Mit den Adlern kreisen...

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Das lange Warten ist zu Ende.

In der Nacht auf Freitag startete die National Football League in ihre neue Saison. Das traditionelle Kickoff-Game entschied Titelverteidiger Seattle mit 36:16 gegen die Green Bay Packers ganz klar für sich.

Am kommenden Sonntag bzw. Montag startet dann die restlichen 30 Teams so richtig den ersten Spieltag der neuen Saison.

Ziel der 32 NFL-Teams ist in diesem Jahr Glendale, Arizona, wo im University of Phoenix Stadium am 1. Februar 2015 Super Bowl XLIX stattfindet.

Wer setzt sich am Ende der fünfmonatigen Reise in der größten Liga der Welt durch?

LAOLA1 macht den Team-Check in der NFC EAST, in welcher die Mehrheit der Traditionsteams schon viel, viel bessere Zeiten erlebt hat.

PHILADELPHIA EAGLES (10-6)

THE (OFF)SEASON-TALK

Ist Chip Kellys unorthodoxes Offense-System wirklich so gut, oder wirkte das in einer Division, in der "Defense" 2013 zu einem Fremdwort mutierte, nur so? Letztlich stimmt wohl beides irgendwo. Das Experiment mit dem früheren College-Coach funktionierte jedenfalls. Dieser bewies zudem gutes Timing, genau dann in die NFC East zu kommen, als die prominente Konkurrenz erheblich schwächelte. Mit den ganz großen Jungs konnte Philly in Jahr eins unter Kelly noch nicht mitspielen, und auch im zweiten dürfte dies noch zu früh sein. Vor allem die Defense offenbart noch Lücken, zudem mangelt es ihr an Playmakern. Daran scheitert es in der Offense nicht. Mit LeSean McCoy profitiert einer der derzeit spektakulärsten RBs von Kellys Herangehensweise. Man darf gespannt sein, was er mit dem aus New Orleans verpflichtetetn Darren Sproles plant. Im Passspiel sollte der Abgang von Egozentriker DeSean Jackson durch die Rückkehr von Jeremy Maclin beziehungsweise den talentierten Rookie Jordan Matthews kompensiert werden. Mit Riley Cooper machte ein weiterer WR eine gute Figur und von Tight End Zach Ertz werden in seinem zweiten Jahr große Dinge erwartet. Bedient werden diese Passempfänger von Nick Foles, der im Vorjahr mit einem Verhältnis von 27 TD-Pässen und nur zwei Interceptios glänzte. Die Gefahr, dass das System den Spielmacher besser ausehen ließ, als er ist, besteht. Als Sicherheitsnetz wurde Mark Sanchez verpflichtet. Ob Kelly selbst ihn auf Vordermann bringt?

THE PICK

Man mag es kaum glauben, aber die NFC East ist derzeit wohl die schwächste Division der NFL. Philadelphia hat den besten Kader, ist also der Favorit auf die Division-Krone. Dass sich die Kräfteverhältnisse unter den vier verhassten Erzrivalen schnell verschieben können, ist mittlerweile jedoch auch nichts Neues mehr. Viel wichtiger für Philly ist, dem System Kelly weiter zu vertrauen und an den noch fehlenden Bausteinen zu basteln. Dann reicht es ab 2015 oder 2016 vielleicht auch für die großen Jungs. Football fürs Auge bieten die Eagles allemal...

DALLAS COWBOYS (8-8)

THE (OFF)SEASON-TALK

Wie sich die Zeiten ändern. Über Jahre musste sich Tony Romo von diversen Experten verspotten lassen, etwas überspitzt formuliert sehen dieselben Herrschaften nun den einzigen Rettungsanker in ihm. Dies sagt wohl einiges über die gegenwärtige Situation von "America's Team". Zuallererst: So schlecht, wie er gemacht wurde, war Romo nicht. Er wird nie zur absoluten QB-Elite aufschließen, aber uns fallen einige Teams ein, die gerne einen Spielmacher seiner Qualität hätten. Das Vermassler-Image ist wohl auch ein wenig dem Umstand geschuldet, dass er zu viele Problemzonen kaschieren musste/wollte. Dies wird nicht besser werden. Denn die im Vorjahr schon grottenschlechte Defense ist nicht besser geworden, im Gegenteil. 2013 gab man im Schnitt 415,3 Yards pro Spiel ab, es droht noch schlimmer zu werden. Mit Sean Lee fällt der mit Abstand beste Defender mit einem Kreuzbandriss aus. Das langjährige Gesicht der Franchise, DeMarcus Ware, musste aus Kostengründen entlassen werden, auch Jason Hatcher war nicht zu halten - dem miesen Salary-Cap-Management sei Dank. Dazu kommen weitere Sperren und Verletzungen, die zu Saisonbeginn schmerzen. Mit Henry Melton kam nur ein halbwegs prominenter, allerdings zuletzt verletzter Neuzugang. Man muss abwarten, wie sehr die Offense dagegenhalten kann. Möglich ist dies, denn der Angriff wirkt um einiges vielversprechender. Dez Bryant ist einer der besten fünf Receiver der Liga, sein Gegenüber Terrance Williams hat eine vielversprechende Debüt-Saison hinter sich, und Tight End Jason Witten wird sowieso nie alt. Die O-Line kann sich sehen lassen, das hilft sowohl Romo als auch RB DeMarco Murray, sofern er es schafft, eine ganze Saison gesund zu bleiben. Der neue OC Scott Linehan (zuletzt fünf Jahre für Detroits Offense verantwortlich) sollte zudem für neue Impulse sorgen.

THE PICK

Die Cowboys beenden die Saison eh wieder nach einer guten, alten Tradition mit 8-8, oder? Gut, über diesen Joke kann in Dallas natürlich niemand lachen, andererseits wäre eine ausgeglichene Bilanz mit diesem Kader womöglich ein Grund für ein lachendes Auge. Romo und seine Offensiv-Kollegen sind gut genug, um das eine oder andere Spiel im Alleingang zu gewinnen. Andererseits wird nach einer ebenso guten, alten Tradition Head Coach Jason Garrett wohl wieder ein bis zwei Matches vercoachen. Und die Defense? Die 6645 Yards, die man 2013 kassierte, waren der drittschlechteste Wert der NFL-Geschichte. Ist der Negativrekord von New Orleans aus dem Jahr 2012 (7042) in Gefahr? Wenn ja, könnte dies eine lange und traurige Saison werden in...

NEW YORK GIANTS (7-9)

THE (OFF)SEASON-TALK

Zwei Super-Bowl-Triumphe haben Head Coach Tom Coughlin und Quarterback Eli Manning gemeinsam eingefahren. Das Gefühl, dass sich diese Ära ihrem Ende zuneigt, war schon vergangene Saison ein ständiger Begleiter. Manche Spieler waren so furchtbar anzusehen, dass man Mitleid verspürte - die größte Demütigung für Champions. Es gibt wenig Anlass zur Annahme, dass sich die Situation entscheidend bessern wird. Die Betonung liegt auf "entscheidend". Denn manche Elemente könnten funktionieren. Mit Rashad Jennings hat man einen braven Arbeiter auf der Running-Back-Position an Land gezogen, auch Rookie Andre Williams macht eine gute Figur. Receiver Rueben Randle ist nach dem Abschied von Hakeem Nicks der endgültige Durchbruch zuzutrauen. Die Secondary mit den Routiniers Walter Thurmond und Dominique Rodgers-Cromartie aufzurüsten, macht Sinn, wobei Letzerer mancherorts anhand seines Namenskürzels DRC den Beinamen "Doesn't Really Care" trägt. Läuft es nicht, droht er die Lust zu verlieren. Es wäre ein teures Missverständnis. Damit es besser läuft, muss Manning nach einer Dekade mit dem selben Offensive Coordinator (Kevin Gilbride) mit dem System von dessen Nachfolger Ben McAdoo zurechtkommen. Das funktionierte in der Preseason überhaupt nicht. Gut, wir wissen, wie die Preseason einzuschätzen ist. Wünschen wir den Giants, dass es im Ernstfall besser klappt. Der vielversprechende Rookie-Receiver Odell Beckham wird ihm dabei vorerst verletzungsbedingt nicht zur Verfügung stehen.

THE PICK

Coughlin ist ein großartiger Coach, aber es hat den Anschein, als hätte er den richtigen Zeitpunkt für seinen Rücktritt verpasst. Holt er aus diesem Roster nicht das absolute Maximum heraus (und das braucht es für einen Playoff-Einzug), stehen die Zeichen nach elf Saisonen auf Trennung. Damit dazu überhaupt die Chance besteht, müssen die zwei herausragenden Persönlichkeiten auf beiden Seiten des Balls wieder Normalform erreichen, sprich Manning nicht noch einmal 27 (!) Interceptions werfen und Pass-Rusher Jason-Pierre Paul diesmal gesund bleiben. Zweiterem trauen wir in fittem Zustand jederzeit eine Leistungssteigerung zu, aber Manning? Das Vertrauen war schon einmal größer...

WASHINGTON REDSKINS (3-13)

THE (OFF)SEASON-TALK

Im Vorjahr sind die Haupstädter nach einer Playoff-Teilnahme 2012 implodiert, und zwar mit Ansage. Diesmal werden sie besser abschneiden, ebenfalls mit Ansage. Der wichtigste Grund: Robert Griffin III ist wieder fit. Aber auch der Abgang von Head Coach Mike Shanahan, unter dessen Führung die Redskins zu einem Kindergarten verkommen sind, war notwendig. Sein Nachfolger ist Jay Gruden, und der möchte aus dem risiko- und lauffreudigen "RGIII" einen effektiveren Pocket Passer machen. Dies ist eine wichtige Notiz, den dies könnte Zeit brauchen. Zeit, die man sich in Washington nehmen muss, will man noch viele Jahre Freude am Jungstar haben. Soll heißen: Man spielt 2014 natürlich für Erfolg, hat jedoch auch die Jahre danach im Auge. Dass es den Redskins gelungen ist, ein sehr taugliches Arsenal an Anspielstationen zur Verfügung zu stellen, sollte Griffin den Übergang erleichtern. Hinter DeSean Jackson steht zwar immer wieder ein charakterliches Fragezeichen, an seinem sportlichen Potenzial gibt es jedoch wenig Zweifel. Mit Pierre Garcon gibt es einen sehr soliden Einser-Receiver, mit Neuzugang Andre Roberts eine verlässliche Nummer drei. Auch Tight End Jordan Reed gehört zu den Besseren seiner Zunft. Dies kombiniert mit Running Back Alfred Morris ergibt eine Offense, die für zahlreiche Punkte gut ist - zumindest sofern Griffin gesund bleibt, und das ist ob seiner Verletzungshistorie ungewiss. Ebenso ungewiss wie das Abschneiden der Defense. Die war 2013 richtig mies. Irgendwie überraschend, dass DC Jim Haslett unter dem neuen Coaching Staff bleiben durfte. Mit den Outside Linebackern Ryan Kerrigan und Brian Orakpo beziehungsweise Neuzugang Jason Hatcher hat jedoch zumindest der Pass Rush Potenzial.

THE PICKS

Man erkennt das Muster der NFC East: Gute Offense, miese Defense (ausgenommen sind die Giants, dort ist beides bestenfalls Durchschnitt). Mitentscheidend für den Gewinn der Division-Krone ist also auch, welche dieser Defenses sich entscheidend steigert. Sagen wir mal so: Diesbezüglich gibt es in Washington mehr Grund zur Hoffnung als etwa in Dallas. Der Hauptgrund für eine Verbesserung der Redskins wird, nein muss, jedoch Griffin III sein. 2012 konnte jeder mit freiem Auge sein Talent erkennen. Eine Saison wie 2013 darf ihm in fittem Zustand nicht passieren - wenn doch, hat Washington ein gravierendes Problem, wenn man bedenkt, wie viele Draft-Picks man für ihn abgab. Das realistischte Szenario: "RGIII" steigert sich und Washington mit ihm, aber 2014 wird dennoch als Übergangsjahr in die Franchise-Historie eingehen.


Peter Altmann

TEAM ALTMANN KASTLER SCHAUHUBER
PHI 1 1 1
DAL 3 3 4
NYG 4 2 3
WSH 2 4 2
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