Die Wahrheit über die Broncos

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Touchdown Tuesday: Die Wahrheit über die Broncos

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Und da sind wir auch schon wieder!

Die NFL-Ergebnisse sind euch allen freilich wie immer bekannt, doch die größte und teuerste Profiliga der Welt hat viele Stories zu erzählen.

Wie gewohnt widmet sich LAOLA1 den Auffälligkeiten des Spieltages.

Wer ist Winner? Wer ist Loser? Wer oder was war awesome? Wer oder was war awful? Wer sorgte noch für Aufsehen? 

Das ist der Touchdown Tuesday - die Endzone von LAOLA1 - Episode 8:

Ja, wir ärgern uns! Sehr sogar! Mein Gott, was wäre das für eine Bold Prediction gewesen! Einfach mal vorhersagen, dass es beim direkten Duell zwischen Peyton Manning und Aaron Rodgers - ein schneller Blick auf Wikipedia verrät, dass es sich angeblich um zwei recht talentierte Quarterbacks handelt - nicht einen einzigen Touchdown-Pass geben würde. Keinen. Nix. Null. Nada. Es wäre ein Triumph der Boldness gewesen. Aber gut, in diesem heißen Sunday Night Game stand mehr auf dem Spiel als unsere Kompetenz. Denver vs. Green Bay oder das direkte Duell zweier unbesiegter Teams oder der Showdown zweier lebender QB-Legenden (sagt Wikipedia). Und wer, bitteschön, zweifelt nach dieser Darbietung immer noch, dass mit den Denver Broncos in dieser Saison zu rechnen ist? Ja, das war ein Statement-Game! Da haben wir wohl die Wahrheit über dieses Team erfahren. Die Packers werden diese Niederlage verkraften, aber für die Broncos war es mal ein so richtig wichtiger Sieg in Sachen Renomee. Mussten sie sich für ihre Siege davor bisweilen beinahe schon entschuldigen, lässt dieses 29:10 wenig Fragen offen, vor allem über Denvers Defense. Und mal ganz ehrlich, auch wenn sich Mannings TD-Interception-Bilanz auf 7-11 verschlechtert hat: Peyton wird vorerst auch weniger unangenehme Fragen beantworten müssen. Die Touchdowns haben halt die Running Backs gemacht, aber den Ball hat der Altmeister trotzdem sehr ordentlich bewegt. Und jetzt bekommt er mit Vernon Davis ja auch noch einen sehr vernünftigen Tight End dazu...


Willkommen am Boden der Realität! Nach fünf Siegen zu Saisonstart verloren die Atlanta Falcons bei den Saints, schafften sie einen knappen Sieg bei den Titans, verloren nun aber zu Hause gegen die Bucs. Zwar auch knapp und in Overtime. Aber man hat eben verloren. Gegen die Bucs. Weil man den Ball an diesem Tag nur ungerne in den eigenen Reihen hatte, scheinbar. Drei Fumbles, zu einem sei weiter unten noch mehr gesagt, und eine Interception von Matt Ryan. Ja, dann reicht es auch gegen Tampa nicht. Sie hatten ihre fünf Minuten Ruhm, werden aber sicher noch weitere Siege einfahren - 49ers kommen jetzt - aber sicher ist das Playoff-(Wildcard)-Ticket dann auch nicht. Vor allem nach unnötigen Niederlagen wie dieser!


Für Freunde des High-Scoring-Footballs war New Orleans Saints gegen New York Giants eines: das Spiel des Jahres. Es ging hin und her. Her und Hin. Her und Her. Hin und hin. Her und her. Hin und hin und hin. Und Her. Und dann entschied ein Field Goal die Partie zugunsten der New Orleans Saints. "Hin" steht übrigens für die sechs TDs von Eli Manning (ja, der Manning) plus einem INT-Return-Touchdown von Trumaine McBride, "Her" für die sieben von Drew Brees, die ex-aequo-NFL-Rekord bedeuteten. Welchen Play sollen wir da jetzt bitteschön herauspicken? Hm, entweder jeden von Odell Beckham Jr. (quasi aus Routinegründen) oder den letzten von Brees auf C.J. Spiller. Nehmen wir den. Nicht nur wegen der historischen Note, sondern weil es ein geiler Wurf 36 Sekunden vor Schluss war. Clutch-Time-Drew eben. Auch wenn die Verteidigungen nicht mitspielten - was für eine geile Partie!

Nein, nein, nein, nein, nein, nein und noch mal nein! SO darf die Karriere von einem der besten Receiver, den dieser Sport jemals gesehen hat, nicht enden. Nicht mit einem bangen Griff in Richtung Ferse. Nicht mit einem Handtuch über dem Kopf, um beim Gang vom Feld die eigenen Tränen zu verbergen. Nicht mit einem Achillessehnenriss. Eigentlich wollte Steve Smith am Ende dieser Saison seine Handschuhe an den Nagel hängen. Im Alter von 36 Jahren hätte er sich das auch verdient. Aber SO? Nein, nein, nein, nein, nein, nein und noch mal nein! Die Meldungen, dass er stark zu einer Fortsetzung seiner Laufbahn tendieren würde, häuften sich bereits. Auch Baltimore-Coach John Harbaugh glaubt, dass der Routinier zurückkehren wird. Wie stark, bleibt abzuwarten. Viel wird vom Heilungsverlauf abhängen. Ein Achillessehnenriss war schon für jüngere Athleten ein Killer. Aber man kennt die Moral und Physis von Smith. Ohne Härte gegen sich selbst und andere hätte er bei Carolina und Baltimore nicht solch eine Karriere hingelegt. Bitter, dass dieser Rückschlag ausgerechnet an jenem Tag passierte, an dem er in die Top-10 der ewigen Liste an Receiving Yards einzog und dabei den legendären Cris Carter überholte. Es wird nicht bei seinen 13.932 Yards bleiben!

"BIENE" BEN WIRD GESTOCHEN

22.159 DOLLAR? KLINGT NACH EINER GANZ NORMALEN TOUCHDOWN-TUESDAY-FEIER

User "tim_tabarossa" lieferte mir im letzten TT die Steilvorlage für etwas, das ich schon länger mal loswerden wollte, weil es mir bei den Kollegen von Pro7 Maxx auffiel. Dort entschuldigen sie sich für meinen Geschmack zu oft, wenn sie einen für Experten logischen Begriff erklären. Warum eigentlich? Jeder, der die NFL liebt, hatte an Tag 1 dieser Liebesbeziehung null Tau, worum es eigentlich geht. Dies kommt mit der Zeit. Ja, es ist eine große Herausforderung, sowohl Fortgeschrittenen etwas zu bieten, als auch "Neuankömmlingen" halbwegs verständliche Kost zu liefern. Wir werden hier nicht erklären, was ein Touchdown ist, aber es ist schon auch unser Ziel, die Football-Familie zu vergrößern. Und dies ist, hoffe ich, auch das Ziel eines jeden Experten. Deswegen: Herzlich Willkommen an jeden einzelnen - egal welchen Wissensstands! So, das musste ich einmal loswerden. In diesem Sinne ein steirisch-Schweizerisches Griaß-di-Grüezi an "tim-tabarossa"! Und natürlich ein Hallo an die weiteren Neulinge "wiDeqtr" (Ja, unser verdammtes Daten-Problem. Sorry!), "marver711", "The_Brady-Punch", "Remus Lupin" und "Rapidfan3" (Ich hoffe auch diesmal, ich habe niemanden vergessen!) Danke für eure tollen Beiträge! Dieser Dank gilt natürlich auch unseren bewährten Stamm-Korrespondenten, die uns jedes Mal aufs Neue begeistern. Hier sei auf die Anfrage von "Kalkbrenner" eingegangen. Ja, den Coin Toss soll es spätestens in den Playoffs wieder geben. Wäre natürlich fein, wenn wir dieses Feld euch überlassen könnten. Vergangene Saison kam uns dieser Einfall aufgrund des Urlaubs von Kollegen Kastler ein wenig zu spontan, da hat sich nur "mundafinga" gemeldet (und mich argumentativ vernichtet). Also: Schaut, dass die email-Adressen eures Profils aktuell sind, vielleicht gibt es ja um den Jahreswechsel Post!

Vielleicht könnten wir ja eines der Streit-Themen dieser Saison, nämlich Peyton Manning und seine Denver Broncos, zur Diskussion stellen. Für mich war die Passverteidigung der Broncos das Highlight schlechthin in einer sehr ereignisreichen Week 8. Meine Herren!!! Wer Aaron Rodgers bei 77 Passing Yards hält, darf sich völlig zurecht einer der besten Defenses der Liga rühmen, wenn nicht der besten. Hier greift ein Rädchen ins andere, ohne erkennbare Schwachstelle. Wie bereits oben beschrieben, hat der Schlager zwischen Denver und Green Bay mehr Fragen zu den Broncos beantwortet, als er über die Packers aufgeworfen hat. Und vielleicht muss man auch die Einordnung von Peyton Mannings bisheriger Saison überdenken. Keine Frage, ideal ist sein Auftreten nicht. Aber Hand aufs Herz: Wie viele Monster-Defenses sind in den vergangenen Jahren im Endeffekt gescheitert, weil sie in den entscheidenden Momenten keinen QB hatten, der den Ball bewegen kann? So gesehen hätte ich lieber einen schwächelnden Altstar in meinem Team, der - wenn es drauf ankommt - sehr wohl noch effizient agieren kann. Und wenn dann das Laufspiel, wie ursprünglich geplant, auch noch funktioniert plötzlich...

Okay, also noch mal zum Mitschreiben! Peyton Manning hat in dieser Saison bislang sieben Touchdown-Pässe geworfen. Und Drew Brees hat alleine gegen die New York Giants sieben Touchdown-Pässe geworfen. Und weil's so lustig ist, wirft Peytons kleiner Bruder Eli in derselben Partie deren sechs. Diese NFL-Saison ist teilweise so verrückt, dass unsere Bold Predictions bald ad absurdum geführt werden. Denn mal ehrlich, wer kommt denn auf so etwas? Selbst mit Augenzwinkern. Jaja, New Orleans gegen New York Giants war bitterer Ernst. Und natürlich auch geil anzuschauen (außer wenn Kollege Kastler mit Eli als Fantasy-QB gegen mich mit Aaron "Heute gönne ich mir mal eine Auszeit" Rodgers spielt. Aber ich habe den Verdacht, dass wir weiter unten noch von der ersten Fantasy-Sternstunde in Kollegen Kastlers Leben lesen werden. Gratulation jedenfalls!). 52:49! Dass ein Field Goal nach einem Facemask des Giants-Punters diese absurde Partie entschieden hat, erschien durchaus passend. Ich will ja kein Spielverderber sein und habe diesen offenen Schlagabtausch wie vermutlich jeder objektive Betrachter genossen, aber eine Anmerkung sei mir erlaubt: Hin und wieder ja, aber Woche für Woche brauche ich solche Spiele, wie sie eigentlich nur auf der Playstation vorkommen sollten, nicht. Denn - Achtung, Breaking News! - im Football gibt es auch Defenses. Und ich mag Defenses. Diese beiderseitige Arbeitsverweigerung, dieses Bloß-nicht-einen-Gegenspieler-Tackeln, dieses Schau-lieber-Receiver-hier-ist-die-Lücke-lauf-ruhig-durch bereitete dann doch arge Magenschmerzen. So geht's dann auch wieder nicht! Dann doch lieber Pittsburgh gegen Cincinnati, wo für mich beide Defenses Gewinner waren. Denn das ist ja das Schönste: Wenn Abwehrreihen zwei erwiesenermaßen spiellustige und kreative Offenses in Schach halten.

Jössas! Viel hätte ich erwartet, aber nicht, dass es zu einem wöchentlichen Hobby wird, über die Oakland Raiders zu schwärmen und dabei das Wort "Playoff-Kandidat" mit dem allerbesten Gewissen einzubauen. Aber das hatte schon was, wie Derek Carr die Defense der New York Jets sezierte (man kann natürlich auch meinen, dass sich diese im Selbstzerstörungs-Mechanismus befand. Das ist wohl Ansichtssache). Der Youngster ist der erste Raiders-QB seit Kerry Collins 2004, der back to back zumindest drei TD-Pässe warf. Ein netter Fun Fact. Nett ist auch die Geschichte von Offensive Coordinator Bill Musgrave, der diese Leistungsexplosion auf der offensiven Seite des Balls anleitet. Den installierte Head Coach Jack Del Rio 2003 nämlich schon, als er die Jacksonville Jaguars übernahm. Die Zusammenarbeit sollte nur zwei Jahre dauern, am Ende der Saison 2004 musste Musgrave den Hut nehmen. Umso größer die Überraschung beim 47-Jährigen, dass Del Rio ihn nach seinem Amtsantritt bei den Raiders anrief und erneut die Offense anbot. Erfolgreich unter einem Chef zu arbeiten, der einen schon einmal gefeuert hat - nicht schlecht! Hier muss die menschliche Basis schon extrem stimmen.

Ich brauche ausnahmsweise ein viertes "Awesome". Ich hab's ja nicht so mit Fasching oder Halloween, sprich mit Verkleidungen. Aber dieses Kostüm hat definitiv mein Herz erobert. Ja, das "DeflateGate Kid" ist definitiv der Gewinner von Halloween! (Wenn schon Tom-Brady-Bashing, dann bitte originell, haha)

Es gab einige gruselige Vorstellungen am Halloween-Wochenende, aber jene der Detroit Lions tat beim Zuschauen richtig, richtig, richtig weh. 10:45 im Wembley im Loser-Duell mit den Kansas City Chiefs. Das sagt wohl alles! Wer die Jamaal-Charles-losen Chiefs wie eine der besten NFL-Angriffsreihen aussehen lässt, hat definitiv ein Problem. Vor allem wie sich die Laufverteidigung anstellte, verdient als Benotung einen glatten "Fleck". Und die Offensive? Tja... Gut, es war nicht zu erwarten, dass sich die Personalentscheidungen im Betreuerstab von einem Tag auf den anderen bezahlt machen. Joe Lombardi, Enkel der Coaching-Legende Vince Lombardi, wurde im Vorfeld der Partie als Offensive Coordinator abgelöst und durch Jimmy Bob Cooter ersetzt. Fehlendes Laufspiel hin oder her, was mit diesem Passangriff seit dem Playoff-Run im Vorjahr passiert ist, bleibt ein Rätsel. Ich bin bekanntlich auch nicht der größte Matthew-Stafford-Fan, aber so schlecht, wie er vielerorts gemacht wird, ist er auch nicht. Mir fallen ein, zwei Teams ein, die gerade einiges für einen QB, der den Ball bewegen kann, geben täten. Leid tun kann einem auf jeden Fall Calvin Johnson. Seine besten Karriere-Jahre wurden und werden in Detroit verschwendet. Und jünger wird auch der Star-Receiver nicht, wie man leider sehen kann.

Mal ein Thema komplett offtopic, was diesen Spieltag angeht, sondern ganz allgemein. Ich hab mich vergangene Woche mit einem guten Freund getroffen, mit dem mich seit gemeinsamen Schulzeiten eine NFL-Leidenschaft verbindet. In unserer Diskussion sind wir zum Schluss gekommen, dass es uns erstaunt, wie viele wirklich schlechte O-Lines es in der NFL derzeit gibt - gefühlt so viele schlechte wie schon lange nicht (kann stimmen, muss es aber nicht). Dies ist natürlich erstaunlich, da es nicht nur dem Laufspiel nicht hilft, sondern mit dem Quarterback in manchen Fällen das größte Kapital der Franchise gefährdet. Folglich haben wir uns natürlich gefragt: Warum ist das in einer Perfektion anstrebenden NFL-Welt so? Es kann ja nicht so schwer sein, auf dieser Position genügend taugliche Bröckerl zu finden. Unsere spontane Begründung: Womöglich hat sich auf defensiver Seite die Kunst des Pass Rushes in den vergangenen Jahren derart weiterentwickelt, dass selbige Entwicklung im O-Line-Spiel nicht mithalten konnte. Auch hier: Kann stimmen, muss es aber nicht. Vielleicht ist es auch ein Blödsinn, aber ich wollte diesen Gedankengang hier einfach einmal zur Diskussion stellen. Wie gefragt talentierte QB-Jäger sind, sieht man ja auch Jahr für Jahr im Draft. Unglücklich so gesehen, dass hoch gedraftete O-Liner wie Luke Joeckel vergleichsweise eher enttäuschten. Ich habe mir zudem bei "Spotrac" stichprobenartig die Cap Hits der teuersten O-Liner und D-Liner in dieser Saison angesehen. Ein endgültiges Rechenergebnis lässt sich nicht präsentieren, vieles ist auch ein Vergleich von Äpfel mit Birnen (es bleibt jedem Team selbst überlassen, welcher Position sie finanziell mehr Bedeutung zumessen), aber eines lässt sich bestimmt sagen: Top-Verträge lassen sich eher als D-Liner einfahren, und hier reden wir von Beträgen in QB-Regionen. Eine Faustregel lässt sich daraus jedoch nicht machen, da manche Teams auf erstaunlich billige D-Lines setzen. Die Chicago Bears investieren etwa derzeit nur 3,7 Millionen Dollar in die komplette Einheit (und ich sage jetzt nicht: So spielt sie auch). Nur ein Team investiert jedoch weniger als 10 Millionen in seine O-Line - und das nur knapp (St. Louis mit 9,3 Millionen). Aber auch hier der Hinweis: Dies sind nur Beispiele, maximal eine Tendenz und definitiv schwer vergleichbare Werte, da die Anzahl der Spieler pro Formation von Team zu Team variiert. Zudem sind Rookie-Contracts natürlich oftmals deutlich billiger, und Verträge von Jahr zu Jahr unterschiedlich gewichtet. Da man Defense-Superstar Ndamukong Suh in folgender Tabelle ob seines Monster-Deals mit Miami sicher vermisst, ist er das perfekte Beispiel. In dieser Saison beträgt sein Cap Hit nur 6,1 Millionen Dollar, 2016 sind es dafür satte 28,6 (Wahnsinn!), 2017 wiederum "nur" 15,1 Millionen.

  Das war's dann also für "Kap". Zumindest vorerst. Bei den San Francisco 49ers verabschiedeten sich die über Jahre etablierten Leader schneller als man "etablierte Leader" aussprechen kann. Die Geschehnisse der Offseason sind bekannt, Vernon Davis wurde nun nach Denver getradet und für Colin Kaepernick gibt es die längst überfällige Auszeit an der Bank, wie es das eine oder andere Kadermitglied ja bereits unter der Woche medial (und selbstverständlich anonym) gefordert hat. Man kann nur sagen: Eine richtige Entscheidung. Man muss den arg angeschlagenen Spielmacher aus der Schusslinie nehmen und abseits des wöchentlichen Scheiterns mit ihm arbeiten. Aber zu Kaepernick wurde ohnehin schon viel gesagt, konzentrieren wir uns mal auf den neuen Mann. Denn auch Blaine Gabbert ist in diesem Zusammenhang keine unlustige Geschichte. Der gute Herr wurde 2011 in der ersten Runde gedraftet. Also im selben Jahr wie Kaepernick, der erst in Runde zwei zum Zug kam. Schon damals forderten viele Experten, dass die 49ers bei Gabbert zuschlagen müssten. Diese wählten jedoch mit Pick Nummer 7 einen gewissen Aldon Smith, da der soeben neu bestellte Coach Jim Harbaugh Alex Smith auf die Reihe bringen wollte. Gabbert landete an Nummer 10 bei den Jacksonville Jaguars, wo er eine eher bemitleidenswerte Figur ablieferte. Inzwischen mag er vielleicht an Jahren gereift sein, aber sonderlich zuversichtlich kann man trotz seines einstigen Potenzials als Erstrunder nicht sein. Denn auch er muss hinter einer O-Line spielen, in der das O offenkundig für "Oh Gott" steht. Aber diese NFL-Problematik habe ich ja bereits weiter oben behandelt...

 Da waren es nur noch vier ungeschlagene Teams in der NFL - und das nach Woche acht, eigentlich unglaublich, wie lange man ungeschlagen bleiben kann. Aber Ähnliches kenne ich ja aus dem Fantasy Football, mehr dazu weiter unten. Also gehen wir es durch: New England hat mit Miami kurzen Prozess gemacht und es sah so einfach aus, dass man wirklich mal über eine 16-0-Saison nachdenken darf. Tom Brady sagt zwar, nichts ist weiter weg in seinem Kopf. Aber was soll er anderes sagen? Man muss auch ein wenig die Luft rauslassen. Diesbezüglich wird in jedem Fall wohl das Gastspiel bei Peyton Mannings Denver Broncos Ende November mehr Aufschluss geben. (Giants wären auch noch dazwischen, early Spoiler dieses Jahr?). Cincinnati und sweet home Carolina kamen durch Comebacks zum siebten Sieg - beide sind erstmals 7-0 in ihrer Franchise-Geschichte. Ich mag die Show, die AJ Green und Cam Newton abziehen. Macht Spaß, ihnen zuzusehen. Denver wurde oben schon abgefeiert. Ansonsten auch Gratulation Seattle zu 4-4 vor der Bye-Week. Auch ein 13:12 ist ein Sieg. Ein Tight End sorgte für den einzigen Touchdown im Spiel - und natürlich war es nicht Jimmy Graham. Sondern Luke Willson. Wilson zu Willson mit einem Ball der Firma Wilson. I like!

Emotionaler Höhepunkt des Sonntags: Tampa Bays Kwon Alexander, dessen jüngerer Bruder am Freitag bei einem Streit getötet wurde. Dass der Linebacker überhaupt spielte, kam überraschend. Doch umso schöner, wie das Spiel für ihn endete. Er spielte das Spiel seines Lebens und entriss Julio Jones den Ball sensationell zu einem Fumble. Zudem gelang Alexander eine Interception und er führte die Defense in Tackles an. Nach dem 23:20 Overtime-Sieg widmete er den Gameball seinem Bruder und sprach zu seinen Mitspielern. Emotion pur!


 Und wie wir jetzt davon lesen werden, lieber Kollege Altmann! Als Fantasy-Sternstunde würde ich es ja jetzt nicht unbedingt bezeichnen, nur weil ich dich in unserem Regular-Season-Duell geschlagen habe. Da höre ich deine gute, alte Fantasy-Arroganz durch, gell? Gut, du hast sie dir durch einige Titel zweifellos auch erarbeitet. Nennen wir es aber einfach "Grandiosen Sieg an einem normalen Spieltag", oder? Nach dem du ja jahrelang bemüht warst, hier darauf hinzuweisen, wie unterschiedlich unsere Fantasy-Erfolge sind, sei dir an dieser Stelle gesagt: Ha-ha! Und weil ich weiß, dass wir uns spätstens in den Playoffs, die ich in dieser Liga nach sechs Jahren zum ersten Mal erreichen würde (nach s-e-c-h-s! Aber ich möchte es nicht verschreien, also hier ist nie was gestanden...), wieder sehen könnten, sei noch am Boden geblieben gesagt: K-O-M-M D-O-C-H! Haha, ich muss selbst lachen. Gut, in jedem Fall nehme ich in die Fantasy Football Hall of Fame folgende Herren auf: Eli "Ein TD-Pass wäre noch gegangen" Manning, Julio "My best 1st Draft Pick ever" Jones, Julian "Dank an Tom" Edelman,  Tavon "Na endlich" Austin, Chris "Beast" Ivory, Jonathan "Danke fürs Mitmachen" Stewart, Eric Ebron "Danke für dieses Mal nichts" Ebron, Michael "Go deep" Floyd, Adam "Kicking till Sixty" Vinatieri und die "An diesem Wochenende Möchtegern-Defense" der New York Jets. Ihr habt einen besonderen Platz in meinem Fantasy-Herzen!

Also Verletzungs-technisch war es eines der schlimmsten Wochenenden, an die ich mich erinnern kann. In jedem Spiel war diesbezüglich irgendetwas auszumachen. Das bitterere Saison/Karriere-Ende von Steve Smith haben wir oben bereits abgehandelt, besonders grausam anzusehen waren auch die Verletzungen von Pittsburghs Le'Veon Bell (Knie) - er hat nach Sperre und Roethlisberger-Verletzung also de facto nie mit Big Ben gespielt -  sowie Seattles Ricardo Lockette (Nacken), die ihre Saison beenden mussten. Ebenso wie Reggie Bush (49ers) mit Kreuzbandriss. An dieser Stelle gute Besserung an alle, auch an Saints' Khiry Robinson (Fuß) die Browns Joe Haden und Donte Whitner, die Gehirnerschütterungen erlitten, Detroits Calvin Johnson (Sprunggelenk), Chicagos RB Matt Forte (Knie), WR Eddie Royal (Knie) und die Jets-QBs Ryan Fitzpatrick (Daumen) und Geno Smith (Schulter, die sich in einem Day-to-Day-Status befinden. Ich habe sicher den einen oder anderen vergessen, was zeigt, dass es wirklich ein schlimmes Wochenende diesbezüglich war. Buh!

Und schon die zweite Trainer-Entlassung in der laufenden NFL-Saison. Nach Miamis Joe Philbin hat es nun auch Ken Whisenhunt erwischt. Das kommt nach einem 1-6-Start ebenso wenig überraschend wie nach einer 3-20-Bilanz in nicht einmal eineinhalb Saisonen. Plus: Man erkannte keinen Fortschritt bei einem Team, das sicher nicht oben mitspielen würde, aber immerhin mehr auf dem Platz abliefern könnte als das bisher Gezeigte. Ein erster Check beim Titans-Fan unseres Vertrauens im eigenen Haus sorgt für Zufriedenheit. Und die ersten Wünsche gibt es auch schon: "Wäre geil, mal einen Coach zu haben, der nicht alles 0815 macht." Wir sind gespannt, ob dieser Traum in Erfüllung geht. Vorerst wird Mike Mularkey interimistisch übernehmen. Der war bislang Tight-Ends-Coach, so wie zuvor Dan Campell in Miami. Mularkey war zuvor schon Head Coach in Buffalo und Jacksonville. Mit den Titans hat er ein ganz besonderes Triple erzielt. Mal sehen, was er auf die Reihe bekommt. Lichtblick ist, dass Marcus Mariota wieder zurückkehren wird.

 Abschließend noch ein kurzer Seitenblick in die anderen Sphären der schönen US-Sport-Welt. Leider haben die New York Mets, die  "Amazin' Mets", also die unglaublichen Mets, die deswegen unglaublich sind, weil sie eben unglaublich sind, wie Richie Iannuci in "The King of Queens" einmal festgestellt hatte, die World Series verloren. Ich gratuliere natürlich den Kansas City Royals, die völlig verdient nach 30 Jahren wieder den Titel geholt haben. Aber hätte mich für die ebenso leidgeprüften Mets-Fans, die immer im Schatten der Yankees stehen, eben gefreut. Weil sie ein cooles Team haben, mit jungen Pitchern, von denen dann eben nicht immer jeder weiß, wann in einem Spiel Schluss ist. Aber die World Series war wieder einmal eine tolle Sache, der "Fall Classic" bietet Spannung und Atmosphäre. Auch wenn man mit dem Sport weniger anfangen kann, kann ich jedem nur empfehlen, einmal reinzuschauen. Zumal auch der hervorragend kommentierende Joe Buck hier am Werk ist. Den kennt man auch aus der NFL, er macht mit Troy Aikman etwa das "America's Game of the Week" auf Fox. Er hat am Sonntag in Dallas nicht viel verpasst, nächste Woche ist er zurück. Zurück sind auch die NBA und schon länger die NHL. God bless the Major Sports! Würde mich abschließend interessieren? Was sind eure Lieblings-Teams abseits der NFL?

Wir picken jede Woche die Teilnehmer der Super Bowl 50, die am 7. Februar kommenden Jahres in Santa Clara, Kalifornien, stattfinden wird.

Das Levi's Stadium der 49ers liegt eine gute Autostunde von San Francisco entfernt, wo auch die Events rund um die Bowl sein werden.

Wir sind in jedem Fall zuversichtlich, in irgendeiner Woche richtig zu liegen - spätestens nach den Conference Finals...

BERNHARD KASTLER und sein Super-Bowl-Pick nach Week 8:

CAROLINA PANTHERS vs. CINCINNATI BENGALS

Wer hätte damit vor der Saison gerechnet? Natürlich keiner, weil diese Super-Bowl-Begegnung eigentlich ja in den Augen und Ohren weh tut. Aber so wie beide bislang auftreten, hätten sie sich einen Shot auf den Titel natürlich verdient. Zumal beide ja auch noch keinen haben. Dann hat es immer etwas für sich. Auf dem Papier gäbe es sicherlich attraktivere Partien, aber Cam Newton in einer Super Bowl würde für mehr als nur eine Halftime Show sorgen und AJ Green wohl mit einem dreifachen Rittberger in die Endzone einspringen. Also: Einfach jede Paarung hat etwas für sich. Auch diese. Und auch das ist das Wunderschöne an der NFL!

Rang O-Liner Gehalt D-Liner Gehalt
1. C Rodney Hudson (Oakland) 13 Mio. DE Charles Johnson (Carolina) 20 Mio
2. C Ryan Kalil (Carolina) 11,8 Mio. DE Mario Williams (Buffalo) 19,4 Mio.
3. LT D\'Brickashaw Ferguson (NY Jets) 11,7 Mio. DE Robert Quinn (St. Louis) 16,7 Mio.
4. LT Branden Albert (Miami) 10,7 Mio. DE Calais Campbell (Arizona) 14,6 Mio.
5. LT Trent Williams (Washington) 10,7 Mio. DT Gerald McCoy (Tampa Bay) 14,6 Mio.
6. LT Ryan Clady (Denver) 10,6 Mio. DE J.J. Watt (Houston) 13,9 Mio.
7. C Nick Mangold (NY Jets) 10,4 Mio. DE Chris Long (St. Louis) 12,5 Mio.
8. LT Joe Thomas (Cleveland) 10,2 Mio. DE Cameron Wake (Miami) 10,5 Mio.
9. LT Duane Brown (Houston) 9,5 Mio. DE Jared Odrick (Jacksonville) 9 Mio
10. LT Jason Peters (Philadelphia) 9 Mio. DT Geno Atkins (Cincinnati) 9 Mio

PETER ALTMANN und sein Super-Bowl-Pick nach Week 8:
 
GREEN BAY PACKERS vs. DENVER BRONCOS

So! Genau DAS wollte ich von Denver sehen. Eine überzeugende Leistung gegen einen mehr als ernst zu nehmenden Gegner. Und wie überzeugend diese Performance gegen die Packers war. Dass mein mutiger AFC-Tipp New England ist, weiß inzwischen eh jeder, aber eines kann man definitiv sagen: Der 3726. Showdown zwischen Peyton und Tom Ende November könnte mal so richtig viel Brisanz haben. Wie ich mich darauf freue!! Ich bin gespannt, wie sich Brady in Denver gegen die Broncos-Defense anstellt. Ein Super-Bowl-Rematch gegen Green Bay hätte indessen gewaltigen Reiz. Irgendetwas sagt mir, dass Aaron Rodgers, noch dazu auf neutralem Feld, so etwas nicht ein zweites Mal passiert.

  • Diese Saints und diese Giants! Eine 52:49-Show bringt natürlich einige Stats mit sich. Also, los gehts: Drew Brees hat als achter QB sieben TD-Pässe in einem Spiel geworfen, was NFL-Rekord bedeutet. Allerdings ist er erst der zweite, der im selben Spiel auch die 500-Yards-Schallmauer durchbricht. Der erste war Y.A. Tittle von den Giants im Jahr 1962.
  • Die Giants haben den NFL-Rekord für den Verlierer mit den meisten Punkten eingestellt. 1963 verloren die Houston Oilers gegen die Oakland Raiders ebenfalls mit 49:52.
  • 13 TD-Pässe in einem Spiel sind Rekord. Erst zum zweiten Mal standen sich zwei QBs gegenüber, die im selben Spiel zumindest sechs TD-Pässe geworfen haben. Die ersten beiden waren 1969 Billy Kilmer (New Orleans Saints) und Charley Johnson (St. Louis Cardinals). Beide kamen auch auf je sechs.
  • Eli Manning ist der 15. Spieler, der in einer Partie zumindest sechs TD-Pässe geworfen und dabei keine Interception eingestreut hat. Er ist der erste, der als Verlierer vom Platz ging.
  • Drew Brees hat mit dem zehnten Spiel mit zumindest 5 TD-Pässen den NFL-Rekord, den er sich bislang mit Peyton Manning geteilt hat, nun alleine inne.
  • Peyton Manning hat seinen 186. Sieg in der NFL gefeiert und damit den Rekord von Brett Favre eingestellt.
  • Julius Thomas fehlt wohl. Peyton Manning komplettiert in dieser Saison 58 Prozent seiner Pässe zu Tight Ends, vergangene Spielzeit waren es noch deren 70 Prozent. Vernon Davis sollte helfen.
  • Todd Gurley ist der erste Rookie der NFL-Geschichte, der in vier Spielen in Folge zumindest 125 Yards erläuft.
  • Charles Woodson klettert mit seiner 65. Karriere-Interception auf den fünften Platz der ewigen Bestenliste, gleichauf mit Ken Riley.
  • Adam Vinatieri hat das 10. Overtime-Field-Goal seiner Karriere erzielt, womit er Jim Breech, Steve Christie, Jason Elam und Jason Hanson für einen neuen NFL-Rekord hinter sich lässt. Zum Sieg hat es für die Colts dennoch nicht gereicht.
  • Die Chicago Bears haben erst zum zweiten Mal in ihrer 96-jährigen Franchise-Geschichte noch in der regulären Spielzeit verloren, nachdem sie bei der Two-Minute-Warning noch mit zumindest sieben Punkten in Führung gelegen waren. Das erste Mal war 1965 - wie sollte es anders sein? - ebenfalls gegen die Minnesota Vikings.

In dieser Kategorie lassen sich die NFL-Redakteure von LAOLA1 zu "Bold Predictions" für Woche 9 hinreißen - wie immer ohne Gewähr!

BERNHARD KASTLER über Week 9

  • New Orleans gegen Tennessee - eine Drillion Brees-Touchdowns? Nein! Keiner! The Titans will be remembered for this W!
  • Peyton kehrt wieder einmal nach Indianapolis zurück. Und wirft, weil ja altes Wohnzimmer, endlich wieder mehrere Touchdown-Pässe, sagen wir gleich vier. Und wird mit 624 Passing Yards Brett Favre als Alltime Leader ablösen. Oh my god! Oder O-ma-ha! Je nachdem...
  • Pittsburgh gegen Oakland - das könnte am Ende auch das Wildcard-Rennen in der AFC beeinflussen. Ich tippe auf die Raiders, das habe ich hier noch nie getan. Ich habe alles oben verschossen, mehr bold geht heute nicht mehr.

PETER ALTMANN über Week 9
  • Okay, einen Versuch ist es wert: Tom Brady, Aaron Rodgers, Peyton Manning und Drew Brees kommen kombiniert auf 0 TD-Pässe. Leider spielen sie nicht gegeneinander!
  • Der neue Adrian Peterson gegen den echten Adrian Peterson. Todd Gurley knackt gegen Minnesota erstmals die 200 Rushing Yards. Wobei: Ist das ob seiner Neigung zu Big Plays sooooo abwegig?
  • Blaine Gabbert inspiriert die Offense der San Francisco 49ers gegen Atlanta zu neuen Höhenflügen. Diesmal schaffen die Kalifornier - wie hoch gehe ich? - neun Punkte. Immerhin!

HEUTE NACH WEEK 8

Waaaaaaaaaaas? Die Hälfte der Regular Season ist fast schon wieder rum!

Week NFC Team AFC Team
1 Seattle Seahawks Indianapolis Colts
2 Dallas Cowboys Denver Broncos
3 Minnesota Vikings Buffalo Bills
4 Green Bay Packers New York Jets
5 Green Bay Packers New England Patriots
6 Carolina Panthers New England Patriots
7
Seattle Seahawks<span class=\'Apple-style-span\'> New England Patriots
Week NFC Team AFC Team
1 Seattle Seahawks New England Patriots
2 Green Bay Packers New England Patriots
3 Arizona Cardinals New England Patriots
4 New York Giants New England Patriots
5 Green Bay Packers New England Patriots
6 Green Bay Packers Pittsburgh Steelers
7
Green Bay Packers New York Jets
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