Der "Tebow-Zirkus" gastiert ab sofort in New York

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Bühne frei für die Tebow-Mania in New York!

Die New York Jets haben am Mittwoch den charismatischen Quarterback Tim Tebow verpflichtet, für den in Denver nach der Unterschrift der lebenden Legende Peyton Manning kein Platz mehr war.

Die „Gang Green“ sendet einen Viert- und einen Sechstrunden-Draft-Pick nach Denver und erhält im Austausch den Spielmacher und einen Siebtrunden-Pick.

Fraglos der nächste spektakuläre Wechsel im Sog der Manning-Saga. Der vierfache MVP hält seit der Trennung von den Indianapolis Colts die NFL-Welt in Atem – vor allem den Quarterback-Markt.

Nummer zwei hinter Sanchez

Auch den Jets war Interesse am Superstar nachgesagt worden, sie entschlossen sich jedoch letztlich, Mark Sanchez die Treue auszusprechen und seinen Vertrag vorzeitig zu verlängern –und zwar zu einem stolzen Preis von 40,5 Millionen Dollar für die kommenden fünf Jahre.

Teamintern ist der 25-Jährige nach bescheidenen Leistungen in der abgelaufenen Saison jedoch alles andere als unumstritten, was der Verpflichtung von Tebow, der mit lediglich 1,1 Millionen Dollar Gehalt 2012 die Salary Cap kaum belastet,  zusätzliche Brisanz verleiht.

Denn dass sich dieser auf Dauer mit der Rolle als Nummer zwei hinter Sanchez zufrieden gibt, kann ausgeschlossen werden.

Man darf gespannt sein, wie die Fans der Jets auf das neue Kadermitglied reagieren. Tebow gehört zu den am meisten polarisierenden Akteuren der jüngeren Vergangenheit.

Unterirdische Präzision

Während sich der Marketingleiter der New Yorker keine Gedanken mehr über zu wenig Publicity oder gegebenenfalls schleppenden Trikot-Verkauf machen muss, obliegt nun den Jets die Beantwortung der Frage, ob das 24-jährige „Medien-Phänomen“ auf Dauer ein Starter in der NFL sein kann.

Mit seiner unglaublichen Athletik, seinem brennenden Ehrgeiz und seinen unbestrittenen Fähigkeiten als Leader führte er die Broncos 2011 überraschend in die Playoffs, wo auch noch ein Sensationssieg gegen Pittsburgh gelang.

Dass der strenggläubige Erfinder der Gebetspose „Tebowing“ jedoch gravierende Defizite hat, wenn es um das Werfen – sprich die Hauptaufgabe eines „Quarterbacks“ geht – bleibt keinem NFL-Kenner verborgen.

Seine Präzision ist unterirdisch, wie eine Completion-Percentage von peinlichen 46,5 Prozent beweist.

„Tebow-Zirkus“ in Medienmetropole

Dies war den Denver-Bossen um die frühere Quarterback-Ikone John Elway durchaus bewusst. Auch Head Coach John Fox war nie der allergrößte Anhänger des Publikumslieblings.

Dass mit Manning einer der Größten aller Zeiten auf dem Markt war, half dem Team aus Colorado, Tebow auf elegante Art und Weise los zu werden.

Mit New York hat nun einer der größten Medienmärkte den „Tebow-Zirkus“ in der Stadt, was Schlagzeilen in Hülle und Fülle garantiert.

Die Fans der Jets werden beten (oder tebowen?), dass die Ablenkung keine zu große sein wird…

Peter Altmann

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