebenswerk der beiden. Ich finde, es sollte nach zehn langen Jahren des Wartens mit einer vierten Super Bowl abgerundet werden, bevor aus ihren Karrieren die Luft draußen ist. Da das Herz diesmal jedoch in einem verhältnismäßig gleichgültigen Takt schlägt, kommt das Hirn zum Zug - und das sagt Seattle. Und ich hoffe, ich täusche mich, aber ich fürchte es wird überschaubar spannend. 27:17 für die Seahawks.

TIPP BERNHARD KASTLER: Ja, ich schlage da in dieselbe Kerbe. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass die Patriots unter Belichick und Brady wirklich eine dritte Super Bowl en suite verlieren, aber wenn ich mir die beiden Roster ansehe, dann läuft es immer wieder auf Seattle hinaus. Auch weil beim Coaching Pete Carroll nicht weit von Belichick weg ist. Wenn die Seahawks ihren Job machen, holen sie wieder den Titel. Ich glaube, es wird "etwas" spannender als vergangene Saison. Gut, das war auch ein 43:8. Wenn die Seahawks nur die Hälfte von der letzjährigen, unfassbar geilen Defensiv-Leistung zeigen, wird es reichen. Weil ich Wilson als MVP tippe und uns allen ein unterhaltsames Spiel wünsche, wird es ein für eine Super Bowl punktereiches 35:21 für die Seahawks.

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