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LAOLA1-Analyse: Erkenntnisse von Week 1

Was wurde im Vorfeld des Saison-Starts nicht alles spekuliert, Expertisen angestellt, Prognosen abgegeben.

Ein wichtiger Teil der NFL-Welt sind zweifelsohne die Analysen rund um die größte Profi-Liga im US-Sport.

Nun ist Week 1 Geschichte. Wie immer war das Opening Weekend reich an ersten Erkenntnissen über die Leistungsstärke der Teams. LAOLA1 nennt einige der wichtigsten Aufschlüsse.

Nur wenige Top-Favoriten stolperten:  Green Bay, Philadelphia, New England, Baltimore oder San Diego – die meist genannten Super-Bowl-Tipps blieben allesamt nach relativ souveränen Leistungen siegreich,  auch die New Orleans Saints untermauerten dank starker Performance bei der Niederlage in Green Bay ihren Anspruch auf eine Favoritenrolle. Heftige Kopfschmerzen bereitete Woche 1 nur Pittsburgh (Debakel in Baltimore) und Atlanta (chancenlos in Chicago), während die New York Jets nach ihrem wenig ruhmreichen Zittersieg gegen Dallas noch einige Hausaufgaben zu erledigen haben.

Totgesagte leben länger: Die Machtdemonstrationen der Top-Favoriten bedeuten nicht, dass Überraschungen ausblieben. So traute beispielsweise Cincinnati in dieser Saison kaum jemand etwas zu, die Bengals nahmen den Kritikern mit einem 27:17 in Cleveland den Wind aus den Segeln. Die Fans der New York Giants rechneten mit einem „Freilos“ in Washington und wachten mit einem 14:28-Kater auf. Auch einen 41:7-Kantersieg von Buffalo in Kansas City musste man in dieser Form nicht erwarten. Detroit bestätigte mit einem 27:20 in Tampa Bay seinen Aufwärtstrend.

Loser-Division NFC South: New Orleans und Atlanta Mitfavoriten auf eine Super-Bowl-Teilnahme, Tampa Bay ein heißer Playoff-Kandidat – unglaublich, aber wahr: Nach Woche 1 steht die NFC South ohne einen einzigen Sieger da. Es klingt beinahe wie ein Treppenwitz, dass ausgerechnet Carolina noch am ehesten für einen Erfolg hätte sorgen können. Das schlechteste Team der Vorsaison lieferte beim 21:28 in Arizona eine erfrischende Darbietung ab.

Cam Newton Superstar: Apropos Carolina! Sensationell, unglaublich, historisch – anders kann man den Einstand von Quarterback Cam Newton nicht beschreiben. Die 422 Passing Yards des im Vorfeld umstrittenen Nummer-1-Draftpicks sind ein neuer Rekord beim NFL-Debüt und matchen den 2009 aufgestellten Rookie-Rekord von Matthew Stafford (Detroit). Newtons Glanzleistung gibt einer am Boden liegenden Franchise im Alleingang wieder Hoffnung. Dabei operiert er noch mit äußerst eingeschränktem Playbook, wie Head Coach Ron Rivera verriet: „Wir mussten es extrem zurückschrauben, aber es wird von Woche zu Woche wachsen.“ Genau wie die Erwartungshaltung an Newton…

Peyton Manning Superstar: So bitter das Ende seiner Marathon-Serie von 227 Starts in Folge auch ist, und so komisch es klingt: Das erste Antreten der Indianapolis Colts ohne ihren Mastermind seit Ende der 1998er-Saison trug weiter zum Legenden-Status Mannings bei. Kurzum: Indy ist ohne seinen Anführer komplett aufgeschmissen. Das hilflose 7:34 in Houston unter Anleitung von Einspringer Kerry Collins untermauerte, wie viele Schwächen der 35-Jährige für gewöhnlich zudeckt. Die Wachablöse in der AFC South zu Gunsten der Texans ist wohl unvermeidlich. Erste Experten fragen sich bereits, warum Manning „nur“ vier Mal zum Liga-MVP gewählt wurde…

Buffalo-QB Ryan Fitzpatrick glänzte mit vier Touchdown-Pässen

It’s a passing league! Wer es immer noch nicht kapiert hat: Ohne gutes Passspiel geht in der NFL so gut wie gar nichts. Während nur sieben Running Backs auf 100 Yards oder mehr kamen, gab es einige hervorragende Quarterback-Leistungen zu bewundern. Und dies nicht nur von Ausnahmekönnern wie Tom Brady, der in Miami mit 517 Yards den fünftbesten Yards-Wert der NFL-Geschichte ablieferte. Auch vergleichsweise unbeschriebene Blätter wie Miamis Chad Henne (416 Yards) oder Buffalos Ryan Fitzpatrick (vier TD-Pässe) zeigten auf, sogar Washingtons viel belächelter Rex Grossman (305 Yards) wirkte wie ein Könner. Gleich 14 Spielmacher knackten die 300-Yards-Marke. Etwas bescheiden kommt im Vergleich Donovan McNabbs Debüt für Minnesota daher – 39 Passing-Yards sind ausbaufähig…

Auswirkungen des Lockouts: Eine der wichtigsten Aufgaben von NFL-Trainer ist es, nach Woche 1 die richtigen Schlüsse aus den ersten Nagelproben zu ziehen. Diesbezüglich sind offenkundig die Defensive-Coaches mehr gefordert. Vermutete man im Vorfeld tendenziell, dass die arg verkürzte Vorbereitungszeit mehr Auswirkungen auf die Abstimmung in der Offense haben könnte, waren viel mehr die gravierenden Abwehr-Probleme ein Trend des Auftakts.

Verletzungen über Verletzungen: Obwohl im neuen Kollektivvertrag zwischen Liga und Spielern zahlreiche Maßnahmen zum besseren Schutz der Athleten verankert sind, hagelte es auch an diesem Opening Weekend wieder Verletzungen. Für einige Akteure ist die Saison schon zu Ende, bevor sie richtig begonnen hat. Einige Beispiele: Jon Beason, das Herz der Carolina-Defense, zog sich einen Achillessehnenriss zu. Ein Kreuzbandriss wirft Kansas-Jungstar Eric Berry ebenso aus der Bahn wie San-Diego-Kicker Nate Kaeding. New-Orleans-Receiver Marques Colston fällt mit einem Schlüsselbeinbruch wochenlang aus. Besonders schlimm erwischte es die St. Louis Rams. Receiver Danny Amendola fällt wegen einer Ellbogenverletzung zumindest zwei Monate aus, Star-RB Steven Jackson ist am Oberschenkel bedient, für Cornerback Ron Bartell ist die Saison vorbei und Sam Bradford musste mit einer Fingerverletzung vom Feld. Der aufstrebende Quarterback will jedoch nächste Woche gegen die Giants ran…

Peter Altmann

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