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NFL-Powerranking nach Week 9

Halbzeit in der NFL. Bei den meisten Teams lässt sich inzwischen erahnen, wo die Reise in dieser Saison hingeht.

Böse Zungen würden ohnehin von einer Zweiklassen-Gesellschaft sprechen: Auf der einen Seite der noch unbesiegte Super-Bowl-Champion Green Bay, auf der anderen alle weiteren 31 Teams.

Dass es jedoch auch zwischen diesen 31 Herausforderern ein gewaltiges Leistungsgefälle gibt, steht außer Frage. Drei Wochen nach dem letzten LAOLA1-Powerranking ist es daher wieder an der Zeit, die aktuellen Kräfteverhältnisse in der NFL einzuordnen.

(Anmerkung: In Klammer befindet sich die Platzierung des jeweiligen Teams im Powerranking nach Week 6)

1 (1) GREEN BAY PACKERS (8 Siege – 0 Niederlagen): Da einem zur bisherigen Performance des Titelverteidigers langsam die Superlative ausgehen, lobhudeln wir nicht um den heißen Brei herum, sondern fragen klipp und klar: Wer soll Green Bay noch stoppen? Heißeste Kandidaten: Detroit zu Thanksgiving oder in der Woche darauf die aktuell brandgefährlichen New York Giants – zwei schwierige Auswärtsaufgaben. Ansonsten offenbart der restliche Schedule (noch fünf Heim- und nur drei Auswärtsspiele) in der aktuellen Form kaum Hürden. Ein Fakt zur nach wie vor verwundbaren und auch an dieser Stelle schon kritisierten Passverteidigung: So viele Yards diese Einheit auch abgibt, so brandgefährlich ist sie bezüglich Turnover. Kein anderes NFL-Team toppt die 16 Interceptions der Packers.

2 (2) BALTIMORE RAVENS (6-2): Im Normalfall erlebt jedes Team während einer Saison Schwächephasen. Baltimores unglaublich peinliche Heim-Pleite im Monday Night Game gegen Jacksonville und der folgende Zittersieg gegen Arizona fallen wohl in diese Kategorie. Viel mehr Aufschluss über das Leistungsvermögen der Ravens gibt jedoch der 23:20-Auswärtssieg in Pittsburgh am vergangenen Wochenende. Den Erzrivalen auswärts in letzter Sekunde niedergerungen und damit erstmals seit 2006 gesweept: Das gibt erstens Selbstvertrauen, zweitens hält die Truppe von Coach John Harbaugh in der heiß umkämpften AFC North damit einen Trumpf mehr in der Hand.

3 (14) NEW YORK GIANTS (6-2): Was für ein Statement! New Englands Serie von 20 Regular-Season-Heimsiegen in Folge zu brechen, ist von der Wertigkeit her gar nicht hoch genug einzuschätzen. Quarterback Eli Manning (2377 Yards, 15 TD, 6 INT) bastelt im Schatten anderer Spielmacher an einer Top-Saison. Das Können von Peytons kleinem Bruder wird in der zweiten Saisonhälfte noch mehr gefordert sein, denn der anstehende Knüller in San Francisco ist der Auftakt eines wahrlich brutalen Spielplans. Nach dem Gastspiel bei den 49ers folgen Philadelphia (h), New Orleans (a) und Green Bay (h). Überstehen die Giants, die schon die ganze Saison ihren Verletzungsproblemen trotzen, diese Aufgaben halbwegs unbeschadet, zählen sie zweifellos zum engeren Favoritenkreis.

4 (5) SAN FRANCISCO 49ERS (7-1): Die Defense? Elite! Das Laufspiel um Frank Gore (schon fünf 100-Yards-Spiele in Folge)? Stark! Das Coaching von Jim Harbaugh? Raffiniert. Die Effizienz? Bislang beeindruckend. Die Verantwortung des Quarterbacks? Gering. Ein gravierender Unterschied zu den letzten, allesamt verkorksten Jahren ist, dass Spielmacher Alex Smith denkbar wenig Last auf seinen Schultern trägt. Sein wichtigster Auftrag: Keine Fehler begehen. Mit nur je zwei Interceptions und Fumbles erfüllt ihn der Buhmann a.D. bislang zufriedenstellend. Die Konsequenz: San Francisco glänzt nicht, gewinnt aber. Mit den Giants und der „Harbaugh-Bowl“ in Baltimore warten in den kommenden drei Wochen zwei ganz schwere Brocken, in denen wohl auch auf Smith mehr Arbeit zukommt. Eine Chance, weiter an Respekt zu gewinnen. Denn: Als eines von ganz wenigen Top-Teams ohne Elite-Quarterback dazustehen, könnte sich auch rächen.

Die Jets gehen selbstbewusst in den Showdown mit New England

5 (8) PITTSBURGH STEELERS (6-3): Die Last-Second-Niederlage gegen Baltimore ändert nichts an der Tatsache, dass mit dem sechsfachen Super-Bowl-Champion auch in dieser Saison wieder zu rechnen ist. Als Beweis dafür dient alleine schon das 25:17 gegen New England in Woche 8. So sehr bei den Steelers traditionell die Defense im Blickpunkt steht, so viel Lob verdient sich Quarterback Ben Roethlisberger. Im Schnitt 292,4 Passing-Yards sind aller Ehren wert. Wenn Pittsburgh nun noch das Laufspiel um Rashard Mendenhall (erst ein 100-Yard-Spiel) besser in Schwung bringt, verfügt man über eine der komplettesten Mannschaften.

6 (12) NEW YORK JETS (5-3): Auf diesen Showdown haben die Jets unter Head-Coach-Großmaul Rex Ryan hingearbeitet: Endlich New England in der AFC East hinter sich lassen! Endlich zumindest ein Heimspiel in den Playoffs haben! Am Sonntag ist es soweit, der schwächelnde Erzrivale gastiert bei der „Gang Green“, die nach zwischenzeitlicher Schwächephase nun mit drei Siegen in Folge zu normaler Stärke gefunden hat. Die Jets sind ohnehin vordergründig darauf ausgerichtet, Tom Brady zu stoppen. Die Passverteidigung ist furchteinflößend und hat bei 13 Interceptions erst fünf Touchdowns zugelassen. Nutzt der wankelmütige Quarterback Mark Sanchez die Schwächen der Patriots in der Passabwehr, erscheint die Wachablöse im Osten der AFC mehr als ein Traum zu sein.

7 (3) NEW ENGLAND PATRIOTS (5-3): Brian Billick hat 2001 mit Baltimore die Super Bowl gewonnen und arbeitet inzwischen als Analytiker bei Fox. Seine Expertise hat also Gewicht, und zu New England fällt ihm folgendes ein: „Jetzt ist es offiziell, die Defense der Patriots ist schlecht.“ Nach der Bye-Week hat das beste Team der Nuller-Jahre in Pittsburgh und gegen die Giants verloren. Um dies richtig einzuordnen: Seit 2003 hat New England erst das dritte Mal zwei Spiele en suite vergeigt. Zu Hause in Foxborough ging man erstmals nach 20 Regular-Season-Siegen in Folge als Verlierer vom Platz. Das Sorgenkind bleibt die fürchterlich löchrige Passverteidigung – ein Problem, für das Head-Coach-Guru Bill Belichick bislang keine Lösung gefunden hat. Wenn Quarterback Tom Brady gleichzeitig normalsterbliche Tage einstreut, wird es unangenehm. Keine Frage: Noch ist alles drinnen, aber beim Gastspiel bei den New York Jets stehen die Pariots nun unter gehörigem Druck.

8 (4) NEW ORLEANS SAINTS (6-3): Ganz ehrlich, vom Können her sind die Saints wesentlich weiter vorne anzusiedeln. Aber die 21:31-Blamage bei den bis dahin sieglosen St. Louis Rams gibt Anlass zur Sorge. Solch eine Pleite darf erstens nicht passieren, und zweitens schon gar nicht unmittelbar nach einem 62:7-Feuerwerk gegen Indianapolis. Kurzum: New Orleans wirkt ein wenig wankelmütig. Sinnbildlich dafür steht Quarterback Drew Brees, der bei aller Brillanz bereits elf Interceptions geworfen hat. Am Sonntag steigt das erste von zwei Duellen mit Atlanta. New Orleans sollte sich besser von seiner „heiligen“ Seite präsentieren, sonst ist die NFC South teuflisch schnell verloren.

Foster mit Houston ein Geheimfavorit?

9 (11) HOUSTON TEXANS (6-3): Houston steht seit Jahren für eine gepflegte Offense. Während Rushing-King Arian Foster wieder voll fit ist und somit zur Normalform gefunden hat, haben die Texans sogar noch den seit Wochen verletzten Star-Receiver Andre Johnson in der Hinterhand. So weit, so gut, denn auf der Zunge zergehen lassen sollte man sich folgende Statistik: Die einst so löchrige Defense hat unter Anleitung des aus Dallas verjagten Coaches Wade Phillips im Schnitt erst 17,4 Punkte zugelassen, dies bedeutet ligaweit Rang drei hinter San Francisco und Baltimore. Was sagt uns das? Man möge die Texaner, die mit einem 41:7 in Tennessee ihre erstmalige Anwartschaft auf die AFC South unterstrichen haben, auf der Rechnung haben…

10 (6) DETROIT LIONS (6-2): Heimniederlagen gegen San Francisco und Atlanta haben den Hype um die aufregenden Lions ein wenig gebremst. Warum eigentlich? Die einstige Loser-Franchise gehört weiter zu jenen Teams, die das Salz in der Suppe dieser NFL-Saison darstellen. In den kommenden drei Wochen warten mit dem Gastspiel in Chicago und dem Thanksgiving-Schlager gegen Green Bay zwei vorentscheidende Duelle um einen Wild-Card-Platz (oder gar mehr…?). Besser früher als später sollte man am Laufspiel arbeiten. Denn fehlt Jahvid Best wie zuletzt mit einer Gehirnerschütterung, läuft zu wenig zusammen.

11 (20) CINCINNATI BENGALS (6-2): Man muss sich sechs Mal zwicken, aber es stimmt: Würden kommendes Wochenende die Playoffs starten, wären die Bengals in der AFC an Nummer eins gesetzt. Unglaublich! Außer Streit gestellt sei daher folgendes: Man kann vor diesem jungen Team um Rookie-QB Andy Dalton nicht genug den Hut ziehen. Ohne die Leistungen zu schmälern, sei jedoch darauf hingewiesen, dass der bisherige Schedule nicht gerade der allerschwierigste war. In den beiden kommenden Matches gegen die Division-Schwergewichter Pittsburgh und Baltimore wird sich weisen, ob Cincinnatis „Bubis“ wirklich schon mit den großen Jungs mitspielen können. Normal schwer vorstellbar, aber mit dem Erfolg steigen auch die Ansprüche…

12 (19) CHICAGO BEARS (5-3): Da schau her! Mit eindrucksvollen Auswärtssiegen in Tampa Bay und vor allem in Philadelphia ist Chicago plötzlich mehr als ein Mitläufer um einen Playoff-Platz. Im Rampenlicht steht vor allem Running Back Matt Forte, der zur Saison-Halbzeit bei eindrucksvollen 1241 Total Yards hält. Wenn der 25-Jährige noch mehr Gespür für die Endzone beweisen würde (insgesamt erst drei Touchdowns), wäre er längst ein fixes Mitglied der NFL-Superstar-Riege. Unerwartetes gibt es von der O-Line-Front zu berichten: In Philly wurde „Freiwild-Quarterback“ Jay Cutler erstmals in dieser Saison nicht gesackt. Aus Bears-Sicht bleibt zu hoffen, dass es nicht daran lag, dass die Eagles zu wenig blitzten…

Dallas und Romo sind unter Siegzwang

13 (16) ATLANTA FALCONS (5-3): Es gibt schlimmere Zwischenfazits, als festzustellen, dass die offensiven Schlüsselkräfte (Matt Ryan, Michael Turner, Roddy White, Julio Jones) allesamt noch nicht in Topform agieren, sich der mediale Fokus inzwischen auf andere Teams richtet, man aber trotzdem voll im Playoff-Rennen ist. Das Team, das in der Vorsaison die beste NFC-Bilanz aufwies, aber in den Playoffs früh scheiterte, nimmt langsam Fahrt auf. In der NFL sollte man ohnehin im Idealfall im Jänner in Topform sein (auch Green Bay rutschte im Vorjahr mit Hängen und Würgen in die Postseason). Atlantas Problem: In der vielleicht stärksten Division der Liga ist es alles andere als garantiert, dass man im Jänner noch Football spielt…

14 (9) BUFFALO BILLS (5-3): Dem „Reality Check“ gegen die New York Jets haben die Bills nicht standgehalten, und das klar und deutlich mit 11:27. Man wird das Gefühl nicht los, dass sich die Gegner inzwischen besser auf das Offensiv-Feuerwerk um Quarterback Ryan Fitzpatrick und den brandgefährlichen Running Back Fred Jackson eingestellt haben. In den kommenden fünf Matches warten auch noch vier Auswärtsspiele. In einer Division mit New England und den New York Jets um die Playoffs mitzuspielen, ist ohnehin eine Herkulesaufgabe. Aber bleiben wir am Boden: Nach Jahren der absoluten Trostlosigkeit wäre auch die erste Winning Season seit 2004 ein Erfolg.

15 (15) DALLAS COWBOYS (4-4): Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Da das Einbrechen des NFC-East-Rivalen New York Giants auf sich warten lässt, ist es für Dallas Zeit, bis zum direkten Duell eine Serie zu starten. Die Gegner Buffalo, Washington, Miami und Arizona scheinen dafür durchaus machbar. Neben dem Verletzungspech (nun fällt auch noch Miles Austin zwei bis drei Wochen aus) ist die Unbeständigkeit der bislang größte Feind der Cowboys. Lichtblick: Mit Shootingstar DeMarco Murray ist das Laufspiel um eine Klasse besser, die Offense damit variantenreicher und Quarterback Tony Romo ein wenig entlastet.

16 (7) SAN DIEGO CHARGERS (4-4): Die Formel ist simpel: Ist Quarterback Philipp Rivers gut, ist San Diego gut. Ist Rivers schlecht, ist San Diego schlecht. Zuletzt spielte Rivers schlecht (sieben Interceptions in den letzten drei Spielen, insgesamt schon 14 in dieser Saison!), also verlor San Diego. Während man bei den New York Jets und gegen Green Bay den Kürzeren ziehen darf, war die Pleite gegen Kansas City an Dämlichkeit nicht zu überbieten. Apropos dämlich: Da die Konkurrenz in der AFC West augenscheinlich alles unternimmt, um die Division nicht zu gewinnen, hält sich der Schaden für die Chargers in Grenzen. Dennoch ist es gegen Oakland höchste Zeit, die Niederlagen-Serie zu beenden. Man darf von einem gefühlten Endspiel sprechen…

17 (18) PHILADELPHIA EAGLES (3-5): Diese Niederlage schmerzt! Das 24:30 gegen Chicago könnte der endgültige Todesstoß für die Playoff-Ambition des vermeintlichen „Dream Tea…“ – nein, legen wir diesen Begriff zu den Akten und verwenden lieber „vor der Saison groß mit Starspielern aufgerüsteten, aber bislang enttäuschenden Teams“ – gewesen sein. Schuldige für dieses Desaster gibt es wohl zuhauf, einen sicher nicht: LeSean McCoy ist aktuell der vielleicht beste Running Back der NFL.  Soll doch noch der große Playoff-Wurf gelingen, müssen Michael Vick und Co. wohl zumindest sieben der verbleibenden acht Spiele gewinnen. Ein Traum?

18 (10) TAMPA BAY BUCCANEERS (4-4): Tough! Anders lässt sich der Schedule der Bucs nicht beschreiben. Letztlich wohl zu schwer für das talentierte Team aus Florida, um einen signifikanten Fortschritt zur Vorsaison zu erreichen. Apropos Fortschritt: Lässt sich dieser bei den jungen Aushängeschildern, Quarterback Josh Freeman (8 TD, 10 INT) und Wide Receiver Mike Williams (erst 1 TD, kein 100-Yard-Spiel) feststellen? Dazu lahmt das Laufspiel um den zwischenzeitlich verletzten LaGarrette Blount ein wenig. Soll heißen: Für Achtungserfolge sind die Bucs allemal gut genug, aber mit der Verwirklichung des Playoff-Traums wird es eng – zumindest heuer noch…

19 (17) TENNESSEE TITANS (4-4): Können Sie sich an Chris Johnson erinnern? Also an die Zeit, als Chris Johnson noch Chris Johnson war? Also an jene Zeit vor seinem frisch ausverhandelten Monster-Vertrag, der ihm 30 Millionen Dollar garantiert. Es ist geradezu schockierend, was der einstige 2000-Yards-Rusher bislang als Gegenleistung anbietet (366 Rushing-Yards, 1 TD). Mit dem „echten“ Chris Johnson wäre heuer nämlich in der schwachen AFC South schon einiges drinnen (gewesen), denn der Passangriff um Oldie Matt Hasselbeck schlägt sich auch ohne den verletzten Star-Receiver Kenny Britt passabel. Die jüngsten Heimniederlagen gegen Houston und Cincinnati schmerzen halt brutal.

Chance vergeigt und schwerer Schedule: Ratlosigkeit in Kansas City

20 (25) KANSAS CITY CHIEFS (4-4): Seien wir ehrlich: Nach dem ebenso spektakulären wie glücklichen MNG-Triumph gegen San Diego hatte man für dieses Powerranking schon Worte wie „Wiederauferstehung“ im Kopf. Zur Erinnerung: In der ersten Ausgabe waren die Chiefs noch Letzter, und das auch völlig zu Recht. Mit vier Erfolgen en suite erarbeitete sich K.C. jedoch keine schlechte Ausgangsposition, ehe man gegen das zuvor sieglose Miami vor heimischem Publikum mit 3:31 versagte. Derartig von allen guten Geistern verlassen, bieten in den kommenden Wochen Gegner wie New England, Chicago und die New York Jets (alle auswärts), sowie Pittsburgh und Green Bay (beide daheim) keine rosigen Perspektiven. Viel Spaß und Glück und so…

21 (13) OAKLAND RAIDERS (4-4): Meiomei, die Kalifornier sind am besten Weg zu einer Was-Wäre-Wenn-Saison! Was wäre gewesen, wenn Star-RB Darren McFadden fit geblieben wäre? Und vor allem: Was wäre gewesen, wenn sich QB Jason Campbell nicht verletzt hätte? Seit der Spielmacher k.o. ging, geht genau gar nichts mehr. Sein eilig (und vor allem teuer!) verpflichteter Ersatz Carson Palmer wirft im Schnitt drei Interceptions pro Partie. War es das wert, seine Zukunft für den eingerostet wirkenden „Frühpensionisten“ zu verkaufen? Denn bis zu zwei Erstrunden-Picks könnten nach Cincinnati wandern. Ein anonym bleibender NFL-GM meinte nach dem Deal: „Zwei Erstrunder würde ich nicht einmal für Gott wegtraden…“

22 (26) DENVER BRONCOS (3-5): Die Denver Tebows, ähhh Broncos sind wahrlich kein allzu gutes Football-Team. Dennoch bieten sie eines der brisantesten Gesprächsthemen der ganzen NFL: Tim Tebow. Tebow hier, Tebow da, Tebow dort, Tebow gut, Tebow schlecht, Tebow läuft, Tebow betet, Tebows Gebete werden veräppelt. „Tebow wirft“ fand in dieser Aufzählung absichtlich keinen Platz, denn das kann der Quarterback (noch) nicht gut. Man könnte sich auf folgende zwei Statements einigen: Erstens: Die Marketing-Maschinerie um seine Person übertrifft seine Fähigkeiten als  Spielmacher. Zweitens: Bei seinem unglaublichen athletischen Potenzial sollte man ihm vielleicht die Zeit geben, selbige Fähigkeiten zu entwickeln. Achja: Die „Tebows“ sind in der AFC West voll im Playoff-Rennen…!

23 (27) MINNESOTA VIKINGS (2-6): Nicht mal schlecht! In seinen ersten beiden Starts als NFL-Quarterback machte Christian Ponder gute Figur. Einer knappen Niederlage gegen Champion Green Bay folgte ein Auswärtssieg bei Draft-Jahrgangs-Kollege Cam Newton in Carolina. Die Saison ist längst verloren, trotzdem gehen die violetten Mundwinkel langsam wieder nach oben.

24 (23) CAROLINA PANTHERS (2-6): Über Cam Newtons Performance muss man nicht mehr viel sagen. Als nächsten Schritt sollte er vielleicht das Sieger-Gen in sich entdecken. Deshalb eröffnen wir hier folgende Diskussion: Wer ist bislang eher Offensive Rookie of the Year – Newton oder doch der weniger im Rampenlicht stehende Cincinnati-Quarterback Andy Dalton? Der agiert unspektakulärer, aber er gewinnt…

25 (24) CLEVELAND BROWNS (3-5): Wer ist schnell noch mal am Cover des Computer-Spiels Madden? Achja, Peyton Hillis! Der „Madden-Jinx“ hat schon so manche Karriere beeinträchtigt, warum sollte dies bei Clevelands Running Back anders sein? Abseits von seinem Verletzungspech dürfte es zwischen Hillis und den Browns auch menschlich nicht mehr passen. Die kommenden drei Spiele gegen St. Louis, Jacksonville und Cincinnati sind wohl die letzte Chance, diese verkorkste Saison halbwegs zu retten.

Washington ist mit Beck noch sieglos

26 (21) WASHINGTON REDSKINS (3-5): Machen wir es kurz: Hut ab vor den bisherigen Leistungen, aber weder mit Rex Grossman noch mit John Beck auf der Quarterback-Position gewinnt man in der NFL einen Blumentopf. (…) Nun bekommt Beck seine Chance. Auch bei ihm ist bis zum Beweis des Gegenteils Skepsis erlaubt. Diese Zeilen kommen Ihnen bekannt vor? Sie stammen aus dem letzten Powerranking. Beck hat seither alle drei Spiele vergeigt – jenes gegen Buffalo sogar zu null (erstmals in der Karriere von Head Coach Mike Shanahan). Die Skepsis ist also nicht nur erlaubt…

27 (31) MIAMI DOLPHINS (1-7): Na also, geht doch! War das 31:3 in Kansas City ein Befreiungsschlag nach einem Saison-Auftakt mit sieben Niederlagen in Folge? Schon gegen Denver und bei den New York Giants verlor man zuvor jeweils nur mit drei Punkten Unterschied, und das durchaus unglücklich. Das Team aus Florida hat sich also immerhin noch nicht aufgegeben. Ersatz-Quarterback Matt Moore agiert passabel und – da schau her – Superstar-Verpflichtung Reggie Bush wacht langsam auf.

28 (22) SEATTLE SEAHAWKS (2-6): Hmmm, Worte des Trosts sind schwer zu finden. Wie wär‘s damit? In der hoffnungsvollen ersten Halbzeit in Dallas hat Tarvaris Jackson keine Interception geworfen… Galgenhumor hilft in dieser Situation auch nicht weiter. Deshalb ernsthaft: Ist Jackson wirklich die Lösung als Quarterback? Die Zweifler scheinen Recht zu behalten. Ebenfalls ernsthaft: Die Defense wäre gar nicht einmal so schlecht…

29 (29) JACKSONVILLE JAGUARS (2-6): Wie um Himmels Willen konnte Jacksonville 12:7 gegen Baltimore gewinnen? Wie würde dieses Team mit einem Elite-Quarterback dastehen? Gut, solch einen hatten die Jaguars in ihrer Franchise-Geschichte noch nie. Den jungen Mark Brunell konnte man anno dazumals mit viel Augenzudrücken noch am ehesten als solchen durchgehen lassen. Ob Blaine Gabbert je zur Elite zählen wird? In einer Saison, in der Rookie-QBs durchaus gute Figur machen, sind seine Completion-Percentage von 45,7 Prozent und sein Rating von 62,0 horrend. Aller Anfang ist schwer…

30 (28) ARIZONA CARDINALS (2-6): Wenn die spannendste Frage ist, ob Kevin Kolb rechtzeitig zum Duell mit Ex-Arbeitgeber Philadelphia fit wird, sagt das wohl alles. Die nächste vergeudete Saison. Der Unterschied zu St. Louis? Ein 99-Yard-Punt-Return-Touchdown in der Overtime im direkten Duell…

31 (32) ST. LOUIS RAMS (1-7): Die Definition eines One-Hit-Wonders in der NFL? Erst sensationell-schockierend New Orleans besiegen und eine Woche später gegen Arizona verlieren. Sei’s drum, in St. Louis ist das derzeit ohnehin jedem egal. Wer mit den Cardinals den World-Series-Champion in der Stadt hat, kann eine weitere Pleiten-, Pech- und Pannen-Saison der Footballer leichter verkraften.

32 (30) INDIANAPOLIS COLTS (0-9): Ein Name: Andrew Luck. Jede weitere Analyse wäre Zeitverschwendung. Doch so blöd wie die bisherige Saison verläuft, ist es den Colts auch noch zuzutrauen, dass sie sich den Hauptpreis im nächstjährigen NFL-Draft entgehen lassen…

Peter Altmann

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