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Die Champions wollen zurück ins Rampenlicht

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Das lange Warten ist zu Ende.

In der Nacht auf Freitag startete die National Football League in ihre neue Saison. Das traditionelle Kickoff-Game entschied Titelverteidiger Seattle mit 36:16 gegen die Green Bay Packers ganz klar für sich.

Am kommenden Sonntag bzw. Montag starten dann die restlichen 30 Teams so richtig den ersten Spieltag der neuen Saison.

Ziel der 32 NFL-Teams ist in diesem Jahr Glendale, Arizona, wo im University of Phoenix Stadium am 1. Februar 2015 Super Bowl XLIX stattfindet.

Wer setzt sich am Ende der fünfmonatigen Reise in der größten Liga der Welt durch?

LAOLA1 macht den Team-Check in der AFC NORTH, in der Champions der jüngeren Vergangenheit auf dem Weg zurück sind.

CINCINNATI BENGALS (11-5)

THE (OFF)SEASON TALK

Es war eine lange Offseaon für die Bengals, vor allem für Quarterback Andy Dalton. Denn nach einer tollen Regular Season erntete man wieder nicht die Früchte in der Postseaon. Wieder konnten die Bengals keinen Sieg in selbiger einfahren. Seit über 23 Jahren wartet Cincy nun schon auf diesen einen Triumph, kein anderes Team wartet länger. Beim letzten Versuch konnten die Chargers den Sieg davontragen, Dalton behielt einmal mehr die Nerven nicht und warf zwei Interceptions, ein Jahr zuvor war es eine, in seinem ersten Versuch drei. In Ohio wird stark gezweifelt, ob er der richtige Mann für mehr ist. Das gilt übrigens mittlerweile auch für Head Coach Marvin Lewis - gute Regular Season hin oder her. Sollte es 2015 noch einmal daneben gehen, dann wird es für beide Protagonisten schwierig. Mit Hue Jackson hat Dalton einen neuen OC, der zuvor schon RB-Coach war. Apropos: Das Backfield ist mit Giovani Bernard und Rookie Jeremy Hill sehr gut aufgestellt. Dalton selbst hat mit A.J. Green, Marvin Jones (aktuell verletzt) und Tyler Eifert (TE) gute Anspielstationen. In der Defense kam DC Mike Zimmer abhanden, der nun Vikings-Head-Coach ist. Assistent Paul Guenther übernahm, es wird sich zeigen, ob ihm die Fußstapfen nicht zu groß sind. Zumal mit Michael Johnson ein guter Pass Rusher ging. Dafür ist Tackle Geno Atkins wieder gesund. Gedraftet wurde Cornerback Darqueze Dennard, der den vielen Vorschuslorbeeren aber erst einmal gerecht werden muss.

THE PICK

Marvin Lewis und Andy Dalton ist dieser Playoff-Sieg wirklich zu gönnen, zumal die Bengals für kontinuerliche Arbeit stehen. Am Ende zählen aber eben nur solche Erfolge. Und dieses Jahr wird es schon einmal nicht so einfach, die AFC North für sich zu entscheiden. Die Konkurrenz ist besser als 2013. Man darf gespannt sein, ob Dalton dem Druck standhält. In der Postseason hat er das bislang nicht zeigen können.

PITTSBURGH STEELERS (8-8)

THE (OFF)SEASON TALK

Nein, es war nicht die Saison von den Steelers anno 2013. Der stolze Rekord-Champion startete mit vier Niederlagen in die Saison, ehe sich nach einer scheinbar notwendigen Bye-Week die Jets erbarmten. Im Fortlauf der Saison konnte man sich steigern und sogar noch um die Playoff-Plätze mitspielen. Dafür reichte es nicht, aber immerhin zu einer ausgeglichenen Bilanz. Der sechsfache Titelträger befindet sich weiter am Weg zurück gen Spitze. Ein Kritikpunkt der jüngeren Vergangenheit war stets die zu alte und langsame Verteidgung, der "Steel Curtain" war keiner mehr. Im Draft hat man sich deswegen Ryan Shazier (LB) und Stephon Tuitt (DE) geangelt, die Defense-Stars Lawrence Timmons und Troy Polamalu sind mitunter ihre Mentoren. Auch in der Free Agency war man nicht untätig, holte für die Offensive RB LaGarrette Blount, der für die Patriots im Divisional-Playoff gegen Indy 2014 vier Touchdowns erzielte und Sophomore-RB Le'Veon Bell unterstützen soll. Lance Moore und Darrius Heyward-Bey stießen im Receiver-Corps dazu, da hat man mit Antonio Brown schon eine echte Waffe, die vergangene Saison der zweitbeste Receiver gemessen an den Yards war. Dafür verlor man allerdings Emmanuel Sanders an die Denver Broncos.

THE PICK

Um die Cornerback-Position könnte es besser bestellt sein, der nicht jünger werdende Ike Taylor führt diese eher durchschnittliche Riege an. Ansonsten sieht es aber schon wieder ganz gut aus für die Steelers, am Weg zurück an die AFC-Spitze. Sollten die Rookies der vergangenen Saison (v.a. Jarvis Jones, Bell und WR Markus Wheaton) den nächsten Schritt machen, könnte auch der Division-Sieg rausschauen. Zumal ein Duo hier noch gar nicht erwähnt wurde: Head Coach Mike Tomlin und Quarterback "Big Ben" Roethlisberger haben freilich die Qualität, dieses Team in die Playoffs zu führen.

BALTIMORE RAVENS (8-8)

THE (OFF)SEASON TALK

Den Titel zu holen ist scheinbar nicht so schwer, wie ihn zu verteidigen. Die Baltimore Ravens mussten wie ihr Vorgänger (New York Giants) in der Folgesaison nach der Regular Season die Segel streichen. Es war die erste Spielzeit nach dem Karrierende von Legende Ray Lewis. Sein Vornamens-Vetter Ray Rice produzierte (nach einer ganz schlechten 2013er-Spielzeit) in der Offseason wegen häuslicher Gewalt Negativ-Schlagzeilen und wurde von der NFL für zwei Spiele gesperrt. Bernard Pierce und Neuzugang Justin Forsett (aus Jacksonville) springen ein. Letzterer kennt das System des neuen Ravens-OC Gary Kubiak aus der gemeinsamen Zeit in Houston. Während sich auf der QB-Position mit Joe Flacco freilich nichts änderte, darf man gespannt sein, wie seine neue Waffe funktoniert: Steve Smith kam aus Carolina und schickt sich an, es allen noch einmal zu zeigen. Mit Owen Daniels ist zudem ein erfahrener Tight End neu dabei im Repertoire, Dennis Pitta hat auf dieser Position auch Mitspracherecht. Während der zuletzt schwächelnde O-Liner Michael Oher in seine Heimat Tennessee abwanderte, konnte Jacoby Jones gehalten werden. Nicht unwesentlich für die Special Teams. Kubiak findet noch einen weiteren Top-Mann als Receiver vor: Torrey Smith. Das ist alles schön und gut, nur muss die O-Line auch mitspielen. 48 Sacks waren viel zu viel. Und 22 Interceptions waren dem Super-Bowl-MVP 2013 wohl auch peinlich. Der neue Center Jeremy Zuttah soll mit den Guards Kelechi Osemele und Marshal Yanda das Zentrum schließen, auf den Außenpositionen könnte es allerdings weiter Probleme geben, da etwa die Position des Right Tackles mit Ricky Wagner nicht vollends zufrieden besetzt ist. Viel besser ist es auch nicht um die Secondary bestellt, was vor allem Verletzungen geschuldet ist: Die Corners Lardarius Webb und Jimmy Smith fehlten etwa beide im Sommer wertvolle Zeit. Bei den Linebackers hat Altstar Terrell Suggs mit C.J. Mosley einen Rookie zum Ausbilden neben sich.

THE PICK

Rein von der Offensive her schaut das auch schon wieder besser aus bei den Ravens. Mit Gary Kubiak ist als Play-Caller auch ein Mann vor Ort, der sein Werk beherrscht. Mit all den Waffen, die der frühere Houston-HC zur Verfügung hat, werden die Ravens auch wieder zum ernsthaften Kandidaten für die Playoffs - sofern die O-Line das hält, was sie verspricht. Head Coach John Harbaugh ist zudem zuzutrauen, dass die Defense wieder zurück zu alter Stärke findet. Die Ravens sind im Mix um einen Playoff-Einzug.

CLEVELAND BROWNS (4-12)

THE (OFF)SEASON TALK

Johnny Manziel. Johnny Manziel. Johnny Manziel. Johnny Manziel. Kein Name fiel in dieser Offseason öfter als jener des Rookie-Quarterbacks aus Texas. Der gar nicht spielen wird, weil Brian Hoyer Starter beim Team vom neuen Head Coach Mike Pettine ist. Wieder einmal wurde der Coach gewechselt. Der ist eine gute Wahl, vielleicht darf er sich auch einmal länger beweisen. Was Manziel betrifft, hat Cleveland nicht nur mit der LeBron-Rückkehr nun die große Show in der Stadt. Sein "Money-Sign" ist schon legendär, aber auf der anderen Seite nervt er damit vor dem ersten NFL-Snap nicht nur Experten a la Merril Hoge ("Er ist ein jugendlicher Punk"). Pettine schaffte es aber, das Getöse ruhig zu halten. Unterhaltsam wird es allemal. Das darf aber auch auf den Rest der Mannschaft bezogen werden, denn es scheint, als gäbe es Licht am Ende des Tunnels. Pettine ist ein Lehrling von Defensiv-Genie Rex Ryan, hat schon Buffalos Verteidigung auf Vordermann gebracht und nun als Antrittsgeschenk Safety Donte Whitner von den 49ers bekommen. Linebacker-Haudegen Karlos Dansby kam aus Arizona und spielt neben dem guten Mann namens Paul Kruger. Mit Cornerback Justin Gilbert wurde ein weiterer Mann für die Secondary gedraftet, die Joe Haden als Star hat. Man darf sich auf eine starke Defense freuen, offensiv wird man mit Josh Gordon den Receiver-Leader 2013 vermissen. Der ist wegen Drogenmissbrauchs die komplette Saison gesperrt. Dafür hat man den weiter aufstrebenden TE Jordan Cameron und nun auch Miles Austin und Andrew Hawkins. Ben Tate gewann man als Running Back. Center Alex Mack konnte gehalten werden.

THE PICK

Manziel wird füher oder später Starter sein. Einen ähnlich prominenten Backup hatten zuletzt die Jets mit Tim Tebow. Doch der gefeierte Texas-A&M-Quarterback ist kein Fehler, sondern eine Chance. Eine graue Maus der NFL bunt zu machen und mit einer sattelfesten Defense Erfolge zu feiern. Es ist ein Übergangsjahr, aber wenn der Coach auch einmal darüber hinaus bleiben darf (lieber Jimmy Haslam), dann ist mit den Browns früher oder später zu rechnen.

 

Bernhard Kastler

TEAM ALTMANN KASTLER SCHAUHUBER
CIN 3 2 1
PIT 1 1 2
BAL 2 3 3
CLE 4 4 4
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