NFC North oder die Frage: Wer soll Rodgers stoppen?

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15 Siege, eine Niederlage - es erübrigt sich die Frage zu stellen, wer vergangene Saison das Maß aller Dinge in der Regular Season war.

Das half den Green Bay Packers als Titelverteidiger allerdings auch wenig, schließlich mussten sie sich gleich in ihrer ersten Playoff-Runde, in den Divisionals, dem späteren Champion New York Giants geschlagen geben.

Auch die Detroit Lions flogen in ihrem ersten Spiel in der Postseason, freuten sich aber, dass es nach 1999 erstmals wieder mit dieser geklappt hatte. Die Chicago Bears und die Minnesota Vikings rangierten dahinter.

Für LAOLA1 checken Peter Altmann, Bernhard Kastler und Martin Schauhuber in einer achtteiligen Serie die jeweiligen Divisions. Zum Abschluss hat sich Bernhard Kastler der NFC North angenommen.

GREEN BAY PACKERS (Season 2011: 15-1)



THE (OFF)SEASON-TALK

Die NFL-Redaktion von LAOLA1 ist sich einig: Der Weg zum Titel wird über die Green Bay Packers führen. Der Champ von 2011 dominierte auch die vergangene Saison, stand aber gegen in Topform befindliche Giants auf verlorenem Posten. In der ganzen Saison zuvor nie gesehene Schwächen in der Offense und ein Gegner, der das gekonnt auszunützen wusste, beendeten den Traum der Titelverteidigung.

Zwei Dinge können über die vergangene Spielzeit der Packers gesagt werden: Die Offense war bombastisch, die Defense nicht so. Weil aber Erstere so bombastisch war, war es auch egal, dass die Verteidigung gegen den Pass auf dem letzten Rang zu finden war. Da wurde nun aber der Hebel angesetzt: Die ersten sechs Picks des NFL Drafts 2012 waren allesamt Verteidiger, allen voran Linebacker Nick Perry, der auch starten wird. 29 Sacks - obwohl Clay "The Claymaker" Matthews einer der besten Pass Rusher der Liga ist - waren viel zu wenig.

Die Offense ist zweifellos das Prunkstück: Mit 560 Punkten hat man vergangene Saison die zweitmeisten der Geschichte erzielt, nur die Patriots waren 2008 bei ihrer Fast-Perfect-Season besser (578). Am Passspiel gibt es sowieso nichts zu rütteln, Quarterback-Superstar Aaron Rodgers hat mit 17.037 so viele Yards wie kein anderer zuvor in den ersten vier Jahren geworfen und mit einem Rating von 122,5 einen neuen NFL-Rekord aufgestellt. Seine Anspielstationen heißen u.a. Greg Jennings, Jordy Nelson, Donald Driver, James Jones, Randall Cobb (alle WR) sowie Jermichael Finley (TE) - allesamt spitze. Noch Fragen?

THE MAN2WATCH - CEDRIC BENSON

Von den Neuerwerbungen hätte hier durchaus Jeff Saturday thematisiert werden können, der langjährige Center der Indianpolis Colts (und somit von einem gewissen Peyton Manning) ersetzte den zu den Rams abgewanderten Scott Wells. Einen besseren Ersatz konnten die Packers nicht finden, Rodgers darf sich auf sichere Snaps freuen.

Aber nun zum eigentlichen Man2Watch, Cedric Benson. Das Laufspiel der Packers war vergangene Saison - sagen wir so - eher bescheiden. In Yards belegte das Team der "Cheeseheads" nur Rang 27, ihr bester Running Back, Ryan Grant, war auf Platz 43 zu finden. Nun soll Cedric Benson die Kohlen der Rushing Offense aus dem Feuer holen.

Der 29-Jährige ist der Nummer-4-Pick des Drafts 2005, damals von den Chicago Bears geholt. Jeweils drei Jahre war er in Chicago und dann in Cincinnati, von wo Benson nun herkam. Dort hat Benson drei Mal in Folge für über 1000 Yards gerusht. Zahlen, die Head Coach Mike McCarthy und dessen neuen Offense Coordinator Tom Clements, zuvor QB-Coach, hoffen lassen. Wobei Benson weiß, dass der Luftangriff der Packers Trumpf ist.

 THE PICKS

15-1 vergangene Saison, die Offense ist gleich gut, die Defense wohl verbessert. Die Green Bay Picks sind der Favorit auf den Gewinn der Super Bowl.

Und so entscheiden sich die NFL-Redakteure von LAOLA1.

DETROIT LIONS (Season 2011: 10-6)


THE (OFF)SEASON-TALK

Was für eine Saison für die Detrots Lions im vergangenen Jahr! Nach vielen, vielen Leidensjahren - unter anderem der 0-16-Saison 2008, der ersten eines Teams in der NFL-Geschichte - haben es die "Löwen" zum ersten Mal seit 1999 wieder in die Postseason geschafft.

Die Mannschaft von Head Coach Jim Schwartz ging zwar dann in den Wild Cards gegen die Offensiv-Macht aus New Orleans etwas unter, dem Jubel über den Erfolg tat dies aber keinen Abbruch. Und auch heuer muss in dieser Division wieder mit den Lions gerechnet werden. Der in Yards (1681/16 TDs) aktuell beste Receiver der Liga, Calvin Johnson, unterschrieb einen neuen Rekord-Vertrag für 132 Millionen Dollar.

Matthew Stafford blickt ebenfalls auf eine unglaubliche Saison zurück, neben Drew Brees und Tom Brady sprengte auch der 24-Jährige die 5000er-Passing-Yards-Marke. Was besser werden muss, ist sicherlich das Laufspiel. Seit 2004 gab es keine Saison, in der ein Running Back mehr als 1000 Yards erzielte.

THE MAN2WATCH - MATTHEW STAFFORD

Diese Saison muss erst einmal verteidigt werden: 5023 Yards erzielte Matthew Stafford in der vergangenen Saison. Und endlich konnte er über die gesamte Dauer zeigen, was in ihm steckt. Denn die Jahre zuvor musste der Nummer-1-Pick des Drafts 2009 die Saison immer wieder frühzeitig zu beenden.

Es ist ihm zu wünschen, dass es das mit langwierigen Verletzungen auch war, schließlich ist seine Spielweise in der Kategorie "fulminant" anzusiedeln. Zugegeben, mit Calvin Johnson aka "Megatron", hat der Quarterback auch eine der besten Waffen in der gesamten NFL, doch auch der Spielmacher selbst braucht seine Qualitäten nicht zu verstecken.

Klar ist aber, Stafford muss das jetzt auch gegen Spitzenteams zeigen. Das Underdog-Dasein ist vorbei, aber die Gegner werden nicht einfacher, es warten nun nicht nur in der eigenen Division harte Brocken mit jeweils zwei Mal den Packers und den Bears. Weiters kommt es zu Duellen mit Houston, Atlanta, Philadelphia und den 49ers.

THE PICKS

Die Lions werden sicherlich wieder eine gute Rolle in der NFC North spielen, die Konkurrenz ist zu ihrem Leidwesen aber bärenstark. Chicago und die Packers zu biegen, ist tendenziell unwahrscheinlich. Sollten aber doch Schwächen bei einem der beiden aufkommen, dann wird Detroit da sein, und das vielleicht für ein Postseson-Ticket nützen.

Und so entscheiden sich die NFL-Redakteure von LAOLA1.

CHICAGO BEARS (Season 2011: 8-8)


THE (OFF)SEASON-TALK

Die Chicago Bears wären vergangene Saison in die Playoffs gekommen. Tja, wenn. Riesiges Verletzungspech machte das zunichte, denn ohne die Ausfälle von Quarterback Jay Cutler (ab Woche 11 nicht mehr dabei) und Star-Running-Back Matt Forte (ab Woche 13) hätten sie die zwischenzeitliche 7-3-Bilanz sicherlich so positiv weitergeführt, dass es für eine Wildcard gereicht hätte.

Schnee von gestern. Jay Cutler, der aufgrund einer (eher leichteren) Verletzung während des Conference Finals 2011 auf der Bank Platz nahm und daher auch als Mimose verschrien ist, hat sich ebenso fit zurückgemeldet wie Forte, der zwischendurch auch endlich - es hat ein wenig gedauert - seinen neuen Vertrag unterschreiben konnte.

Die neueste Offensiv-Waffe der Franchise, die mit Mike Tice einen neuen Offensiv Coordinator als Nachfolger von Mike Martz hat, heißt Brandon Marshall, der von den Dolphins nach Chicago getradet wurde und Cutler aus dessen Denver-Zeit bestens kennt. Somit hat Cutler zwei mehr als brauchbare Receiver, auf der anderen Seite wartet noch Devin Hester, der zudem als Returner die meisten Touchdowns der Geschichte erlaufen hat. Wenn die O-Line dieses Jahr etwas standhafter ist, dann steht diesbezüglich einer erfolgreichen Saison nichts im Wege.

THE MAN2WATCH - BRIAN URLACHER

Wegen seines Knies ist der mittlerweile schon legendäre Linebacker der Chicago Bears für den Auftakt zu Hause gegen die Indianapolis Colts fraglich, sein Einsatz wurde allerdings als "wahrscheinlich" eingestuft. Er wird auch spielen, schließlich gehört er zum Härtesten, was die NFL zu bieten hat.

In der Offseason hat sich der 34-Jährige einer Knieoperation unterzogen, man darf gespannt sein, ob er noch der Alte ist. Er ist auf jeden Fall weiterhin der klare Abwehrchef einer Verteidigung, die jedes Jahr den Anspruch hat, "Monster of the Midway" zu sein. So wie eben 1985, in jener Saison holten die Bears mit einer bärenstarken Verteidigung die bislang einzige Super Bowl nach Hause.

Mit seinen Teamkollegen, unter anderem Defensive End Julius Peppers, hat Urlacher vergangene Saison den Offensivspielern das Fürchten gelernt und eine der besten Saisonen hingelegt, was elf Fumble Recoveries und 20 Interceptions zur Folge hatte. Man darf gespannt sein, ob Urlacher und Co. hier nachlegen können.

THE PICKS

Sollten sich die oben genannten Schlüsselspieler nicht wieder verletzen, dann sollte es für Chicago wieder für die Playoffs reichen. Es liegt auch an Jay Cutler, in seiner vierten Saison die Bears dorthin zu führen, wohin sie gehören. Für Head Coach Lovie Smith geht es um den Job, den General Manager Jerry Angelo nach vergangener Saison schon verloren hat.

Und so entscheiden sich die NFL-Redakteure von LAOLA1.

MINNESOTA VIKINGS (Season 2011: 3-13)

 


THE (OFF)SEASON-TALK

Donovan McNabb und die Minnesota Vikings - ein ganz ein großes Missverständnis. Ein großer Fehler. Für die Würste. Egal wie man es nennen will, es war verschenkte Zeit.

Der langjährige Quarterback der Philadelphia Eagles, der über den Umweg Washington nach Minnesota kam, wurde nach sechs Spielen als Starter abgelöst und noch in derselben Saison - auf seinen Wunsch - wieder entlassen. McNabb kam lediglich auf eine Bilanz von 1-5. Die restlichen elf Spiele startete Christian Ponder, der im Jahr 2011 gedraftet wurde.

In den restlichen Partien wurde es nicht sonderlich besser, zwei Siege kamen noch hinzu. Davon darf man auch in dieser Saison ausgehen. Zum Leidwesen des Superstars des Teams, Adrian Peterson, der zu den besten Running Backs der Liga (wenn nicht der beste) gehört, aber sich von einer Knieoperation erholen musste. An Nummer vier drafteten die "Wikinger" indes Offensive Tackle Matt Kalil, der der O-Line mehr Halt geben soll.

THE MAN2WATCH -  CHRISTIAN PONDER

Nach dem gescheiterten McNabb-Projekt vergangene Saison, hat der zwölfte Pick des Drafts 2011 seine Chance bekommen und in zehn Spielen 13 Touchdowns geworfen, aber auch dieselbige Anzahl an Interceptions fabriziert.

Nun hat der 24-Jährige seine erste Offseason mit dem Wissen, Starter zu sein, hinter sich, und muss nicht das Chaos nach dem McNabb-Fehler ausbügeln. Das könnte sich bemerkbar machen, denn schon vergangene Saison hat Ponder gezeigt, dass er etwas drauf hat.

Mit Percy Harvin hat er auch einen Receiver der gehobeneren Sorte. Auf der anderen Seite findet sich mit Michael Jenkins jemand, der in Atlanta schon viele Jahre solide Saisonen mit positiven Ausreißern hingelegt hat. Und was Ponder sowieso hilft: Er hat Peterson.

THE PICKS

Die Minnesota Vikings haben mit Adrian Peterson eine absolute Waffe im Laufspiel, doch in dieser Division wird das nicht reichen, auch weil man im Umbruch mit Talenten steckt. Die Konkurrenz ist einfach zu stark. So ehrlich muss man sein.

Und so entscheiden sich die NFL-Redakteure von LAOLA1.

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