Der nächste große Schritt am Weg in die NFL

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Aleksandar Milanovic hat den nächsten großen Schritt gemacht.

Drei von vier College-Saisonen für seine Sacramento State Hornets liegen bereits hinter ihm. Er war Freshman, er war Sophomore, er war Junior und in der kommenden Saison wird er ein Senior sein.

Der Right Tackle ist Österreichs größte Hoffnung, als erster Nicht-Kicker in der NFL zu spielen.

Der 22-Jährige spielt am zweithöchsten College-Level der USA und war in all den zwölf Spielen dieser Saison als Starter dabei. Die Hornets verpassten dabei mit einem 7-5-Record knapp die Postseason.

„Die Saison war die erfolgreichste seit 2001, leider haben wir die Playoffs um acht Sekunden verpasst“, erklärt der Wiener im Gespräch mit LAOLA1. Weil Montana State in seinem Spiel kurz vor Schluss noch einmal scorte, musste Sacramento am Ende doch noch die Segel streichen.

Steigerung als Team

Nichtsdestoweniger darf von einer erfolgreichen Spielzeit gesprochen werden.

„Unser neuer Head Coach Jody Sears hat das ganze Programm auf den Kopf gestellt. Die Mentalität am Feld, an der Sideline und im Locker Room waren ganz besonders“, berichtet Milanovic. Frühere Verfehlungen abseits des Spielfeldes, wie Drogenprobleme oder Verhaftungen, waren Geschichte.

„Wenn es in einem Spiel nicht so nach Wunsch verlaufen ist, dann haben wir alle zusammengehalten, anstatt uns zu kritisieren“, blickt der frühere Vikings-Spieler auch auf diesen Aspekt gerne zurück.

Zum Abschluss der Regular Season gab es mit dem Sieg gegen UC Davis in den so genannten „Causeway Classics“ zumindest ein kleines Happy End, konnte man dieses traditionelle Rivalen-Duell doch nach vier Jahren wieder für sich entscheiden.

Weniger gut in Erinnerung blieb das nicht minder traditionelle Homecoming (27:56 gegen CalPoly). „Wir wurden in jeglicher Hinsicht vorgeführt“, berichtet Milanovic, der in dieser Saison auch bei den „Golden Bears“ in Berkeley, University of California , einem Team des höchsten Levels unterlag.

 „Wir haben hoch verloren (14:55), aber es war ein super Spiel für mich. Ich habe mein Gegenüber, einer ihrer Top-Spieler, dominiert. Den haben sie nach dem ersten Viertel rausgenommen.“

„Es heißt ganz klar hart weiterarbeiten. Ich komme bald nach Wien, werde täglich trainieren und an meinen Schwachstellen arbeiten. Ich will in meiner Senior Season flexibler sein, werde auch mehr Yoga und Stretching machen. Ansonsten geht es einfach auch darum, stärker, schneller und technisch ein besserer Footballer zu werden. Ich will meine Gegner noch mehr dominieren.“

Milanovic, der für die Heim-EM 2014 leider passen musste, hat einen ganz genauen Plan, den er LAOLA1 bereits im Juni in einem ausführlichen Interview (Hier zum Talk) schilderte. Von dem weicht der ehrgeizige Athlet auch keinen Zentimeter ab.

Die spannende nächste Saison

„Ich will im Herbst 2015 mit der Uni fertig sein und meinen Bachelor haben, so dass ich nach der Saison gleich weitertrainieren kann“, hat Milanovic schon sein nächstes Ziel fest im Visier.

35 Spiele hat der Tackle schon auf dem Buckel, in seinem Senior Year werden idealerweise mehr als genügend hinzukommen, denn an die 40 College-Starts sollte Milanovic aufweisen können.

Mit der kommenden Saison wird es so richtig spannend. Vor allem danach. Milanovic wird sich einen Agenten suchen, der ihn entsprechend bekannt macht, und legt dann die volle Konzentration auf den Pro Day, wo er sich den NFL-Scouts und –Coaches präsentieren kann.

Läuft alles nach Plan und fällt Milanovic Vertretern der NFL auf, besteht die Chance, im April 2016 im Draft in einer der sieben Runden als erster Österreicher überhaupt gedraftet zu werden. Ansonsten gibt es auch die Chance, es ungedraftet in ein Team zu schaffen und  in der Vorbereitung alles zu versuchen, um sich am Ende in einem 53-Mann-Roster wiederzufinden.

Prominente Beispiele dafür? Wes Welker oder Kurt Warner.

Die Chance auf die NFL lebt für Aleksandar Milanovic. Und nächste Saison wird es richtig spannend.

 

Bernhard Kastler

Steigerung als Spieler

Persönlich kann Milanovic tatsächlich mehr als zufrieden sein, hat sich der 2,02-m große und 140 Kilogramm schwere Bewacher seines Quarterbacks Garrett Safron doch wiederum gesteigert.

„Ich habe physischer als vergangene Saison gespielt. Ein Beispiel: Im Spiel gegen Montana ist mein Gegenüber, immerhin ein All American und First Team All Conference, nur zwei Mal gegen mich angetreten und hat kassiert. Dann blieb er nur noch auf der anderen Seite, weil er seine Sacks sammeln wollte, um gut auszusehen. Mein Coach sagte später, sie haben ihn nicht umsonst auf die andere Seite gegeben. In diesem Spiel wusste ich, dass ich besser geworden bin.“

Mit diesem Eindruck lag Milanovic nicht falsch, denn sein großes persönliches Saisonziel auf dem Weg in die NFL hat der Student der Politik und internationalen Beziehungen erreicht.

Auszeichnung für den Österreicher

„Mein Highlight war die Nominierung zum All Conference Team in der Big Sky als bester Junior Tackle. Jetzt bin ich auf dem Radar für die kommende Saison“, schildert Österreichs Football-Aushängeschild stolz. Das ist auf dem ganz schwierigen Weg in die NFL nicht unwesentlich.

Viele wollen auf einen der 32 Roster in der größten Liga der Welt, aber nur wenige schaffen es. Für Milanovic sprechen auf seiner Position vor allem auch die Maße, trotzdem ist noch weit bis dorthin.

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