Altmeister Manning steigt ins Playoff-Geschehen ein

Aufmacherbild
 

Die NFL-Playoffs 2013 gehen unaufhaltsam weiter!

Nach den Wildcard-Games am vergangenen Wochenende sind nun an dem kommenden die Divisionals an der Reihe.

In der AFC duellieren sich dabei die exakt vier selben Teams wie vergangene Saison (das gab's in der NFL noch nie), nur in unterschiedlichen Paarungen: Die Denver Broncos (1) empfangen die Baltimore Ravens (4/SA, 22:30 Uhr MESZ), die New England Patriots (2) treffen auf Houston(3/SO, 22:30).

In der NFC gastieren die Seattle Seahawks (5) bei den an Nr. 1 gesetzten Atlanta Falcons (SO, 19 Uhr), in San Francisco kommt es zum Kracher zwischen den 49ers (2) und den Green Bay Packers (3/SO, 2 Uhr). Vier heiße Duelle um den Auftstieg ins jeweilige Conference Final sind garantiert!

Traditionell stimmt LAOLA1 auf das Playoff-Wochenende mit den Matchups ein - den Anfang macht das Duell Denver gegen Baltimore:

DENVER BRONCOS (1)                                               BALTIMORE RAVENS (4)

Samstag, 22:30 Uhr, Sports Authority Field at Mile High

AUSGANGSLAGE

Die Denver Broncos gewannen zum zweiten Mal en suite die AFC West. Der Unterschied zum Vorjahr: In dieser Saison (13-3) gelang es wesentlich souveräner als in jener zuvor (8-8). Der Hauptgrund liegt auf der Hand und findet sich auf der Position des Quarterbacks wieder. Nachdem 2011 der - gelinde gesagt - umstrittene Spielmacher Tim Tebow ein Wunder nach dem anderen vollbrachte und die Broncos sogar zu einem Overtime-Sieg in den Wildcards gegen Pittsburgh führte (um dann in New England mit 45:10 abgeschossen zu werden), schlug Broncos-Vize John Elway, der mit Denver die einzigen beiden Super-Bowl-Siege (1998, 1999) holte, am Free-Agent-Markt zu und holte den Hauptpreis nach Mile High: Peyton Manning. Mit einem der Superstars dieser Liga gewannen die Broncos nach einem 2-3-Start elf Spiele in Serie und setzten sich am letzten Spieltag der Regular Season an die AFC-Spitze. Mit dem Heimrecht (im wegen der Höhenlage unangenehm zu spielenden Mile High Stadium) wollen die in allen Bereichen talentierten Broncos die Vince-Lombardi-Trophy zurück nach Denver holen. Den Weg dafür haben sie sich selbst geebnet.

Die Baltimore Ravens haben sich vergangenes Wochenende in den Wildcards zu Hause gegen die Indianapolis Colts letztlich souverän mit 24:9 durchgesetzt, fortan müssen sie sich auswärts beweisen. Dabei treffen die Raben auf einen Gegner, den sie sich vor nicht allzu langer Zeit geschlagen geben mussten. Zuhause setzte es eine verdiente 17:34-Niederlage, in der sie einem 0:17-Rückstand nachliefen. Doch in den Playoffs werden die Karten wie immer neu gemischt, vor allem nach der durchaus anständigen Vorstellung Baltimores gegen Indy. Die Defense mit dem zurückgekehrten Leader Ray Lewis ließ keinen einzigen Touchdown zu und verspricht so auch Manning die Hölle heiß zu machen. Dass die Ravens auswärts spielen, bereitet ihnen genau keine Kopfschmerzen. In der Ära mit Head Coach John Harbaugh und QB Joe Flacco (seit 2008) gewannen sie in den ersten drei Saisonen zumindest immer ein Gastspiel, vergangene Saison unterlagen sie nach gewonnenem Heimspiel gegen Houston unglücklich in New England. Die Frage ist, wie sehr pusht sie die Stimmung um Lewis, der nach dieser Saison seine große Karriere beenden wird? Man darf gespannt sein.

SCHLÜSSELSPIELER

QUARTERBACKS

Peyton Manning. Ein Name, ein Quarterback, ein Superstar. Er ist ohne Zweifel einer der größten Spielmacher der NFL-Geschichte. In Indianapolis stieg der heute 36-Jährige zur Legende auf, wurde gleich vier Mal MVP - so oft wie kein anderer Spieler. Wegen immenser Nackenprobleme (vier Operationen) musste Manning ein ganzes Jahr pausieren, danach entschied sich seine Herzens-Franchise Indianapolis Colts - auf die er kitschigerweise fast in den Divisionals getroffen wäre - für die zukunftsträchtigere Entscheidung und wählte im NFL Draft 2012 Andrew Luck. Er war wie Manning 1998 Nummer-1-Pick. Warum? Weil das Jahr ohne Manning das schlechteste in der Geschichte Indys war, ohne den Denker und Lenker gelangen 2011 nur zwei Siege. Der neben Minnesota-Running-Back Adrian Peterson als Top-Favorit auf den MVP-Titel geltende Denver-QB wird fünf Jahre nach seinem Karriereende so sicher, wie Schnee weiß ist, in der Hall of Fame landen. Die Frage, mit wie vielen Super-Bowl-Titeln? 2007 gewann er das Finale, 2010 verlor er es. Bruder Eli von den Giants hat einen Ring mehr. Vielleicht, weil er den größeren Playoff-Riecher hat? Seine Bilanz von 11-9 in der Postseason liest sich nicht so schlecht, doch mit Indy wäre im vergangenen Jahrzehnt definitiv mehr drinnen gewesen. Im Spätherbst seiner Karriere hat sich mit Denver noch einmal ein Fenster aufgetan, und mit dem Potenzial dieses Teams ist es ihm zuzutrauen, dass er dieses auch nützt. Nicht zu Unrecht spricht man vom "alten Peyton". Extra Motivation: Die Super Bowl findet dieses Jahr in New Orleans statt, dort wo Manning geboren wurde und aufwuchs...

Weil Peyton Manning Peyton Manning ist und Joe Flacco bereits in der Wildcard-Vorschau sein rechtmäßiger Platz eingeräumt wurde (ein Blick zurück), fällt unser Statement zu ihm dieses Mal etwas kürzer aus. Fest steht, er hat einen guten Job beim 24:9-Sieg gegen Indy gemacht. 282 Yards, zwei Touchdowns, keine Fehler. Auch wenn die Completion-Percentage nicht berauschend war (knapp über 50), so hat er zumindest Anquan Boldin zur rechten Zeit gefunden - für traumhafte 145 Yards und den entscheidenden Touchdown. Sein Anspruch heißt weiterhin, ein Elite-QB zu werden. Es gibt keine bessere Gelegenheit dazu, als Peyton Manning in seinem Territorium zu schlagen.

ANDERE SPIELER

Die Offense der Broncos ist gut, die Defense aber noch besser. Nach Yards lag Denver nach Ende der Regular Season sowohl was Pass- und Laufspiel betrifft ligaweit.auf Rang drei. Wer von Denvers Defense spricht, redet auch unweigerlich von Von Miller. 18,5 Sacks - nur zwei hinter Liga-Leader J.J. Watt (Hier zur Story) sprechen eine eindeutige Sprache. Ebenfalls zu erwähnen, sein kongenialer Sack-Partner, Elvis Dumervil (11 Sacks) und Cornerback-Altstar Champ Bailey. In der Offense finden sich mit Demaryius Thomas und Eric Decker zwei sehr sehr gute Anspielstationen, gegen die anfällige Baltimore-Secondary ein Schlüssel zum Sieg. Als Running Back fungiert Knowshon Moreno, der seit Week 11 für den verletzten Wills McGahee (zurück im Training, Samstag kommt aber zu früh) als Starter läuft und zwei Mal für übr 100 Yards rushte. Eine gute Leistung ist auch gegen die Ravens von Nöten.

Wie viele Spiele darf Linebacker- und Dancing-Star Ray Lewis vor seinem Karriereende noch spielen? Im Idealfall drei. Klar ist, seine Präsenz hat den Ravens einen Schub gegeben. Anquan Boldins Performance gegen Indy (145 Receiving Yards) ist hervorzuheben. Wenn Ray Rice wie gegen Indy zwei Mal fumbelt, dann ist Bernard Pierce eine gute Alternative auf der Position des Running Backs - 103 Yards gegen Indy sind der Beweis. Gegen diese Rushing-Defense braucht es ihn auch.

ZAHLENSPIELE

  • Ist es ein gutes Omen für die Ravens? Denn geht es nach der Bilanz in der Postseason, wird Baltimore gewinnen. Das bislang einzige Duell gewann man in den Wildcards 2001 mit 21:3. Danach folgte der bislang einzige Super-Bowl-Triumph...
  • Peyton Manning hält bei 5389 Passing Yards in der Postseason. Damit liegt er auf Rang drei und hat "nur" noch Brett Favre (5855) und Joe Montana (5772) vor sich.
  • Die Coaches treffen auf keine Angstgegner, beide haben eine positive Bilanz in Spielen gegen den kommenden Kontrahenten: John Fox (3-1), John Harbaugh (2-1).

LAOLA1-PROGNOSE

Bernhard Kastler

Wer elf Spiele in Folge gewinnt, zu Hause spielt und den kommenden Gegner erst vor kurzem souverän auswärts bezwungen hat, ist - nona - Favorit, vor allem wenn man Nr.-1-Seed ist. Baltimore mag Höhenluft geschnappt haben, aber die Luft in Denver ist den Ravens zu dünn. Broncos-Offense und -Defense sind kompletter. 27:10 DEN.

Peter Altmann

Time to say goodbye, Ray Lewis! Baltimore ist zwar keine schlechte Playoff-Mannschaft, aber im Mile High wird den Ravens die Luft ausgehen. Und der ewige Klassiker Peyton Manning gegen Tom Brady im Championship Game wäre ein interessanter Ausklang der Saison der Rookie-QBs. 24:17 DEN.


Bernhard Kastler

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen