Superstar-QB Tom Brady droht längere Sperre

Aufmacherbild
 

Die Fans der New England Patriots zittern, die Konkurrenz erwartet die Entscheidung der NFL mit Spannung.

Tom Brady könnte für seine Verwicklung in "Deflate-Gate" zum Beginn der Saison 2015 eine Sperre aufgebrummt bekommen.

Davon gehen zumindest diverse US-Medien aus, die übereinstimmend berichten, dass die Frage nicht mehr lautet, ob der Superstar-Quarterback bestraft wird, sondern wie hart.

Entscheidung kommende Woche?

Neben einer empfindlichen Geldstrafe gilt eine Sperre als wahrscheinlichste Sanktion. Insidern zufolge soll Commissioner Roger Goodell seine Entscheidung im Laufe der kommenden Woche bekanntgeben.

Der Ursprung des Skandals liegt im Vorwurf begründet, die Patriots hätten bei ihrem 45:7-Kantersieg im AFC-Championship-Game gegen die Indianapolis Colts zu weiche Bälle verwendet.

Im Laufe dieser Woche wurde der 243-seitige Report der Untersuchungskommission zu diesen Vorfällen veröffentlicht, der zum Schluss kam, dass Patriots-Mitarbeiter "eher wahrscheinlich als nicht wahrscheinlich" eine bewusste Anstrengung unternommen hätten, um Luft aus den Bällen zu lassen.

Brady wiederum hätte davon wahrscheinlicher als nicht zumindest allgemeine Kenntnis gehabt.

Höhe der möglichen Sperre reine Spekulation

Dies sind keine stichhaltigen Beweise, aber für Goodell könnten die Indizien reichen, um den vierfachen Super-Bowl-Champion und aktuellen Super-Bowl-MVP für einige Spiele aus dem Verkehr zu ziehen.

Noch dazu, da es der 37-Jährige abgelehnt hatte, der Untersuchungskommission Handy- oder Email-Daten zur Verfügung zu stellen. Persönlich gab er jedoch sehr wohl Auskunft.

San Franciscos Quarterback Colin Kaepernick bezog indes klar Stellung pro Brady, indem er betonte, dass kein Football der Welt dabei helfen würde, einen Gegner mit 38 Punkten Vorsprung zu besiegen.

Deutlichere Worte fand mit Mike Pettine der Head Coach der Cleveland Browns: "Ich hatte immer großen Respekt vor Brady, aber ich verliere viel Respekt vor Leuten, die betrügen."

Ob die NFL, und im speziellen Goodell, diesen Betrug tatsächlich ebenfalls als erwiesen ansieht, ist die Frage, auf deren Antwort die NFL-Welt nun mit Spannung wartet.

Wie hoch im Fall der Fälle eine Sperre ausfallen würde, ist reine Spekulation. Diesbezüglich sind quer durch die Medienlandschaft verschiedene Zahlen zu lesen, die meisten bewegen sich im Rahmen von zwei bis acht Spielen - Letzteres wäre die Hälfte der Regular Season.

Bradys Agent Don Yee wiederum rechnet damit, dass sein Klient straffrei ausgehen wird: "Die Kommission stellte fest, es sei wahrscheinlicher als nicht. Wenn ein Anwalt das so feststellen würde, sagt er im Grunde, es ist 50,1 Prozent zu 49,9 Prozent - also im Prinzip ein Münzwurf."

Beim Titelverteidiger sollen jedenfalls trotzdem schon Vorkehrungen dafür laufen, zumindest einen Teil der Saison ohne den unumstrittenen Leader der Truppe auskommen zu müssen.

Manning: "Er ist mein Freund, er wird für immer mein Freund sein."

Von Seiten der Konkurrenz gibt es unterschiedliche, wenngleich meist zurückhaltende Reaktionen auf die im "Wells Report" veröffentlichten Erkenntnisse.

So wich etwa Peyton Manning, der sich mit Brady im vergangenen Jahrzehnt zahlreiche legendäre sportliche Duelle lieferte, aus: "Ich werde es so klar und deutlich wie möglich sagen: Er ist mein Freund, er wird für immer mein Freund sein. Ich weiß nicht, was passiert ist, mehr habe ich dazu nicht zu sagen."

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen