NFC East oder die Frage: Was bewegt Robert Griffin III?

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Heute geht sie los, die NFL Saison 2012!

Und natürlich startet sie mit dem Titelverteidiger, den New York Giants. Der Sieger der Super Bowl XLVI in Indianapolis (Hier geht's zur LAOLA1-Vor-Ort-Berichterstattung) eröffnet um 2:30 Uhr im MetLife-Stadium zu New Jersey gegen die Dallas Cowboys.

Jenes Duell war auch das letzte beider Teams in der vergangenen Regular Season. Es war ein echtes Finale, denn erst durch diesen Sieg haben sich die Giants für die Playoffs qualifiziert. Mit einer 9-7-Bilanz!

Der Rest ist Geschichte - die New Yorker sind das erste Team, das mit so wenigen Siegen den großen Coup schaffte. Dallas und Philadelphia waren am Ende noch knapp an der Postseason dran, Washington keineswegs.

Für LAOLA1 checken Peter Altmann, Bernhard Kastler und Martin Schauhuber in einer achtteiligen Serie die jeweiligen Divisions. Mit der Analyse der NFC East hat sich Bernhard Kastler auseinandergesetzt:

 

NEW YORK GIANTS (Season 2011: 9-7)

 


THE (OFF)SEASON-TALK

Hier geht es um den Super-Bowl-Sieger aus New York, der im Schatten des in der Regular Season gescheiterten Stadtrivalen steht. Klingt komisch, ist aber so. Glücklicherweise nur in der Berichterstattung. Und damit haben die Giants keine Probleme, denn sie wissen ja, dass sie die "Könige von New York" sind, wie Kicker Lawrence Tynes nach der Super Bowl LAOLA1 erzählte (Hier zur Story). Und dass die Jets aktuell der Verzweiflung nahe sind, dafür kann die Nummer 1 der Stadt nichts.

Rein sportlich war es aber um das Team von Tom Coughlin tatsächlich eher ruhig, die Abgänge hielten sich in Grenzen. Running Back Brandon Jacobs ging ebenso wie Wide Receiver Mario Manningham, der den Catch der Super Bowl fabrizierte, zu den 49ers. Tight End Jake Ballard übersiedelte zum Verlierer aus New England.

Zentrales Problem: Die Giants hatten die schlechteste Rushing Offense, neben Ahmad Bradshaw baut man nun auf First-Round-Pick David Wilson. SB-MVP und Quarterback Eli Manning strotzt nach seiner 4933-Yards-Saison (4.) vor Selbstbewusstsein, Victor Cruz und Hakeem Nicks sind ein außerordentliches Receiver-Duo und das Defensive-End-Trio Justin Tuck, Jason Pierre-Paul und Osi Umenyiora muss nichts fürchten. Es hat sich kaum etwas verändert - warum auch?

THE MAN2WATCH - ELI MANNING

Es ist natürlich ein leichtes den Super-Bowl-MVP als "Man2Watch" zu erklären, aber auf den zweifachen Champ muss einfach - vor allem aufgrund der letzten Rekord-Saison - zurückgeblickt werden.

Der Bruder des vierfachen Rekord-MVP Peyton hat nun einen Super-Bowl-Ring mehr auf dem Konto als sein Pendant aus der eigenen Familie. Und er hat vor allem seinen Worten Taten folgen lassen. Vor der vergangenen Saison wurde der 31-Jährige für seine Aussage noch eher milde belächelt, wonach er ein "Elite-Quarterback" sei.

Je länger die Saison dauerte, umso mehr hat er es bewiesen. Sieben Mal hat Manning in der Regular Season einen Game-Winning-Drive im Schlussviertel erfolgreich absolviert - Rekord! Mit seinen 4933 Yards überbot Eli seine Bestmarke um mehr als 900 Yards. Seine Coolness in den entscheidenden Momenten führte zu Siegen über Rodgers und Brady. Und mit einem zweiten Ring spielt es sich noch leichter.

THE PICKS

Wer hätte vergangene Saison nach Spiel 12 bei einer Bilanz von 6-6 auch nur einen Cent auf die Giants als Super-Bowl-Sieger gesetzt? Exakt niemand. So gesehen ist "Big Blue" auch heuer wieder für alles zu haben. Sollten sie ihre Stärken ausspielen und Verletzungen bei den Keyplayern ausbleiben, dann ist angefangen vom Division-Sieg bis zur Titelverteidigung wieder alles möglich.

Und so entscheiden sich die NFL-Redakteure von LAOLA1.

PHILADELPHIA EAGLES (Season 2011: 8-8)


THE (OFF)SEASON-TALK

In der Saisonpause war bei den Eagles ein Schicksalsschlag das Thema: Der Sohn von Head Coach Andy Reid, der wie Quarterback Michael Vick eine Gefängnisstrafe absitzen musste, kam ums Leben (Hintergrund). Er wurde nur 29 Jahre alt. Tage später stand sein Vater allerdings schon wieder am Feld, wohl um den Schmerz zu verdrängen.

Für die Eagles steht eine rosigere Saison als vergangene bevor. Vor einem Jahr galten sie als einer der Top-Favoriten auf den Titel ("Dreamteam"), so sehr waren sie im Kaufrausch. Doch es folgte ein peinliches Auftreten nach dem ersten Auftaktsieg. Vier Spiele in Serie wurden verloren, später reichte es noch zu einer 8-8-Bilanz. Das Gute darn: In den letzten vier Spielen der 2011er-Saison haben die Eagles mit vier Siegen gezeigt, welches Potenzial in ihnen steckt und was sie nicht nur auf dem Papier imstande sind zu leisten.

Oberste Priorität beim Team, das nominell dieselbe Kaderstärke wie 2011 aufweist: Vick darf sich nicht verletzen. Der Spielmacher, der Verletzungen aufgrund seines auch sehr lauflastigen Spielstils herausfordert, konnte bislang nur einmal in seiner Karriere eine volle Saison durchspielen. In der Preseason musste er gleich zwei Mal angeschlagen ausscheiden. Mit Nick Foles soll Philly einen Rookie-Backup der besseren Sorte haben, ob das reichen würde, gilt zu bezweifeln.

THE MAN2WATCH - DeMeco Ryans

Wer sich die Namen der Defense Philadelphias aus der vergangenen Saison ansieht, der kann gar nicht glauben, dass sie so abgeschnitten haben, wie sie es getan haben. Alleine das Cornerback-Duo Nnamdi Asomugha und Dominique Rodgers-Cromartie lässt Defensive-Coordinators mit der Zunge schnalzen.

Aber hier lag auch nicht so das Problem. Mehr in der Mitte. Die Eagles haben DeMeco Ryans in der Offseason von den Houston Texans geholt, der als Middle Linebacker die Abteilung hinter der D-Line stärken soll. In Texas hatte er so seine Probleme in der 3-4-Formation. Das Philly-4-3 soll ihm mehr legen, muss es auch.

Ihm helfen soll Rookie Mychal Kendricks auf der linken Linebacker-Seite. Sollte die Verteidigung entsprechend ihrer Leistungsstärke spielen, ist die Chance groß, dass die Eagles mehr als nur acht Spiele gewinnen. Vergangene Saison hatten sie bei fünf der sechs ersten Niederlagen zur Halbzeit oder gar nach Viertel drei noch geführt.

THE PICKS

Wie bei den Giants ist auch bei Philadelphia alles möglich. Nominell gesehen wären die Eagles ob ihrer Top-Offense, vor allem Running Back LeSean McCoy sei hier auch als Passempfänger erwähnt, über die New Yorker zu stellen. Aber das war auch 2011 so - und Vick verletzt sich eben schneller als Manning. Alles ist möglich, nichts ist fix.

Und so entscheiden sich die NFL-Redakteure von LAOLA1.

DALLAS COWBOYS (Season 2011: 8-8)


THE (OFF)SEASON-TALK

Das Verpassen der Playoffs war vergangenen Saison für die Dallas Cowboys so nötig wie ein Kropf. Mit einer 7-4-Bilanz nach elf Spielen waren die Texaner drauf und dran, die Division für sich zu entscheiden. Vier der letzten fünf Spiele wurden aber verloren, unter anderem auch das Finale um den Division-Sieg bei den Giants. Da mussten die Cowboys gar noch die Eagles an sich vorbeiziehen lassen.

Zentrales Vebesserungspotenzial liegt beim Team von Head Coach Jason Garrett in der Secondary. Die Passverteidigung kostete in den letzten Spielen das Playoff-Ticket. Darauf wurde reagiert und zum einen Cornerback Brandon Carr für teures Geld von den Chiefs geholt, zum anderen im heurigen Draft für Morris Claiborne (Pick Nr. 6) hochgetradet. Star der Defense ist und bleibt LB DeMarcus Ware.

Die Cowboys haderten in der Preaseason mit Verletzungen von Keyplayern, allen voran mit jenen der Receiver Miles Austin (Oberschenkel) und Dez Bryant (Knie). Tight End Jason Witten ist gegen die Giants fraglich. DeMarco Murray hatte Probleme am Handgelenk, der Running Back ist aber wie die Erstgenannten bereit.

THE MAN2WATCH - Jason Garrett

Im November 2010 übernahm der ehemalige Offensive Coordinator intermistisch den Head-Coach-Job von Wade Philipps und wurde nach dem Aus in der Regular Season auch offiziell dazu bestimmt. In seiner ersten vollen Saison verpasste der frühere Backup der Cowboys-Quarterback-Legende Troy Aikman die Postseason. Unter anderem, weil er im Spiel gegen die Arizona Cardinals dem eigenen Kicker mit einem Timeout das Game-Winning-Field-Goal nahm.

Die Dallas Cowboys sind ein stolzes Team und Jerry Jones ist ein noch stolzerer Besitzer. Drei Mal in Folge die Playoffs zu verpassen, ist für den fünffachen Super-Bowl-Sieger tendenziell inakzeptabel. Deshalb wird es eine sehr interessante Saison - für den Head Coach und für seinen Spielmacher, von dem wohl auch Garretts Job-Sicherheit abhängt.

Tony Romo hat sich bislang öfter auf Titelseiten von Society-Blättern gefunden, als auf Sportmagazinen. Der Druck auf ihn wurde in der Offseason erhöht. Sein Backup-QB heißt nun Kyle Orton, der vergangene Saison von einem gewissen Tim Tebow in Denver abgelöst wurde, aber dann mit den Chiefs die einzige Regular-Season-Niederlage der Packers fabrizierte. Sollte sich Romo, 2011 immerhin Siebenter nach Yards, dadurch noch steigern können, dann freut das auch Jason Garrett.

THE PICKS

Es verhält sich genauso wie bei den zwei anderen Teams: Nominell gesehen stark, es kommt ganz auf die Umsetzung an. Murray sollte gemeinsam mit Romo die Offense antreiben. Ob die neu bekleidete Secondary standhält, gilt es abzuwarten. Summa summarum riecht es aber eher nach Platz drei als nach Playoff.

Und so entscheiden sich die NFL-Redakteure von LAOLA1.

WASHINGTON REDSKINS (Season 2011: 5-11)

 


THE (OFF)SEASON-TALK

Die Washington Redskins scheinen aus der Geschichte gelernt zu haben und auf die Zukunft zu bauen. Sie haben der Franchise mit dem Draft-Pick namens Robert Griffin III ein neues Gesicht gegeben. Und dieses Gesicht soll die Hauptstädter nicht sofort, aber bald mal wieder in die Playoffs führen. Das sollte auch aufgehen, denn der Trade für diesen Draftpick war sehr teuer.

Die letzten Playoffs sind für den dreifachen Super-Bowl-Sieger (zuletzt 1991) auch schon eine Weile her. Um den jungen Quarterback zu unterstützen wurde ein erfahrener Receiver nach DC geholt. Pierre Garcon ist von den Indianapolis Colts gekommen, das bedeutet, dass Santana Moss nicht doppelt verteidigt wird.

Ansonsten ist das Ziel klar: Die Mannschaft um RGIII soll sich in naher Zukunft finden, das gut Funktionierende (Linebacker Brian Orakpo, London Fletcher u.a.) beibehalten und die Problemfelder, allen voran das Laufspiel (25. vergangene Saison), für das der routinierte Head Coach Mike Shanahan immer gerne einmal wen aus dem Hut zaubert, verbessert werden - im Zusammenspiel mit dem neuen Gesicht der Franchise. Aber alles in Ruhe.

THE MAN2WATCH - ROBERT GRIFFIN III.

Er hat die Heisman-Trophy für den besten College Player der vergangenen Saison eingeheimst - und ist als Quarterback dennoch nur der Nummer-zwei-Pick des Drafts 2012. Gut, Pech gehabt - oder Glück? Denn Andrew Luck diese Auszeichnung wegzunehmen, ist bei dessen Performance schon eine Kunst.

Auf der anderen Seite hat es sich der nunmehr ehemalige Baylor-Quarterback redlich verdient - auch wenn er nicht die National Championship einheimsen konnte, in deren Finale stand er nicht. Dafür in der Alamo Bowl, die Griffin gewann.

Was RGIII, der in Japan geboren wurde, von Luck unterscheidet, ist wohl die Außendarstellung. Immer ein Lächeln auf den Lippen, so geht der 22-Jährige durch die Welt. Überaus ansteckend, sicher kein Nachteil für die Franchise, deren Sympathiewerte aufgrund der verschwenderischen Art und Weise der Klubführung unter Owner Dan Snyder litt. Wichtig für den Jungstar: Die Offense Line sollte das Schmuckstück so gut wie möglich beschützen, das war vergangene Saison nicht die große Stärke der Skins.

THE PICKS

Im Normalfall belegen die sich im Umbruch befindlichen Redskins Rang vier in dieser Division. Nein, sie werden ganz sicher Rang vier belegen. Zu viel fehlt auf den Super-Bowl-Sieger und die Verfolger. Der eine oder andere Sieg mehr ist aber sicherlich drin.

Und so entscheiden sich die NFL-Redakteure von LAOLA1.

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