Krimi! Baltimore schockt Denver

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Ravens gewinnen den Playoff-Krimi von Denver

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DENVER BRONCOS (1)                                    35:38 2OT                BALTIMORE RAVENS (4)

Das erste Duell der Divisional-Playoffs bringt die erste faustdicke Überraschung.

Die Denver Broncos, als Nummer 1 der AFC in die Postseason gestartet, unterliegt zu Hause den Baltimore Ravens (4) mit 35:38 nach zweiter Overtime. Es war dies das längste Postseason-Match seit 1987, damals gewann Cleveland gegen die NY Jets 23:20.

Damit ist die Saison für Altmeister Peyton Manning nach seinem ersten Playoff-Spiel für die Broncos schon wieder vorbei.

Manning weg, für Lewis geht es weiter

Ravens-Superstar Ray Lewis darf dagegen weiterhin davon träumen, in seinem letzten Karrierejahr noch einmal in die Super Bowl einzuziehen.

Und das nach einem wahren Krimi, dem mit Abstand punktereichsten Playoff-Spiel in dieser Saison, in dem gleich zehn Touchdowns zu bestaunen sind.

Die Ravens ziehen damit wie vergangene Saison ins Championship Game der AFC ein, treffen entweder wieder auswärts auf die New England Patriots oder sind zu Gast bei den Houston Texans.

Der Gegner wird am Sonntag ermittelt.

Schon die erste Hälfte bot den Zuschauern einiges.

Nach dem erfolglosen ersten Ballbesitz der Ravens trug Trindon Holliday den Punt für 89 Yards zurück in die Endzone und brachte die Hausherren in Führung.

Die Gäste hatten allerdings die richtige Antwort parat, indem Torrey Smith einen 59-Yards-Pass von Quarterback Joe Flacco fing und ausglich.

Wenig später konnte Eric Decker einen Pass von Manning nicht fangen und Corey Graham trug den abgefälschten Pass zurück in die Endzone - es sollte nicht die letze Interception an diesem Tag bleiben.

Manning und Flacco lange Zeit auf Augenhöhe

Weil sich Manning und Flacco in dieser Partie lange Zeit auf Augenhöhe begegneten, war die ereignisreiche Hälfte noch nicht zu Ende.

Erst fand der Altstar mit Brandon Stokley und Running Back Knowshon Moreno jeweils nach 15- und 14-Yards-Pässen zur abermaligen Führung.

Kurz vor dem Pausentee im kältesten Playoff-Heimspiel der Broncos-Geschichte (gefühlte -19 Grad) glich Smith zum 21:21 aus - der Receiver setzte sich nach 32 Yards-Pass von Flacco zum zweiten Mal gekonnt gegen Alt-Cornerback Champ Bailey durch.

Nach der Pause blieb es weiter spannend.

Wieder legten die Hausherren vor, wieder durch Holliday, der wieder als Teil des Special Teams der Broncos durchmarschierte.

Dieses Mal gleich beim Kickoff durch die Ravens: Der Receiver lief für 104 Yards den ersten Kickoff-Return-Touchdown in der Postseason-Geschichte Denvers zurück.

Überhaupt ist Holliday der erste Spieler der NFL-Geschichte, der in einem NFL-Playoff-Spiel ein Punt- sowie ein Kickoff-Return in die Endzone trägt.

Flacco macht es noch einmal

Doch dem nicht genug, nach zwei weiteren Touchdowns auf beiden Seiten durch Ray Rice und Demaryius Thomas führten die Broncos 35:28 - und schauten kurz vor Schluss wie der sichere Sieger aus.

Aber den Gästen gelang noch einmal eine Rückkehr, unter kräftiger Mithilfe der Denver-Secondary.

Eine Minute und neun Sekunden vor Schluss bekamen die Ravens den Ball - und Flacco schüttelte das Leder einmal mehr Richtung Denver-Endzone.

Saftey Rahim Moore unterschätzte den Pass und Jacoby Jones fing ihn für 70 Yards und den Touchdown. Die erste Overtime der Postseason war angerichtet.

STIMMEN ZUM SPIEL:

Peyton Manning (Broncos-Quarterback): "Es ist ein sehr enttäuschendes Ende dieses Spiels. Ich hätte natürlich gerne den einen oder anderen Spielzug nun noch einmal gespielt. Mein letzter Pass war keine gute Entscheidung. Wir haben diese Saison viel richtig gemacht, aber am Ende kann man an nichts anderes denken als an diese bittere Niederlage."

Ray Lewis (Ravens-Linebacker): "Unser Team ist so selbstbewusst, und alles ist gegen uns gelaufen. Aber wir haben einen Weg gefunden, hierher zu kommen und wir gehen auch hier zusammen weg. Es ist einfach toll."

Joe Flacco (Ravens-Quarterback): "Ich hatte das Gefühl, eine Chance zu haben. Zu diesem Zeitpunkt (kurz vor TD-Pass zu Jones zum 35:35, Anm.) hat man auch nicht viel Auswahl mehr. Es war unglaublich, weil wir einige Dinge wegstecken mussten. Aber wir haben immer gesagt, dass wir es in der Hand haben und wir nun dran sind."

Justin Tucker (Ravens-Kicker): "Ich fühle mich immer gut, wenn ich auf das Feld komme, denn nicht jeder darf das und es macht immer sehr viel Spaß. Ich wollte diesen Moment genießen, ich hatte Vertrauen in das ganze Team und sie in mich."

 


Bernhard Kastler

Und wer dachte, die Partie würde in der ersten Overtime entschieden werden, auch der wurde eines Besseren belehrt.

Nachdem Baltimore zwei Ballbesitze erfolglos verplemperte, waren die Broncos zum zweiten Mal am Zug - und zum letzten Mal.

Denn Mannings zweite Interception an diesem Tag, die wieder von Graham abgefangen wurde, besiegelte das Schicksal der Broncos.

Tucker besiegelte Denvers Schicksal

In der zweiten Overtime erzielte dann schlussendlich Kicker Justin Tucker das entscheidende Field Goal aus 47 Yards, dem drittlängsten in der Overtime-Geschichte der Postseason, zum Sieg der Ravens - und die erste faustdicke Überraschung der Postseason war perfekt.

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