Sind die Patriots dieses Jahr zu knacken? (Nein)

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Das lange Warten ist zu Ende.

In der Nacht auf Freitag startete die National Football League in ihre neue Saison. Das traditionelle Kickoff-Game entschied Titelverteidiger Seattle mit 36:16 gegen die Green Bay Packers ganz klar für sich.

Am kommenden Sonntag bzw. Montag startet dann die restlichen 30 Teams so richtig den ersten Spieltag der neuen Saison.

Ziel der 32 NFL-Teams ist in diesem Jahr Glendale, Arizona, wo im University of Phoenix Stadium am 1. Februar 2015 Super Bowl XLIX stattfindet.

Wer setzt sich am Ende der fünfmonatigen Reise in der größten Liga der Welt durch?

LAOLA1 macht den Team-Check in der AFC EAST, in welcher es einmal mehr die New England Patriots zu schlagen gilt.

NEW ENGLAND PATRIOTS (12-4)

THE (OFF)SEASON TALK

Die gute Nachricht für die restlichen drei Teams der AFC East: Es gibt Hoffnung für sie. Die schlechte: Irgendwann. Es dreht sich bei den Patriots freilich weiterhin alles um das Traum-Duo Tom Brady und Head Coach Bill Belichick, das die Patriots seit 2001 zu elf von möglichen 13 Division-Titeln führte. Der Trainer wird noch einige Zeit coachen, der Quarterback noch einige Zeit spielen. Doch wurde der dreifache Super-Bowl-Champ im Sommer 37 Jahre alt - und mit Jimmy Garoppolo sein designierter Nachfolger gedraftet, während Ryan Mallett nun sein Glück in Houston versucht. "Wenn ich scheiße spiele, höre ich auf", sagt Brady. Das kann aber eben noch dauern, weil er die NFL wie sein Karriere-Rivale Peyton Manning heiß liebt. Und: In den vergangenen Saisonen war nie der Superstar einer der Schwachpunktw. Einer war die Secondary, die wurde mit dem langjährigen Brady-Rivalen bei den Jets, Darrelle Revis, prominent verstärkt, nachem allerdings Aqib Talib zu Denver ging. Star-Tackle Vince Wilfork (nach Achillessehnenriss) und der fast immer verletzte Star-Tight-End Rob Gronkowski bleiben die Sorgenkinder, auch von ihnen hängt an, ob es Brady in seine sechste Super Bowl schafft. Das wäre übrigens QB-Rekord.

THE PICK

Es gibt nur wenige Teams, bei denen ein Playoff-Platz immer sicher scheint. Das liegt in diesem Fall an Brady. 2008 war man nicht dabei, weil sich der Quarterback in Spiel eins das Kreuzband riss. Heuer spricht für die Pats ein guter Mix aus Routine und neu gewonnener Dynamik. Belichchick wird während der Saison wieder traditonell einen No-Name aus dem Hut zaubern und dann könnte es zum vierten Mal en suite ins Championship Game gehen. Auch weil die AFC bis auf die Pats. Broncos und Indy sonst wenig hergibt.

MIAMI DOLPHINS (8-8)

THE (OFF)SEASON-TALK

Im Finish der vergangenen Saison machten sich die Dolphins ihre Chance, sich in die Playoffs zu wurschteln, mit einer Heimniederlage gegen die Jets relativ uninspirierend zunichte. Das größte Problem war 2013 die schreckliche O-Line, die die Negativ-Bestmarke von 58 Sacks (!) zuließ. Dieser half zudem der Mobbing-Skandal rund um Richie Incognito und Jonathan Martin ganz und gar nicht. Opfer Martin ging nach San Francisco, Incognito ist nicht mehr Teil des Teams. Dafür Branden Albert, der aus Kansas City kam und von Neo-GM Dennis Hickey (früher Tampa Bay) verpflichtet wurde. Im Draft kamen Ja'Wuan James und Billy Turner dazu, Center Mike Pouncey fällt allerdings zu Beginn der Saison aus. In der Free Agency holten sich die Fins Knowshon Moreno, der das Backfield mit Lamar Miller aufwerten soll. Quarterback Ryan Tannehill war zwar schlecht beschützt, kämpft aber diese Saison auch um seinen Starting-Job für die Zukunft. Mit dem früheren Philly-Quarterbacks-Coach Bill Lazor, der Nick Foles so richtig in die Gänge brachte, hat er einen neuen Mentor, der helfen soll, dass der gut verdienende Receiver Mike Wallace mehr zu fangen hat.

THE PICK

Miami hat sich zwar punktuell nicht so schlecht verstärkt, doch die Probleme scheinen die gleichen zu sein. Gut möglich, dass Lazor die Offensive auf Vordermann bringt, doch eine echte Gefahr sind die Dolphins für die Patriots nicht. Dafür fehlt Tannehill einfach (noch) zu viel an Klasse. Das gilt wohl auch für Head Coach Joe Philbin, der als Offensive Coordinator bei den Packers einen guten Job machte, aber der noch seine Head-Coach-Qualitäten unter Beweis stellen muss. Playoffs sind in der schwachen AFC nicht unmöglich, aber nicht wahrscheinlich.

NEW YORK JETS (8-8)

THE (OFF)SEASON-TALK

Eines muss man Rex Ryan lassen: Er ist ein Überlebenskünstler und weiß, wie man die Spieler auf seine Seite bekommt. Mit einer schlechten Mannschaft schaffte es der wortgewaltige Head Coach vergangene Saison auf eine beachtliche 8-8-Bilanz. Für diese Saison konnte GM John Idzik auch Geld in die Hand nehmen und verpflichtete für die unkonstante Offense Receiver Eric Decker von Denver. Michael Vick soll Geno Smith auf der Quarterback-Position Druck machen, damit dieser im zweiten Jahr nicht wieder 21 Interceptions wirft. Das Backfield gewann mit Chris Johnson, dessen bestes Jahr zwar schon einige Zeit zurückliegt, an Quantität und ("Homerun"-)Qualität - Chris Ivory und Bilal Powell sind auch noch da. Das große Problem: Auf der Cornerback-Situation hat man sich verspekuliert. Antonio Cromartie ging nach Arizona und wurde nicht adäquat ersetzt. Dee Milliner wäre als Sophomore-CB die Nummer 1 auf dieser Position - hat sich aber verletzt. Billig-Lösung Dimitri Patterson war unerlaubt abwesend und ist kein Thema mehr. So müssen Antonio Allen (eigentlich Safety) und der wenig erfahrene Darrin Walls ran. Keineswegs ideal für die von Ryan präferierte Man-Coverage, der aber hoffen kann, dass Safety-Rookie Calvin Pryor - bereits als "Louisville Slugger" bekannt - einschlägt.

THE PICK

Rex Ryan geht in seine sechste Saison als Head Coach der Jets und viele glauben, es könnte seine letzte sein. Sollte die Bilanz schlechter sein als vergangene Saison, wird sie es auch sein. Doch es gibt Hoffnung. Bis auf die CB-Position hat man sich vor allem in der Offensive kadertechnisch gesteigert, zudem besitzt man mit den "Sons of Anarchy" (Muhammad Wilkerson, Damian Harrison, Defensive-Rookie-of-the-Year Sheldon Richardson) eine bärenstarke D-Line, die zu den stärksten dieser Saison gehören sollte. Die Zukunft von Defensiv-Genie Ryan hängt letztlich (wieder) von der Offense ab: Hat OC Marty Mornhinweg Smith auf den richtigen, nämlich konstanten Weg gebracht?

BUFFALO BILLS (6-10)

THE (OFF)SEASON-TALK

Ein Name macht Hoffnung: Sammy Watkins. Der Nummer-4-Draft-Pick hat, noch ohne ein Spiel in der NFL gespielt zu haben, das gefühlte Zeug zum Superstar. Nach zwei Touchdown-Pässen und 227 gefangenen Yards bekam der Clemson-Receiver nicht nur den MVP-Titel der Orange Bowl verliehen, sondern auch eine 1+ vom LAOLA1-Augenzeugen. Egal ob vertikal, diagonal, horizontal - die NFL darf sich auf diesen jungen Mann freuen. Blöd für ihn, dass es wohl ob seines Umfelds nicht ganz so toll wird, wie es bei einem Spitzen-Team sein könnte. E.J. Manuel hat noch zu sehr mit sich selbst zu kämpfen, auch verletzunsbedingt - das Knie macht zu schaffen. Das Passspiel des Quarterbacks wird sich wegen Watkins wohl automatisch verbessern, aber die Preseason machte ganzheitlich wenig Hoffnung auf große Besserung. Was die Defensive betrifft, präsentierten sich die Bills 2013 grundsätzlich vernünftig. Doch mit Jairus Byrd kam ihnen ihr Top-Safety abhanden, der nach New Orleans zog. Stephon Gilmore hätte als Cornerback nun das Zeug, Star der Secondarsy zu werden.

THE PICK

Watkins hin, Watkins her, der junge Mann wird die Bills alleine nicht retten können. Mike Williams ist zwar nun auch da, doch Robert Woods macht als Zweier-Receiver mehr Hoffnung, sowie ist das Backfield mit CJ Spiller und Fred Jackson sicherlich gut und solide, doch am Ende steht und fällt sehr viel (bis alles) mit E.J. Manuel. Ob der Spielmacher, der zweifellos schon gute Ansätze gezeigt hat, es wirklich bringt? Es werden nicht nur hier Zweifel gehegt...

 

Bernhard Kastler

TEAM ALTMANN KASTLER SCHAUHUBER
NE 1 1 1
MIA 2 3 3
NYJ 3 2 2
BUF 4 4 4
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