"Fahrlässige und rücksichtslose Verletzung"

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Eine Image-Kampagne sieht anders aus.

Die amerikanische Football-Profiliga NFL kommt aus den Negativ-Schlagzeilen nicht heraus.

Nachdem gegen Ray Rice, Super-Bowl-Champion mit Baltimore 2012, aufgrund von Gewalt gegen seine Verlobte und nunmehrige Ehefrau ermittelt wird, sieht sich nun der nächste Star-Running-Back mit schweren Vorwürfen konfrontiert.

Dem fünffachen Pro-Bowler Adrian Peterson, seine gesamte achtjährige Karriere bei den Minnesota Vikings tätig, wird Kindesmisshandlung vorgeworfen.

"Fahrlässige und rücksichtslose Verletzung eines Kindes“

Die Ermittlungen gegen den wertvollsten Vikings-Spieler aufgrund von Kindesmisshandlung laufen offenbar schon seit längerem. Aber erst bevor der 29-jährige Peterson samstagfrüh in Untersuchungshaft genommen wurde, kamen erste Details an die Öffentlichkeit.

Dem NFL-MVP von 2012 wird "fahrlässige und rücksichtslose Verletzung eines Kindes" vorgeworfen. Hierbei handelt es sich laut "TMZ" um seinen 4-jährigen Sohn, der Peterson im Mai in Houston besucht hatte, um später mit offenen Wunden zu seiner Mutter nach Minnesota zurückzukehren.

Peterson soll sein Kind nach derzeitigem Stand der Ermittlungen mit einer Rute verletzt haben. Als die Striemen bemerkt wurden, schaltete ein Arzt die Behörden ein.

Peterson kooperiert mit der Polizei

Mit der U-Haft nahmen die Untersuchungen nun offenbar einen vorläufigen Höhepunkt. Mittlerweile ist der Profisportler für 15.000 Dollar Kaution wieder auf freiem Fuß. Laut der Polizei in Texas, wo Peterson sich vor Gericht verantworten muss, zeigt sich der fünffache Pro-Bowler kooperativ und einsichtig.

"Adrian ist ein liebender Vater, der seine Bestrafung zur Disziplinierung seines Sohnes benützt hat. Dieselbe Disziplin, mit der er als heranwachsendes Kind in Ost-Texas auch konfrontiert war", thematisiert Rusty Hardin, der Anwalt Petersons, die Beweggründe seines Mandanten.

Hardin ist es außerdem wichtig zu erinnern, dass Peterson ein "liebender Vater" sei, der "seinen Sohn niemals verletzen wollte und die unabsichliche Verletzung zutiefst bereut."

Peterson genoß bisher einen guten Ruf

Inwieweit die Vikings in die Untersuchungen involviert waren, ist derzeit noch unklar. In einer Aussendung gab die Franchise bekannt, momentan alle Informationen zu dem Fall zu sammeln und verwies auf Petersons Anwalt.

Peterson wird dem Team aus der Northern Divison nun auf jeden Fall am Sonntag gegen New England fehlen. Eine angesichts der jüngsten Gewalt-Exzesse in der amerikanischen Profiliga diskutierte Sperre von mindestens sechs Spielen scheint unabhängig der Bestrafung durch die Justiz laut NFL-Commissioner Roger Goodell wahrscheinlich.

Vom Opfer zum Täter

Dabei hat ausgerechnet Adrian Peterson eine schockierende Vorgeschichte mit Misshandlungs-Fällen.

Erst im letzten Jahr trauerte ganz Amerika mit dem zweifachen All-Pro. Im Herbst 2013 wurde bekannt, dass sein zweijähriger Sohn nach heftigen Prügelattacken des Lebensgefährten der Mutter im Krankenhaus verstarb.

Damals solidarisierte sich die gesamte US-Sportwelt mit Peterson, der seine Trauer mit dem Sport zu überbrücken versuchte. Zwölf Monate später muss er sich selbst auf der Anklagebank verantworten.

 

Niki Riss

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