Es kann nur einen (hinter Denver) geben

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Das lange Warten ist zu Ende.

In der Nacht auf Freitag startete die National Football League in ihre neue Saison. Das traditionelle Kickoff-Game entschied Titelverteidiger Seattle mit 36:16 gegen die Green Bay Packers ganz klar für sich.

Am kommenden Sonntag bzw. Montag startet dann die restlichen 30 Teams so richtig den ersten Spieltag der neuen Saison.

Ziel der 32 NFL-Teams ist in diesem Jahr Glendale, Arizona, wo im University of Phoenix Stadium am 1. Februar 2015 Super Bowl XLIX stattfindet.

Wer setzt sich am Ende der fünfmonatigen Reise in der größten Liga der Welt durch?

LAOLA1 macht den Team-Check in der AFC WEST, in der die Denver Broncos vom Papier her wieder das Maß aller Dinge sein sollten.

DENVER BRONCOS (13-3)

THE (OFF)SEASON TALK

Bei keinem anderen Team dauerte die Offseason länger als bei den Denver Broncos. Zeitlich gesehen natürlich bei 31 anderen gleich lang, aber nicht gefühlt. Das 8:43 gegen die Seattle Seahawks in Super Bowl XLIII war ein herber Schlag in die Magengrube. Nach einer fulminanten Regular Season, in der die Quarterback-Legende Peyton Manning mit 55 Touchdowns und 5477 geworfenen Yards Rekorde aufstellte, hatte man im "Big Game" nicht den Hauch einer Chance gegen die beste Defense der Liga. Und die eigene Defense hatte auch keine Chance. So entschieden sich die Verantwortlichen rund um John Elway noch einmal ordentlich aufzurüsten und damit alles auf eine Karte zu setzen, um mit Manning den dritten Titel einzufahren. Sein Fenster ist bekanntlich am Schließen. Linebacker-Star DeMarcus Ware kam aus Dallas, Cornerback-Star Aqib Talib von den Patriots. Chris Harris und Rookie Bradley Roby machen die Cornerback-Situation zu einer überaus angenehmen, nachdem die Denver-Ära von Altstar Champ Bailey endete. Dazu sind Linebacker Von Miller und Safety Rahim Moore wieder fit - T.J. Ward wird auch seinen Teil als "letzter Mann" beitragen. In der Offensive hat sich weniger getan, nur musste man Free Agent Eric Decker zu den Jets ziehen lassen. Dafür holte das Team von Head Coach John Fox mit Emmanuel Sanders von den Steelers adäquaten Ersatz. Wes Welker wird wegen Dopingvergehens in den ersten vier Spielen zuschauen, dafür sollte Demaryius Thomas weiter glänzen. Auf der RB-Position verlor man Knowshon Moreno, was vor allem Montee Ball und auch Ronnie Hillman auf den Plan ruft. Hier besteht offensiv noch die größte Sorge, aber bei Manning als Quarterback auch kein Problem.

THE PICK

Auf dem Papier ist das die beste Mannschaft in der AFC. Sie wird dementsprechend auch ihre Division souverän gewinnen und vermutlich auch wieder in die Super Bowl einziehen. Einzig die Patriots oder vielleicht Indy könnten das verhindern. Und dann wird man sehen, ob sich die Verstärkungen ausgezahlt haben. Rekorde wie letzte Saison sind unwahrscheinlich, Mannings neuerliche Dominanz mit seiner Offense nicht.

KANSAS CITY CHIEFS (11-5)

THE (OFF)SEASON-TALK

Es war die Cinderella-Story der vergangenen Saison. Als schlechtestes Team der Spielzeit davor mit neun Siegen in Regular Season gestartet, schafften es die Chiefs natürlich in die Playoffs und gaben dort eine 38:10-Führung im dritten Viertel in Indy noch aus der Hand. Wie auch immer, es war ein footballerischer "Rise like a Phoenix"  und man konnte eindrucksvoll sehen, was ein Head Coach wie Andy Reid aus solch einem Team, das zugegeben nicht so schlecht besetzt war, machen kann. Sein Problem: Gute Spieler haben sich von dannen gemacht. Allen voran die O-Liner Branden Albert, Geoff Schwartz und Jon Asamoah, die Quarterback Alex Smith beschützen und Running Back Jamaal Charles den Weg freigeschaufelt haben. Aber der Offense-Top-Star wird es alleine nicht richten und Smiths Anspielstationen sind mit Dwayne Bowe, Donnie Avery und A.J. Jenkins mittlerweile auch nicht mehr das, was sie teilweise schon einmal waren. Ein Auge gilt es auf Tight End Travis Kelce zu werfen. In der Defensive dürfen die Chiefs-Fans hoffen, dass man die Offense unterstützt. Auf der anderen Seite war schon in der zweiten Saisonhälfte zu erkennen, dass hier auch nicht alles das Gelbe vom Ei ist. Hier ersetzt ein D-Liner, Vance Walker (Oakland), einen anderen, Tyson Jackson. Nach Saisonhälfte Nummer zwei (2-6) gab es für DC Bob Sutton hier auch einiges zu tun.

THE PICK

Es kann nicht immer so toll laufen wie 2013, es muss aber auch nicht immer so schlecht laufen wie 2012. Irgendwo in der Mitte wird die Wahrheit für Kansas City liegen. Ob das noch einmal für die Playoffs reicht, darf bezweifelt werden. Zu viele schmerzliche Abgänge gab es auf der Offensivseite, auch Dexter McCluster machte etwa den Schuh. Keine einfache Situation für QB Alex Smith, der als sehr guter Game Manager bekannt ist. Nicht als jemand, der die Spiele am Ende gewinnt. Im Kampf um Platz zwei könnte San Diego die Nase vorne haben, vor Oakland bleibt Kansas City aber allemal - auch ohne +10-Siege.

SAN DIEGO CHARGERS (9-7)

THE (OFF)SEASON-TALK

Was so ein Reinemachen alles bewirken kann. Nach dem Abgang von Head Coach Norv Turner und General Manager A.J. Smith, brachten Mike McCoy und Tom Telesco den notwendigen frischen Wind. So kamen die Kalifornier vergangene Saison wieder in die Spur und vor allem Quarterback Philip Rivers zeigte wieder sein wahres Gesicht, nachdem es die Saisonen zuvor stetig bergab ging. So erreichte man am letzten Drücker sogar die Playoffs, in denen erst die "Daltons" (Cincy) ausgeschaltet wurden und Mannings Broncos am Ende auch ein wenig Glück hatten, dass ein Football-Spiel nicht fünf Vierteln dauert. Die Chargers hätten Denver wohl noch eingeholt. Geholt haben die Chargers auf der Running Back Position Donald Brown, der mit Ryan Matthews und Danny Woodhead ein tolles Backfield-Trio stellen sollte. Rivers hat einige gute Anspielstationen wie vor allem Keenan Allen, Eddie Royal und Malcolm Floyd, dem Besserung nachgesagt wird. Tight End Ladarius Green wird Altstar Antonio Gates endgültig den Rang ablaufen. OC Ken Whisenhunt wurde abgeworben und ist nun Head Coach der Titans, QB-Coach Frank Reich hat übernommen. Das sollte aber nicht zu vielen Änderungen führen. Mehr Sorgenkind ist die Defense, die mit den wieder gesunden Dwight Freeney und Melvin Ingram einen besseren Pash Rush hinbekommen sollten. Die Secondary wurde mit dem First-Round-Draft-Pick Jason Verrett (CB)n aufgewertet, was DC John Pagano auch helfen wird, zumal auch der Zweit-Runden-Pick an die Defense ging - Linebacker Jeremiah Attaochu kam.

THE PICK

Mit den Chargers ist auch diese Saison wieder zu rechnen, weil Rivers wieder in der Spur ist. Und wenn er das ist, gehört er mit seinen Anspielstationen und den Running Backs zu den besten Offenses in der AFC. Damit sollte auch Platz zwei hinter den unerreichbaren Broncos in der AFC West drin sein, eine neuerliche Playoff-Teilnahme ist damit äußerst wahrscheinlich - vor allem bei dieser Konkurrenz in der AFC.

OAKLAND RAIDERS (4-12)

THE (OFF)SEASON-TALK

Die Raiders haben im Prinzip das gemacht, was die Broncos die letzten Jahre getan haben. Aber eben auf einem weit bescheideneren Niveau. Sie haben genauso eingekauft, aber dabei viele alte Stars geholt, die jetzt gemeinsam auf einmal toll aufspielen sollen - nach ihrem Karriere-Hoch. Viel Glück schon einmal. Gehen wir es durch - natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Auf der Quarterback-Position wurde Matt Schaub verpflichtet, der in der Preseason sogar Rookie Derek Carr unterlag und nun nicht einmal hier Starter ist. Als Running Back kam zu Darren McFadden Maurice Jones-Drew aus Jacksonville. Receiver James Jones wechselte von Green Bay nach Kalifornien. Mit Carlos Rogers und Tarrell Brown wurden beide Starting-Corners von gegenüber aus San Francisco verpflichtet. DE Justin Tuck kam aus New York, DT Antonio Smith aus Houston und Pass Rusher LaMarr Woodley aus Pittsburgh. Austin Howard (RT) ist neu von den Jets dabei, Donald Penn (LT) von den Tampa Bay Buccaneers. GM Reggie McKenzie hatte in der Offseason einiges zu tun, im Draft konnte man sich neben Carr auch Linebacker Khalil Mack sichern. Ob er schon alle Vornamen kennt?

THE PICK

Summa summarum müssen die Raiders zwar besser sein als vergangene Saison, aber bei diesen vielen Neuzugängen von Startern kann keiner prognostizieren, wie das am Feld in einem Pflichtspiel aussehen wird. Doch dass Carr Schaub schlägt, zeigt auch, wie sich die QB-Situation darstellt. Nämlich nicht gut. Viele Veteranen mit einem jungen Leader. Head Coach Dennis Allen wird es nicht leicht haben. Alles andere als der letzte Platz in der Division (und wohl auch NFL) wäre überraschend.

 

Bernhard Kastler

TEAM

ALTMANN

KASTLER

SCHAUHUBER

DEN

1

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KC

3

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SD

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OAK

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