Touchdown Tuesday: Schlimmster Play in NFL-History

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Und da sind wir auch schon wieder!

Die NFL-Ergebnisse sind euch allen freilich wie immer bekannt, doch die größte und teuerste Profiliga der Welt hat viele Stories zu erzählen.

Wie gewohnt widmet sich LAOLA1 den Auffälligkeiten des Spieltages.

Wer ist Winner? Wer ist Loser? Wer oder was war awesome? Wer oder was war awful? Wer sorgte noch für Aufsehen? 

Das ist der Touchdown Tuesday - die Endzone von LAOLA1 - Episode 6:

Yes, they Cam! Noch immer gibt es fünf ungeschlagene Teams in der NFL. Die 72er-Klasse der Miami Dolphins hat schon Bammel. Der Champagner ist zwar natürlich wieder für den Moment eingekühlt, wenn auch das letzte Team seine erste Niederlage erlitten hat und sie als einziges NFL-Team der Geschichte in einer Saison ungeschlagen geblieben sind. Aber das dauert eben offenbar noch länger als üblich. Bei Green Bay, Denver, Cincinnati (alle 6-0) und New England (5-0) hält sich ja die Überraschung über den Ist-Zustand in Grenzen, aber bei Carolina? Damit konnte man vor Saisonbeginn ob des Aderlasses (Greg Hardy, DeAngelo Williams, dazu Kelvin Benjamin verletzt) nicht rechnen. Und nun die Nagelprobe in Seattle bestanden - und wie! Mit einem magischen Comeback im letzten Viertel. Beim 27:23 gegen den NFC-Champ hätten die Gäste auch auf das Field Goal zum Ausgleich gehen können, aber Cam Newton warf seinen einzigen TD-Pass des Abends 32 Sekunden vor Schluss zu TE Greg Olsen. Caro-wtf-lina! Und was wurde eigentlich aus der Legion of Boom? Seattle bei 2-4! The magic is over - bei den Panthers und ihrem starken Kollektiv hat sie diese Saison gerade erst begonnen. Wir freuen uns darüber!

Lieber eine hohe Niederlage als viele enge. Das sei laut Volksmund angenehmer im Sport. Das werden die San Diego Chargers dieser Tage sicherlich unterschreiben. Die Kalifornier stehen bei 2-4 - und könnten gut und gerne auch bei 5-1 stehen. Da waren in Cincinnati und vor allem in der letzten Woche herzzerreißende Niederlagen in dieser Spielzeit dabei. Das Monday Night Game in Week 5 verloren die Chargers zu Hause per letztem Play gegen die Steelers. Nun trennten sie drei Yards von einer Verlängerung in Green Bay. QB Philipp Rivers warf 43 Completions (Career High), 503 Yards (Career High) und keine Interception. Am Ende war sogar Top-Receiver Keenan Allen verletzt und der Spielmacher machte dennoch weiter, als gäbe es kein Morgen. Trotzdem musste er als Verlierer vom Platz gehen. Armer Phil, cry me a Rivers!

Gut, dass du wieder da bist, Martavis Bryant! Holy Moly, was war das für eine Rückkehr nach Sperre zu Saisonbeginn? Unglaublicher kann man wohl keine zwei Touchdowns in einem Spiel machen. Und das jeweils nach einem Pass von Landry Jones, der sein NFL-Debüt gab. Der Backup vom Backup (Michael "6 Yards" Vick) fand gegen die Cardinals in seinem ersten Drive überhaupt Bryant in der Endzone. Wie der die Beine auf den Boden bekam, weiß bis heute keiner so recht. Und wie er später für 88 Yards in die Endzone zum zweiten Touchdown lief, auch nicht. Der Receiver ließ am Ende fünf Cards-Verteidiger aussteigen, bog schräg links ab und hechtete mit seinem Salto ins Glück. Die NFL rechnete nach: Sein Slalomlauf ging am Ende über 130 Yards! Welcome back!

Vorneweg, liebe Colts: Das war keine gute Idee. Wirklich nicht. Wirklich keine gute Idee. Die Kommentatoren Al Michaels und Chris Collinsworth fanden schon während der Übertragung des Sunday Night Games keine Worte für das, was ihr da bei 4 und 3 gegen die New England Patriots fabrizieren wolltet. Die diversen Bildausschnitte in diesem TT - es ist wie ein Autounfall, man will nicht hinsehen, aber wegschauen kann man auch nicht - belegen die Unglaublichkeit dieses versuchten Fake Punts. Ohne alle gesehen zu haben: W-O-R-S-T P-L-A-Y I-N N-F-L E-V-E-R! Neun Spieler verlagerten sich auf die rechte Seite, WR Griff Whalen mimte den Center und Safety Colt Anderson erhielt den Snap. Die Konsequenz: Einen Wimpernschlag einer Libelle später hatten die Pats, die schnell kapierten, was Sache war, den Play der Colts zunichte gemacht. Die Strafe gegen die Colts wegen illegaler Formation war wurscht (aber umso peinlicher), die Gäste hatten den Ball - und machten das 34:21.

NOCHMAL: KEINE GUTE IDEE


 

WIRKLICH KEINE GUTE IDEE

Seit einer Woche zittert Kollege Kastler auf meine Revanche für seine kleinen Stichelein im letzten Touchdown Tuesday. Soll er ruhig weiter zittern! In dieser Ausgabe gratuliere ich ihm nur zu seinem "Blindside"-Schmäh - ganz großer Sport, man muss vor allem die aufgelegten Witze mitnehmen. Allen anderen kann ich nur raten: Passt auf eure Augen auf, die sind bisweilen recht nützlich... Meinem funktionierenden Auge nicht trauen konnte ich indes, wie vermutlich jeder andere auf diesem NFL-Planeten, beim "Buttfumble" aller Trickspielzüge. Meiomei, liebe Colts, das ging einmal so richtig ins Auge, und deswegen lässt es mir auch keine Ruhe. Rein grundsätzlich: Ich mag es durchaus, wenn Coaches Risiko eingehen. Bisweilen muss man kreativ sein. Aber irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass Chuck Pagano glaubt, dass sein Team die New England Patriots nicht auf herkömmlichen Wege besiegen kann. Gut, dies können die wenigsten, ist jedoch eine eher ungute Ausgangsposition, wenn man sich selbst in den Sphären der Belichick-Crew wähnt, als nächsten logischen Schritt die Super-Bowl-Teilnahme anpeilt, aber auch im x-ten Versuch nicht checkt, wie man LeGarrette Blount stoppt. Um dieses Ziel zu erreichen, muss man New England auch mit dem "normalen" Handwerks-Zeug niederringen können (jetzt müsste man es in den Playoffs wohl in Foxboro). Und dieser peinliche Fake-Punt war ja nicht das einzige Pagano-Manöver in dieser Partie, zuvor callte er bereits einen Onside-Kick. Mein Gefühl: Das war's nach dieser Saison mit Pagano bei den Colts. Owner Jim Irsay weigerte sich schon vor dieser Saison, eine lukrative Vertragsverlängerung auszuhandeln. Warum sollte er jetzt? Da hilft wirklich nur noch die SB-Teilnahme... Ich bin vergangene Woche schon auf das Gerücht rund um Sean Payton eingegangen. Extrem "kreativer" Vorschlag: Wie wäre es, in Michigan beim Vorgänger von Peyton Manning als Colts-QB bzw. einstigen Förderer von Andrew Luck am College in Stanford nachzufragen? Besagter Herr kennt sich spätestens seit diesem Wochenende ja auch recht gut mit Punts aus. Wie ein Spielzug mit origineller Formation aussehen kann, zeigte übrigens die University of Maine im Jahr 2011 - und ja, sie waren sogar in der Lage, sich so aufzustellen, dass sie keine Strafe kassierten:


Dass wir die mitdenkendsten User dieser Medienwelt haben, zeigte sich in der vergangenen Woche wieder einmal. Erstens gefällt mir das Spielchen mit dem persönlichen Playoff-Picture ausgezeichnet. Zweitens vermisst User "Red-Flash" das Powerranking. Ja, ich muss zugeben, das liegt mir auch schwer im Magen, aber die Nationalteam-Doppelbelastung und mein Ausfall in der vergangenen Woche haben mir diesbezüglich einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sorry! Ich hoffe, ich schaffe es in dieser Woche. Wie ich hierbei die Miami Dolphins einordnen würde, müsste ich mir reiflich überlegen. Hehe, yep, mich würde genau wie User "dellione" auch interessieren, was Kollegen Kastler dazu bewogen hat, die Dolphins in seiner Saison-Preview auf Rang eins der AFC East zu setzen. Aber ich brauche mich nicht aufzuregen: Ich habe mich mit der Setzung in dieser Division, also bei den drei Teams hinter den Patriots, extrem schwer getan und mich letztlich für Miami als Nummer zwei entschieden. Wenn man sich die New York Jets und mit verletzungsbedingten Abstrichen auch die Buffalo Bills anschaut, war dies natürlich ein Fehler. Aber vom Potenzial her? Da sehe ich die Dolphins auf einem guten Weg. Es wird an Dan Campbell liegen, dieses freizusetzen, und auch wenn es "nur" Tennessee war: Alle Achtung, das Auftreten war gleich ganz ein anderes! In manchen Szenen, wie beim Hit gegen Marcus Mariota, war man sogar zu sehr aufgezuckert. Wie diese Defense in den ersten vier Saison-Spielen auf gerade mal einen mickrigen Sack kam, war mir ein Rätsel. Gegen die Titans wares es deren sechs. Vor allem Cameron Wake hat mit vier Sacks den Wake-up-Call verstanden (okay, der war billig...). Es kommt in der NFL aus gutem Grund nicht oft vor, dass ein Spieler so kurz nach dem Ende seiner aktiven Karriere Head Coach wird. In diesem besonderen Fall scheint es jedoch nützlich zu sein, dass Campbell vermutlich noch wie ein Spieler fühlt und denkt. In Miami war es wohl eher ein Motivations- als ein Qualitäts-Problem. Kurzfristig könnte das recht gut funktionieren. Langfristig? Ich bin gespannt. (Owner Stephen Ross, für mich einer der schlechtesten Team-Besitzer, wird wohl wieder einen Weg finden, es zu vermasseln).

Wenn wir schon bei Season-Previews sind, die den Nagel nicht ganz auf den Kopf getroffen haben: In meiner AFC-North-Vorschau habe ich große Bedenken bezüglich der Defense der Pittsburgh Steelers geäußert. Nicht, dass sich diese in Rauch aufgelöst hätten, aber ein Assistant Coach, der dringend vor den Vorhang geholt gehört, ist Keith Butler. Mit 59 Jahren ist er kein Jungspund mehr, verantwortet aber dennoch erstmals eine Defensive in der NFL. Im vergangenen Jahrzehnt lernte er in Pittsburgh von Defensive-Coordinator-Legende Dick LeBeau, der sich in dieser Offseason im Alter von 77 Jahren eine neue Herausforderung in Tennessee suchte. Und offenbar hat Butler genau hingeschaut. Wie diese Defense die Steelers gemeinsam mit Le'Veon Bell gegen Arizona im Spiel hielt, war in meinem Auge spektakulär - und das lange Zeit ohne Unterstützung des eigenen Passspiels (6 Passing Yards sind eine Frechheit, Michael Vick!) und gegen eine durchaus herausfordernde Offense der Cardinals, die zwar massig Passing-Yards, aber kaum Punkte ansammelte. Hält Pittsburghs Defense ein Mindestniveau und kehrt Ben Roethlisberger in Normalform zurück, sind die Steelers für mich Herausforderer Nummer 1 der Patriots in der AFC. Denn vergessen wir eines nicht: Beim verlorenen Season Opener in New England fehlten Bell und Martavis Bryant - mit diesem Duo ist diese Offense gleich noch viel gewaltiger. Und es ist ein Zeichen von Qualität, dass Pittsburgh den Ausfall des Starting-QBs als ganzes Team ganz anders aufgegangen hat als etwa die Dallas Cowboys und die letzten beiden Spiele gewinnen konnte. Ein Wort noch zu den Cardinals: Mit New Orleans, Chicago, San Francisco und Detroit wurde Schlachtvieh abgefertigt, aber nach St. Louis setzte es nun schon die zweite Niederlage gegen einen etwas anspruchsvolleren Gegner. Das gibt zumindest zu denken. Ich nehme an auch dir, lieber "mundafinga", oder? (Viel Spaß gegen Baltimore übrigens! Wir freuen uns auf deinen Vor-Ort-Bericht!)

Die Seattle Seahawks stehen also bei 2-4. Und sind wir mal ganz ehrlich: Sie müssten bei 1-5 stehen, wenn der Ref gegen die Detroit Lions (Ja, gegen Detroit!) nicht einen Anfall von Sekunden-Blindheit gehabt hätte. Ich bin ganz ehrlich, mir gehen ein wenig die Lösungsansätze für das Problem im Nordwesten der USA aus. Deswegen delegiere ich das jetzt einfach mal an die breite Masse und bin gespannt, wo ihr den Hund begraben seht. Aber ein bisschen möchte ich natürlich auch meinen Senf dazu abgeben. Für mich hat sich der hochgeschätzte GM John Schneider bei der Kaderzusammenstellung ein wenig verpokert. Dass die Tiefe angesichts diverser teurer Vertragsverlängerungen nicht mehr so gegeben ist, liegt auf der Hand. Aber - zum Beispiel - bei der O-Line hat man diese Problematik fahrlässig unterschätzt. Russell Wilson kann einem bisweilen echt leid tun. Kein NFL-QB musste mehr Sacks (26) einstecken, kaum ein NFL-QB wäre eigentlich mobiler. So gesehen kann man mutmaßen, dass sich der Jimmy-Graham-Trade eher langfristig bezahlt machen wird, weil der TE bis zum Carolina-Spiel noch nicht gut genug in die Offense integriert war, Center Max Unger indes schmerzlich vermisst wurde. Dennoch spielte man in Cincinnati und gegen Carolina gegen aktuelle Top-Teams ansehnliche Vorsprünge heraus, was ohne eine gewisse Qualität nicht klappen würde. Stellt sich die Frage, warum man im vierten Viertel in aller Regelmäßigkeit so einbricht. Dafür, dass sogar die Topstars versagen, wie Richard Sherman und Earl Thomas beim entscheidenden TD von Greg Olsen (einer von beiden muss den Call für diesen defensiven Spielzug im Lärm von Seattle falsch gehört haben), habe ich keine Erklärung. Einziger Trost für die erfolgsverwöhnten Seahawks: Mit Erzfeind San Francisco und den ersatzgeschwächten Dallas Cowboys warten nun Gegner, die selbst genug mit sich und ihren Problemen beschäftigt sind.

Ein ungeschlagenes Team hat es mit den Atlanta Falcons also doch erwischt, und ich muss zugeben, das verwundert mich. Sicher, Divisions-Duelle wie jenes in New Orleans haben eigene Gesetze, aber dass die Falcons gegen die Benjamin-Watson-Show (Who needs Jimmy Graham, haha?) derart wenig Mittel fanden, lässt dann doch das eine oder andere Fragezeichen zurück. Gut, ich halte Atlanta weiter für einen soliden Playoff-Kandidaten - mehr hätte ich ihnen trotz Traumstarts ohnehin kaum zugetraut. Aber die etwas polemische Frage, ob die Falcons vielleicht doch nur das beste Team der NFC East sind, muss nach dieser Partie erlaubt sein. NFC East? Ja, richtig gelesen. Atlanta hat vier seiner bislang fünf Siege gegen Philadelphia, die New York Giants, Dallas und Washington eingefahren. Der fünfte gelang zu Hause gegen Houston, was in Zeiten wie diesen nicht das ganz große Kunststück ist. Die Auslosung meint es nicht schlecht mit dem Team aus Georgia, weshalb ich am Ende eine gute Bilanz und ein spannendes Duell mit Carolina um die Division-Krone erwarte. Aber für ganz oben reicht es noch nicht. Ein Aspekt dieses Thursday Night Games muss noch unbedingt erwähnt werden, irgendwie war es sogar eine meiner Lieblings-Szenen dieses Spieltags: Das Märchen der New Orleans Saints begann 2006 mit einem Punt-Block von Steve Gleason - gegen Atlanta. Gleason ist inzwischen an ALS erkrankt und war am Donnerstag aufgrund einer Ehrung im Superdome zu Gast. Dass ausgerechnet bei diesem Spiel - wieder gegen Atlanta - Michael Mauti ein Blocked-Punt-Return-TD gelingt, ist fast schon zu kitschig. Aber umso schöner.

Ich hätte es vor der Spielzeit nicht für möglich gehalten, aber wir können bereits Mitte Oktober offiziell die Saisonen der Kansas City Chiefs und der Baltimore Ravens beenden. Das Gastspiel in Minnesota war der letzte Beweis, dass das nichts mehr wird mit den Chiefs im Jahr 2015. Schon vor dem Ausfall von Jamaal Charles lief es schlecht, Alex Smith ist nicht der Typ Quarterback, der ohne gutes Laufspiel als Basis auskommt, und die Passverteidigung tendiert sowieso in Richtung Gemeinheit. Hiervon können auch "04gruenp" und die anderen Fans der Ravens ein Liedchen singen. Wahnsinn, wie Baltimore in dieser Partie in San Francisco, das eigentlich als Rematch für die Super Bowl 2013 gedacht war, aber letztlich nur die Frage, welches Team weniger schlecht drauf ist, beantwortete, Colin Kaepernick phasenweise wie einen richtig guten NFL-Passer aussehen ließ. Er musste nicht einmal zu seinen gefürchteten Läufen ansetzen. Kleines Bonmot: Eine Woche vor dem Spiel entließen die 49ers Cornerback Shareece Wright, der sich in der eigentlich wackeligen Secondary der Kalifornier nicht durchsetzen konnte. Bei Baltimore galt es Ersatz für Cornerback Will Davis nach dessen Kreuzbandriss aufzutreiben. Also verpflichtete man Wright - der praktische Nebeneffekt, so aus erster Hand Informationen über den nächsten Gegner zu bekommen, ist in der NFL nicht wirklich unüblich. Blöd nur: Wer patzte bei beiden TD-Pässen Kaepernicks? Shareece Wright. Die 49ers kannten eben auch dessen Schwächen in- und auswendig, wie sie später zugaben. Dumm gelaufen.

 Hast du das gesehen, Kollege Altmann? Unfassbar, hoch die Tassen, weg mit der Papiertüte - Detroit braucht sie nicht mehr! Die Lions gewannen als letztes Team ein Spiel in dieser Saison. Wäre auch zu bizarr gewesen, wenn dieses Team mit diesem (Offensiv-)Potenzial nach 2008 wieder eine Saison ohne Sieg abspult. Aber das haben wir hier schon öfters thematisiert - dafür sind sie auch zu gut. Mich freut es für Matthew Stafford, der vergangene Woche in Hälfte zwei auf die Bank musste und nun mit seiner besten Saisonleistung antwortete. Vier TD-Pässe - und einer zu Golden Tate. Hui, der war knifflig! Es hätte schließlich auch eine Interception Chicagos sein können. Die Refs entschieden anders, weil Golden Tate Possession hatte. Das war so knifflig, dass die NFL das Video des TDs erst mit Verspätung (und inklusive Erklärung) online stellte. Detroit wird es egal sein und das mit Fug und Recht. Erster Sieg! Hoch die Tassen!

 Hast du das gesehen, Kollege Altmann? Die Steelers haben den zweiten Sieg ohne Big Ben eingefahren. Ich muss auch noch schnell ein Wort zu Pittsburgh verlieren, weil sie es mir vergangene Woche echt angetan haben. Dieser letzte Spielzug in San Diego, wo sie so viel Mut bewiesen haben, und nun dieses Auftreten gegen ein starkes Arizona, das allerdings dieses Mal mit drei Turnovern und ineffektivem Defensivverhalten Federn lassen musste. Mehr dann wirklich von "mundafinga". Bravo Landry Jones, was für ein Debüt. Michael Vick machte schon vergangene Saison bei den Jets keinen glücklichen Eindruck, zeigte in San Diego im Finish zwar seine Qualitäten, aber viel kommt da leider nicht mehr. Big Ben dürfte aber bald wieder kommen. Schließlich trainiert der Koloss ab Mittwoch wieder, danach wird man sehen, ob es für Kansas City reicht. Aber mit dieser Offensive, ich nenne sie gerne die Fantastischen B's (Ben, Bell, Bryant, Brown), sind die Playoffs für mich eigentlich Formsache (je eine Wildcard für AFC East und North). Vor allem, wenn man ohne seinen Franchise-QB die Partien gewinnt.

 Hast du das gesehen, Kollege Altmann? Die New York Jets haben trotz dreier Turnover in der ersten Hälfte doch noch gegen Washington gewonnen. Weil Chris Ivory laufen kann (wieder weit über 100 Yards), und auch Ryan Fitzpatrick (Rushing-TD), und Brandon Marshall wieder für über 100 Yards die Bälle gefangen hat. Warum ich das erzähle? Weil ich mich schon sehr auf das Spiel Pats-Jets freue. Kann ausgerechnet der Erzrivale New England das Wasser reichen? Vermutlich am Ende nicht, aber spannend wird es allemal. Für Todd Bowles wird es sein erstes Duell mit Bill Belichick auf Head-Coach-Ebene. Apropos AFC East: Dass die Miami Dolphins nicht so schlecht sind, wie die ersten vier Spiele vermuten ließen, war klar. 38:10 unter Neo-Coach Dan Campbell in Tennessee war ein klares Indiz dafür. So möchte ich auch sehr gerne User "dellione" seine Frage beantworten, warum ich Miami in der AFC-East-Vorschau vor die Patriots auf Platz 1 positionierte. In erster Linie um zu zeigen, dass ich Eier habe. Hehe. Aber nicht nur deswegen. Miami hatte vor der Saison eigentlich alles, was es dazu braucht, um erfolgreich Football zu spielen. Sie waren die beiden Saisonen zuvor auch nahe an den Playoffs, konnten aber im Finish die Nerven nicht im Zaum gehalten. Bei New England war erst gegen Ende der Offseason klar, dass Brady doch die ersten vier Spiele spielen würde. Die Patriots sind kein 2007er-Patriots-Team, also auch in der Regular Season schlagbar. Ich habe selbst in London miterleben dürfen, wie zahnlos sich Miami unter Philbin präsentierte. Die Fins werden noch kommen, ein erster Schritt ist gemacht.

 Hast du das gesehen, Kollege Altmann? Peyton Manning ist ein Schatten seiner selbst, steht aber dennoch bei 6-0. Klingt komisch, ist aber so. Sieben Touchdowns stehen schon zehn Interceptions gegenüber. Der Pick-6 gegen Cleveland hätte fast den sechsten Sieg gekostet, aber dann warf der Altmeister eben einen Touchdown-Pass als Antwort. 75 Yards. Bumm! Auch die Interception in der Overtime war letztlich egal, Denver gewinnt die Spiele und das hat auch mit dem Quarterback zu tun. So gebe ich Ronnie Hillman Recht, der die "fake fans" kritisierte, die Peyton in Frage stellen. Recht so! Dennoch sollte man sich, und damit meine ich dann doch wieder einmal HC Gary Kubiak, fragen, was denn da einfach nicht läuft. Beispiel: TE Owen Daniels. Der funktionierte unter Kubiak in Houston, unter Kubiak in Baltimore und nicht unter Kubiak UND Peyton Manning in Denver? Schwer nachvollziehbar...

 Hast du das gesehen, Kollege Altmann? Die NFC stinkt schön langsam gegen die AFC ab! Zwar haben sich die Conferences in den vergangenen vier Jahren brav mit den Super-Bowl-Titelm abgewechselt. Doch gefühlt wurde die NFC immer als stärkere Conference geführt, was auch zumeist der Realität entsprach. Aber nun sehe ich die AFC in Summe schon voran. Nicht nur wegen eines ungeschlagenen Teams mehr, sondern auch was die Kräfteverhältnisse im Detail betrifft. Seattle aktuell ein Schatten seiner selbst, die Hoch-Zeit der Niners ist aktuell vorbei, die NFC-East-Teams kriegen es nicht hundertprozentig auf die Reihe. Bleibt allen voran Green Bay, das das Potenzial auf den Titel mitbringt. Carolina muss man abwarten, Atlanta auch. So freue ich mich auch schon auf das Powerranking von dir, lieber Herr Kollege, auf deine An- und Ein-sichten. 

  Hast du das gesehen, Kollege Altmann? Hoffentlich nicht! Das Monday Night Game war diese Woche ziemlich entbehrlich. Wer macht mehr Fehler? In diesem Fall die Giants, die die Tabellenführung in der NFC East somit an die Eagles abgaben. Turnover hier, Strafen da, Turnover dort, Strafen drüben. Bitte verschont uns damit. Da haben die US-Kollegen schon recht, dass die Zuschauer des parallel stattfindenden ALCS-Spiels zwischen Toronto und Kansas City (11:8) bei der NFL nichts verpasst haben. Deswegen noch ein Schwenk zur MLB, um positiv abzuchließen. Am Mittwoch ist es ja soweit: Es ist der 21. Oktober, jener Tag, an dem Marty McFly in der Kult-Trilogie "Zurück in die Zukunft" ins Hill Valley von 2015 eintrifft und dort feststellt, dass die Cubs die World Series gewinnen. (Hier zur Story). Unsere Prognosen findet ihr übrigens unten! Die leidgeprüftesten Fans der Welt (letzter Titel 1908) haben ja mit ihrem Team noch die Chance auf den Titel, liegen allerdings im NLCS gegen die New York Mets 0:2 zurück. Die Blue Jays haben schon auf 1:2 aufgeholt. So gebe ich den Nachschwärmern unter euch den folgenden TV-Tipp für heute, Dienstag auf Mittwoch: 22 Uhr Toronto-Kansas City und 2 Uhr Cubs-Mets im legendären Wrigley Field, wo sich die Atmosphäre der Fans gewiss über den Fernseher überträgt. Apropos: Am Wochenende werden in Europa die Uhren umgestellt, NFL am Sonntag schon um 18 Uhr! Aber eigentlich schon um 14:30 Uhr, da ja in London gespielt wird. Die NFL bietet erstmals in ihrer Geschichte einen Livestream dazu an - quasi LAOLA1.tv-Style, gefällt uns!

Wir picken jede Woche die Teilnehmer der Super Bowl 50, die am 7. Februar kommenden Jahres in Santa Clara, Kalifornien, stattfinden wird.

Das Levi's Stadium der 49ers liegt eine gute Autostunde von San Francisco entfernt, wo auch die Events rund um die Bowl sein werden.

Wir sind in jedem Fall zuversichtlich, in irgendeiner Woche richtig zu liegen - spätestens nach den Conference Finals...

BERNHARD KASTLER und sein Super-Bowl-Pick nach Week 7:

CAROLINA PANTHERS vs. NEW ENGLAND PATRIOTS

Gut, die Patriots verstehen sich hier sowieso schon von selbst. Die Panthers sind diese Woche meine süße Abwechslung des Alltäglichen. Die haben nun in der Comeback-Division-of-the-year Vorsprung gegenüber Atlanta, werden sich aber dauerhaft dort absetzen, Heimvorteil bis zum NFC-Finale genießen und am Ende im Lambeau Field überraschen. Gut, das klingt ein wenig zu weit aus dem Fenster gelehnt. Aber man muss hier auch einmal auf Risiko gehen.

PETER ALTMANN und sein Super-Bowl-Pick nach Week 6:
 
GREEN BAY PACKERS vs. PITTSBURGH STEELERS

Wie unschwer zu erkennen, wollte ich eigentlich den Gag durchziehen und 17 Mal auf die New England Patriots setzen. Aber das ist mir doch ein bisserl zu fad, auch wenn ich bislang noch keinen Anhaltspunkt gefunden habe, warum sie nicht wieder in der Super Bowl stehen sollten (vielleicht helfen ja die New York Jets am kommenden Wochenende?!?). Also diesmal Pittsburgh. Wie oben erwähnt, liegt für mich der Schlüssel in der Performance der Defense. Wer weiß, vielleicht entwickelt sie sich nach den bislang überraschend guten Eindrücken sogar noch weiter. Die Offense zählt für mich sowieso zum Geilsten, was die NFL zu bieten hat, sobald Ben Roethlisberger endlich wieder fit ist und nun auch mit Bell und Bryant spielen darf. Und hey, was wäre das so gesehen für ein Duell mit Shootout-Potenzial gegen Green Bay? Mein Herz schlägt schon beim Gedanken daran höher!

  • Peyton Manning und Tom Brady haben erstmals am selben Tag Pick-Sixes geworfen. Gut, soooooo lange kreuzen sich ihre NFL-Wege auch noch nicht...
  • Sechstrunder Tom Brady hält in Duellen mit QBs, die an Nummer 1 gedraftet wurden, bei einem Bilanz von 30-7.
  • Peyton Manning hält bei 7 TD-Pässen und 10 Interceptions. 2013 warf der Denver-QB ebenfalls 10 Interceptions - allerdings in der kompletten Saison. Es wird ein steiniger Weg, um die damalige Bilanz von 55 TD-Pässen noch auszugleichen.
  • Nichtsdestotrotz steht Denver bei 6-0. Manning hat somit zum sechsten Mal in seiner Karriere die ersten sechs Spiele gewonnen.
  • Philip Rivers ist der erste QB der NFL-Geschichte, der zumindest 500 Yards geworfen, dabei keine Interception eingestreut und dennoch verloren hat.
  • Aaron Rodgers hat die Schallmauer von 30.000 Passings Yards in seiner Karriere durchbrochen. Mehr als seine 241 TD-Pässe hatte noch kein QB beim Erreichen dieser Marke zu Buche stehen.
  • 26 Mal wurde Russell Wilson bislang in dieser Saison gesackt - öfter als jeder andere NFL-QB. Und das als vielleicht mobilster Spielmacher der Liga. Einfach zum Nachdenken, liebe O-Line der Seattle Seahawks.
  • Wir gratulieren DeMarco Murray zu seinem ersten 100 Rushing-Yards-Spiel in dieser Saison. Aber kein Grund zur Sorge. Zum selben Zeitpunkt in der Vorsaison waren es ja auch erst deren sechs...
  • Brandon Marshall ist der erste Jets-Receiver mit vier aufeinanderfolgenden 100-Yard-Spielen seit Don Maynard 1968.
  • Die New York Jets haben in dritten Vierteln in dieser Saison als einziges NFL-Team noch keinen Gegenpunkt zugelassen, selbst aber bereits 34 erzielt.
  • Die New Orleans Saints haben nunmehr in 151 aufeinanderfolgenden Partien immer zumindest einen Touchdown erzielt, womit sie mit den San Diego Chargers (von 2002 bis 2012) auf Rang zwei gleichzogen. Der Rekordhalter ist beinahe unmöglich zu erraten. Es sind tatsächlich die Cleveland Browns, die von 1957 bis 1969 in 166 Spielen in Folge zumindest einmal die Endzone erreichten.

In dieser Kategorie lassen sich die NFL-Redakteure von LAOLA1 zu "Bold Predictions" für Woche 6 hinreißen - wie immer ohne Gewähr!

BERNHARD KASTLER über Week 6

  • London calling II! Jacksonville gegen Buffalo. Gut, Buffalo gewinnt natürlich, aber viel Wesentlicher: Rex Ryan schwimmt als Showeinlage in der Themse nackt gegen den Strom.
  • Jets zu Gast bei den Patriots: Darrelle Revis trägt nun wieder die grüne Nummer 24 und pickt Tom Brady 2-4 Mal. 
  • San Diego verliert gegen Oakland - und das ist vor dem letzten Drive sonnenklar.

DER ZURÜCK-IN-DIE-ZUKUNFT-SUPER-BOWL-TIPP 2045

New York Jets - who else? Nach 76 Jahren geht die längste Durststrecke in der Super-Bowl-Ära zu Ende! 16:7 gegen die Los Angeles Rams!

PETER ALTMANN über Week 7
  • San Francisco gegen Seattle! Das war mal ein Spitzen-Spiel. Irgendwann. Damals. Ganz den jüngsten Eindrücken entsprechend werden beide im vierten Viertel ihr Bestes geben, um bloß nicht zu gewinnen. Am Ende wird ein Defensive Touchdown durch NaVorro Bowman entscheiden. Bowman? Seattle? Da war doch auch mal was!
  • Indianapolis gegen New Orleans oder Chuck Pagano gegen Sean Payton oder Noch-Indy-Coach gegen Vielleicht-Eventuell-Bald-Indy-Coach. Star-QBs hin oder her, wir werden mehr Trickspielzüge als Touchdowns sehen. Irgendwelche dunklen Spielzug-Geheimnisse aus dem Colts-Trainings-Camp sind sicherlich noch nicht ans Licht der Öffentlichkeit geraten.
  • Ich hoffe, "mundafingas" Trip zu Arizona gegen Baltimore steht noch, sonst macht das hier keinen Sinn: Wir wünschen ihm seinen persönlichen Touchdown Monday, Carson Palmer wird seinen Spaß haben mit der Ravens-Secondary. Die ESPN-Crew wird sich jedoch fragen, was es mit diesem Touchdown-Tuesday-bei-LAOLA1-Schild auf rot-weiß-rotem Hintergrund im Publikum auf sich hat ;-) C'Mon Man!! Bring uns ins Fernsehen und du darfst den nächsten TT ganz alleine machen, haha!

DER ZURÜCK-IN-DIE-ZUKUNFT-SUPER-BOWL-TIPP 2045

Lieb, dass Kollege Kastler glaubt, dass die Philadelphia Eagles und Cleveland Browns bis 2045 eine Super Bowl gewonnen haben werden. 2045 duellieren sie sich in London (oder im neuen Wiener Megastadion). 45:42 für die Browns. Alternativer Super-Bowl-Sieger-Tipp: Las Vegas Raiders.

HEUTE NACH WEEK 6

Go, Cubs, go!

(EDIT Bernhard K.: Wenn es die Mets werden, aber auch schön.)

(EDIT Peter A.: In der MLB gehen nur die Cubs beziehungsweise die New Yorker Teams, also die Dodgers, Giants und Yankees)

Week

NFC Team

AFC Team

1

Seattle Seahawks

Indianapolis Colts

2

Dallas Cowboys

Denver Broncos

3

Minnesota Vikings

Buffalo Bills

4

Green Bay Packers

New York Jets

5

Green Bay Packers

New England Patriots

Week

NFC Team

AFC Team

1

Seattle Seahawks

New England Patriots

2

Green Bay Packers

New England Patriots

3

Arizona Cardinals

New England Patriots

4

New York Giants

New England Patriots

5

Green Bay Packers

New England Patriots

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