Alaba: "Football ist eine überragende Sportart"

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Es dauert nicht mehr lange bis sich die American-Football-Nation Österreich nach der erfolgreiche ausgetragenen WM 2011 wieder als Gastgeber beweisen darf.

Am 30. Mai startet hierzulande die Football-Europameisterschaft. Sechs Länder kämpfen um den Titel der besten Mannschaft des Kontinents.

Auch Österreichs Team macht sich berechtigte Hoffnungen auf den ganz großen Coup.

Um richtig auf das Großereignis einzustimmen, lud Hauptsponsor "Eat the Ball" zum großen Kick-off-Event. Einzig der Regen fiel als ungebetener Gast unangenehm auf, der Stimmung tat das aber keinen Abbruch.

Trotz nicht enden wollender Wolkenbrüche ließ es sich mit David Alaba auch unser Fußball-Exportschlager nicht nehmen, der Veranstaltung mit seiner Anwesenheit noch den besonderen Glanz zu verleihen.

"Ich bin kein Colin Kaepernick"

"Football ist eine überragende Sportart, speziell in Amerika", erzählt Alaba von seiner Leidenschaft für den Sport.

Der amtierende Champions-League-Sieger greift auch selber gerne mal nach dem ovalen Leder: "Ich bin kein Colin Kaepernick oder Russell Wilson, aber ich versuche, sooft wie möglich ein paar Bälle zu werfen."

In Österreich drückt der Linksverteidiger den Raiffeisen Vikings die Daumen, in Amerika favorisiert er keine Franchise. Für das Verfolgen der NFL, die in Europa zumeist nächtens stattfindet, fehlt Alaba angesichts seines Daseins als Profifußballer ohnehin die Zeit.

Für den Länderkampf in seinem Heimatland will sich der Wiener aber seinen Terminplan umstellen. "Der Laurinho hat mich schon zur Europameisterschaft eingeladen", erzählt der 21-Jährige vom Angebot Laurinho Walchs, einer der Stützen in Österreichs Nationalteam.

Walch lädt Alaba zur EM

Eigentlich wollte der Wide Receiver der Raiffeisen Vikings schon die Football-Schuhe an den Nagel hängen, konnte aber mit Hilfe des Sponsors doch noch weitermachen.

Bei der Europameisterschaft gilt es für sein Team, zuerst die Gruppenphase zu überstehen, in der man in zwei Spielen auf Frankreich und Dänemark trifft, bevor die Finalspiele in Wien ein Thema werden würden.

Cathy Zimmermann singt den offiziellen EM-Song "Let's go"

"Besonders Frankreich wird ein sehr schweres Spiel, sie haben sehr viele Spieler mit Doppelstaatsbürgerschaft, die in Kanada auf den Colleges spielen. Aber auch Dänemark ist nicht zu unterschätzen", weiß Walch um Stärke der Gegner, denen man in der Grazer UPC-Arena gegenübertreten wird.

"Gegen beide Teams habe ich schon bei Nachwuchs-Europameisterschaften gespielt und freue mich auch, da vielleicht ein paar bekannte Gesichter wiederzusehen", so Walch.

Derzeit zwingt den talentierten Passempfänger noch eine Verletzung zum Pausieren. "Ein Band in der Schulter ist eingerissen, bis zur EM ist das aber kein Problem", gibt Walch sofort Entwarnung.

Entwicklungshilfe macht sich bezahlt

Einer, der sich ganz besonders auf die EM im eigenen Land freut, ist AFBÖ-Präsident Michael Eschlböck. Dem NFL-affinen Football-Fan als Kommentator der weltbesten Liga aus dem Privatfernsehen bekannt, leistet er seit vielen Jahren wichtige Entwicklungshilfe für den Sport mit dem Ei.

"Es war ein jahrzehntelanger Weg, aber das konsequente Setzen auf den Nachwuchs und auch, dass sich die Teams dazu zu verpflichten, in den verschiedenen Altersstufen Nachwuchsarbeit zu betreiben, war entscheidend", erklärt er, warum sich ein kleines Land wie Österreich plötzlich in der Favoritenrolle wiederfindet.

Eschlböck führt weiter aus: "Gepaart mit einer immer stärker werdenden Limitierung der Import-Spieler hat beides zusammen zu sehr guten Nationalteams geführt. Die Junioren sind zuletzt zweimal Europameister geworden."

Darum könne man auch keinen geringeren Anspruch haben, als den Finaleinzug.

"Erhoffen uns einen Zuschaueransturm"

Trotz der großen Träume müsse aber erstmal die Gruppenphase überstanden werden.

"Frankreich schätzen wir sehr, sehr stark ein. Wir haben 2011 gegen sie verloren, obwohl wir dachten, dass wir sie schlagen können. Es ist zu erwarten, dass sie noch ein Stück stärker sind als damals, denn sie bereiten sich seit zwei Jahren mit sehr großem Aufwand vor", warnt der Präsident vor dem Gegner.

In seiner Funktion muss er aber auch die Finanzierung sicherstellen, was für eine Randsport auch bei einem international beachteten Ereignis gar nicht so einfach ist.

"Natürlich erhoffen wir uns einen Zuschaueransturm, auch um das Event zu refinanzieren", wird erklärt, dass der American Football Bund Österreich während der EM für über 500 Leute voll verantwortlich sei.

Mit einer besonderen Aktion für Schulkinder soll auch weiterhin das junge Publikum angelockt werden. Von 20.000 Freikarten für die Kids seien "bereits 10.000 gebucht worden, von Vorarlberg bis nach Budapest, also auch über die Grenzen hinaus."

Pokalfinale wartet auf Alaba

David Alaba hingegen verabschiedete sich nach dem Event wieder nach München, wo es für ihn noch ein wenig früher als für die Football-Spieler ernst wird.

Am 17. Mai steigt das DFB Pokalfinale in Berlin. Gegen Borussia Dortmund will Alaba für eine zufriedenstellende Saison noch "mit dem Double in den Urlaub gehen" - die Destination gibt er nicht preis.

Zuerst kehrt er aber wieder in seine Heimatstadt Wien zurück, um mit seiner Familie eine lange Saison Revue passieren zu lassen, die aufgrund der hohen Ansprüche des FC Bayern München erst mit dem Gewinn des letztmöglichen Titels zufriedenstellend zuende gehen würde.

 

Niki Riss

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