Touchdown Tuesday: Free-Agency-Special

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St. Patricks Day oder Josefitag? Nö, wir brauchen keinen Anlass!

Für uns ist gerade zu Beginn der Free Agency (hier geht es zu unserer Transferübersicht) jeder Tag ein Feiertag. Gut einen Monat nach der Super Bowl geht es wieder rund in der NFL.

Okay, bis wir den ersten Touchdown der Saison 2015 erleben, dauert es noch knapp ein halbes Jahr.

Aber, und das ist ein großes Aber: Zu diskutieren, analysieren und spekulieren gibt es jetzt schon genügend! Denn die Teams rüsten sich mit wichtigen Personalentscheidungen für die nächste Super-Bowl-Jagd.

Kurzum: Die Vorfreude steigt und steigt und steigt.

Doch wer sind die bisherigen Winner und Loser? Wer oder was war awesome? Wer oder was war awful? Wer sorgte noch für Aufsehen?

Die merklich ungeduldigen NFL-Redakteure von LAOLA1 haben sich daher entschlossen, auch in diesem Jahr abseits der Regular Season einen Touchdown Tuesday zu produzieren.

Im guten, alten Privatfernsehen würde man von einem Special sprechen. Bitte sehr:

Eines gleich vorneweg: Wer die Free Agency gewinnt, muss am Ende nicht alles gewinnen. In der jüngeren Vergangenheit war das auch nie der Fall. Aber hey, es geht hier und heute um die Free Agency und die hat nunmal die AFC East für sich entschieden. Gut, weniger die New England Patriots, die nicht nur als regierender Super-Bowl-Champion ohnehin immer vorne mitschwimmen, sondern die drei dahinter, die sich immer wieder so viel Mühe geben, New England Paroli zu bieten - und am Ende des Tages recht deutlich einsehen müssen, dass es wieder nicht reicht. Doch es wurde mit Stars aufgerüstet. Buffalo holte sich etwa per Trade LeSean McCoy sowie Percy Harvin, die Miami Dolphins krallten sich Top-Tackle Ndamukong Suh sowie Jordan Cameron und die New York Jets vereinigten ihre Cornerback-Combo mit Star Darrelle Revis und Antonio Cromartie sowie holten sich per Trade Brandon Marshall ins Boot. Da will es jemand wissen. Am Ende wird New England also souverän die AFC East für sich entscheiden...

Gut geklaut, ist halb gewonnen - so oder so ähnlich. Ein US-Medium hat in den vergangenen Tagen geschrieben: "Zuerst haben die San Francisco 49ers ihr Hirn verloren, jetzt auch noch ihr Herz - kein Team hat mehr Talent abgegeben." Mit dem Hirn ist natürlich Ex-Head-Coach Jim Harbaugh gemeint, mit dem Herz der gewaltige Aderlass an Spielern. Wobei man hierbei differenzieren muss. Am Papier klingen die Abgänge unersetzbar, aber manche Spieler wie Frank Gore, Mike Iupati, Michael Crabtree, Chris Culliver oder Perrish Cox hätte man nur zu einem gewissen Preis weiterverpflichtet. Alle diese Spieler (nur Crabtree wartet interessanterweise noch vergeblich) erhielten andernorts deutlich höher dotierte Verträge - und so manches erfolgreiches Management zeichnet auch aus, bei dieser Preistreiberei nicht mitzumachen. Zudem konnte man sich auf diese Abgänge ebenso vorbereiten wie auf den immer noch drohenden Rücktritt von Justin Smith. Nichtsdestotrotz ist der Qualitätsverlust ein brutaler, denn ein Youngster wie Carlos Hyde muss einen Dauerbrenner wie Gore erst einmal adäquat ersetzen. So richtig brutal sind jedoch die völlig unerwarteten Rücktritte von Patrick Willis und dessen designiertem Nachfolger Chris Borland. Damit ist aus der besten Inside-Linebacker-Riege der Liga eine riesige Baustelle geworden, denn ob NaVorro Bowman je zu alter Stärke finden wird, ist fraglich. Unterm Strich droht San Francisco statt dem geplanten "Reloading" definitiv ein "Rebuilding", und das kann dauern. Denn dieser geballte Verlust an Leadership ist kaum zu kompensieren. Noch dazu in einer Division wie der NFC West, in der die ohnehin starke Konkurrenz nicht schlechter geworden ist. Klingt nach derzeitigem Stand nach einem Absturz in den Tabellenkeller.

Wir wollen unsere liebgewonnenen Kategorien nicht ändern, deswegen interpretieren wir "Play" als Schachzug - und hier kann es nur einen gaben, nämlich einen genialen. Aus dem Trade-Feuerwerk zu Beginn des neuen Liga-Jahres stach jener für Jimmy Graham von New Orleans nach Seattle eindeutig heraus. Bravo Seahawks! Denn dieser Move sollte sich nachhaltig bezahlt machen. Erstens verfügt Russell Wilson nun über ein Red-Zone-Traget, das man in der heiklen Phase einer Super Bowl tatsächlich bedienen kann (und nein, wir wollen natürlich nicht Salz in diese Wunde streuen...). Zweitens ist es angesichts des anstehenden Monster-Vertrags für Wilson das Signal, dass man gewillt ist, dem QB in den kommenden Jahren viel mehr Verantwortung zu übertragen und ihn auch mit den entsprechenden Anspielstationen auszustatten - da ist ein sensationeller Tight End ein guter Beginn. Drittens gelang es trotzdem, Marshawn Lynch mit aufgebessertem Kontrakt zumindest ein weiteres Jahr zu halten, sodass der Übergang ein schleichender sein kann und man sich 2015 weiter auf "Beast Mode" und sein bärenstarkes Laufspiel als Basis verlassen kann. Das Super-Bowl-Ticket der NFC könnte somit ein drittes Jahr in Folge über Seattle führen. Einziges Haar in der Suppe dieses Deals: Mit Max Unger gab man einen hervorragenden Center ab, der einer ohnehin nicht übertrieben starken O-Line fehlen wird. Hier herrscht Handlungsbedarf. Aber es wäre nicht GM John Schneider, wenn er nicht kostengünstige, aber qualitativ ansprechende Lösungen parat hätte.


So ganz sicher sind wir uns noch nicht, ob das ein richtiges Oh Boy sein wird, oder doch ein eher positives. Denn wer hat bei den Gedankengängen von Chip Kelly noch nicht den Überblick verloren? Fest steht: Niemand in der NFL setzte sich binnen weniger Tage so sehr unter Druck wie der Head Coach der Philadelphia Eagles, der ab dieser Saison auch die Personalhoheit über den Roster hat. Und die nutzte er mal so richtig aus. Alle interessanten Personalien würden hier den Rahmen sprengen, aber gehen wir mal auf einige ein. LeSean McCoy für Kiko Alonso nach Buffalo zu traden, dafür mit dem nicht ganz billigen DeMarco Murray und Ryan Mathews ein neues RB-Duo ins Haus zu holen? QB Nick Foles im Austausch für Sam Bradford nach St. Louis zu schicken? Seattle-Cornerback Byron Maxwell einen äußerst gut dotierten Vertrag zu geben? Mit Jeremy Maclin den nächsten Star-Receiver ziehen zu lassen? Alles Deals, die man machen kann. Aber in dieser Fülle? Und zumindest für einige gilt: zu diesen Konditionen? Und wer weiß, was Kelly im Draft noch einfällt... Diese Generalsanierung des Aufgebots sollte besser auf Anhieb funktionieren. Wir wissen ja nicht so genau, wie Journalisten ticken, aber man stelle sich einfach einmal die Schlagzeilen nach einem verpatzten Saison-Start vor. #Druck...

 

DER MOMENT, IN DEM DU UM 60 MILLIONEN DOLLAR REICHER WIRST

Kaum ist man vom Super-Bowl-Trip samt drangehängtem US-Urlaub zurück, nimmt die NFL dank der Free Agency wieder Fahrt auf. Dies nur als Geheimtipp für alle Football-Freaks, die überlegen, wie sie in Zukunft im langweiligen Februar die Zeit totschlagen wollen. Aber zur Free Agency: In mir schlagen zwei Herzen. Sowohl als Journalist als auch als Fan liebe ich die erste Woche der Transferzeit - der Business-Aspekt rundet in meinen Augen das Gesamtprodukt NFL erst so richtig ab, und in den vergangenen Tagen haben es die Teams wieder richtig krachen lassen. Alle Teams? Nein. Einige - und gefühlt sind es immer dieselben - hielten sich beim Wettbieten um die Big Names unter den Free Agents gewohnt zurück, stiegen erst verspätet ein, als man sich schon deutlich billiger und sinnvoll verstärken konnte. Oder - und das ist mir sowieso die allerliebste Variante - sie investierten ihr Geld lieber in Vertragsverlängerungen mit eigenen Stars (liebe Grüße nach Green Bay!). Ich persönlich bleibe bei meiner Überzeugung: Bei allem Free-Agency-Spaß - in dieser Phase des Jahres werden keine Super-Bowl-Sieger geformt. Die Basis dafür legt man im Draft und nicht mit Zig-Millionen-Verträgen für Stars anderer Teams. Ausnahmen bestätigen freilich die Regel, aber Franchises wie vor allem Green Bay, auch Seattle, Baltimore, Pittsburgh, die New York Giants, oder mit Abstrichen San Francisco beherzigen dies seit Jahren und sind mit dieser Strategie gut gefahren - auch Champion New England jagt lieber Nobodys und investiert meist nur in teure Free Agents, wenn es a.) Sinn macht und b.) wenig jahrelanges finanzielles Risiko beinhaltet, wie im Vorjahr Darrelle Revis. Deshalb sind übrigens auch "Gewinner" der Free Agency immer mit Vorsicht zu genießen. Konkretes Beispiel: Vor einem Jahr durften sich die Tampa Bay Buccaneers groß abfeiern lassen, weil sie einige begehrte Free Agents an Land zogen. 143 Millionen Dollar waren ihre Verträge wert, knapp 84 davon (rund 37 davon garantiert) jene für Josh McCown, Michael Johnson und Anthony Collins. Dieses Trio ist nach enttäuschenden Leistungen längst wieder Geschichte, der Salary-Cap-Hit bleibt teilweise, und was haben die Investitionen gebracht? Zwei Siege und den ersten Pick im Draft. Gut, landet man hier einen Homerun, kann es auch ein Glücksfall gewesen sein. Dennoch gehen es die Bucs am Transfermarkt bislang ruhiger an. Da hat wohl jemand seine Lektion gelernt...

Apropos Ausnahmen bestätigen die Regel: Meine Worte bezüglich Strategie, einen Kader zusammenzubasteln, bezogen sich nicht auf Spieler wie Ndamukong Suh. Oder wie vor einigen Jahren Peyton Manning. Wenn solche Talente, wie es sie in einer Generation nicht allzu oft gibt, tatsächlich auf dem freien Markt landen, dann sollte man den Igel aus seiner Geldtasche lieber behutsam entfernen. Denn man kann es an einer Hand abzählen, so selten passiert dies in einer Dekade. Ich gratuliere also hiermit den Miami Dolphins. Der Sieg im Wettbieten um den Defensive Tackle war zwar seeeeeehr teuer, aber die 60 garantierten Millionen (insgesamt kann der Deal bis zu 114 Millionen wert sein), sollten sich auszahlen. Man kann von Suh charakterlich halten, was man will, aber sportlich ist es absolut gerechtfertigt, ihn auf Niveau von Spitzen-QBs zu bezahlen. Und die Angst, dass er sich auf seinem fetten Vertrag ausruht (diesmal weniger liebe Grüße nach Tampa Bay und Michael Johnson), plagt mich auch nicht wirklich. Für Suh geht es um die Hall of Fame. Das weiß er, dafür braucht er neben seinem Können auch Erfolge. Die ließen sich in Detroit aus diversen Gründen nicht realisieren. An seiner Motivation sollte es also nicht scheitern. Mit seiner Heißläuferei hat er seiner Reputation ohnehin schon genug geschadet. Ist der Bursche endgültig erwachsen geworden, dann viel Spaß, liebe Konkurrenz...

Ich weiß, ich weiß, noch einmal AFC East, aber ich m-u-s-s einfach ein Wort über die Buffalo Bills verlieren. Ich wünsche mir echt, dass ihre Fans mit der ersehnten Playoff-Teilnahme erlöst werden. Jeder regelmäßige Leser weiß zudem, wie ich bis zum Beweis des Gegenteils zu Rex Ryan stehe. Aber diese Ausgangsposition muss man einfach vollinhaltlich l-i-e-b-e-n! Geile Defense, super Laufspiel (LeSean McCoy!), zumindest zwei richtig starke Wide Receiver. Aber Quarterback?!? Wem kommt das bekannt vor? Schade eigentlich, dass Buffalo heuer keinen Erstrunden-Draftpick hat, mit dem man zu Pick 5 hochtraden könnte, um sich einen Spielmacher zu sichern, der in den ersten beiden Saisonen ungeahnte Erfolge einfährt, das Team in zwei Championship-Games führt, sodass Rex die Super Bowl für Saison Nummer drei garantiert, diese jedoch im unerwarteten Absturz endet, die Karriere des QBs langsam ins Trudeln gerät und Rex sich seine Frau im Dress dieses QBs auf dem Arm tätowiert. Klingt zu absurd, um wahr zu sein? Äh, hat's alles schon gegeben... (Jüngere Leser blättern bitte im Lexikon unter #Mark Sanchez und #New York Jets) Heute Abend schaue ich mir dann "Und täglich grüßt das Murmeltier" an...

Ich finde es interessant zu verfolgen, wie sich die Wertigkeit diverser Positionen über die Jahre gesehen entwickelt. Als durchaus positiv empfinde ich, dass herausragende Leistungen von Running Backs wieder mehr honoriert werden - siehe die neuen Verträge für Marshawn Lynch, LeSean McCoy und DeMarco Murray. Wenngleich ich weiterhin der Meinung bin, dass man für einen Ballträger keine Unsummen ausgeben muss und deshalb die Entscheidung der Dallas Cowboys, Murray nicht mit Geld zuzuschütten, sehr wohl nachvollziehen kann. Ganz und gar nicht nachvollziehen kann ich indes, um zum Kern dieses Absatzes zu kommen, wie viel Kohle diverse Durchschnitts-Cornerbacks im Vergleich zu Kräften auf anderen Positionen nachgeschmissen bekommen. Okay, die NFL ist eine Passing League und jedes Team sucht verzweifelt nach Fachkräften, die diese Wurf-Maschinerie erfolgreich stoppen können. Aber 7 Millionen pro Jahr für einen Cary Williams, liebe Seahawks? 6,5 Millionen pro Jahr für einen Buster Skrine und 8 Millionen pro Jahr für Antonio Cromartie, liebe Jets? 8 Millionen im Jahr für Chris Culliver, liebe Redskins? Um nur einige Beispiele zu nennen. Alles nette Spieler, aber sie sollten mal lieber mit Glanzleistungen überzeugen, bevor sie zu teuren Leichen im Salary-Cap-Keller werden. Das gilt übrigens auch für Byron Maxwell, der mit seinem 60-Millionen-Vertrag für sechs Jahre in Philadelphia diese Lawine an Monsterverträgen erst so richtig losgetreten hat. Ich bin gespannt, ob er wirklich so gut war, wie es dieser Deal vermuten lässt, oder ob ihn das Defense-Schema in Seattle samt kongenialer Mitspieler in der Secondary so gut aussehen ließen.

Das Motto der Indianapolis Colts? Win now! Wild-Card, Divisionals, Conference Final - in den ersten drei Saisonen von Andrew Luck erklommen die Colts stets eine höhere Sprosse auf der Playoff-Leiter. Der nächste logische Schritt? Die Super Bowl. Dementsprechend hat der stets aggressive GM Ryan Grigson aufgerüstet. Ich sage nicht, dass wenn sofort ein Rädchen ins andere greift, der große Wurf unmachbar ist - dazu ist alleine Luck zu gut. Aber ist stelle mich trotzdem gegen den allgemeinen Trend und sage: Besonders gut gefällt mir diese Transferpolitik nicht. Die Colts sind nämlich erheblich älter geworden, und das ist in der NFL selten gut. So sehr ich beide über alle Maßen schätze, aber man muss abwarten, wie viel Benzin die Altstars Frank Gore und Andre Johnson noch im Tank haben. Aber gut, die Offense war bisher schon sehr ordentlich - und liefert Gore eine ganze Saison lang ab, sollte auch das Laufspiel auf einem ganz anderen Niveau sein. Etwas suspekt, bestenfalls durchschnittlich war indes die Defense. Ob man dies mit einem Oldie wie Trent Cole behebt? Da gilt es schon noch an der einen oder anderen Schraube zu drehen, ansonsten droht gegen wirklich starke Offenses erneut ein Waterloo.

Jedes der 32 NFL-Teams bietet interessante Offseason-Storylines. Alle bekommen wir hier unmöglich unter. Aber auf die Vorgänge bei den New Orleans Saints muss man einfach eingehen. Leider sind die Saints ein Musterbeispiel dafür, wie man seinen Roster in Rekordtempo runterwirtschaften kann - vor allem, wenn die Free-Agent-Neuzugänge nicht sitzen. 2014 gehörten die Saints zu den Big Spendern, auf dem Papier hat das alles recht gut ausgeschaut - die sportliche Moral der Geschichte ist allgemein bekannt. Dazu kam eine angespannte Salary-Cap-Lage, die unangenehme Entscheidungen geradezu provozierte. Aber ob das derzeitige Großreinemachen im Sinne des Erfinders ist? Ich weiß es nicht. Wirklich nicht. Einen Jimmy Graham in seinen besten Jahren würde ich persönlich nie im Leben hergeben. So viele Spieler, die im Alleingang einen Unterschied ausmachen können, gibt es auch wieder nicht. Mark Ingram zu halten ist clever, ihn mit C.J. Spiller zu ergänzen, lasse ich mir auch einreden, sofern er endlich einmal fit bleibt. Mit Kenny Stills Drew Brees einer weiteren Waffe zu berauben, ist indes ebenso zweifelhaft wie die Verpflichtung eines alternden Cornerbacks wie Brandon Browner. Irgendwie wirkt dies mehr nach blindem Aktionismus nach einer unglaublich enttäuschenden Saison. Gefällt mir nicht wirklich. Vor allem, weil einiges nach einem lauforientierterem Ansatz ausschaut, was bei einem QB der Klasse von Drew Brees zu hinterfragen wäre. Naja, wer weiß, was noch kommt. Fix kommt der Draft, in dem die Saints zwei Erstrunder haben. Und dies ist jetzt natürlich eine unglaublich kreative Überleitung zu meinem "Rausschmeißer", nämlich der Ankündigung, dass Kollege Kastler und ich auch in diesem Jahr wieder einen Mock-Draft anpeilen - zumindest falls wir diesen stundenlangen Nervenkrieg noch einmal auf uns nehmen wollen. Stay tuned!

 Ich möchte noch zu oben anschließen und der AFC East zu ihren Moves gratulieren. Alleine auf dem Papier, und wir wissen, was das vor allem in dieser Division zählt, wird es kommende Saison pricklend. Alleine die Konstellation sorgt schon für Spaß, Spiel und Spannung. Jeder will die Patriots nach ihrem gefühlt 50. Division-Sieg in Folge vom Thron stoßen. Rex Ryan mag die Patriots nicht und trifft als neuer Buffalo-Head-Coach nun auch zwei Mal auf seine Ex-Franchise aus New York. Die Jets haben das Geld in ihrer Salary Cap doch noch gefunden und Darrelle Revis von den Pats zurückgeholt und Miami will es in dieser Zeit ohnehin gerne wissen. Abwarten auf den Draft, aber das kann noch sehr lustig werden.

 Der erste Tag der Free Agency war wirklich einfach nur verrückt. Ich musste meine Augen des Öfteren reiben, was da abging. Vor allem hinsichtlich Trades. Jimmy Graham nun in einem Seattle-Jersey zu sehen, das wird eine Weile dauern, bis ich das realisieren kann. Bei Nick Foles und St. Louis ist das einfacher, aber wird auch seine Zeit brauchen. Darrelle Revis kehrte "heim" zu den New Yok Jets, Frank Gore landete in Indianapolis. Es ging ab wie Schmitz Katze und das ist für den neutralen Zuschauer einfach spannend und teilweise witzig zu verfolgen. Ein Hoch auf die Free Agency und alles, was noch kommen wird.

 Weitere Dinge, die ich gut fand: Pittsburgh und Big Ben Roethlisberger einigen sich auf einen Vertrag bis 2019. Der Verbleib von Randall Cobb in Green Bay. Das Aufrüsten der Indianpolis Colts. Und apropos - Peter Altmanns Einstieg bei der 49ers-Verpflichtung von Reggie Bush: "Wenn schlechte politische Witze aufgelegt sind: Bush folgt auf Gore!" Bravo!

 Ich verstehe die New England Patriots aus Business-Gründen, aber Vince Wilfork nun nicht mehr in einem Patriots-Jersey zu sehen, sondern in einem der Texans - das wird, hm, sagen wir mal so, etwas ungewohnt. Kollege Altmann und ich haben neulich auf einer Fahrt nach Salzburg darüber gesprochen. Die One-Franchise-Player gibt es de facto kaum mehr und das ist schade. Andre Johnson nun bei den Colts und nicht mehr bei den Texans zu sehen, auch kaum vorstellbar. Manche Gesichter passen einfach nur zu einer Franchise. Sicher, wenn die Leistung nicht mehr in Relation zum Gehalt steht, dann sind solche Moves verständlich. Aber es wäre schön, wenn sich das wieder ändert und das nicht nur für die Bradys gilt - eine Franchise-Legende kann dort aufhören, wo sie zur Franchise-Legende wurde.

 Arme Cowboys: Da muss man sich erst schon einmal zwischen Dez Bryant und DeMarco Murray entscheiden, wen man lieber halten will. Harte Entscheidung. Gut, man hält den Receiver und verliert den Running Back an eine andere Franchise. Den Top-Rusher der vergangenen Saison. Aber nicht nur ist er einfach weggegangen, sondern er bleibt in der Division. Autsch. Mega-Autsch. Murray unterschrieb bei den Philadelphia Eagles und trifft nun Minimum zwei Mal pro Saison auf die Boys aus Texas. Darren McFadden ist einer seiner Nachfolger... 

 Irgendwie kommt mir vor, als gäbe es in dieser Offseason mehr Rücktritte als in anderen. Ich kann jeden Grund dafür nachvollziehen, aber es ist natürlich mehr als schade. Vor allem mögliche Hall of Famer wie Patrick Willis nicht mehr in der Liga zu haben. Jake Locker hat sich als junger Quarterback dafür entschieden, und nun auch 49ers-Linebacker Chris Borland, der aus Angst vor weiteren Gehirnerschütterungen lieber aufhört. "Das Risiko ist es mir nicht wert", sagt Borland und das ist natürlich absolut nachvollziehbar. Bei der NFL sollten aber die Alarmglocken schrillen und sich diesbezüglich etwas überlegt werden.

In dieser Kategorie lassen sich die NFL-Redakteure von LAOLA1 zu "Bold Predictions" für den weiteren Verlauf der Offseason hinreißen - wie immer ohne Gewähr!

BERNHARD KASTLER:

  • Die Philadelphia Eagles draften Marcus Mariota.
  • Die Philadelphia Eagles draften beide in der ersten Runde.

PETER ALTMANN:
  • Dwayne Bowe, wo auch immer er landet, macht 2015 mehr Touchdowns, als alle WR "seiner" Kansas City Chiefs zusammen - Jeremy Maclin hin oder her. Aber gut, in K.C. ist man ja schon mal froh, wenn wenigstens einer gelingt. Wäre ein Fortschritt...
  • Eigentlich glaube ich es langsam nicht mehr, aber die Oakland Raiders finden doch noch teure Spieler. Trotz jeder Menge Salary-Cap-Space will irgendwie niemand beim Bay-Area-Team unterschreiben. Aber Kopf hoch, da draußen sind noch ein paar überschätzte Spieler, die es nicht ablehnen, überbezahlt zu werden. Wenn nicht? Ich bin auch zu alt und zu langsam - ich tät mich opfern...
  • Und noch einer außer Konkurrenz: Ich freue mich auf den Mock Draft von Kollegen Kastler bezüglich der Philadelphia Eagles. Ich sage voraus, dass dies eine spektakuläre Vorhersage seinerseits wird!

HEUTE FÜR DIE OFFSEASON

Eh nur noch 177 Tage bis zum Season Opener 2015...

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