Ära Watt-Clowney als Neuanfang für Houston Texans

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Das lange Warten ist zu Ende.

In der Nacht auf Freitag startete die National Football League in ihre neue Saison. Das traditionelle Kickoff-Game entschied Titelverteidiger Seattle mit 36:16 gegen die Green Bay Packers ganz klar für sich.

Am kommenden Sonntag bzw. Montag starten dann die restlichen 30 Teams so richtig den ersten Spieltag der neuen Saison.

Ziel der 32 NFL-Teams ist in diesem Jahr Glendale, Arizona, wo im University of Phoenix Stadium am 1. Februar 2015 Super Bowl XLIX stattfindet.

Wer setzt sich am Ende der fünfmonatigen Reise in der größten Liga der Welt durch?

LAOLA1 macht den Team-Check in der AFC SOUTH, in welcher sich nur die Indianapolis Colts berechtigte Playoff-Chancen machen dürfen.

INDIANAPOLIS COLTS (11-5)

THE (OFF)SEASON-TALK

Ein Sieg in den Playoffs bleibt positiv hängen. (Das Gegenteil kennt Cincinnati nur zu gut). 2012 mussten sich die Colts zum Start der Ära Andrew Luck noch sang- und klanglos bei den Ravens verabschieden. Ein Jahr später schien derselbe Fall zu Hause gegen die Kansas City Chiefs einzutreten, als man kurz nach der Pause 10:38 zurücklag. Am Ende wurde eines der epischten Playoff-Spiele der jungen Vergangenheit 45:44 gewonnen. Auch wenn in weiterer Folge in New England das klare Aus kam, zumindest ein Postseason-Erfolgserlebnis ist gut für den Kopf. (Oder das Gegenteil, wie Andy Dalton weiß). Andrew Luck geht in sein drittes Jahr und der Quarterback ist der designierte Nachfolger für Peyton Manning und Tom Brady als Elite-QB in der AFC. Für diese Saison hat Luck noch mehr Waffen. Reggie Wayne kommt nach Verletzung zurück, dazu ist Hakeem Nicks neu dabei. Mit T.Y. Hilton hat Luck das wohl beste AFC-Receiver-Trio nach den Broncos. Ein großes Fragezeichen steht indes hinter RB Trent Richardson. Der kam vergangene Saison per Trade aus Cleveland, aber nie richtig in die Gänge. Mal schauen, ob OC Hamilton hier noch mehr Pep reinbringt. Donald Brown verließ die Colts hingegen gen San Diego. Linebacker-Legende Robert Mathis, vergangene Saison Sack-Meister, ist die ersten Spiele gesperrt, auch der Deutsche Björn Werner darf sich deswegen mehr ins Zeug schmeißen. Dass sich Eigentümer Jim Irsay in der Offseason schwere Schmerzmittel reinzog, währenddessen sein Auto lenkte, verhaftet wurde und nun sechs Spiele zu Hause zusehen muss, war freilich auch ein Thema im republikanischen Indiana, soll aber hier nicht weiter ausgeführt werden. Er hat sich zudem entschuldigt.

THE PICK

Mangels ernsthafter Konkurrenz in der eigenen Division kann sich Indianapolis schon einmal auf den dritten Playoff-Einzug en suite einstellen. Ab dann ist alles möglich. In der im Gegensatz zur NFC schwachen Conference bietet Indy ein Gesamtpaket, das überzeugen kann. Ob es für den großen Wurf, sprich Super-Bowl-Einzug reicht, wird auch von Lucks Vordermännern abhängen. Die O-Line hatte in der Vorbereitung mit Verletzungspech zu kämpfen. Zwei Siege in den Playoffs wären schon einmal der nächste vernünftige Schritt.

TENNESSEE TITANS (7-9)

THE (OFF)SEASON-TALK

In der vergangenen Saison lief es bei den Titans nicht so schlecht, bis das Unheil seinen Lauf nahm. Jake Locker, der sich zu Beginn der Spielzeit stark präsentierte, verletzte sich beim Duell mit den Jets in Runde vier und das brachte die Titans aus dem Konzept. Es setzte drei Niederlagen in Folge, allerdings auch gegen starke Gegner. Doch Ryan Fitzpatrick, nun in Houston, spielte letztlich die Saison zu Ende, in der die Playoffs verpasst wurden. So musste Head Coach Mike Munchak gehen und es kam Ken Whisenhunt, der in Arizona die Offense zu dirigieren wusste. Er hat das Zeug, Locker in die richtige Richtung zu führen, zumal mit Kendall Wright und Justin Hunter, ein potenzieller Superstar, vernünftige Anspielstationen da sind. Das Backfield hat die frühere Ikone Chris Johnson, aka CJ2K, gen Jets verlassen. Ex-Jet Shonn Greene, der verletzungsfrei bleiben sollte, und Rookie Bishop Sankey nehmen sich in erster Linie dem Erbe der Vorsaison an. Auch Dexter McCluster, der zudem die Bälle fangen kann. Während in der O-Line Michael Oher ("Blindside") nun in seiner Heimat spielt, ging Cornerback Alterraun Verner. Ein nicht zu unterschätzender Verlust. Neuzugang Shaun Philipps (DE) soll indes den Pass Rush verbessern.

THE PICK

Diese Saison wird endgültig die Frage beantworten, ob Jake Locker die Antwort für die Titans ist. In erster Linie ist ihm zu wünschen, dass er verletzungsfrei bleibt und in seiner dritten Saison erstmals durchspielen kann. Charlie Whitehurst und Rookie Zach Mettenberger stellen (noch) keine Bedrohung dar, doch Lockers Uhr tickt. Mit Whisenhunt holten sich die Titans einen vernünftigen Coach und Potenzial ist auch auf gewissen Positionen erkennbar. Die Playoffs sind aber eher auszuschließen, zumal auch das Defensiv-Schemata von 4-3 auf 3-4 umgestellt wurde und das erfahrungsgemäß Zeit braucht - und andere AFC-Teams haben auch einfach mehr Qualität.

JACKSONVILLE JAGUARS (4-12)

THE (OFF)SEASON-TALK

Es wird. Schon seit der vergangenen Saison haben wir einen kleinen Faible für die Jacksonville Jaguars entwickelt. Und der ist vor dieser Saison noch größer geworden. Was ist mit der grauen Maus passiert? Nun, es liegt in erster Linie an Gus Bradley, der seit 2013 das Zepter als Head Coach schwingt und zuvor Defensive Coordinator in Seattle war. Also jene Verteidigung auf den Weg gebracht hat, die Peyton Mannings Rekord-Offense in der Super Bowl zerstört hat. Auch wenn vergangene Saison nur vier Siege eingefahren wurden, alle waren in Saisonhälfte zwei. Es war ein gefühlter Schritt nach vorne. Und auch nun geht man wieder einen weiter. Vor allem macht der Draft 2014 Hoffnung. Blake Bortles wird zwar (noch) nicht starten, aber der Rookie-Quarterback ist die ganz große Hoffnung der Jags. In der Vorbereitung konnte er schon die Experten überzeugen, doch Bradley und GM Dave Caldwell wollen es mit ihm ruhig angehen. Kühne Prognose: Chad Henne wird noch in Saisonhälfte eins seinen Platz an Bortles verlieren. Mit Marqise Lee wurde ein Top-Receiver von USC gedraftet, der Rookie wird aber seine Zeit brauchen. Im Backfield setzt man nun auf Ex-Peterson-Backup Toby Gerhart, das könnte besser laufen als zuletzt mit Maurice Jones-Drew, der nach Oakland ging. Die O-Line um Luke Joeckel hat Talent aber auch Verletzungspech, die Defense verbessert sich unter Bradley kontinuerlich.

THE PICK

Die graue Maus wird bunter. Es scheint, dass Jacksonville immer besser aufgestellt ist. Noch ohne die ganz großen Stars, aber in einem Kollektiv, das aus jung und alt fruchten könnte. Auch klar: Die AFC South ist die schwächste der AFC (und damit wohl der Liga), aber Jacksonville könnte sich Platz zwei in der South sichern. Für die Playoffs wird das allerdings auch nicht reichen. Aber es wird. Das ist schon was.

HOUSTON TEXANS (4-12)

THE (OFF)SEASON-TALK

Manchmal kommt es anders als man denkt. Da fühlte sich Houston bereit für einen ernsthaften Angriff auf die Super Bowl - und wird anschließend das schlechteste Team der Saison. Die ersten zwei Spiele wurden gewonnen, danach begann das Drama um Interception-Quarterback Matt Schaub, dessen Trikot von den Fans gar verbrannt wurde. Gebrochen ging der Spielmacher nach Oakland, wo er nun nicht einmal startet. Die Texans verpflichteten hingegen Ryan Fitzpatrick, der nun auch Starter ist. Neuer Head Coach ist Bill O'Brien, der die Offense der Patriots von 2007 bis 2011 maßgeblich beeinflusste und danach das große Erbe von  Joe Paterno als Head Coach von Penn State antrat. Den Nummer-1-Draft Pick investierten die Texaner verständlicherweise in einen Verteidiger, denn Jadeveon Clowney hat das Zeug zu einem Superstar. Gemeinsam mit dem bestverdienendsten Verteidiger J.J. Watt stellt er das nun gefürchteste Defensive-End-Duo der Liga. Mit Arian Foster (RB), der mit Andre Brown eine gute Ergänzung hat, und Andre Johnson (WR) sind die altbekannten Stars noch am Werk. Selbiges gilt auf der Defensiv-Seite für Brian Cushing, Johnathan Joseph und Danieal Manning. Dort führt nun Romeo Crennel als DC das Zepter. Eine sehr gute Wahl.

THE PICK

Im Draft warteten die Fans lange, bis ein QB gezogen wurde. Tom Savage ist es in Runde vier geworden und muss sich einmal anstellen. Dabei im Mix ist auch Ryan Mallett, der bei Tom Brady lernen durfte und den O'Brien freilich auch gut kennt. Offenbar war dieser aber nur die zweite Wahl, nachdem es mit Phillys Matt Barkley nichts wurde. In jedem Fall zeigt es, dass die Quarterback-Position eine Baustelle ist. Fitzpatrick ist mit 31 Jahren sicher nicht die Lösung für die große Zukunft. Es wird wieder ein ordentlicher Schritt nach vorne, aber wie Phoenix aus der Asche (wie Kansas City 2013) wird man nicht steigen.

 

Bernhard Kastler

TEAM ALTMANN KASTLER SCHAUHUBER
IND 1 1 1
TEN 4 4 4
JAX 3 2 3
HOU 2 3 2
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