NFL: So ausgeglichen wie nie!

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Touchdown Tuesday - die Endzone von LAOLA1

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Es ist Dienstag - oder wie ihn die NFL-Redaktion von LAOLA1 nennt: Touchdown Tuesday!

Der zweite Spieltag der National Football League ist in den Geschichtsbüchern - Zeit darauf zurückzublicken!

Die Ergebnisse sind bekannt, doch die größte und teuerste Profiliga der Welt hat viele Stories zu erzählen.

Wer ist Winner? Wer ist Loser? Wer oder was war awesome? Wer oder was war awful? Wer sorgte noch für Aufsehen? 

Das ist die Endzone von LAOLA1 - Episode 2:

WINNER OF THE WEEK

Wir geben es offen zu: Wir mussten selbst ein wenig schmunzeln, als Reggie Bush im großen LAOLA1-Interview angekündigt hatte, dass er sich in dieser Saison die Krone für den besten Rusher aufsetzen möchte. Vom Rushing-Title war der 27-Jährige in seiner bisherigen Karriere bei allen Verdiensten weit entfernt. Erst letzte Saison durchbrach er erstmals die 1000-Yard-Schallmauer. Dies war seine erste für Miami und in der Dolphins-Offense wird Bush zunehmend zum Mädchen für alles. Nach seiner 172-Yard-Gala (plus zwei Touchdowns) gegen Oakland sind wir sowieso ruhig und wünschen dem sympathischen Reggie: Nur weiter so! Mögest du zuletzt und vor allem am besten lachen!

LOSER OF THE WEEK

Gosti, Gosti, Gosti! Wir schütteln den Kopf, Stephen Gostkowski. Es ist einfach nicht zu glauben, was wir da am Sonntag in Foxboro sehen mussten. Da liegt dein Team, die New England Patriots, als Favorit gegen die Arizona Cardinals schon 9:20 zurück, und deine Kollegen und du kommen zwei Minuten vor Spielende wieder auf 18:20 heran. Dann macht der untröstliche Cards-Running-Back Ryan Williams euch noch das unglaubliche Geschenk eines Turnovers. Und was machst du? Vergibst Sekunden vor Schluss das Game-Winning-Field-Goal aus 42 Yards! Du hattest zuvor bereits vier versenkt! Drei davon aus größerer Distanz! Das entscheidende geht aber weeeeeit links vorbei und der zweite Sieg im zweiten Spiel ist dahin. Oh boy!

PLAY OF THE WEEK

Ganz und gar nicht Käse war das Spiel der Green Bay Packers am Donnerstag gegen die Erzrivalen aus Chicago, den Bears. Mitverantortlich für den 23:10-Sieg war vor allem der Touchdown von Tom Crabtree. Ein sehr feiner Zug von den Packers! Schließlich resultierte es aus einem Field-Goal-Versuch! Der Fake 26 Yards vor der Endzone (!) ging so etwas von auf. Punter Tim Masthay, der in dieser Formation normalerweise als Holder für Kicker Mason Crosby fungiert, fing den Snap und passte zum Tight End. Crabtree wich der Bärenfalle gekonnt aus und glitt wie durch Schweizer Käse in die Endzone zum 10:0! Nice play!

 

PICTURE OF THE WEEK

EIN PUNKT MEHR ALS DER GEGNER, MEHR BRAUCHEN DIE EAGLES NICHT.

THE AWESOME / THE AWFUL

Ein Hoch auf die (vermeintlichen) Backups! Arizonas Kevin Kolb ging als Backup hinter Quarterback John Skelton in die Saison, musste aber aufgrund dessen Verletzung schon im ersten Spiel ran. Im zweiten gegen die Pats führte Kolb (15/27, 140 Yards, 1 TD) die Cards sensationell zum 20:18-Sieg. Der Running-Back-Ersatzmann für Bills' verletzte Nummer 1 Fred Jackson heißt C.J. Spiller, der schon bei der Auftakt-Niederlage gegen die Jets auf 169 Yards und einen Touchdown kam. Beim 35:7 gegen Kansas City waren es 123 Yards und zwei TDs!

Ein Hoch auf die Defense der Green Bay Packers! Der Champ von 2011 zeigte es den Kritikern, die ihm mangelnde Defensivqualitäten attestierten. Vier Interceptions und gleich sieben Sacks - 3,5 von "Claymaker" Matthews - rühren den ohnehin sensiblen Bears-Quarterback Jay Cutler fast zu Tränen. Entnervt meinte er: "Wenn sie einen Quarterback wollen, dem es egal ist, dann können sie einen anderen nehmen." Zudem schrie Cutler Offensive Tackle J'Marcus Webb an, nachdem dieser Matthews nicht aufhalten konnte. Tja, Green Bay schafft es, dass die Bears-O-Line ihren QB nicht gerade liebt...

Für den absoluten Gänsehaut-Moment des Wochenendes sorgten die San Diego Chargers, allerdings in diesem Fall etwas abseits des Rasens. Während des Heimspiels gegen die Tennessee Titans wurde die Nummer 55 auf der Tribüne aufgezogen. Sie wird nie wieder vergeben. Schließlich gehörte sie Junior Seau. Der Linebacker spielte von 1990 bis 2002 zwölf Jahre für die Chargers, danach auch für die Miami Dolphins und die New England Patriots. Drei Jahre nach seinem Karrierende nahm sich Seau (43) am 2. Mai das Leben.


No Orleans und Kansas Pity - so könnte man die Saints und die Chiefs nach dem Saisonstart nennen. Nur sechs Teams haben nach den ersten beiden Spieltagen zwei Niederlagen zu Buche stehen, von diesen beiden durfte man sich das nicht erwarten. New Orleans, das den Super-Bowl-Fluch (noch nie schaffte es ein Gastgeber ins Endspiel) "erfolgreich" fortzusetzen scheint, kommt nach den Offseason-Troubles (Hier geht's zur Story) nicht in die Gänge. Die Chiefs kommen in der Verteidigung ebenfalls überhaupt nicht zurecht. Beide Teams kassierten bereits 75 Punkte - so viele wie kein anderes!

Es gibt ungeschriebene Gesetze in der National Football League! Eines davon lautet, wenn der Gegner niederkniet, um die Zeit runterlaufen zu lassen, dann hat die Defense des Gegners die Offense nicht anzugreifen. Tampa-Bay-Head-Coach Greg Schiano ist das wurscht. Beim 34:41 gegen die New York Giants ließ er seine Spieler Sekunden vor Schluss auf Angriff gehen und erzürnte damit Giants-Head-Coach Tom Coughlin, der wiederum dem Rookie-Trainer seine Meinung geigte. Zurecht, denn es hätte sich wer verletzen können. Schiano, shame you!

Guten Morgan, Josh! Schöne Nächte zuletzt verbracht? Wohl kaum! Washington-Receiver Josh Morgan bekam beim Stand von 28:31 und 1:28 Minuten vor Schluss von Rookie-Quarterback Robert Griffin III. bei 3rd and 8 den Pass. Dieser führte ihn fast zum First Down an die 29-Yard-Linie. Also zu einer guten Field-Goal-Position für den möglichen Ausgleich. Dann rempelt Cornerback Cortland Finnegan Morgan leicht an - und was macht dieser? Schießt den Ram mit dem Ei ab! So musste Kicker Billy Cundiff wegen unsportlichen Verhaltens 15 Yards weiter hinten sein Field Goal versuchen. Der Ex-Raven, der im AFC Championship Game 2012 bei den Patriots den Ausgleich aus 32 Yards schon nicht schaffte, scheiterte aus 62 Yards so etwas von kläglich...

Rekordverdächtiger Manning

STATS OF THE WEEK

  • 510 Passings Yards! Dieser unglaubliche Output von Giants-Quarterback Eli Manning gegen Tampa Bay ist nicht nur persönlicher Rekord, sondern gleichzeitig der - ex aequo mit Drew Brees - achtbeste Wert der NFL-Geschichte in einem einzelnen Spiel. An der Spitze dieser elitären Rangliste thront seit 1951 Norm van Brocklin (L.A. Rams) mit 554 Yards. Dahinter folgen Warren Moon (527), Boomer Esiason (522), Dan Marino (521), Matthew Stafford (520), Tom Brady (517) und Phil Simms (513).
  • 20, in Worten "zwanzig", Teans halten nach zwei Spielen bei einer Bilanz von einem Sieg und einer Niederlage. Das gab es noch nie. Der bisherige Rekord liegt bei 18. Die NFL ist so ausgeglichen wie nie. Nur sechs Mannschaften sind noch unbesiegt. Netter Fakt: Zwei ungeschlagene Teams in einer Division gibt es nur in der NFC West (San Francisco und Arizona) - ausgerechnet jene Division, die über Jahre wegen mangelnder Konkurrenzfähigkeit das Gespött der Liga war!
  • Kaum Raum für Fehler: San Franciscos Quarterback Alex Smith hält inzwischen bei 216 Passversuchen ohne Interception - ein 49ers-Rekord. Nicht schlecht, wenn man an legendäre Vorgänger wie Joe Montana oder Steve Young denkt.
  • Minimaler trost für die Pleite I: Wes Welker ist seit Sonntag mit 562 Catches erfolgreichster Receiver der Patriots-Geschichte. Vor dem Spiel gegen Arizona lag er noch gleichauf mit Troy Brown (557). Dabei droht dicke Luft, da New England den Star bis zur Verletzung von Aaron Hernandez über weite Strecken der Partie interessanterweise erneut kaum einsetzte...
  • Minimaler Trost für die Pleite II: Jacksonville-Star Maurice Jones-Drew gelang der 75. Touchdown seiner Karriere. Von allen aktiven Spielern haben nur Randy Moss, Tony Gonzalez und Antonio Gates mehr.
  • Ansonsten gibt es vom Team aus Florida wenig Erfreuliches zu berichten. Die Jacksonville Jaguars gibt es seit 1995, also seit 17 Jahren. Ergänzt man die letzte Zahl mit einer 1 in der Mitte, dann hat man einen historischen Negativ-Wert der Klubgeschichte. Nur 117 Yards Raumgewinn brachte das Team beim 7:27 gegen die Houston Texans in Woche 2 zusammen. QB-Nr.-1 Blaine Gabbert 53, sein Ersatz Chad Henne 23...
  • Amendola hier, Amendola da, Amendola dort, Amendola überall. 15 der 26 Completions von St.Louis-Quarterback Sam Bradford gingen zu Danny Amendola (160 Yards, ein Touchdown) - gleichauf mit Isaac Bruce und Flipper Anderson neuer Rams-Rekord an Catches in einem Spiel. Vor allem in Halbzeit eines durften die anderen Receiver kaum mitspielen...
  • Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum Matt Ryan: Seine beiden Touchdown-Pässe gegen Denver waren die Nummern 99 und 100 in der Karriere des Atlanta-Quarterbacks. Für die besonderen Statistik-Freaks: Damit rangiert er in der ewigen Bestenliste übrigens auf Rang 117... Auf Leader Brett Favre fehlen "nur" noch 408 Touchdown-Pässe.

INJURY REPORT

Leider bleibt uns diese Kategorie in dieser so kampfbetonten Sportart nicht erspart. Jede Woche gibt es hier ein Update über die verletzten Stars und Sternchen - teilweise auch eine Hilfe für euer Fantasy Team!
 
Schwerer Schlag für die New England Patriots: Tight End Aaron Hernandez verletzte sich am Knöchel. Wie schwer, ist nicht ganz klar, das verschweigt das Team aus Boston bisher. Der Superstar wird aber vermutlich einige Wochen lang ausfallen.
 
Ebenfalls am Knöchel hat es Matt Forte erwischt. Chicagos Running Back könnte aber Glück im Unglück gehabt haben. Laut Head Coach Lovie Smith ist die Verletzung nicht so schlimm. Zur Sicherheit haben die Bears mit Kahlil Bell trotzdem einen weiteren Running Back unter Vertrag genommen.
 
Großes Pech für die Washington Redskins. Mit dem zweifachen Pro Bowler Brian Orakpo (Schulter) und Adam Carriker (Knie) fallen zwei Säulen der Defense für den Rest der Saison aus.
 
Philadelphis-Center Jason Kelce muss nach einem Bänderriss im Knie zumindest vier bis sechs Wochen pausieren. Auch ein vorzeitiges Saisonende ist noch nicht vom Tisch.

Trent Richardson (l.) glangen gegen Cincinnati zwei Touchdowns

THE ROOKIE WATCH

In der Vorwoche haben wir uns an dieser Stelle die Performance der fünf Rookie-Quarterbacks angesehen. Diese präsentierten sich in Woche 2 durchaus passabel - Hut ab auch vor Brandon Weeden und Ryan Tannehill. In dieser Woche ist mit Trent Richardson der am höchsten gedraftete Nicht-Quarterback an der Reihe.

Die Cleveland Browns wählten den Running Back an Position Nummer drei, hauptsächlich weil er als überragender Playmaker galt, der die lahme Offense beleben sollte. Nach seinem verhaltenen NFL-Debüt gegen Philadelphia zeigte er in Woche 2 so richtig, was in ihm steckt.

109 Rushing Yards, 36 Receiving Yards und zwei Touchdowns gelangen ihm gegen Cincinnati. Zum Sieg reichte es zwar nicht, aber liefert der 21-Jährige auf konstanter Basis Werte wie diese ab, zählt er in Bälde zu den Offensiv-Stars der Liga und für die Browns besteht Hoffnung auf Besserung. Denn Leistungen wie diese sind auch eine wertvolle Unterstützung für Weeden. Der Rookie-Quarterback präsentierte sich mit 322 Passing-Yards und zwei Touchdown-Pässen im Vergleich zum verkorksten Einstand schon deutlich verbessert.

BOLD PREDICTIONS

In dieser Kategorie lassen sich die NFL-Redakteure von LAOLA1 zu Prognosen für Woche drei hinreißen. Es kann genauso ernst wie weniger gemeint sein, eines ist klar - ohne Gewähr!

PETER ALTMANN über Week 3

  • Arizona-QB Kevin Kolb wird Ex-Verein Philadelphia die Grenzen aufzeigen - wie absurd alleine die Möglichkeit dieses Gedankens vor eineinhalb Wochen noch war...
  • 4 Rushing Yards gegen New England, 17 Yards gegen San Diego - gegen die nicht wirklich sattelfeste Laufverteidigung Detroits schafft Tennessees Star-Running-Back Chris Johnson "immerhin" 30 Yards...
  •  New Orleans 35 - Kansas City 42.

BERNHARD KASTLER über Week 3

  • Minnesota-Quarterback Christian Ponder macht die Defense der 49ers auf.
  • Bei New England gegen Baltimore werden kurz vor Schluss die Kicker einen Field-Goal-Versuch zur Entscheidung/Ausgleich in den Sand setzen.
  • Tampa Bay ist das Abknien auch gegen Dallas wurscht und rammt Tony Romo. Ex-Cowboy Terrell Owens schaltet sich daraufhin ein und hält weinerlich fest: "He's my Quarterback!"

DER WEISHEIT LETZTER SCHLUSS...

HEUTE NACH WEEK 2: Die Defense der Kansas City Chiefs im Fantasy Team zu besitzen, macht nicht froh.

 

Bernhard Kastler / Peter Altmann

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