Manning knackt den Favre-Rekord

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Peyton Manning bricht Favres TD-Pass-Rekord

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Was macht man, wenn man soeben einen der begehrtesten NFL-Rekorde eingestellt hat? Man freut sich! Würde man meinen.

Peyton Manning setzte sich lieber auf seinen Platz an der Seitenlinie und studierte konzentriert Screenshots der Defensiv-Formationen von Gegner San Francisco.

Erst als die lebende Quarterback-Legende Brett Favres Bestmarke von 508 Touchdown-Pässen endgültig geknackt hat, huschte ein breites Lächeln auf sein Gesicht. Das Spiel wurde kurz unterbrochen, um dem 38-Jährigen die Gelegenheit zu geben, auch wirklich mit jedem Mitspieler und Betreuer abzuklatschen.

Noch mehr freute sich vielleicht nur der Vertreter der Hall of Fame in Canton, Ohio. Der streifte das Spielgerät, mit dem der historische Touchdown erzielt wurde, auf der Stelle ein. Dieser Ball könnte ein neuer Publikumsmagnet werden.

Demaryius Thomas fängt Rekord-TD

Dem stets bescheidenen Manning machte wohl vor allem das Ambiente des Rekord-Abends eine Freude, sprich das Ergebnis: Schließlich schossen seine Broncos die 49ers mit 42:17 aus dem Stadion.

Der fünffache NFL-MVP hatte es dabei eilig, sich Favres Rekord zu krallen. Mit 506 TD-Pässen im Lebenslauf ging er ins Spiel, mit 510 beendete er selbiges. Rekordwurf Nummer 509 erfolgte noch in Halbzeit eins auf Demaryius Thomas.

Zuvor hatte er bereits Emmanuel Sanders und Wes Welker in der Endzone bedient. Thomas durfte sich nach der Pause noch über einen zweiten Score – nach herrlichem 40-Yard-Pass – freuen und beendete seinen Arbeitstag mit beeindruckenden 171 Receiving Yards. Running Back Ronnie Hillman legte noch zwei TD-Läufe nach.

Ein exklusiver Klub

Das Scheinwerfer-Licht gebührte bei diesem Sunday Night Game jedoch nur einem: Peyton Manning, der 112 seine 510 Touchdowns auf seinen kongenialen Colts-Kumpel Marvin Harrison warf.

Favre, der 2007 die damalige Rekordmarke von Dan Marino (420) knackte, gratulierte sogleich artig via Twitter und Grußbotschaft auf der NFL-Homepage.

Manning hat gute Chancen, dass seine Bestmarke für viele, viele Jahre halten wird. Erstens ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass der 13-fache Pro Bowler mit Denvers Offensiv-Feuerwerk die Rekordmarke noch ordentlich in die Höhe schrauben wird - vielleicht gar auf die von Favre in Aussicht gestellten 600.

Zweitens gilt es Mannings Karriere-Leistung in die richtige Perspektive zu rücken, um zu verstehen, wie bemerkenswert sie ist. Neben Peyton und Favre ist Marino nach wie vor der einzige Spielmacher der Geschichte, der überhaupt die 400er-Schallmauer durchbrochen hat.

Respektabstand zu Brees und Brady

Diesbezüglich dürfte der frühere Miami-Superstar in Bälde Gesellschaft bekommen. Auf Rang vier und fünf liegen mit Drew Brees (374) und Tom Brady (372) nämlich zwei aktive Quarterbacks auf der Lauer. Den dreistelligen Respektabstand auf Manning kann das Duo jedoch altersbedingt wohl kaum mehr aufholen.

 



Eine Statistik, in der Manning diversen Legenden-Kollegen nach wie vor hinterherhinkt, ist indes die Anzahl der gewonnenen Super Bowls.

Ein Ring ziert aus seiner Ära in Indianapolis seine Hand, in Denver wurde ihm ein zweiter durch das Final-Debakel gegen Seattle im Februar verwehrt.

Anruf bei Favre

Seither hat Broncos-Boss John Elway – mit genau 300 TD-Pässen übrigens auf Platz sieben der ewigen Bestenliste – den Roster noch einmal enorm aufgerüstet. Vor allem die Defense macht einen wesentlich kompetitiveren Eindruck als im Vorjahr.

Manning wird tendenziell nichts unversucht lassen, um die ersehnte zweite Championship in dieser Saison einzufahren. Es würde ihm vermutlich mehr bedeuten, als diverse persönliche Bestleistungen.

Dies ist jedoch Zukunftsmusik. Im Hier und Jetzt gilt es den famosen Rekord zu zelebrieren. Peyton kündigte bereits im Vorfeld an, was er als Erstes nach Spielende machen wolle:

Und zwar einen Anruf bei Favre. Dies gebühre alleine schon der Respekt vor der Allzeitgröße der Green Bay Packers.

Peter Altmann

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