Das Powerranking der NFL

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NFL-Powerranking nach Week 17

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Kaum zu glauben, die Regular Season 2012 der NFL ist schon wieder Geschichte.

Das freut uns natürlich einerseits, weil die Playoffs einfach die schönste Football-Jahreszeit sind. Andererseits heißt es traurigerweise von 20 Teams bereits Abschied nehmen – Urlaub statt Titelträume.

Zum Abschluss ordnet auch das letzte LAOLA1-Powerranking dieser Saison die Kräfteverhältnisse in der NFL ein.

Diesmal mit der Ausnahmeregelung, dass die zwölf Playoff-Teams automatisch auch an den ersten zwölf Plätzen positioniert wurden (rot gefärbt), und wir den übrigen 20 Teams mit kleinen Verbesserungshinweisen eine konstruktive Offseason wünschen.

(Anmerkung: In Klammer befindet sich die Platzierung des jeweiligen Teams im Powerranking nach Week 14)

1 (3) DENVER BRONCOS (13 Siege – 3 Niederlagen): Elf Siege in Folge, dank des Unvermögens von Houston sogar noch den Heimvorteil während der Playoffs gesichert – über die aktuelle Nummer eins im Powerranking muss man nicht lange streiten. Man kann wohl jetzt schon behaupten, dass sich die Verpflichtung von Peyton Manning mehr ausgezahlt hat, als selbst die kühnsten Optimisten gedacht hätten. Der Quarterback-Altstar spielte wie eine jüngere Ausgabe von sich selbst und hat in Denver – anders als oftmals in Indianapolis – eine vernünftige Defense, die ihm den Rücken frei hält. Die Broncos ließen im Schnitt nur 18,1 Punkte zu, ligaweit der viertbeste Wert. Sucht man das Haar in der Suppe, wäre es, dass Denver kaum hochkarätige Konkurrenz aus dem Weg räumen musste – gegen Playoff-Teilnehmer ist die Bilanz mit 2-3 negativ. Andererseits: Wer reist in der Postseason schon gerne ins Mile High?

2 (1) NEW ENGLAND PATRIOTS (12-4): In den letzten zehn Spielen leisteten sich die Patriots eine richtig miese Halbzeit – die erste bei der überraschenden Heim-Niederlage gegen San Francisco. Nach der Pause watschten Tom Brady und Co. die hochkarätige 49ers-Defense jedoch richtig ab, auch wenn es nicht mehr zum Sieg gereicht hat. New England bleibt so oder so eine heiße Super-Bowl-Aktie. Dass man sich im letzten Abdruck eine First-Round-Bye gesichert hat, schadet auch nicht. Während Brady auf gewohnt hohem Niveau agierte, sei darauf hingewiesen, dass diese Power-Offense mit Stevan Ridley (1263 Rushing Yards, 12 Touchdowns) auch am Boden Gefahr ausstrahlt. Will man den dreifachen Champion knacken, braucht es also erstens eine richtig gute Defense und zweitens auch einen starken QB, denn in der Passverteidigung sind die Patriots zu knacken.

3 (2) GREEN BAY PACKERS (11-5): Die knappe Niederlage in Minnesota in Woche 17 tut weh. Denn eine Woche Pause hätte dem angeschlagenen Packers-Roster richtig gut getan. So bekommen es Aaron Rodgers und Co. gleich wieder mit den Vikings zu tun – diesmal jedoch im Lambeau Field. Die Hauptaufgabe ist klar: Adrian Peterson stoppen. Der Star-RB lief in dieser Saison bereits für 210 bzw. 199 Yards gegen Green Bays Defense, die sich bisweilen als Achillesferse erweist. Ein halbwegs funktionierendes Laufspiel, durch wen auch immer (DuJuan Harris? Ryan Grant? Alex Green? James Starks?), würde die Arbeit von Rodgers erleichtern. Der Star-QB kann jedoch gemeinsam mit seinen Receivern jeden Gegner dieser Liga im Alleingang erledigen, und genau dies macht Green Bay weiter zu einem heißen Titelanwärter.

4 (5) ATLANTA FALCONS (13-3): Den Heimvorteil in der NFC gesichert, aber irgendwie doch nicht richtig ernst genommen – dabei kann es sich nur um Atlanta handeln. Die Falcons haben sich den unschönen Ruf, in den Playoffs nicht gewinnen zu können, in den vergangenen Jahren unfreiwillig erarbeitet. Die Voraussetzungen, ihn abzuschütteln, sind keine schlechten. Der Kader ist qualitativ gut, wenngleich das Laufspiel – sowohl das eigene, als auch die Arbeit gegen jenes des Gegners – Luft nach oben hat. In der Postseason entscheidet sich jedoch vieles im Kopf. Man darf gespannt sein, ob dieses Team mental tough genug für den ganz großen Wurf ist. Zweifel sind erlaubt. Jetzt zählts’s!

5 (7) SEATTLE SEAHAWKS (11-5): Über das heißeste Team des Dezembers gibt es wohl keine zwei Meinungen. Vor allem die Art und Weise, wie die Seahawks San Francisco nicht nur besiegt, sondern in alle Einzelteile zerlegt haben, ringt allerhöchsten Respekt ab. Quarterback Russell Wilson hat aus dem Duell der Rookie-Spielmacher Andrew Luck (Indianapolis) und Robert Griffin III (Washington) völlig zurecht einen Dreikampf gemacht. Vor allem die Konstanz des 24-Jährigen beeindruckt, in den vergangenen acht Spielen erlaubte er sich nur zwei Interceptions. Jedes Jahr gibt es in den Playoffs ein Überraschungs-Team, diesmal sind die Seahawks auch ob ihrer sensationellen Defense ein heißer Kandidat. Auch wenn sie auswärts für gewöhnlich nicht so dominant agieren wie vor heimischem Publikum. Für den ersten Postseason-Erfolg in der Fremde seit 1983 müssen die Redskins mit „RGIII“ niedergerungen werden.

Running Back Alfred Morris hat großen Anteil am Erfolg der Redskins

6 (6) SAN FRANCISCO 49ERS (11-4-1): Die Wundertüte der diesjährigen Saison – epochale Auftritte wie jener in New England, desaströse Darbietungen wie jene in Seattle und durchschnittliche Performances wie jene gegen Arizona wechseln sich derzeit im Wochenrhythmus ab. Die bärenstarke Defense, das gute Laufspiel plus die gesteigerte Dynamik des Passangriffs durch den jungen QB Colin Kapernick lassen Hoffnungen fraglos zu, so manches Fragezeichen lässt sich jedoch nicht wegdiskutieren:  Auch wenn Michael Crabtree gut in Form ist, ist die Receiver-Riege durch diverse Verletzungen arg ausgedünnt. Kicker David Akers agierte derart mies, dass sogar Baltimores letztjähriger Playoff-Versager Billy Cundiff unter Vertrag genommen wurde. Und dass der für diese Abwehr enorm wichtige Justin Smith rechtzeitig fit wird, ist unwahrscheinlich. Die Pause in der Wildcard-Runde tut den Kaliforniern indes zweifelsohne gut.

7 (10) WASHINGTON REDSKINS (10-6): Wow! Mit sieben Siegen in Serie katapultierten sich die Redskins nach einem 3-6-Start in die Postseason. Man kann behaupten, dass die Hauptstädter schon seit Wochen im Playoff-Rhythmus agieren. Dies kann sich als enormer Vorteil erweisen. Auch wenn der unglaubliche Robert Griffin III die meisten Schlagzeilen abstaubt, ist sein Rookie-Kollege Alfred Morris ein ganz entscheidendes Mosaiksteinchen des Erfolgs. 1613 Rushing Yards und 13 TDs sprechen für den Running Back. Darüber, ob die Defense playofftauglich ist, lässt sich streiten. Defensive Coordinator Jim Haslett kompensiert diverse Defizite jedoch immer wieder gekonnt.

8 (4) HOUSTON TEXANS (12-4): Autsch, jetzt ist Charakter gefragt! Mit drei Niederlagen in den vergangenen vier Spielen verschenkte Houston den so gut wie sicheren Heimvorteil in den Playoffs und muss nun sogar in der Wildcard-Runde ran. Irgendwann in dieser Saison sind die Texans falsch abgebogen. Die Passverteidigung ist schon länger löchrig – mehr Sorgen bereitet, dass Quarterback Matt Schaub zurzeit außer Form ist. Setzt man ihn unter Druck, ist er fehleranfällig. Findet Head Coach Gary Kubiak nicht schleunigst ein Rezept für neuen Erfolg, könnte diese hoffnungsvolle Saison für Houston früher als lange Zeit erwartet beendet sein.

9 (14) CINCINNATI BENGALS (10-6): Die zweite Saisonhälfte der Bengals kann sich mehr als sehen lassen. Die hauchdünne Pleite gegen Dallas war die einzige Niederlage in den letzten acht Matches – und das, obwohl die heiße Receiver-Aktie A.J. Green in den vergangenen Wochen ein wenig abkühlte. Umso famoser ist dafür die Defense unterwegs. Lediglich 12,8 Punkte ließ Cincinnati in diesen acht Spielen zu. Dieses junge Team geht voller Selbstvertrauen und mit vergleichsweise wenig Druck in die Playoffs – dies könnte sich als interessante Mischung erweisen.

10 (12) INDIANAPOLIS COLTS (11-5): Bisweilen erreichen die Parallelen zwischen Peyton Manning und seinem Erben Andrew Luck beinahe absurde Dimensionen. So beendete Receiver Reggie Wayne diese Saison mit 1355 Yards – exakt gleich viel wie in seiner letzten unter Manning. Man muss über die Colts nicht mehr viele Worte verlieren, sie sind eine der Wohlfühl-Storys dieser Saison. Dass Head Coach Chuck Pagano nach seiner Leukämie-Erkrankung wieder coachen kann, rundet diese Erfolgsgeschichte ab. Die absolute Krönung wäre nun ein Duell mit Peyton in den Divisional Playoffs!

11 (9) BALTIMORE RAVENS (10-6): Viel Positives gibt es aktuell nicht zu berichten aus Baltimore. Vier der letzten fünf Begegnungen gingen verloren, wenngleich in Woche 17 gegen Cincinnati die Stammkräfte weitestgehend geschont wurden. Ein klarer Lichtblick ist indes der deutliche Sieg gegen die New York Giants in der Woche davor – ein Spiel mit Playoff-Charakter. Die Ravens haben sich im fünften Jahr unter Head Coach John Harbaugh und QB Joe Flacco zum fünften Mal für die Playoffs qualifiziert – viel spricht derzeit dennoch nicht dafür, dass der letzte Karriere-Monat von Legende Ray Lewis ein erfolgreicher wird. Aber wer weiß: Vielleicht macht es sich bezahlt, dass RB Ray Rice heuer weniger Touches bekam, etwas frischer sein sollte. Und möglicherweise steckt in Flacco tatsächlich so viel Elite, wie er selbst glaubt. Time to prove!

12 (15) MINNESOTA VIKINGS (10-6): Wir treten hiermit den Canossa-Gang nach Minneapolis an und entschuldigen uns höflichst für unsere Fehleinschätzung, dass sich das Restprogramm als zu schwer für die Vikings erweisen wird. Gegen Chicago, in St. Louis und Houston, beziehungsweise das „Endspiel“ gegen Green Bay muss man erst einmal gewinnen – Hut ab! Dass Adrian Peterson angesichts seiner „außerirdischen“ Performances jeder Orden, der sich in Minnesota finden lässt, verliehen werden muss, steht außer Frage. Vom Superstar-RB hängt wohl auch der Playoff-Erfolg hat. Der Rest des Teams hat zwar Lunte gerochen, ist vom Niveau her aber nicht der Kader eines Champions. Der junge QB Christian Ponder spielt brav, aber ob er im Fall der Fälle ein Postseason-Spiel für die Vikings drehen kann?

Eli Manning kann den Titel nicht verteidigen

13 (13) CHICAGO BEARS (10-6): Keine Liebe mehr für Lovie! Chicagos Head Coach Lovie Smith wurde gefeuert, nachdem sein Team abermals in der zweiten Saisonhälfte einbrach und einen 7-1-Start noch vergeigte. Wer genauer hinsah konnte schon früher in der Saison feststellen, dass die Bears gegen höherklassige Konkurrenz auf eher verlorenem Posten standen. Nun sollte ein in der Offensive versierter Coach her. Denn die Defense funkt, aber aus Quarterback Jay Cutler beziehungsweise dem Laufspiel um Matt Forte lässt sich mehr herausholen. Vor allem darf Brandon Marshall keine One-Man-Show mehr auf der Receiver-Position sein.

14 (11) DALLAS COWBOYS (8-8): Wieder mal vergeigt! Und zwar so richtig. Nach Niederlagen gegen New Orleans und in Washington sind die Cowboys in den Playoffs abermals nur Zuschauer. Auch wenn er gegen die Redskins drei Interceptions einstreute, hat die beliebte Platte, Quarterback Tony Romo die alleinige Schuld zu geben, inzwischen Kratzer. Es auf diesen Nenner zu bringen, wäre zu billig. Der Spielmacher warf immerhin für 4903 Yards, musste andere Defizite wie das ungenügende Laufspiel oder die durch Verletzungen arg geschwächte Defense kompensieren. Und auch wenn wir Kontinuität grundsätzlich befürworten, ist die Treue des schillernden Owners Jerry Jones zu Head Coach Jason Garrett durchaus hinterfragenswert.

15 (8) NEW YORK GIANTS (9-7): Jedes Jahr mogelt man sich nicht mit einer 9-7-Bilanz in die Playoffs, also musste der Titelverteidiger früh die Segel streichen. Aber warum nur? Die Giants hätten genügend Chancen gehabt, die NFC-East-Rivalen aus Washington und Dallas frühzeitig zu distanzieren. Das Potenzial dieses Teams ist auch kein schlechtes, wie Kantersiege gegen Green Bay, New Orleans oder zuletzt gegen Philadelphia zeigen. Head Coach Tom Coughlin fordert von seinen Spielern eine Erklärung für die unglaublich brutalen Aussetzer wie das 0:34 in Atlanta oder das 14:33 in Baltimore. Man darf gespannt sein, vielleicht finden Eli Manning und Co. eine…

16 (16) ST. LOUIS RAMS (7-8-1): Auch mit einer (knappen) Losing Season kann man zu den heimlichen Gewinnern zählen. Die Rams können den Start der kommenden Saison wohl kaum erwarten. Was für Head Coach Jeff Fisher in seiner ersten Saison in Missouri möglich war, hat er umgesetzt. Der Aufwärtstrend ist klar ersichtlich. In Woche 17 gehörten dem Roster 16 Rookies an, 2013 und 2014 haben die Rams nach dem Draft-Trade mit Washington für Robert Griffin III jeweils zwei Erstrunden-Picks – dieser Franchise gehört nach einigen miesen Jahren klar die Zukunft.

17 (24) CAROLINA PANTHERS (7-9): Na also, es geht doch! Mit fünf Siegen in den letzten sechs Spielen gelang Cam Newton und Co. ein versöhnlicher Saison-Abschluss. Die Frage wird sein, ob dieser Schwung in die kommende Saison gerettet werden kann. Newton schön und gut, aber diese Offense braucht dringend weitere Playmaker, Receiver-Haudegen Steve Smith wird nämlich bald 34 Jahre alt. Ähnliches gilt – bei allen kleinen Fortschritten – für die Defense: Rookie Luke Kuechly war ein Volltreffer, aber er braucht Unterstützung.

18 (17) PITTSBURGH STEELERS (8-8): Keine Defense ließ in dieser Saison weniger Yards zu als jene der Steelers – eine trügerische Statistik, da die gefürchtete Einheit kaum Turnover produzierte, gegnerische QBs nicht wie gewohnt unter Druck setzte. Der Genickbrecher für Pittsburghs Saison war dennoch die zwischenzeitliche Verletzung von Quarterback Ben Roethlisberger. Nun stehen einige toughe Personalentscheidungen an – die Salary-Cap-Situation ist schwierig, der eine oder andere Leistungsträger wird die „Steel City“ wohl verlassen. Das riecht nach softem Neuaufbau, im Zuge dessen man sich auch nach einem vernünftigen Running Back umsehen könnte.

19 (20) NEW ORLEANS SAINTS (7-9): Ausgerechnet in der Saison der Heim-Super-Bowl bezahlte man die Sünden der Vergangenheit. Da hilft nur eines: Abhaken und so schnell wie möglich vergessen! Mit dem in dieser Saison gesperrten Head Coach Sean Payton ist kommende Saison der Anführer zurück. Dieser sollte sich darüber Gedanken machen, ob er Defensive Coordinator Steve Spagnuolo im Staff behält. Keine Defense in der NFL-Geschichte ließ mehr Yards zu, inzwischen spotten Spieler anonym in den Medien über ihren Vorgesetzten. Wie auch immer: Drew Brees und seine hochkarätigen Offensiv-Kollegen garantieren, dass die Saints 2013 wieder ein heißer Playoff-Tipp sind.

Mit Doug Martin hat Tampa Bay einen Volltreffer gelandet

20 (22) MIAMI DOLPHINS (7-9): Die Dolphins sind ein höchst durchschnittliches Football-Team. Aber eines mit Potenzial. Auf dieser Defense kann man aufbauen, sie ließ die siebtwenigsten Gegenpunkte zu. Leise, still und heimlich spielte QB Ryan Tannehill eine annehmbare Rookie-Saison. Er braucht jedoch dringend brauchbare Anspielstationen, der Abgang Brandon Marshalls konnte nämlich nie auch nur annähernd kompensiert werden. Dies macht sich vor allem in der Red Zone bemerkbar. Lediglich 13 TD-Pässe gelangen den Dolphins – ein schlechter Witz. Der eine oder andere Playmaker muss dringend her.

21 (26) SAN DIEGO CHARGERS (7-9): Drei der letzten vier Saison-Spiele konnten gewonnen werden –zu spät für ein Happy End. Head Coach Norv Turner und GM A.J. Smith sind endlich Geschichte. Ihre Nachfolger haben mit Philip Rivers wenigstens einen fähigen Quarterback, um den sie ein Team aufbauen können. Dies ist auch notwendig, denn Turner hat schon recht, wenn er moniert, dass in den vergangenen Jahren zu viele Leistungsträger Südkalifornien den Rücken gekehrt haben.

22 (19) TAMPA BAY BUCCANERS (7-9): Fünf Niederlagen in den letzten sechs Spielen, darunter das demütigende 0:41 in New Orleans – da tröstet auch der Sieg gegen nicht mehr motivierte Atlanta Falcons zum Saisonausklang nur wenig. Man darf jetzt schon Wetten darauf abschließen, dass die Bucs im kommenden Draft in Runde eins einen Cornerback wählen. Denn diese Passverteidigung war nichts weniger als der Sargnagel einer zwischenzeitlich hoffnungsvollen Saison. Die Statistiken von Quarterback Josh Freeman (4065 Passing Yards, 27 TDs, 17 Interceptions) lesen sich gut, aber ob er wirklich die endgültige Lösung ist? In entscheidenden Spielen ist er zu fehleranfällig. Wenigstens hat man mit Doug Martin ein Kaperzunder im Laufspiel.

23 (27) TENNESSEE TITANS (6-10): Siege gegen die Jets und Jacksonville, dazwischen eine herbe 7:55-Pleite in Green Bay – die letzten drei Wochen stehen symbolhaft für diese Saison. Zwischenzeitlich waren positive Ansätze zu erkennen, letztlich reicht es aber bei weitem nicht für das Konzert der Großen. Head Coach Mike Munchak bekommt kommende Saison noch eine Chance – wohl seine letzte, wenn Quarterback Jake Locker nicht endlich der Knopf aufgeht.

24 (21) CLEVELAND BROWNS (5-11): Washington, Denver und Pittsburgh waren in den vergangenen drei Wochen zu stark für die Browns. Sei’s drum, in Ohio besteht nach einigen düsteren Jahren wieder Hoffnung. Der Kader ist jung und entwicklungsfähig. Ob der bereits 29-jährige Rookie-QB Brandon Weeden Teil dieser Entwicklung sein soll, muss die neue sportliche Leitung entscheiden. Denn der neue Owner Jimmy Haslem hat Coach Pat Shurmur und GM Tom Heckert entlassen, will mit seinem eigenen Personal durchstarten. Man darf gespannt sein, er sollte sich keinen Fehlgriff leisten. Dann wird das was.

25 (25) BUFFALO BILLS (6-10): Seit 1999 warten die tapferen Bills-Fans auf eine Playoff-Saison. Nachdem Chan Gailey gefeuert wurde, darf sich ein neuer Head Coach der Herausforderung stellen, Buffalo wieder auf die Postseason-Landkarte zu bringen. Unser Vorschlag: Chicagos bisheriger Head Coach Lovie Smith soll diesen Posten bei den Bills übernehmen, er würde mit dem durchaus vorhandenen Potenzial in der Defense etwas anzufangen wissen. Smith braucht als Defense-Guru einen starken Offensive Coordinator – der bisherige Chargers-Coach Norv Turner würde Sinn machen, das kann er. Im echten Leben flirten die Bills mit Oregon-Coach Chip Kelly – auch nicht unspannend ob dessen origineller offensiver Herangehensweise – No-Huddle-Offenses sind in der AFC-East bekanntlich modern…

26 (18) NEW YORK JETS (6-10): Ach, herrje! Was für ein Desaster! Übten wir uns angesichts der immer noch bestehenden Playoff-Chance vor drei Wochen mit dem Lindsey-Vonn-Vergleich in Galgenhumor, ist diesmal eine bierernste Analyse von Nöten: Die Entscheidung GM Mike Tannenbaum zu feuern und Head Coach Rex Ryan zu behalten, ist schlichtweg dumm. Experten haben recht, wenn sie meinen: Entweder beide oder keiner. So droht ein ähnliches Schicksal wie in Chicago, wo sich der neue GM nun mit einem Jahr Verspätung seinen eigenen Coach aussucht. Die Herangehensweise der Jets in dieser Offseason wird spannend. Angesichts der anstehenden Heim-Super-Bowl ist zu befürchten, dass wieder populistischen (und überteuerten) Stareinkäufen der Vorzug gegenüber einem sinnvollen Neuaufbau gegeben wird – noch dazu, wo Ryan um seinen Job coachen wird. Vielleicht engagiert man wenigstens einen Quarterback-Guru als OC, der das Projekt Mark Sanchez rettet – ähnlich, wie es San Francisco mit Alex Smith gelungen ist.

Calvin Johnson alleine ist zu wenig

27 (23) DETROIT LIONS (4-12): Calvin Johnson! Matthew Stafford! Und sonst? Dieses Team ist viel zu undiszipliniert. Höchste Zeit, dass die jungen, wilden Löwen ihre Pubertät hinter sich lassen und Erwachsenen-Football bieten. Mit dem richtigen Fokus sind auch wieder mehr Siege möglich, denn acht Niederlagen zum Saison-Ausklang sind schlichtweg inakzeptabel, auch wenn einige davon, selbst gegen Spitzenteams, denkbar knapp ausfielen.

28 (28) PHILADELPHIA EAGLES (4-12): Bye-bye Andy Reid! Der längstdienende Coach der NFL musste nach 14 Saisonen seinen Hut nehmen. Die letzten beiden Jahre seiner Amtszeit fallen unter die Kategorie Eigentor (Ein letztes Mal geht’s noch: „Dream Team“!). Reid hat diese unglaubliche Abwärtsspirale sicherlich mitzuverschulden, einige Personalentscheidungen gingen in die Hose. Aus der Pflicht nehmen kann man so manchen Spieler jedoch nicht. Wenn Quarterback Michael Vick, der mit hoher Wahrscheinlichkeit verabschiedet wird, Moral und Leidenschaft mancher Kollegen in Frage stellt, ist dies kein gutes Zeichen. Auf den neuen Coach kommt jede Menge Arbeit zu. Man sollte jedoch nicht so tun, als hätte dieser Kader kein Potenzial für einen schnellen Turnaround.

29 (32) ARIZONA CARDINALS (5-11): Der Sieg gegen Detroit war der einzige seit dem „goldenen September“ – unfassbar, wie dieses Team einen 4-0-Start wegschmiss. Dabei verfügen die Cardinals über eine Defense der besseren Sorte. Aber wer in der modernen NFL eine derart miese Quarterback-Situation zulässt, wird dafür hart bestraft. Es deutet viel darauf hin, dass der neue Head Coach Andy Reid heißen wird. Es wäre ein smarter Schachzug. Denn der kennt Kevin Kolb aus Philadelphia und könnte das Investment in den QB retten. Oder er bringt gleich Michael Vick mit – auf alternde Spielmacher hat die Wüste bisweilen eine heilende Wirkung…

30 (31) OAKLAND RAIDERS (4-12): Neue GMs bedeuten oft neue Head Coaches. Das hätte man sich im Fall der Raiders, konkret GM Reggie McKenzie, aber getrost sparen können. Worin genau bestand denn nun der Fortschritt mit Dennis Allen im Vergleich zu Hue Jackson, der Oakland in seiner einzigen Saison im Amt 2011 immerhin zu einer 8-8-Saison führte? Die Defense ist ein Scherz, Carson Palmer als QB trotz annehmbarer Leistungen keine zukunftsträchtige Lösung, und nach Running Back Darren McFadden wird ohnehin einmal ein Spital in der Bay Area benannt, so viel Geld wie die Behandlung seiner Blessuren Jahr für Jahr kosten muss. Es bleibt viel zu tun.

31 (29) JACKSONVILLE JAGUARS (2-14): Liebe Marketing-Freunde aufgepasst! Wir verraten nun das gar nicht mal so geheime Rezept, wie man trotz erbärmlicher Leistungen 2012 das Stadion in Jacksonville im Jahr 2013 wieder ausverkauft: Man hole einfach Tim Tebow nach Hause! Schlechter als dieser Blaine Gabert wird er schon nicht sein, und wer, bitteschön, kauft sich ein Ticket um diesen Chad Henne zu sehen? Dass man damit die Karrieren der hoffnungsvollen Receiver Justin Blackmon und Cecil Shorts killen wird - geschenkt! Hauptsache die Einnahmen stimmen und wenigstens irgendjemand interessiert sich endlich für dieses Team…

32 (30) KANSAS CITY CHIEFS (2-14): Diese Pointe zum Schluss der Saison ist gar nicht mal so schlecht: Fünf (!) Chiefs wurden in die Pro Bowl gewählt. Zum Vergleich: NFC-Leader Atlanta stellt gerade einmal drei Vertreter. Es bestätigt zumindest, dass der Roster nicht einmal so schlecht wäre und sich Kansas City heuer weit unter Wert verkauft hat. Das liegt auch an der extrem unbefriedigenden QB-Situation. Die gute Nachricht für den neuen Head Coach, wer auch immer auf Romeo Crennel folgen wird: Die Chiefs haben im Draft den Nummer-1-Pick. Die schlechte Nachricht: Es ist weit und breit kein neuer Andrew Luck oder Robert Griffin III zu sehen. Also doch Geno Smith? Schlechter kann es zumindest kaum laufen – auch irgendwie eine gute Nachricht…

Peter Altmann

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