Russell Wilson führt Seattle erneut ins NFC-Finale

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SEATTLE SEAHAWKS (1)        31:17   CAROLINA PANTHERS (4)

Zehn Jahre ist es her, dass ein Super-Bowl-Champ seinen Titel verteidigt hat.

Damals waren es die New England Patriots, die 2005 wie zuvor 2004 die Vince-Lombardi-Trophy mit nach Hause genommen haben.

Die Seattle Seahawks haben mit dem 31:17-Heimsieg gegen die Carolina Panthers einen großen Schritt in dieselbe Richtung gemacht und stehen wie im Vorjahr im NFC-Championship Game.

Und es war tatsächlich ein großer Schritt. Denn es ist auch neun Jahre her, dass ein Titelverteidiger in der NFL in der darauffolgenden Saison auch ein Playoff-Spiel gewonnen hat. Richtig, auch das waren die Patriots.

Die Seahawks, als Top-Team der NFC mit dem Heimvorteil ausgestattet, hatte mit dem Underdog aus Carolina zwar ordentlich zu tun, letztlich  gab sich das Team von Head Coach Pete Carroll aber keine Blöße und darf sich kommenden Sonntag entweder auf Green Bay oder Dallas in Seattle freuen.

Defensiv ließ man anfangs nichts zu

Da sich Seahawks und Panthers vor allem hinsichtlich ihrer Defense sehr ähneln, verwunderte es nicht weiter, dass es am Samstag im Nordwesten der USA etwas länger mit dem Punkten dauerte.

Und das, obwohl Seattle-Star Richard Sherman im ersten Viertel einen Pass von Panthers-QB Cam Newton abfangen konnte. Doch die Feldposition, in der eigenen Hälfte, führte zu nichts Zählbarem.  

Das war kurz vor Ende des ersten Abschnittes dann schon anders. Nachdem Newton einen Fumble hinnehmen musste, übernahm Seattle an der 28-Yards-Marke der Panthers und kam zum Erfolg.

QB Russell Wilson fand schließlich Doug Baldwin für 16 Yards und legte so den Grundstein zur 7:0-Führung der Favoriten. Die Gäste zeigten sich allerdings unbeeindruckt und gaben dem Champ Kontra.

Die Panthers, die mit einer Negativ-Bilanz (7-8-1) in die Playoffs einzogen und dort in den Wildcards die Arizona Cardinals vergangene Woche besiegten, machten viel mehr auf sich aufmerksam.

Panthers spielten brav mit

Newton führte seine Offensive über 79 Yards und per 14 Plays zum Ausgleich. Rookie Kelvin Benjamin, einer dieser Super-Receiver im Draft-Jahrgang 2014, fing den Ball für sieben Yards.

Wiederum ließ Seattle aber auch nicht lange auf seine Antwort warten. Wilson zeigte sich in blendender Passlaune und bediente Jermaine Kearse für 63 Yards zum 14:7. Carolina verkürzte durch ein Field Goal, das drei Mal ausgeführt werden musste, mit der Halbzeit zum 14:10. Es war noch alles offen.

Vor allem, nachdem die starken Defensiv-Reihen im dritten Viertel de facto überhaupt nichts auf beiden Seiten zuließen.

Im Schlussabschnitt machten die Champions dann aber den Sack zu.

Nach einem Hauschka-Field Goal war es ein weiterer Wilson-TD-Pass auf Tight End Luke Willson, das das 24:10 bedeutete. Zehn Minuten vor Schluss war dies auch eine kleine Vorentscheidung.

Die endgültige folgte am Fuß: Nachdem sich Newton und Co. noch einmal ordentlich nach vorne kämpften, fing Safety Kam Cancellor den Ball des Quarterbacks ab. Dem nicht genug, Kam trug Cams Leder für 90 Yards zurück in die Endzone.

„Beast Mode“ im Griff

Der zweite Touchdown-Pass auf Kelvin Benjamin kam schließlich zu spät. Die Panthers hatten brav mitgespielt, aber am Ende setzte sich die größere Klasse durch. Und das, obwohl Carolina das Laufspiel rund um „Beastmode“ und „Schweiger“ Marshawn Lynch (59 Yards) zumeist im Griff hatte.

Doch richtig in Gefahr konnte die Offensive der Gäste die Defensive der Hausherren zu keinem Zeitpunkt bringen.

Das wird sich kommenden Sonntag im NFC-Finale am selben Schauplatz definitiv ändern, egal, wer kommt. Sowohl die Green Bay Packers als auch die Dallas Cowboys sind da ein ganz anderes Kaliber.

Aber Seattle hat schon gezeigt, dass es imstande ist, den Titel zu verteidigen. Als erstes Team nach zehn Jahren.

 

Bernhard Kastler

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