Die Null muss stehen!

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Touchdown Tuesday - die Endzone von LAOLA1

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Es ist Dienstag - oder wie ihn die NFL-Redaktion von LAOLA1 nennt: Touchdown Tuesday!

Der vierte Spieltag der National Football League ist in den Geschichtsbüchern - Zeit darauf zurückzublicken!

Die Ergebnisse sind bekannt, doch die größte und teuerste Profiliga der Welt hat viele Stories zu erzählen.

Wer ist Winner? Wer ist Loser? Wer oder was war awesome? Wer oder was war awful? Wer sorgte noch für Aufsehen? 

Das ist die Endzone von LAOLA1 - Episode 4:

WINNER OF THE WEEK

319 Passing Yards, vier Touchdown-Pässe, eine Interception - im Prinzip eine ganz normale Statistik-Reihe für Aaron Rodgers. Was den Packers-Quarterback diesmal zum Gewinner macht, ist die Bedeutung der Partie. Zur "Desperation Bowl" wurde das Matchup der beiden unglücklich gestarteten Liga-Kapazunder Green Bay und New Orleans hochstilisiert - mit 28:27 behielten die Packers in einer packenden Partie die Oberhand. Und das obwohl Rodgers nach einem Stich ins Auge zwischenzeitlich nicht gut (aus)sah und die Real Refs, wie die Replacement Refs vergangene Woche, Green Bays Leben zur Hölle machten. Die Packers waren heiß wie Käse-Fondue, möchte man meinen. Während GB aber mit zwei Siegen und zwei Niederlagen weiter alle Chancen hat, sieht es für Drew Brees und seine sieglosen Saints immer düsterer aus...

LOSER OF THE WEEK

Tony, Tony, Tony... Sportler mögen es nicht, wenn sie als geborene Loser bezeichnet werden. Dass Tony Romo als Quarterback überdurchschnittlich begabt ist, ist kein Geheimnis. Leider zeigt sich der Dallas-Star immer wieder von seiner ganz üblen Sorte - oft auch zu eher ungünstigen Zeitpunkten. Im Monday Night Game gegen Chicago war es wieder einmal so weit. Fünf Interceptions, zwei davon zu Touchdowns retourniert - oh boy! Das Timing war wieder einmal "Romo-esk": Vor wenigen Tagen brach er die Verhandlungen über eine vorzeitige Vertragsverlängerung ab, will erst nach Saisonende weiter reden. Ob dann die Cowboys noch wollen...?

PLAY OF THE WEEK

Field-Goal-Versuch aus 41 Yards? Daneben! Field-Goal-Versuch aus 57 Yards? Daneben! Field-Goal-Versuch aus 31 Yards? Daneben! Billy Cundiff, Washington-Kicker mit einschlägiger Fehlschuss-Vergangenheit (tief durchatmen, liebe Baltimore-Fans!), erwischte beim Gastspiel in Tampa Bay wieder einmal nicht seinen allerbesten Tag, um es vorsichtig zu formulieren. Den verhauten 57-Yarder kann man ihm natürlich verzeihen, dennoch hätte er die Partie gegen die Bucs im Alleingang frühzeitig entscheiden können. So wurde es noch einmal eng. Wie zum Hohn lag die Entscheidung über Sieg oder Niederlage drei Sekunden vor Schluss in Cundiffs Händen beziehungswiese Füßen. Und man glaubt es kaum: Der 32-Jährige hielt dem Druck stand, indem er das Ei aus 41 Yards versenkte. Billy-Boy saved his job!

PICTURE OF THE WEEK

JETS: "KNAPP" DANEBEN IST AUCH VORBEI

THE AWESOME / THE AWFUL

"Ungeschlagen zu sein, das ist super, das wollen wir auch bleiben." So oder so ähnlich haben die Atlanta Falcons am Sonntag wohl gedacht, als ihre weiße Weste fast schon dreckig war. Doch Matt Ryan heißt nicht umsonst "Matty Ice". Beim Stand von 27:28 zu Hause gegen die Carolina Panthers und 59 Sekunden vor Schluss schüttelte der Quarterback aus der eigenen Endzone einen 59-Yards-Pass eiskalt zu Receiver Roddy White aus dem Arm und sorgte mit zwei weiteren Pässen für eine angenehme Field-Goal-Position (40 Yards) für Kicker Matt Bryant, der zum vierten Sieg traf. Tougher Schlussdrive!

Brian Hartline. Nicht jeder Verfasser dieser Rubrik war im Vorfeld dieser Saison von seinen Qualitäten - sagen wir einmal - vollstens überzeugt. Nach diesem Wochenende könnte man diese Meinung - sagen wir einmal - dezent ändern. Der Receiver der Miami Dolphins kam bei der knappen Niederlage gegen die weiter ungeschlagenen Arizona Cardinals bei zwölf Receptions auf satte 253 (!) Yards. Das ist Franchise-Rekord (siehe Stats), aber viel wichtiger: Der besagte Redakteur (Name der Redaktion bekannt, Anm. d. Red. - okay, ich bin's, BK), hält dich, lieber Brian, ab sofort für ganz super.

Glücklicherweise hat Quarterback-Superstar Tom Brady seinen Helm wieder gefunden, den er zwischenzeitlich einmal gesucht hat. Denn ohne ihn hätte New England nicht so ein Spektakel abziehen können. Beim Gastspiel in Buffalo führten die Bills noch in der ersten Hälfte 21:7. Da waren die Patrioten vielleicht sauer - und ließen ihren Frust auf positive Weise freien Lauf. Es folgten nicht weniger als 35 (!) unbeantwortete Punkte in Form von fünf Touchdowns. Letztlich endete es mit einem 52:28-Schützenfest und dem Verhindern der dritten Niederlage en suite. Gute Antwort!

 

Liebe New York Jets. Gut, die Anrede sind auch schon die einzig positiven Worte, die wir über euch diesmal verlieren können. 0:34 - in Worten null zu vierunddreißig - habt ihr euch von den 49ers abschießen lassen - ZU HAUSE! Zugegeben, San Francisco hat eine der besten Defenses der Liga, aber was eure Offense abgeliefert hat, das ist ja nicht zu unterbieten: nur 145 Total Yards (49ers haben allein 245 gerusht), vier Turnovers. Quarterback Mark Sanchez verursachte zwei davon, zum dritten Mal en suite blieb der Longoria-Lover unter einer Completion-Percentage von 50. Und natürlich ist nun bei euch das Tebow-Theater endgültig losgegangen - soll der Football-Messias Sanchez als Starter ablösen? Hell, not - sagt Coach Rex Ryan. Noch...

Weit weniger blamiert als die Jets haben sich die Stadtrivalen und aktuellen Super-Bowl-Champs New York Giants. Nichtsdestoweniger haben sie sich in Philadelphia blöd angestellt. Beim Stand von 17:19 hat "Big Blue" in der Schlussphase den Sieg auf dem Fuß, aber Kicker Lawrence Tynes verkickte aus 54 Yards (zwei Mal, Eagles-Coach Reid hatte ihn beim ersten Mal per Timeout aus dem Rhythmus bringen wollen). Gut, aus 54 Yards kann man schon einmal verkicken. Aber es hätte nicht sein müssen. Warum? Fragen wir doch Ramses Barden. Der Receiver sorgte zuvor noch für zwei Pass-Interference-Strafen der Eagles, dann bekommt Barden von Eli Manning noch einmal das Leder geschickt - und begeht selbst die Pass Interference! 44 Yards wären wohl für Tynes machbar gewesen - vor allem bei zwei Versuchen...

Alles was bislang in der Kategorie "Awful" zu lesen war, ist obsolet. Es ist belanglos. Völlig nichtig. Denn das einzige "Awful" an diesem Spieltag hat abseits des Feldes stattgefunden: Beim Head Coach der Indianapolis Colts, Chuck Pagano, wurde Leukämie diagnostiziert. Glücklicherweise ist die Krankheit in seiner Situation behandelbar, nichtsdestoweniger muss er sich sechs bis acht Wochen stationär im Krankenhaus behandeln lassen. Für die Zeit danach kann auch nicht gesagt werden, dass er immer beim Team sein könne, so Eigentümer Jim Irsay. Interimistisch übernimmt Offensive Coordinator Bruce Arians, der selbst eine Krebserkrankung überstanden hatte. "Ich werde das Licht in seinem Büro so lange anlassen, bis er zurück ist", so Arians. Pagano selbst: "Ich werde zurückkomen." Darauf hoffen wir, gute Besserung, Chuck!

Brian Hartline macht sich einen Namen

STATS OF THE WEEK

  • Es ist vollbracht! Der 52 Jahre alte Rekord von Johnny Unitas ist geknackt. Saints-Quarterback Drew Brees gelang gegen Green Bay im 47. Spiel in Folge ein Touchdown-Pass. Gegen Ex-Team San Diego wird er sich kommende Woche wohl zum alleinigen Rekordhalter krönen!
  • Unbelievable! Mit 455 Receiving Yards führt Miamis Brian Hartline die Liga in dieser Kategorie an - hauptsächlich natürlich wegen seiner 253 Yards gegen Arizona, mit denen er einen neuen Dolphins-Rekord aufstellte. Den alten hielt seit 2005 Chris Chambers mit 238.
  • Mit Brandon Bolden (137) und Stevan Ridley (106) übertrafen erstmals seit 1982 zwei Patriots in einem Spiel 100 Yards an Rushing.
  • Der 60-Yarder gegen Carolina war Michael Turners erster Receiving-Touchdown in seiner neunjährigen Karriere. Rushing-TDs hat Atlantas Running Back übrigens bereits deren 58...
  • Arizonas Star-Receiver Larry Fitzgerald fing im 121. Spiel in Folge einen Pass und stellte damit den Franchise-Rekord von Mel Grey ein. Diese 121 Spiele sind übrigens die zweitlängste Serie eines aktiven Spielers hinter Atlanta-Tight-End Tony Gonzalez (183).
  • Miese Special Teams...?!? Die Detroit Lions sind das erste Team seit zumindest 72 (!) Jahren, das in zwei aufeinanderfolgenden Spielen jeweils einen Punt- und einen Kickoff-Return-Touchdown zugelassen hat.
  • Ohne den "lebenden Schutzengel" Al Davis geht in Oakland offenbar defensiv nichts. Der legendäre Owner verstarb während der vergangenen Saison. Heuer kassierten die Raiders in den ersten vier Saison-Spielen insgesamt 125 Punkte - so viel wie nie, abgesehen von den Jahren 1961 und 1962. Davis übernahm die die Franchise einst 1963...
  • Das 37:6 Denvers gegen Oakland war erst das achte Spiel in der NFL-Geschichte, in dem ein Team mit zumindest 30 Punkten Unterschied gewann, ohne dabei einen Turnover zu erzwingen.
  • Minimalisten oder Glücksritter? Die Philadelphia Eagles sind das erste Team in der NFL-Geschichte, das seine ersten drei Saison-Siege mit zwei oder weniger Punkten Unterschied einfährt.
  • Das 0:34 gegen San Francisco war die höchste Zu-Null-Heimniederlage der New York Jets seit 1989, damals setzte es ein 0:37 gegen die Buffalo Bills.
  • Die Jets kamen insgesamt auf 45 Rushing Yards, diesen Wert übertrafen drei 49ers (Frank Gore 62, Kendall Hunter 56, Colin Kaepernick 50) im Alleingang. Insgesamt kam SanFran auf 245 Rushing Yards, womit die Niners wiederum die kombiniert lediglich 234 Passing Yards beider Teams übertrafen. Old School Football im Jahrhundert der Pass-Feuerwerke...
  • Ein ehrgeiziger Rookie: Rams-Kicker Greg Zuerlein stellte gegen Seattle mit einem 58-Yard-Field-Goal einen neuen Franchise-Rekord für St. Louis auf, nur um ihn später im Spiel mit einem 60-Yarder gleich zu brechen. Insgesamt sorgte er beim 19:13-Sieg für 13 der 19 Punkte - beim einzigen Touchdown war Zuerlein auch nicht unbeteiligt: Holder Johnny Hekker bediente bei einem Field-Goal-Fake Danny Amendola in der Endzone.

BOLD PREDICTIONS

In dieser Kategorie lassen sich die NFL-Redakteure von LAOLA1 zu Prognosen für Woche vier hinreißen. Es kann genauso ernst wie weniger gemeint sein, eines ist klar - ohne Gewähr!

PETER ALTMANN über Week 5

  • Endlich wieder Manning vs. Brady! Dieses Duell prägte ein ganzes Jahrzehnt. Diesmal gewinnt Peyton erstmals seit 2006 in New England.
  • Mit 44 Rushing Yards gegen Philadelphia stellt Steelers-RB Rashard Mendenhall bei seinem Comeback eine neue Saison-Bestleistung für die einstige Laufspiel-Hochburg Pittsburgh auf.
  • Was Cam nicht kann, kann RG3 schon lange: Washington fügt Atlanta die erste Saison-Niederlage zu.

BERNHARD KASTLER über Week 5

  • Green Bay verlor einmal wegen der Replacement Refs und gewann einmal trotz Real Refs. In Indy gibt es einmal keine krasse Fehlentscheidung gegen die Käse-Truppe.

  • Drew Brees und ein alleiniger Rekord ab nächster Woche? Nö. Ex-Team San Diego hat ihn gedraftet und wird das verhindern.
  • Die Jets punkten.

DER WEISHEIT LETZTER SCHLUSS...

HEUTE NACH WEEK 4: Die Null muss stehen.

 

Bernhard Kastler / Peter Altmann

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