Touchdown Tuesday: Erst die Deutschen, bald wir?

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Da sind wir auch schon wieder.

Die Ergebnisse sind euch allen freilich wie immer bekannt, doch die größte und teuerste Profiliga der Welt hat viele Stories zu erzählen.

Wie gewohnt widmet sich LAOLA1 den Auffälligkeiten des Spieltages.

Wer ist Winner? Wer ist Loser? Wer oder was war awesome? Wer oder was war awful? Wer sorgte noch für Aufsehen? 

Das ist der Touchdown Tuesday - die Endzone von LAOLA1 - Episode 14:



Hurra, sie leben noch! Natürlich haben die Pittsburgh Steelers und Baltimore Ravens immer gelebt, auch ihre Playoff-Chancen waren intakt, doch nach den Niederlagen in Week 13 standen sie gehörig unter Zugzwang - und sie haben bewiesen, dass sie mit Druck umgehen können. Und wie! Die Steelers gewannen das AFC-North-Battle in Cincinnati im vierten Viertel eindrucksvoll und machten die  ohnehin so spannende Division noch spannender. Ebenso trugen die Ravens ihren Teil dazu bei, gewannen gegen den Wild-Card-Konkurrenten Miami auswärts, machten ebenfalls im letzten Viertel alles klar und nun können wir uns auf ein heißes Finish in der AFC North freuen. Die Bengals liegen nur ein Remis vor den Steelers und Ravens. Die Browns liegen auch nur eine Niederlage weiter hinten. Bring it on!

Hach, Cleveland Browns! Irgendwie sind wir ja stolz, dass ihr in Woche 14 noch so relevante Spiele wie jenes gegen Indianapolis bestreitet. Das war in der Vergangenheit nicht sooooooo oft der Fall. Und dann spielt ihr auch noch so gut, dass die Verzweiflung der Colts beinahe zum Greifen war. Okay, das müssen wir präzisieren: Eure Defense spielte so gut. Zwei eurer drei Touchdowns gingen nämlich auf das Konto der Abwehr. Offensiv? Tja. Mehr oder weniger Fehlanzeige. Unterm Strich wurde durch die hauchdünne 24:25-Niederlage kurz vor Schluss ein lange Zeit großartiger Arbeitstag der Defense verschwendet, gleichzeitig war es im unglaublichen Playoff-Rennen in der AFC ein herber Rückschlag. Merkt euch bitte folgendes: Genau solche Führungen muss man nach Hause spielen, wenn man das Loser-Image nachhaltig abstreifen will!!! Gut, wir könnten es uns jetzt natürlich leicht machen und behaupten: Mit Johnny Manziel anstelle des einmal mehr inferioren Brian Hoyer wäre alles viel, viel besser gelaufen. Tun wir nicht. Das wäre viel zu einfach. Aber schlechter hätte der "Superstar-Rookie außer Betrieb" mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht agiert. Ob Head Coach Mike Pettine seine Entscheidung von unter der Woche bereut? Die Wahrheit kennt nur er selbst, aber wir haben da so einen Verdacht...

Es war eng! Es war wirklich eng! Es war sehr sehr sehr eng! Nicht nur das Duell zwischen den Arizona Cardinals und den Kansas City Chiefsper se, sondern auch die Entscheidung der Refs im vierten Viertel. KC-Tight-End Travis Kelce fing einen 19-Yards-Pass von QB Alex Smith, wurde getackelt und verlor den Ball. Die Refs sahen ihn "down by contact", Arizona nutzte eine Challenge - und gewann zurecht. Denn Kelce hatte den Ball beim Play nicht vollends unter Kontrolle. Bitter, denn das stoppte den Drive, der zumindest den Ausgleich hätte bedeuten können. So blieben die Chiefs in einem Spiel mit Playoff-Charakter ohne Punkte in Hälfte zwei. Es war eng! Wirklich eng!

Oh Boy, es gibt ihn also doch, den einen Rekord, den Peyton Manning beim Karriereende (wahrscheinlich) nicht gebrochen haben wird. Okay, das ist jetzt Jammern auf verdammt hohem Niveau, aber dass Peytons Serie an aufeinanderfolgenden Spielen mit TD-Pass bei 51 reißt, ist bitter. Zumindest für uns statistik-verrückte Schreiberlinge. Längst liefen in den Redaktionsstuben dieser NFL-Welt die Vorbereitungen auf diverse Specials zum Rekord in Woche 17. Es schien so fix wie das Amen im Gebet. Dann kommen die Buffalo Bills und retten Drew Brees seine Bestleistung (54). Nummer zwei bleibt Tom Brady mit 52. Wem es am meisten egal ist? Tendenziell Manning selbst. Denn erstens hat Denver dank der drei TDs von C.J. Anderson trotzdem gewonnen, und zweitens symbolisiert genau diese Herangehensweise Peytons Charakter: Der Teamerfolg geht ihm über persönliche Highlights. Auch ein verpasster Rekord macht ihn zu einem der Allergrößten, die jemals dieses Spiel gespielt haben.

IF THE SEASONS ENDS TODAY...

User "Kalkbrenner" umschrieb Andrew Luck in der vergangenen Woche in seiner wie immer hervorragenden Analyse mit "Ein neuer Sheriff ist in der Stadt"! Ja, in drei, vier Jahren, wenn Tom Brady und Peyton Manning im verdienten Ruhestand sind, könnte der Colts-QB der Alleinherrscher in der AFC sein und sich mit Aaron Rodgers über den Status als bester Spielmacher der Liga streiten. Okay, das ist Zukunftsmusik. In der Gegenwart lieferte er in Cleveland nicht unbedingt die beste Performance seiner Karriere ab, aber - und das ist ein wichtiges Aber: Als es drauf ankam, war er da. Die Art und Weise, wie er die Colts im letzten Drive über das Feld führte, war großartig und für mich eines der Highlights eines wieder einmal spannenden Spieltags. Die ganz Großen sind auch an persönlich schwächeren Tagen im entscheidenden Moment zur Stelle. Apropos Nervenstärke: Ich hoffe, dein berechtigter Frust hat sich durch Arizonas Sieg gegen Kansas City wieder ein bisschen gelegt, "mundafinga". Was die Titelträume angeht, bin ich zugegeben auch skeptisch, der Substanzverlust war wohl ein zu großer. Aber das war ein verdammt wichtiger Schritt in Richtung Playoffs - und dort muss ein Gegner diese toll gecoachte und verschworene Einheit erst einmal schlagen. Denn wer sich nach derart vielen Rückschlägen zurückkämpft, verfügt über einen sehr gesunden Kern.

 Ja, da sind wir jetzt ein bisserl neidisch auf die Freunde in Deutschland! Gleichzeitig gratulieren wir umso herzlicher! Mit Markus Kuhn hat erstmals ein deutscher Spieler einen Touchdown in der NFL erzielt. WOW! Der 28-Jährige, 2012 von den New York Giants in der 7. Runde gedraftet, trug ein Fumble von Tennessee-QB Zach Mettenberger in die Endzone zurück. "Als ich zum letzten Mal gepunktet habe, war ich Quarterback in Deutschland. Das ist schon eine Weile her", erinnert sich Kuhn bei den Kollegen von "Sport1". Die Zeiten als Spielmacher sind längst vorbei, heute nennt man ihn "The German Wall", irgendwie ein passender Spitzname für einen Defensive Tackle. Gut, Österreich hat mit dem legendären Toni Fritsch einen Super-Bowl-Champion, mit dem ebenfalls viel zu früh verstorbenen Toni Linhart diente ein weiterer Ex-ÖFB-Teamspieler in den 70ern jahrelang als Kicker in der NFL. Der Traum von einem Spieler in Offense oder Defense lebt indessen noch. Noch sind die NFL-Grenzen für Spieler außerhalb der USA schwierig zu überwinden, aber ich denke, mit dem globalen Siegeszug dieser Liga wird sich dies im kommenden Jahrzehnt auflockern. Auch Österreich hat einen Hoffnungsträger (mehr bei Kollegen Kastler). Ich glaube, der Tag wird kommen, an dem wir einen rot-weiß-roten Touchdown bejubeln. An diesem Tag stoppen wir dann auch die Druckerpresse und gestalten ein Touchdown-Tuesday-Special - versprochen!





Netter Konter, Cam Newton! Da starten wir unter der Woche unser kleines Spielchen, von euch die besten Spieler dieser Saison wählen zu lassen, und lassen dich in einer knappen Entscheidung außen vor. Gut, wir haben nur 20 Spots zu vergeben, einen Eagles-QB wollten wir dabei haben, und allem Unvermögen zum Trotz war selbst die Saison von Jay Cutler bisher besser als deine, lieber Cam. Wir schreiben das jetzt einfach mal uns zu (und natürlich nicht der komplett kaputten Saints-Defense), dass du in New Orleans einen Sterntag erwischt hast, weil wir dich extrem motiviert haben. Deine Leistungen davor waren halt leider trotzdem nicht sonderlich gut. Da gibt es auf der Quarterback-Position freilich ganz andere Kaliber! Wir bedanken uns schon mal herzlich für eure bisherige Beteiligung am Trendsetter, bitten euch um weitere Stimmen (siehe unten) und halten stolz fest, dass der "Blick durch die Vereinsbrille" bei unserer fachkundigen Leserschaft mehrheitlich ausbleibt und wir bislang ein wirklich vernünftiges Ranking als Zwischenstand anbieten können: Während ich diese Zeilen schreibe, führt Aaron Rodgers vor Tom Brady, Peyton Manning und Andrew Luck. Dieses Quartett ist objektiv gesehen auch das beste in dieser Saison. Langsam kommen wir ohnehin in die "Award-Season". Kollege Kastler hat vergangene Woche bereits die MVP-Frage gestellt. Da lege ich mich etwas klarer fest: Für mich ist es bislang Aaron Rodgers. Geht an den letzten drei Spieltagen nichts schief, bekommt er die Auszeichnung auch. Andere Meinungen (J.J. Watt!) sind bei den heuer unglaublich vielen Kandidaten selbstverständlich mehr als zulässig. Vielleicht können wir in den kommenden Wochen ja ein kleines Spielchen daraus machen. Geht in euch und benennt euren MVP. Spätetens nach Woche 17 wäre es cool, wenn ihr euch im Kommentar-Bereich outet. Voraussetzung: Wie im echten Leben darf jeder nur einen Spieler wählen!

Schade, schade, schade! Kann man einmal nicht das Monday Night Game schauen, versäumt man ein derartiges Punktefestival! Gut, die Spannung war überschaubar, denn Green Bay machte, was man von Green Bay erwartet: Scoren, scoren, scoren. Also Hut ab vor Atlanta, die aus dieser einseitigen Angelegenheit einen unterhaltsamen Abend machten. Vor allem an Julio Jones, dessen 259 Receiving Yards einfach nur unfassbar gut sind. Scheint fast so, als wäre da jemand rechtzeitig zur Crunch Time aufgewacht. Hoffen wir, dass seine Verletzung nicht zu schlimm ist. Denn, auch wenn mich das NFC-South-Thema selbst schon nervt, dieser Division-Endspurt (haha, okay, "Spurt" ist ungewollt gemein. Nennen wir es lieber "Schneckenrennen") zwischen Atlanta, New Orleans und Carolina wird noch ein kleiner Klassiker - ein ganz kleiner, aber immerhin. Ich weiß echt nicht, wem ich da die Daumen drücken soll. Bislang habe ich ja auf New Orleans gesetzt, aber langsam habe ich die Schnauze voll. Setzen sich die Falcons durch, bleibe ich dabei, dass es für den Gast in der Wild-Card-Runde unangenehm werden könnte. In einem Spiel ist alles möglich. Zumindest wenn Mr. Jones weiter diese Form an den Tag legt...

Das Drama der San Francisco 49ers haben wir in der Vorwoche zu Genüge betrachtet, die Blamage bei den Oakland Raiders passt bestens in Bild dieses menschlichen Totalversagens in dieser Saison. Denn dieser Roster wäre natürlich nicht so schlecht, wie er sich in den vergangenen Wochen präsentierte. Aber Sport wird immer noch von Menschen ausgeführt, und wenn die interne Stimmung kippt, geht eben nichts mehr. Dass die 49ers die Reißleine ziehen werden/müssen, liegt auf der Hand. Denn so sehr Head Coach Jim Harbaugh den Erfolg brachte, so sehr brachte er offenbar auch Unruhe und Zwistigkeiten. An Interessenten für Harbaugh, der 2015 noch unter Vertrag steht, mangelt es natürlich nicht. Der Favorit sind die Oakland Raiders, und deren Spieler haben am Sonntag schon mal ein gelungenes Bewerbungsgespräch absolviert. Die Frage aller Offseason-Fragen lautet: Gelingt es den 49ers tatsächlich, Harbaugh via Trade anzubringen. Und vor allem: Was ist er wert? Die Spekulationen bewegen sich irgendwo zwischen Erstrunden- und Mittrunden-Draftpick. SI-Experte Peter King hat gut herausgearbeitet, was es für die letzten der seltenen Coach-Trades als Kompensation gab:

  • Herman Edwards (2006 von den New York Jets nach Kansas City): Viertrunden-Pick
  • Jon Gruden (2002 von Oakland zu Tampa Bay): 2 Erstrunden-Picks, 2 Zweitrunden-Picks, 8 Millionen Dollar
  • Dick Vermeil (2001 von St. Louis zu Kansas City): Zweirunden-Pick, Drittrunden-Pick, 500.000 Dlaar
  • Marty Schottenheimer (2001 Kansas City zu Washington): 2 Drittrunden-Picks
  • Bill Parcells (1997 von New England zu den New York Jets): Erst-, Zweit, Dritt- und Viertrunden-Pick, 300.000 Dollar)

Es sei ausdrücklich festgehalten, dass diese Deals nur schwierig eine Norm sind, weil die Grundvoraussetzungen jeweils unterschiedlich waren. Auch ist nicht ausgeschlossen, dass sich 49ers und Harbaugh einfach darauf einigen, dass der Coach 2015 eine Auszeit nimmt (und der Vollständigkeit halber: Vielleicht bleibt alles, wie es ist und er coacht die 49ers; dies wäre jedoch eine Niederlage für diverse Insider in US-Medien). Sollte es zu einem Trade kommen, ist San Franciscos Verhandlungsposition natürlich überschaubar gut. King findet, dass Harbaugh seinem neuen Arbeitgeber zumindest das wert sein sollte, was Belichick 2000 den Patriots wert war, also ein Erstrunder. Aber ob die Raiders für Harbaugh wirklich ihren frühen Pick (womöglich sogar der erste) abgeben? Ich glaube nicht. Es wäre auch reichlich dämlich.

Zum Abschluss noch einmal ein Hinweis auf die Ausführungen von User "Kalkbrenner" in der Vorwoche, nämlich über die Defense der Buffalo Bills. Dieses Thema brennt mir auch schon länger unter den Nägeln, weil die Herangehensweise der Bills nämlich gut symbolisiert, wie man es nicht macht. Zuerst zur Defense: Stark, wirklich stark! Und das sage ich nicht nur, weil sie Teil meiner Keeper-League-Eliteeinheit ist, hehe. Auf dieser Abwehrreihe ließe sich wirklich aufbauen. Umso ärgerlicher dieser haarsträubende Fehler, im Draft 2013 E.J. Manuel in Runde 1 zu wählen. In einem Jahr, in dem so ziemlich jeder Experte davor abriet, einen QB zu nehmen, weil dieser Jahrgang einfach nicht über genügend Klasse verfügen würde (man frage nach bei den New York Jets, die mit Geno Smith eine Niete gezogen haben). Fakt ist, dass Buffalo mit einem wenigstens überdurchschnittlichen Spielmacher heuer wirklich gute Playoff-Chancen gehabt hätte. Noch ist die Postseason möglich, aber wer glaubt wirklich daran (Green Bay und New England zählen zu den letzten Gegnern)? So wurde ein Pick auf einer anderen Position verschwendet, und das aus der Ungeduld heraus, in der AFC East Tom Brady etwas entgegensetzen zu müssen. Ja, die schwierigste Übung in der NFL ist es, einen Franchise-QB zu finden. In Buffalo drängt die Zeit, denn die Klasse dieser Defense sollte nicht verschwendet werden. Aussichtslos? Nein. Man denke nur an die Situation der Seattle Seahawks vor drei Jahren. Die standen vor einem ähnlichen Problem, hatten ein merklich aufstrebendes Team ohne brauchbaren QB und sicherten sich sogar um viel zu viel Geld Matt Flynn im Irrglauben, der gute Herr könnte irgendein Problem lösen. Aber wenn man gleichzeitig Russell Wilson draftet... Und von einer Anspielstation der Klasse eines Sammy Watkins sind die Seahawks weit entfernt!

 Wie geil ist bitte Jeff Fisher? Jeff Fisher ist so lustig, er sollte am kommenden Samstag die letzte Ausgabe von "Wetten, dass...?" moderieren. Seine Aktion hätte sich natürlich durchaus einen Platz da oben verdient - zu gut! Also was war? Im Duell mit den Washington Redskins schickte der Head Coach der St. Louis Rams doch tatsächlich jene sechs Spieler als Captains (Greg Robinson, Janoris Jenkins, Michael Brockers, Alec Ogletree, Zac Stacy, Stedman Bailey) zum Coin Toss, die als Picks aus dem 2012er Blockbuster-Draft-Trade (für Robert Griffin III) resultierten. Wie geil ist denn das bitte? Die Message dürften die Skins verstanden haben: Diesen Trade haben wir ja dann nicht wirklich gewonnen... RGIII ist bekanntlich kein Starter mehr und deswegen stellt sich Washington die Frage: Und von wem trennen wir uns jetzt? RGIII oder Head Coach Jay Gruden? Und will der wirklich ein Team um Colt McCoy aufbauen? Weitere Pointen für "Wetten, dass....?" Zu gut!

 Bravo Dallas Cowboys! Und das schreibe ich im Dezember - ich muss mir meine Augen reiben! Aber wirklich bravo. Ihr habt das erste von vier Spielen in eurem ungeliebten Football-Monat bei den Bears eindrucksvoll gewonnen, seid auswärts die Macht der Liga (für mögliche Playoffs nicht das Schlechteste...) und habt zum ersten Mal seit 2009 (!) eine positive Bilanz am Ende der Saison stehen. Ich drück euch echt die Daumen, schafft es in die Postseason, America's Team sollte da wirklich wieder einmal vertreten sein!

 Ein kleiner Exkurs in die Welt des College-Footballs! Seit neun Tagen hat der Adventkalender, seit Samstag der Bowl-Kalender wieder Saison. Die College-Spiele der Regular Season zusätzlich zu den NFL-Spielen live zu verfolgen, das ist freilich etwas schwierig, doch das eine oder andere Bowl Game sollte sich schon wieder ausgehen. Diese Season gibt es ja auch erstmals Playoffs - sprich die Sieger aus Rose Bowl (Oregon/2 vs. Florida State/3) und Sugar Bowl (Alabama/1 vs. Ohio State/4) treffen im National Championship aufeinander. Es hat schon einen besonderen Flair, wenn sich Familien von überall aus den USA aufmachen, um ihr College anzufeuern. Plus: Man sieht die NFL-Stars von morgen! Apropos: Habe mit unserer größten NFL-Hoffnung Aleksandar Milanovic (Sacramento State) gesprochen, die Bilanz seiner College-Saison gibt es bald bei uns zu lesen!

  Die Teams sind awful (deswegen der Pfeil nach unten), aber das Rennen ist awesome (deswegen der Pfeil nach oben). Also: "Suck for the Duck" wird jetzt in den letzten drei Runden so richtig heiß. Sprich das Rennen um Oregon-Ducks-QB Marcus Mariota, der mutmaßlich als Erster (Spielmacher) im Draft 2015 gezogen wird. Zumal Oakland nicht mehr Letzter ist und QB Derek Carr gezeigt hat, dass man auf ihn setzen kann. Und das vor den Augen seines mutmaßlich nächsten Head Coaches Jim Harbaugh, der sowieso auf ihn bauen soll. Klar ist, die Tampa Bay Buccaneers (aktuell Letzter der NFL, also Erster im Draft) werden ihn wohl haben wollen, wie auch die Tenessee Titans und die New York Jets. Jacksonville wird und sollte auf Blake Bortles bauen. Nächstes Wochenende gibt es Titans-Jets, die ultimative "Suck for the Duck"-Bowl. "You play to win the game", hat Herm Edwards einmal gesagt. Hm, Ausnahmen bestätigen die Regel!

  Apropos Spitzen-Head-Coach-Zitate. Mike Singletary ("Cannot play with them, cannot win with them, cannot coach with them") soll laut NFL Insider Mike Rapoport Thema für einen Head-Coach-Posten nächste Saison sein. Hihi. Aber eigentlich geht es mir ja um das Coaching-Carousel per se. Es werden natürlich wieder ein paar Head Coaches fliegen (Pfeil nach unten), aber es werden auch neue, spannende kommen (Pfeil nach oben). Todd Bowles (ARI-DC) gilt als heißester Kandidat der Coordinators, die nächste Saison Head Coach werden. Jim Harbaugh wird wohl zu haben sein und der wird in der NFL bleiben wollen. Ich wünsche mir ja Jon Gruden wieder einmal in der NFL, aber er soll ruhig ESPN-Analyst bleiben. Wen hätte ich sonst noch wo gerne? Mike Ditka, aber dieser Zug ist auch abgefahren. Aber apropos Chicago: Da greife ich sehr gerne noch einmal Kollegen Altmanns Traum-Vorschlag auf: Rex Ryan als DC in Chicago. Zu gut!

 New Orleans Saints 10. Carolina Panthers 41. Das muss man sich ja wirklich erst einmal 20 Mal durchlesen, ehe man checkt, dass das wirklich ein Ergebnis dieses Spieltags ist. Wow, das war mal so richtig peinlich, New Orleans, du Heimmacht außer Dienst. Ganz ehrlich, auch wenn die Chance in dieser Saison aufgrund der aberwitzigen NFC South weiterhin besteht, die Saints sollten heuer nicht in der Postseason stehen. Sie hätten ja ein Heimspiel und das würden sie sowieso verlieren. Sie haben jetzt zum ersten Mal seit 1999 vier Niederlagen en suite dort verzeichnet. Ersparen wir uns das einfach, behalten die Saints in guter Erinnerung und Drew Brees und Co. schaffen es nächste Saison wieder gekonnt in die Playoffs. Deal?

Wir picken jede Woche die Teilnehmer der Super Bowl XLIX, die am 1. Februar kommenden Jahres in Arizona stattfinden wird. Wir sind zuversichtlich, in irgendeiner Woche richtig zu liegen - spätestens nach den Conference Finals...

BERNHARD KASTLER und sein Super-Bowl-Pick nach Week 14:

NEW ENGLAND PATRIOTS vs. SEATTLE SEAHAWKS

Was, das hatte ich noch nicht? Momentan für mich ein so genannter No-Brainer, zumal ich New England und Green Bay ja letzte Woche hatte! Seattle spielte in Philadelphia wie ein absoluter Champ, die "Legion of Boom" ist wieder das, was sie vergangene Saison war. Und New England hat die Green-Bay-Pleite erwartungsgemäß gut weggesteckt. Ich wüsste echt nicht, wer in der AFC die Pats stoppen soll. Denver und Indy haben sie schon beide geschlagen, sie werden zu Hause spielen. Und Seattle kann auf diese Weise jeden schlagen. Könnte ein Klasse-Spiel werden!

PETER ALTMANN und sein Super-Bowl-Pick nach Week 14:
 
INDIANAPOLIS COLTS vs. SEATTLE SEAHAWKS
 
Gratuliere Kollege Kastler zum Tipp Seattle gegen New England! Nur: Wer ein paar Wochen zu spät kommt, den bestraft das Super-Bowl-Tippspiel-Leben. Favoriten-Konstellationen müsste ich inzwischen alle durch haben, also kann ich unter meine letztwöchige Ankündigung, nur noch das zu tippen, was ich glaube, frech einen Strich machen: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern? Ich will gewinnen, also sichern wir das Ganze doch noch ein wenig ab. So ganz kann man einen Playoff-Einbruch der Herren Manning und Brady ja doch nie ausschließen. Die Colts haben eine Offense, die jedem Gegner weh tun kann. Seattle ist wieder Seattle. Also bringen wir einmal diese Variante ins Spiel...

  • Le'Veon Bell ist der erste Running Back seit Legende Walter Payton anno 1977, der in drei Spielen en suite mehr als 200 Total Yards zustandebrachte.
  • Die St. Louis Rams haben zum zweiten Mal in ihrer Franchise-Geschichte zwei Spiele hintereinander zu Null gewonnen. Das erste Mal war 1945 - in den ersten beiden Spielen. 
  • Der 87-Yards-Touchdown von Jarius Wright hat den Minnesota Vikings nicht nur den Sieg gegen die New York Jets beschert, es war der längste Overtime-Play seit 1998. Damals schlug 49ers-RB Garrison Hearst und sein 96-Yards-Play - richtig - die Jets.
  • Mit dem Sieg gegen Atlanta hat Green-Bay-QB Aaron Rodgers 68 seiner ersten 100 Spiele gewonnen. Das ist übrigens die exakt gleiche Bilanz wie jene eines gewissen Brett Favre.
  • Die 259 Receiving Yards von Julio Jones gegen Green Bay sind die meisten, die jemals ein Receiver gegen die Packers erzielte.
  • Apropos großartige Receiver-Leistungen: A.J. Green war so etwas der Lichtblick an einem dunklen Bengals-Tag. Dies war das 20. 100-Yard-Spiel seiner Karriere. In Cincinnatis Franchise-Historie hat nur Chad Johnson (31) mehr.
  • Russell Wilson steht nun bei 33 Siegen in seinen ersten drei Karriere-Saisonen. Damit hat er - zumindest in der Super-Bowl-Ära - den Rekord von Dan Marino und Matt Ryan eingestellt.
  • Und für alle, die wissen wollen, warum San Francisco wirklich in Oakland verlor und Philadelphia gegen Dallas am kommenden Wochenende keine Meter haben wird: Sie letzten sieben Gegner der Seattle Seahawks verloren ihr Spiel in der darauffolgenden Woche. Muss am Selbstvertrauen nagen, wenn man gegen die Defense des Champions antritt...

In dieser Kategorie lassen sich die NFL-Redakteure von LAOLA1 zu "Bold Predictions" für Woche 15 hinreißen - wie immer ohne Gewähr!

BERNHARD KASTLER über Week 15

  • Wie oben schon erwähnt, "Suck for the Duck"-Bowl in Tennessee: Titans-Jets. 24 (unabsichtliche) Turnover beim 3:0 für die Titans...
  • Seattle vs. 49ers hat ob der SF-Niederlage in Oakland leider nicht mehr allzu viel Brisanz. Aber sie hassen sich. Das sollte reichen. Pickings LIVE wird sich dem Spiel widmen - und dazu auch ein entsprechendes Red-Zone-Angebot schnüren. Ich sage einen von Richard Sherman und Michael Crabtree ausgelösten Brawl zwischen den Erzrivalen voraus.
  • Cleveland gegen Cincinnati - es wird am Ende das Duell zwischen Johnny Football und Jason Campbell...

PETER ALTMANN über Week 15
  • Mein Gott, was freue ich mich auf Philadelphia gegen Dallas! NFC-East-Showdowns sind seit gefühlten Jahrzehnten ein Garant für denkwürdige Spiele. Was bleibt diesmal in Erinnerung? Natürlich unser heuriger "Mr. Dezember" Tony Romo! Beim 41:38 für die Cowboys wirft er 13 Sekunden vor Schluss den entscheidenen TD-Pass auf Dez Bryant - sein fünfter an diesem Abend. Pech nur, dass er sich beim darauffolgenden Jubel den Rücken endgültig verreißt, weswegen Dallas die Division in den letzten beiden Matches doch nicht nach Hause spielt. Letztlich das große Glück im Unglück: Denn so darf man in der Postseason durchwegs auswärts antreten und Romo führt die Cowboys nach seiner Rückkehr in die Super Bowl. So wird es kommen, meine Damen und Herren!
  • Ja, leider, wir haben Pittsburgh-RB Le'Veon Bell bislang noch viel zu wenig gewürdigt. Kommt noch! Nach seinen 300 Scrimmage Yards gegen Atlanta kriegt er von uns kommende Woche ein kleines Special.
  • Die "Suck for the Duck"-Bowl in Tennessee is ja ganz lieb. Aber die wirklichen Vermassler wird man bei Tampa Bay finden. Die Bucs sind nämlich garantiert so dumm, dass sie Carolina besiegen und damit einen herben Rückschlag im Rennen um den so wichtigen QB im Draft erleiden. Unter 200 Yards wird es Mike Evans in dieser Partie nicht machen...

HEUTE NACH WEEK 14

Bringt Football nach Los Angeles zurück! (An dieser Stelle herzlichen Glückwunsch an Galaxy-Kicker Landon Donovan, der sich in seinem letzten Spiel als erster Fußballer zum sechsten Mal zum MLS-Champion kürte #USLegend)

Woche AFC NFC
Week 13 New England Patriots Green Bay Packers
Week 12 Denver Broncos Seattle Seahawks
Week 11 New England Patriots Arizona Cardinals
Week 10 Denver Broncos San Francisco 49ers
Week 9 New England Patriots Philadelphia Eagles
Week 8 Denver Broncos Arizona Cardinals
Week 7 Indianapolis Colts Dallas Cowboys
Week 6 San Diego Chargers San Francisco 49ers
Week 5 San Diego Chargers Seattle Seahawks
Week 4 Cincinnati Bengals Arizona Cardinals
Week 3 San Diego Chargers Arizona Cardinals
Week 2 Denver Broncos Philaldelphia Eagles
Week 1 New England Patriots New Orleans Saints
Woche AFC NFC
Week 13 Denver Broncos Green Bay Packers
Week 12 New England Patriots Seattle Seahawks
Week 11 New England Patriots Green Bay Packers
Week 10 New England Patriots Arizona Cardinals
Week 9 Denver Broncos Arizona Cardinals
Week 8 Indianapolis Colts Arizona Cardinals
Week 7 Denver Broncos Green Bay Packers
Week 6 Denver Broncos Dallas Cowboys
Week 5 Denver Broncos Seattle Seahawks
Week 4 San Diego Chargers Seattle Seahawks
Week 3 Cincinnati Bengals Seattle Seahawks
Week 2 San Diego Chargers Seattle Seahawks
Week 1 Denver Broncos Seattle Seahawks
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