NFL-Powerranking nach Week 12

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Nur noch fünf Spieltage in der Regular Season.

Diese geht nun endgültig in ihre heiße Phase: Jede Woche kann über die Teilnahme an der Postseason entscheiden.

Ein Sieg und eine Franchise kommt den Playoffs einen großen Schritt näher, eine Niederlage und der Zug ist abgefahren.

Wer überzeugt? Wer muss mehr leisten? Wer ist ein Schatten seiner selbst?

Drei Wochen nach dem letzten LAOLA1-Powerranking ist es wieder an der Zeit, die aktuellen Kräfteverhältnisse in der NFL einzuordnen.

(Anmerkung: In Klammer befindet sich die Platzierung des jeweiligen Teams im Powerranking nach Week 9)

1 (1) Green Bay Packers (11 Siege – 0 Niederlagen)

Im vergangenen Powerranking fragten wir, wer die Packers denn stoppen solle? Die Lions haben als potenzieller Kandidat ihre Chance zu Thanksgiving ausgelassen, die New York Giants bräuchten am Wochenende für einen Sieg gegen den Titelverteidiger einen außergewöhnlichen Tag. Green Bays Offensive ist von der Anzahl der Punkte die beste der Liga, und auch wenn die Defensive schnell als Kritikpunkt ausgemacht wird – mit 22 Picks führen die Packers diese Statistik haushoch an. Es läuft, wenn es läuft…

2 (2) Baltimore Ravens (8-3)

Mit einem 16:6-Sieg gegen die 49ers in der „Har-Bowl“ – es standen sich die Gebrüder und Head Coaches John und Jim gegenüber – haben die Ravens ihre Ambitionen auf den Titel einmal mehr untermalt. Auch ohne „Abwehr-Chef“ Ray Lewis gehört die Defense zur gefürchtetsten der Liga. Diese wird es auch weiterhin brauchen, denn Ray Rice belegt nur Rang 14 unter den Running Backs und Baltimore ist wahrlich keine Punkte-Maschinerie. Das Package stimmt aber weiterhin – vor allem gegen die großen Teams.

3 (4) San Francisco 49ers (9-2)

Und sie mischen nach wie vor da oben mit! Wer es noch immer nicht glauben will, sollte sich nach Woche zwölf intensiv damit auseinandersetzen. Nach acht Siegen en suite mussten sich die 49ers zwar in Baltimore geschlagen geben, aber die Nummer 1 hinsichtlich Laufverteidigung hätte aktuell nach wie vor ein Freilos in den Playoffs, weil einen Sieg Vorsprung auf die Saints. Es ist den 49ers zuzutrauen, den zweiten Platz in der NFC zu verteidigen, denn in Woche 15 wartet der letzte schwere Brocken dieser Saison – und gegen die Steelers hat SanFran Heimrecht.

4 (8) New Orleans Saints (8-3)

Im Monday Night Game haben die Saints zuletzt ein Statement abgeliefert und die Giants mit 49:24 aus dem Superdome geschossen. Seit Woche 9 konnten beide Spiele – in Atlanta siegten die Saints nach Overtime – gewonnen werden, die Bye-Week in Woche 11 schadete New Orleans augenscheinlich nicht. QB Drew Brees jagt Dan Marinos Yards-Rekord aus dem Jahre 1984, die Offense reißt die unterdurchschnittliche Defensive  raus. Gegen ein Freilos in der Postseason spricht nur der Spielplan – hier haben die Saints Nachtteile gegenüber den 49ers.

Tom Brady und die Patriots sind wieder voll auf Kurs

5 (7) New England Patriots (8-3)

Nach Woche 9 musste um den Division-Titel in der AFC East noch gebangt werden, nach ganz klaren Siegen bei den Jets, gegen Kansas City und in Philadelphia ist das Playoff-Ticket praktisch bereits in der Tasche. Zwar ist die Defense statistisch gesehen nach wie vor die schlechteste der Liga, 39 erhaltene Punkte in den vergangenen drei Spielen lassen aber auf etwas anderes schließen. Aber wen interessiert das ohnehin, wenn Tom Brady seine Passempfänger findet? Das Restprogramm ist eine Okkasion, das Freilos in der Postseason ziemlich wahrscheinlich.

6 (5) Pittsburgh Steelers (8-3)

Es ist nicht vollends überzeugend, was die Steelers fabrizieren, aber sie spielen ihre Stärken aus und gewannen seit Woche 9 wie die Saints ihre beiden Spiele, denn auch Pittsburgh rastete in Woche 11. Die zweitbeste Defense der Liga nach Yards hält Ben Roethlisberger den Rücken frei, so dass sich dieser trotz Fingerverletzung nicht den Hax’n ausreißen muss, um Spiele zu gewinnen. Den Division-Sieg zu landen, wird aber nicht nur aufgrund der beiden verlorenen Duelle gegen Baltimore schwer. Im Wild-Card-Rennen liegt man voran – das sollte sich nach dem Heimspiel gegen die Bengals nicht ändern.

7 (13) Atlanta Falcons (7-4)

Heimlich, still und leise kletterten „Matty Ice“ Ryan und Co. im Powerranking nach oben. Zwar verloren die Falken gegen Division-Rivalen New Orleans, dies aber erst in Overtime. Tennessee und Minnesota wurden zu Hause ohne grobe Probleme besiegt. Freilich muss dieser Anstieg auch mit dem heiklen Verletzungspech in Chicago und Houston begründet werden, aber die zweitbeste Rushing Defense bringt genügend Qualität mit, um diesen aktuellen Powerranking-Platz zu rechtfertigen.

8 (9) Houston Texans (8-3)

Die Texans haben als aktuell bestes Team der AFC ein ganz großes Problem, das ihnen womöglich eine ganz große Saison kosten könnte: Denn nicht nur, dass QB Matt Schaub die restliche Saison verpassen wird, auch sein Ersatz Matt Leinart verletzte sich und wird der Mannschaft nur noch von der Tribüne zusehen. Nun liegt es an Rookie T. J. Yates, die Franchise erstmals in ihrer Geschichte in die Playoffs zu führen. Sein Glück: Die stärkste Defensive der Liga im Rücken und Arian Foster als Running Back…

Schaffen es die Bears in die Playoffs?

9 (15) Oakland Raiders (7-4)

Auch die Raiders vermissen mit Running Back Darren McFadden einen Schlüsselspieler (der von Michael Bush allerdings adäquat ersetzt wird), die Kalifornier haben dennoch in der AFC West die Karten in der Hand. Mit drei Siegen in Folge führen die Raiders ihre Division vor den Broncos an. Carson Palmer hat sich bei seinem neuen Arbeitgeber zurechtgefunden, das Package passt – zumindest ist Oakland nicht so leicht auszurechnen wie Denver.

10 (12) Chicago Bears (7-4)

Das Verletzungspech hat in Chicago zum ungünstigsten Zeitpunkt zugeschlagen. Gerade als die Bears so richtig in Form kamen und Siege gegen die Lions und die Chargers holten, brach sich QB Jay Cutler den Daumen und fällt nach einer Operation möglicherweise den Rest der Saison aus. Ersatzmann Caleb Hanie warf zum Einstand in Oakland drei Interceptions, die starke Defense hielt letztlich auch nicht stand. Dank eines einfacheren Restprogramms dürfen die Bears aber hoffen.

11 (15) Dallas Cowboys (7-4)

Wie die Raiders haben es auch die Cowboys in der eigenen Hand, das Playoff-Ticket zu lösen. Mit ebenfalls drei Erfolgen en suite haben sich die Texaner an den Giants vorbeigeschleust und halten die Führung in der NFC East. Nach einem Statement gegen angeschlagene Bills (44:7) folgten aber Zittersiege gegen Washington und Miami. Das Aufeinandertreffen mit den Giants in Texas in Week 14 könnte eine Vorentscheidung bringen, es geht allerdings noch zwei Mal gegen die New Yorker.

12 (10) Detroit Lions (7-4)

Die Niederlage zu Thanksgiving gegen Green Bay war zu verkraften, jene zuvor bei den Chicago Bears weniger. Die „Löwen“ könnten nun aber vom Verletzungspech der „Bären“ profitieren und ihnen die Wild Card, die sie in Illinois gerade noch in Händen halten, wieder entreißen. Das Restprogramm ist mit Gastspielen in New Orleans, Green Bay und San Diego allerdings kein Zuckerschlecken. Sollte die Offense ihr Niveau halten können, scheint der erste Einzug in die Playoffs seit 1999 weiter nicht unwahrscheinlich.

Giants haben weiterhin ein hartes Programm

13 (3) New York Giants (6-5)

Die Giants mussten dem Verletzungspech und dem harten Spielplan zuletzt Tribut zollen und verloren nach dem Sieg bei den Patriots drei Spiele am Stück – unter anderem aus New Yorker Sicht völlig unverständlich zu Hause gegen das abgestürzte Dream Team der Philadelphia Eagles. Bei den Saints gingen die ersatzgeschwächten Giants unter, nun kommt auch noch Green Bay. Danach wartet Dallas – spätestens dann heißt es: Verlieren verboten!

14 (11) Cincinnati Bengals (7-4)

Die direkten Duelle gegen Baltimore und Pittsburgh wurden verloren, Cleveland erst kurz vor Schluss besiegt. Die Rookie-Connection zwischen QB Andy Dalton und WR A. J. Green funktioniert aber weiterhin und deswegen sind die Chancen auf die Playoffs nach wie vor intakt, wenngleich der Spielplan ein äußerst unangenehmer ist und noch die beiden erstgenannten Division-Rivalen warten.

15 (6) New York Jets (6-5)

Vor dem Duell mit den Patriots träumten die Jets vom Gewinn der Division – nach dem 16:37 und der bitteren Last-Minute-Niederlage in Denver befindet sich die „Gang Green“ bereits im Playoff-Modus – denn eine Niederlage darf sich die Mannschaft von Head Coach Rex Ryan wohl nicht mehr erlauben, sollte der dritte Postseason-Einzug in Folge Realität werden. Der Spielplan spräche dafür, die Leistung gegen die Bills trotz Sieges nicht unbedingt…

16 (22) Denver Broncos (6-5)

It’s Tebow Time! Kritiker ärgern sich mit jedem Sieg des eindimensionalen Quarterbacks wöchentlich mehr, aber das Sieger-Gen kann dem toll laufenden, aber schwach passenden Spielmacher niemand mehr absprechen. Nur eine Niederlage kassierte der strenggläubige Tebow, wenn er Starter war. Die starke Defense mit Rookie-Linebacker Von Miller hilft Tebow tatkräftig. Ob das so noch lange gut gehen kann?

17 (19) Tennessee Titans (6-5)

Die Titans mischen um die Wild Cards mit und vielleicht sogar um mehr. Denn die Quarterback-Misere bei Houston könnte am Ende womöglich noch den Titans den Division-Titel bescheren. Davon ausgehen darf die Franchise aus Nashville freilich nicht. Vom Spielplan her allerdings schon: Denn neben dem möglichen Division-Showdown am letzten Wochenende der Regular Season in Houston können nur noch die Saints als harter Brocken gesehen werden.

18 (14) Buffalo Bills (5-6)

Der Playoff-Zug ist mit der unglücklichen Niederlage bei den New York Jets abgefahren. Es war dies die vierte Niederlage in Folge – zu viele verletzte Spieler - vor allem Running Back Fred Jackson - machen der Mannschaft zu schaffen. Es geht um die Absicherung von Platz drei in der AFC East.

19 (27) Miami Dolphins (3-8)

Drei Siege en suite folgte eine hauchdünne Niederlage in Dallas. Die Dolphins haben ihren Rhythmus gefunden und könnten noch weiter nach oben wandern. Die Franchise aus Florida ist aktuell ein sehr unangenehmer Gegner.

Die Chargers sind nur Letzter in ihrer Division

20 (17) Philadelphia Eagles (4-7)

Die größte Enttäuschung dieser Saison sind nun offiziell die Eagles – nach dem 20:38 gegen die Patriots ist die Playoff-Chance de facto weg. Die einzige Frage: Bleibt Langzeit-Coach Andy Reid?

21 (18) Tampa Bay Buccaneers (4-7)

Mit New Orleans und Atlanta vor der Nase lässt es sich in Florida nicht gut Schiff fahren. Aber dies als Ausrede für fünf Niederlagen in Folge zu nehmen, wäre zu einfach. Die Playoffs sind damit weg.

22 (25) Cleveland Browns (4-7)

Das Pech der besten Passverteidigung in der NFL und dem Rest der Mannschaft ist zum einen die erdrückende Konkurrenz in der AFC North, zum anderen aber auch die magere Punkteausbeute der Offense. Das lässt nicht einmal hoffen, dass sich eine ausgeglichene Bilanz nach den 16 Spielen ausgeht…

23 (20) Kansas City Chiefs (4-7)

Quarterback Tyler Palko hat in Kansas City das Ruder vom verletzten Matt Cassel übernommen. Auf seinen ersten Touchdown muss er allerdings noch immer warten. Der neu verpflichtete Kyle Orton wäre interessant zu sehen – es wird wohl eine Frage der Zeit sein…

24 (16) San Diego Chargers (4-7)

Knapp hinter den Eagles rangieren hinsichtlich der Kategorie „Enttäuschung der Saison“ ganz klar die San Diego Chargers – eigentlich liegen sie ex aequo mit Philly an der Spitze. Philip Rivers in Unform…

25 (26) Washington Redskins (4-7)

Totgesagte leben länger – gut, dass auferstehen ist dank der Seahawks auch nicht allzu schwer gewesen. Der wieder aufgestellte Rex Grossman kann es also doch noch, das bewies er auch gegen die Cowboys, die erst in der Overtime in der Hauptstadt gewannen.

Auch in Minnesota läuft es nicht nach Wunsch

26 (23) Minnesota Vikings (2-9)

Die Vikings sind wie die Rams und die Colts als erste Teams offiziell aus dem Playoff-Rennen draußen.  Da hilft es natürlich auch nicht, dass einer der besten Running Backs, Adrian Peterson, außer Gefecht ist…

27 (24) Carolina Panthers (3-8)

Cam Newton ist der bessere Quarterback, aber Tim Tebow gewinnt deutlich mehr Spiele, als er verliert. Dem Nummer-1-Draft-Pick hilft allerdings die Defense beit weitem nicht so wie Tebow, um Spiele zu gewinnen.

28 (28) Seattle Seahawks (4-7)

Wer gegen Baltimore gewinnt und gegen Washington verliert, ist nur schwer zu verstehen. Aktuell belegen die Seahakws Platz zwei in der NFC West – um mehr als dessen Verteidigung geht es in dieser Saison auch nicht mehr...

29 (30) Arizona Cardinals (4-7)

John Skelton kann auch Spiele gewinnen. Das ist ein Mitgrund, warum die Cardinals den Seahawks auch noch Platz zwei in der NFC West streitig machen können – so lange Running Back Beanie Wells in Form ist und Top-Returner Patrick Peterson so weitermacht.

30 (29) Jacksonville Jaguars (3-8)

Als erstes Team feuerten die Jags in dieser Saison den Head Coach. Jack del Rio musste nach acht Jahren gehen, dann verkaufte Eigentümer Warren Weaver auch noch die Franchise. Sportlich? Ab jetzt geht es um einen guten Draft-Pick-Platz…

31 (31) St. Louis Rams (2-9)

Eine enttäuschende Saison biegt in ihre Zielgerade. Der Nummer-1-Draft-Pick des Jahres 2010, Sam Bradford, passt sich in seinem zweiten Jahr mehr dem Niveau seiner Teamkollegen an...

32 (32) Indianapolis Colts (0-11)

Im Rennen um den erwarteten Nummer-1-Draft-Pick Andrew Luck führt Indy nun bereits um zwei Niederlagen. Das bedeutet zum einen, dass dieses entschieden ist und zweitens, dass die Colts sogar noch die Schmach einer Saison ohne Sieg abwenden können. In den nächsten zwei Spielen warten mit den Patriots und Ravens zwei absolute Top-Teams - Tennessee wird auch kaum zu biegen sein. Die Colts werden also wohl auch im nächsten Powerranking ohne Sieg dastehen…

 

Bernhard Kastler

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