New York Giants werfen den Titelverteidiger raus

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GREEN BAY PACKERS (1) 20:37 NEW YORK GIANTS (4)

Es ist passiert.

Der Titelverteidiger und die überragende Franchise der Regular Season ist in der NFL-K.o-Runde gescheitert.

Die Green Bay Packers müssen sich in ihrem ersten Postseason-Spiel dieser Saison im Divisional-Playoff zu Hause den New York Giants mit 20:37 geschlagen geben und damit den Traum des erneuten Super-Bowl-Triumphs früh begraben.

Nicht wiederzuerkennen

Im Vergleich zur bisherigen Spielzeit war die Mannschaft rund um Quarterback-Superstar Aaron Rodgers nicht wiederzuerkennen.

In der Offensive ließen die ansonst so sicher agierenden Passempfänger ein ums andere Mal die Bälle fallen - insgesamt wurden acht Drops festgehalten.

Zudem leistete sich das Aushängeschild vier Turnovers.

Drei davon waren Fumbles. Die doppelte Anzahl hatten die Packers in der gesamten Regular Season verzeichnet.

"Big Blue" schlug erneut zu

Die New Yorker, die sich erst im letzten Grunddurchgangs-Spiel für die Postseason qualifizierten und vergangene Woche mit dem 24:2-Sieg gegen Atlanta ihre Gefährlichkeit unter Beweis stellten, nutzten die Gunst der Stunde eiskalt aus.

Wie vor  vier Jahren, als die Giants als Außenseiter nach Wisconsin kamen und im letzten Packers-Spiel von Legende Brett Favre den Sieg im NFC Championship Game davontrugen.

Wieder erwies sich "Big Blue" als großer Spielverderber, die Schuld für die Niederlage mussten die Packers aber bei sich suchen.

Die Giants landeten im eiskalten und natürlich ausverkauften Lambeau Field als erstes Team auf dem Scoreboard. Kicker Lawrence Tynes sorgte für drei Punkte aus 31 Yards.

Diese Führung konnten die Packers durch Mason Crosby (47 Yards) zwar ausgleichen, doch wenig später bejubelten die Giants ihren ersten Touchdown.

Nach Pass vom groß aufspielenden Giants-Quarterback Eli Manning profitierte Hakeem Nicks von einem misslungenen Packers-Tackle und der Receiver war  für einen Touchdown für 66 Yards auf und davon.

Misslungene Überraschung

In der Folge hatten die Hausherren beim folgenden Ballbesitz Glück, dass ein Fumble - Receiver Greg Jennings verlor den Ball - zugunsten der Giants nicht gegeben wurde.

Anstelle das Spielgerät abgeben zu müssen, konnte Rodgers seinen ersten Touchdown-Pass landen: Fullback John Kuhn fing den 8-Yards-Pass.

Beim folgenden Kickoff wollten die Gastgeber mit einem Onside-Kick überraschen - dieser misslang. Schaden entstand allerdings  keiner, denn ein 40-Yards-Field-Goal-Versuch von Tynes wurde entscheidend abgefälscht.

Ein zweites Giants-Geschenk folgte am Fuße: Manning warf seine erste und einzige Interception - Safety Morgan Burnett war zur Stelle.

Doch bezeichnenderweise für diesen Abend konnten sich die Packers nicht lange darüber freuen.

Kuhn ließ den Ball im folgenden Drive aus und sorgte damit für den ersten Turnover der Hausherren. Es sollte nicht der letzte bleiben.

Hail Mary baute Führung aus

Diesen nutzten die Giants per Field Goal durch Tynes (23 Yards) zur 13:10-Führung.

Dem aber in der ersten Hälfte nicht genug: Sekunden vor Schluss ging den Giants auch noch eine Hail Mary auf.

Nicks fing den "Auf gut Glück!"-Pass für 37 Yards zur 20:10-Pausenführung.

Dass diese verdient war, zeigte auch ein Vergleich der Total Yards. Da hatten die Gäste mit 311:170 die Nase klar vorne.

Mit neuer Hoffnung kamen die Packers nach der Halbzeit aus der Kabine.

Doch der nächste Rückschlag sollte am Fuße folgen. Beim ersten Drive nach der Pause erzwang Osi Umenyiora einen Fumble, als der Defensive End Rodgers den Ball aus der Hand schlug.

Zwar konnten die Giants daraus kein Kapital in Form von Punkten schlagen, dafür lief die Zeit zugunsten der Gäste und das Selbstvertrauen der Hausherren schwand gleich mit.

Die Packers-Offense ließ ihre Souveränität vermissen, das Passspiel funktionierte zu selten, so dass Rodgers öfter als in dieser Saison gewohnt zum Rushen gezwungen war.

Nächster Fumble, nächster Touchdown

Nach einem weiteren Field Goal durch Crosby (35 Yards) lagen die Packers zumindest nur noch einen Score zurück. Doch vom Ausgleich war Green Bay in der zweiten Hälfte zu weit entfernt.

Die Giants stellten den alten Abstand per Field Goal (35 Yards) wieder her.

Zwei Plays später kam es noch besser: Dieses Mal ließ Ryan Grant den Ball aus, Chase Blackburn trug das Spielgerät für 40 Yards in die Red Zone.

Receiver Mario Manningham fing den dritten TD-Pass von Manning - damit war rund sieben Minuten vor Schluss beim Stand von 30:13 der Käse gegessen.

Giants fliegen nach San Francisco

Donald Driver (16-Yards-Pass von Rodgers) und Brandon Jacobs (14-Yards-Run) erzielten jeweils noch einen Touchdown. Stichwort Ergebniskosmetik.

Die Partie endete aus Sicht der Hausherren sinnbildlich mit einer bedeutungslosen Interception von Rodgers.

Für die Packers hatte es an diesem Abend ganz und gar nicht sein wollen, die Giants gingen letztlich als völlig verdienter Sieger vom Feld.

Die treffen nun am kommenden Sonntag in San Francisco auf die 49ers und kämpfen dort um die Super-Bowl-Teilnahme.

Für die Packers ist die Saison vorbei - nach einer 15-1-Regular-Season und der ersten Heimniederlage seit 15 Monaten.

Ein bitteres Ende einer so vielversprechenden Spielzeit.

 

Bernhard Kastler

 

STIMMEN ZUM SPIEL:

Aaron Rodgers (Packers-Quarterback): "Wir haben gegen ein Team verloren, das heute besser war. Wir alle haben nicht unsere beste Partie gespielt. Ich dachte, ich wäre gut genug vorbereitet, habe aber einige Pässe nicht angebracht."

Mike McCarthy (Packers-Head-Coach): "Wir stehen jetzt nicht dort, wo wir erwartet haben, zu stehen. Es ist sehr enttäuschend. Ich wünschte, ich hätte heute einen besseren Job gemacht."

Tom Coughlin (Giants-Head-Coach): "Wow! Ich bin einfach für unsere Spieler, Coaches und Eigentümer glücklich, hierherzukommen und gegen ein sehr sehr gutes Football-Team zu gewinnen. Ich denke, wir sind ein gefährliches Team."

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