Wer folgt den Helden von einst?

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Super Bowl: Wer folgt den erfolgreichen Vorgängern?

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Nur noch wenige Stunden trennen uns vom großen Showdown.

Nach einer aufregenden Woche in New Orleans, ist er nun gekommen: Der Super Bowl Sunday!

Nachdem die ganze Woche darüber gesprochen wurde, ist die Zeit des Redens ab 00:30 Uhr vorbei. Dann sind nur noch Taten gefragt.

Die San Francisco 49ers und die Baltimore Ravens stehen sich im Superdome zu New Orleans in der Super Bowl XLVII gegenüber.

Wenn die beiden Teams um die Vince Lombardi Trophy rittern, werden fast eine Milliarde Menschen weltweit auf ihre Bildschirme gebannt starren.

        SAN FRANCISCO 49ERS                                                                 BALTIMORE RAVENS

                       Super Bowl XLVII, Montag, 00:30 Uhr, Superdome, New Orleans

Und allen voran in den Städten der beiden Franchises wird der Adrenalinspiegel in unglaubliche Höhen steigen.

Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, wo sich mit Teams aus New York (Giants) und Boston (New England Patriots) zwei wahre Major-League-Titelstädte (Hier zur Story aus 2012) gegenüberstanden, treffen heuer zwei deutlich titelärmere Städte aufeinander.

Doch das liegt mitunter auch daran, dass sowohl San Francisco als auch Baltimore im Basketball sowie im Eishockey nichts zu sagen haben.

Nichtsdestoweniger blicken beide Städte auf Glanzzeiten zurück.

Im Football sowie im Baseball haben beide Teams einige Titel zu Buche stehen. LAOLA1 blickt in die Sportgeschichtsbücher und auf die Helden:

SAN FRANCISCO

Wenn die 49ers am Sonntag das Feld im Superdome in New Orleans betreten werden, dann werden in erster Linie mehr als 4,3 Millionen Menschen ihre beiden Daumen drücken.

So viele zählt der Einzugsbereich von San Francisco, das im Sonnenstaat Kalfornien zentral an der Westküste in der Bay Area gelegen ist. Zu dieser Gegend gehören unter anderem auch Oakland und Santa Clara. An letzteren Ort ziehen übrigens die 49ers in ihr neues Stadion ab der Saison 2015.

Wer an "The City by the Bay", "SanFran" oder - gemäß den Touristen - "Frisco" denkt, dem kommt unweigerlich die Golden Gate Bridge, das frühere Gefängnis und die heutige Attraktion Alcatraz oder das entspannte Leben in einer der schönsten Städte der USA in den Sinn.

49ers als Aushängeschild

Doch auch Sport spielt eine nicht unwesentliche Rolle. Allen voran Football hat bei der Bevölkerung schon lange einen großen Stein im Brett.

"Quest for Six" heißt das Motto dieser Tage in San Francisco, also das Streben nach dem sechsten NFL-Titel für die 49ers.

Das Football-Team, das es seit 1946 gibt, ist das sportliche Aushängeschild der Stadt, keine andere Franchise, die dort ansässig ist, hat mehr Major-League-Titel zu Buche stehen.

*Die Giants haben vor ihrem Umzug von New York nach San Francisco bereits fünf Mal die World Series, die Endspiel-Serie der MLB, gewonnen.

Ein weiterer Spitzname der Stadt lautet "Golden City", die "Niners" haben als Farben rot und gold sowie nennt man sie auch "The Gold Rush".

Das passt nicht nur wegen dem früher überaus erfolgreichen Goldschürfen, sondern auch wegen der 80er und 90er Jahre.

In dieser Zeit gewannen die 49ers binnen 13 Jahren nicht weniger als fünf Mal die Super Bowl.

Der große Held "Joe Cool"

Der Held dieser Zeit hieß Joe Montana, der als Quarterback vier Mal den Titel gewann und als einer der besten Spieler aller Zeiten gilt. Kein anderer Spielmacher der NFL-Geschichte nennt bislang mehr Ringe sein eigen, nur Steelers-Legende Terry Bradshaw hat ebenfalls so oft die Super Bowl gewinnen können.

Der direkte Nachfolger von "Joe Cool" als 49ers-QB, Steve Young, konnte nicht annähernd auf diese Weise reüssieren, dafür aber zumindest auch einmal die Vince-Lombardi-Trophy nach Hause holen.

1995 war es so weit, als der Linkswerfer und heutige ESPN-Experte seine Karriere mit dem Titel und der Auszeichnung zum Super-Bowl-MVP krönte.

Werden 49ers wieder Rekordsieger?

In diese riesigen Fußstapfen will nun Colin Kaepernick, der erst seit Mitte der Saison Starter ist, treten. Ein gutes Omen gibt es: Jedes Mal, wenn die 49ers im Endspiel standen, haben sich auch gewonnen.

Mit fünf Titeln sind die Niners ohnehin mit Dallas hinter Pittsburgh Zweiter der ewigen Super-Bowl-Bestenliste. Ein Sieg am Sonntag und sie sind wieder Rekordsieger.

Folgt das "Double"?

Ein anderes gutes Omen: Die Sportsfreunde der hiesigen Baseball-Mannschaft haben es vorgemacht. Vergangenen Oktober gewannen die Giants zum zweiten Mal seit ihrem Umzug von New York 1958 die World Series. Das zweite Mal binnen drei Jahren.

Die 49ers haben es in der Hand, das erste "Double" für San Franisco zu sichern. Mangels Eishockey- und Basketball-Erfolgen sowie der Tatsache, dass Giants und 49ers noch nie binnen eines Jahres ihre Titel geholt haben, könnte es nun so weit sein.

Feiern ließe sich in San Francisco in jedem Fall gut.

BALTIMORE

Eines ist klar, die Menschen von Baltimore werden am Sonntag kein "Double" feiern können.

Denn das dort ansässige Baseball-Team, die Orioles, schafften es zwar 2012 in die MLB-Postseason, doch nach überstandener Wildcard-Runde zogen sie bei den New York Yankees den Kürzeren.

Baltimore, größte Stadt im an der Ostküste gelegenen Bundesstaat Maryland sowie Geburtsort von Baseball-Legende Babe Ruth (Boston Red Sox, New York Yankees), hat allerdings mehr World Series gewonnen als die Giants in San Francisco, nämlich deren drei (1966, 1973, 1983).

Ansonsten wäre ein "Double" auch mangels NBA- und NHL-Team nicht möglich.

Doch das trübt die Stimmung der Einwohner keineswegs, die 2,7 Millionen Menschen im Einzugsgebiet Baltimores freuen sich vielmehr über die Rückkehr in die Super Bowl, mit der gegen Ende der Regular Season nicht unbedingt zu rechnen war.

Bewegte Football-Geschichte

Zum vierten Mal steht eine Franchise aus Baltimore nun im Spiel der Spiele der NFL. Die Baltimore Colts waren die ersten. Übrigens ein Team, das auf eine bewegte Geschichte voller - in den USA im Profi-Bereich üblichen - Übersiedelungen zurückblicken kann.

Die Colts, die nun bekanntlich in Indianapolis beheimatet sind, wurden 1913 als Dayton Triangles gegründet. Doch es sollte nicht so bleiben.

So wurden sie die Brooklyn Dodgers (1930), änderten den Namen in Brooklyn Tigers (1944), wurden zusammengelegt mit den Boston Yanks (1945). Vier Jahre später zogen die Yanks nach New York, die dann wiederum 1952 in Dallas zu den dortigen Yanks wurden.

1953 dann der Umzug nach Baltimore, dort wurden sie zu den Colts.

Als diese waren sie gleich zu Beginn der Super-Bowl-Ära (ab 1966/67) Mitfavorit und landeten im dritten Endspiel der Geschichte.

Als haushoher Favorit unterlagen sie jedoch den New York Jets, die für eine der größten Überraschungen im US-Sport bis dahin sorgten und als erstes AFL-Team die Super Bowl gewann.

Legendärer Johnny Unitas

Es lag wohl auch daran, dass damals der angeschlagene Johnny Unitas erst nach der Pause für die Colts aufs Feld lief. Der langjährige Quarterback der Franchise holte zwei Jahre später mit seinen Teamkollegen die Super Bowl erstmals nach Baltimore - dank eines 16:13 gegen Dallas, das in den letzten Sekunden entschieden wurde.

Unitas, der 2002 mit nur 69 Jahren verstarb, ist eine NFL-Legende. Der dreifache MVP revolutionierte mit seinen Pässen das Quarterback-Spiel.

Apropos: Sein 52 Jahre andauernder Rekord (47 Spiele in Folge mit Touchdown-Pass) wurde erst diese Saison von Drew Brees gebrochen, der Saints-Quarterback hält nun bei 54.

Nach Kanada wieder USA

Ein weiterer Titel blieb den Colts mit Heimat Baltimore verwehrt. Nach dem Umzug gen Indianapolis 1984 hatte die "Charm City" überhaupt kein NFL-Team mehr. Zwischendurch hatte man aber pikanterweise ein Canadian-Football-League-Team (Boston Stallions), das als einziges in den USA stationiertes Team den Grey Cup (Super-Bowl-Pendant) gewinnen konnte. Die zogen allerdings dann nach Montreal um (1995).

Ein Jahr später war es dann wieder so weit, die Cleveland Browns - die es heute wieder mit diesem Namen gibt - zogen unter der Regentschaft des vergangenen Jahres verstorbenen Eigentümers Art Modell nach Baltimore - damit hatten die Einwohner wieder ein richtiges NFL-Team.

Poes Poem als Namensgeber

Warum sie Ravens genannt wurden? Weil Poet Edgar Allen Poe in Baltimore gelebt hat und gestorben ist sowie das Gedicht "The Raven" zu Papier brachte.

Nur fünf Jahre nach dem Umzug durften sich die Ravens gleich über den Super-Bowl-Titel freuen. Trent Dilfer war damals der Quarterback, zum Titel geführt hat die Ravens aber damals schon Ray Lewis, der einzige Spieler, der seit 1996 alle Saisonen der Franchise mitgemacht hat.

Am Sonntag kann der Super-Bowl-MVP 2001 (Hier seine ganze Story) an NFL-Titeln der größte Sportler Baltimores werden.

Alle anderen, ob 49ers oder Ravens, können in die großen Fußstapfen ihrer Vorgänger treten. Ab 00:30 Uhr sind dafür Taten gefragt.

 

Peter Altmann

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