Das Aus für Peyton Manning

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Indy überrascht Denver - letztes Spiel von Manning?

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DENVER BRONCOS (2)                   13:24   INDIANAPOLIS COLTS (4)

Die NFL-Playoffs und Peyton Manning werden einfach keine Freunde mehr – und es könnte seitens der Quarterback-Legende der letzte Versuch unternommen worden sein, das noch zu ändern.

Der Traum vom zweiten Super-Bowl-Ring platzte für den Spielmacher-Superstar einmal mehr jäh.

Wie in seinem ersten Denver-Jahr zu Hause in den Divisionals, dieses Mal noch dazu gegen sein Ex-Team aus Indianapolis, das mit seinem Nachfolger Andrew Luck mit 24:13 bei den Broncos gewann.

Die Colts, die als einziges Team an diesem Wochenende auswärts erfolgreich blieben, gastieren nun am kommenden Sonntag im AFC-Championship-Game bei den New England Patriots.

Ob Manning, mittlerweile 38 Jahre alt, auch die nächste Saison in der NFL spielt, ist indes offen.

Einziger Denver-Touchdown im ersten Viertel

Die Colts eröffneten die Partie mit einem 3-and-Out-Drive, für Denver lief der Opening Drive besser.

Ein Manning-Pass für 32 Yards zu Julius Thomas beförderte die Broncos ante portas und zwei Plays später fing Demaryius Thomas das Zuspiel seines Quarterbacks für einen Yard und den Touchdown.

Es sollte bis kurz vor der Pause das einzig Zählbare auf Seiten der Gastgeber sein, die Offense um Manning kam nicht in die Gänge, der Altmeister warf zumeist ins Leere. Zum Leidwesen der Fans.

Indianapolis musste sich zwar etwas gedulden, schrieb aber dann mit zwei Touchdowns an.

Erst endete ein Drive für 73 Yards mit einem Run von Daniel Herron für sechs Yards und dem 7:7.

Später profitierten die Gäste erst von einem Manning-Fumble nach Sack durch Rookie Jonathan Newsome und danach von einer Strafe gegen Denvers Aqib Talib beim dritten Versuch.

Colts drehten die Partie

So wurde aus einem vierten Versuch ein erster und aus einem Field Goal ein Touchdown. Denn Luck fand Dwyane Allen für drei Yards in der Endzone und der Außenseiter führte bei den Broncos 14:7.

Aus dem 17:7 wurde nichts, denn Alt-Kicker Adam Vinatieri – stolze 42 Jahre alt – verkickte einen Field-Goal-Versuch aus 43 Yards. Dort, wo die Luft dünn ist, eigentlich ein einfaches Unterfangen.

Luck legte vor der Pause den Gästen aber noch einmal Punkte auf. Beim dritten Versuch riskierte der Nr.-1-Draft-Pick von 2012, doch Bradley Roby pflückte den Ball zugunsten der Broncos herunter.

Aber Denvers Offensive enttäuschte einmal mehr und so reichte es nur zu einem Field Goal aus 45 Yards durch Kicker Connor Barth. Außenseiter Indianapolis führte zur Pause beim Favoriten 14:10.

Nach der Halbzeit änderte sich am Bild nicht viel – eigentlich gar nichts. Während Luck dank guter Bewachung Yards machen konnte – kein Quarterback hatte in den ersten fünf Playoff-Spielen mehr – kamen Manning und Co. im ersten Drive der zweiten Hälfte wieder nicht zu einem First Down.

Denver-Offensive Schatten ihrer selbst

Bezeichnend: Anstatt den riesigen freien Raum bei 3 and 5 für einen Run zu nützen, versuchte Manning lieber Emmanuel Sanders zu erreichen, doch der Ball kam nicht an.

Luck und seine Colts machten es besser, ein schönes 15-Yards-Zuspiel auf Hakeem Nicks bedeutete das 21:10.

Denver musste zunächst wieder punten, ehe Luck in weiterer Folge seine zweite Interception an diesem Abend warf. Rahim Moore fing den Ball an der eigenen 24-Yards-Marke ab.

Die Broncos marschierten in die gegnerische Hälfte und Anderson konnte bei 4 and 1 drei Tackles brechen. Doch wieder reichte es nur zu einem Field Goal, Barth traf nun aus 41 Yards zum 13:21.

Luck und Colts brachten Sieg nach Hause

Weil die Denver-Defensive dann auf die Idee des Blitzens kam, konnte die Colts-Offense rasch gestoppt werden. Doch auch Indianapolis war auf der Hut und stoppte die Broncos postwendend.

Es sollte an diesem Abend einfach nicht sein. Die Offense war schlicht und einfach nicht gut genug und hatte gegen die gute Colts-Defensive weder in der Luft noch am Boden die Durchschlagskraft.

Indianapolis legte noch ein Field Goal nach, Vinatieri traf dieses Mal aus 30 Yards locker.

Das 24:13 bedeutete auch den Endstand und das Ende für die ambitionierten Ziele der Broncos, deren Leistungen bereits in der zweiten Saisonhälfte zu wünschen übrig ließen.

Denver, vergangene Saison klarer Super-Bowl-Verlierer, rüstete in der Offseason vor allem die Defense gehörig auf, das reichte nun nicht einmal dafür, eine Playoff-Hürde zu überstehen.

War es Mannings letztes Spiel?

Vielleicht war es gar das letzte Spiel der Legende Peyton Manning, eine Entscheidung hinsichtlich seiner Zukunft wird nun umso mehr mit Spannung erwartet.

„Ich bin enttäuscht, ich muss dieses Spiel verdauen. Ich kann jetzt keine einfache Antwort geben“, meinte Manning kurz nach der Niederlage. Wenn es das gewesen sein sollte, dann hätte er das letzte Spiel seiner Ausnahme-Karriere ausgerechnet gegen sein langjähriges Team gespielt.

Für seinen Nachfolger Andrew Luck geht es erstmals weiter ins AFC-Championship-Game. Dort warten mit den New England Patriots und Tom Brady die Top-Favoriten der Conference.

Vergangenes Jahr unterlag man in den Playoffs 22:43, diese Saison kassierten die Colts eine 20:42-Niederlage. In beiden Partien gelangen Patriots-Running-Backs (Blount, Gray) je vier Touchdowns.

Vielleicht gelingt den Colts aber wieder eine Überraschung – wie in Denver.

 

Bernhard Kastler

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