Superstar-Potenzial

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Die (möglichen) nächsten Superstars der NFL

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Eine neue Saison wirft die klassische Fragen auf.

Wer ist das beste Team? Wer hat keine Chance? Können die Seahawks ihren Titel verteidigen? Bringt's Peyton Manning noch?

Der Quarterback der Denver Broncos ist nicht nur absoluter Superstar in der größten Liga der Welt, er ist eine lebende Legende auf dem Feld.

Viele Spieler schicken sich an, nach Mannings Karrierende in dessen Fußstapfen zu treten. Dafür wünschen wir schon einmal viel Glück.

Auf der anderen Seite versuchen aber auch Spieler, sich "zumindest" einmal als Superstar in der NFL zu etablieren.

Davon träumen vielversprechende Rookie-Hoffnungen wie die Quarterbacks Johnny Manziel (Cleveland), Teddy Bridgewater (Minnesota), Derek Carr (Oakland) oder Blake Bortles (Jacksonville) sowie die Receiver Sammy Watkins (Buffalo), Mike Evans (Tampa), Brandin Cooks (New Orleans), Jordan Matthews (Philadelphia) oder Marqise Lee (Jacksonville).

Doch die müssen erst einmal Fuß fassen. Das haben jene Kollegen weiter unten schon getan. Sie haben erste - teilweise eindrucksvolle - Duftnoten gesetzt. Doch Superstars stehen für Kontinuität.

LAOLA1 hat vor dem Saisonstart zehn Offensivkräfte ausgewählt, die sich während der Regular Season nun endgültig ins große Rampenlicht spielen können.

Da sich die NFL zur Passing League entwickelt hat, dominieren auch in dieser Auflistung Passempfänger-Talente, von denen er derzeit viele gibt. Unsere Kandidaten wurden in alphabetische Reihe geordnet.

KEENAN ALLEN

Wide Receiver, San Diego Chargers

An seiner Person ist einmal mehr festzumachen, dass es nicht nötig ist, in den ersten beiden Runden eines Drafts gezogen zu werden. Die Seattle Seahawks haben ja auf diese Weise ein Super-Bowl-Team geformt, SB-MVP Malcolm Smith wurde etwa in Runde 7 (!) gezogen). So lange musste Allen nicht warten, Runde drei war es anno 2013. In seiner Rookie-Saison machte er am Ende 1046 Yards und acht Touchdowns. Sein QB Philip Rivers hat eine neue Anspielstation gefunden und es ist auch davon auszugehen, dass das in dieser Saison so bleibt. Der schnelle Mann hat schon in der vergangenen Spielzeit sein Durchsetzungs-Potenzial eindrucksvoll bewiesen. Wenn er die nötige Schippe drauflegt, besitzt der 22-Jährige Superstar-Status in der NFL.

 

GIOVANI BERNARD

Running Back, Cincinnati Bengals

Der Fortschritt zwischen Rookie-Saison und zweitem Jahr ist oftmals ein großer - zumindst bei jenen Talenten, die das Gelernte aus der Premieren-Spielzeit gut verarbeiten und die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Darauf wird es auch bei Bernard ankommen. Der 22-Jährige gilt als Ausnahmetalent, vor allem seine Kombination aus Laufstärke und Fähigkeit als Passempfänger überzeugt, ganz zu schweigen von seinem Big-Play-Potenzial. 2013 war er bei den Bengals noch die Nummer zwei hinter BenJarvus Green-Ellis, trotzdem brachte er es auf 1209 Total Yards. Nun trägt er als Starter eine andere Verantwortung. Wobei hinter ihm mit Jeremy Hill bereits der nächste Jungspund lauert.

 

JORDAN CAMERON

Tight End, Cleveland Browns

Auch auf diesen Mann darf in dieser Saison mehr als nur ein Auge geworfen werden. Der 26-Jährige wurde bereits 2011 gedraftet, machte aber in der Saison 2013 erstmals richtig von sich reden. Nach 33 Yards im ersten und 226 Yards im zweiten Jahr kratzte Cameron, der an die USC in Los Angeles aufs College ging, in seiner dritten NFL-Saison fast an den 1000 Yards, kam letztlich auf 917 und sorgte für sieben Touchdowns. Cameron war damit nach Jimmy Graham der zweiterfolgreichste Tight End - und das bei Cleveland. Interessant wäre es, Johnny Football Manziel mit ihm gemeinam am Feld zu sehen. Den Anfang macht aber Brian Hoyer. So oder so sollte Cameron von der Sperre von Receiver-Star Josh Gordon profitieren und noch mehr Bälle in seine Richtung fliegen sehen.

 

MICHAEL FLOYD

Wide Receiver, Arizona Cardinals

Das könnte seine Breakout-Season werden. Seit 2012 ist Michael Floyd in der NFL und lernt bei einem der besten aktiven Receiver, Larry Fitzgerald. So erzielte der 24-Jährige in der Vorsaison auch erstmals mehr als 1000 Yards und überbot sie knapp aber doch um 41 Yards. Fünf Mal durfte der "Fighting Irish", Floyd ging aufs College Notre Dame, auch über Touchdowns jubeln. Es wird schwierig, Fitzgerald innerhalb des Teams den Rang abzulaufen, aber die Anlagen bringt Floyd sicherlich mit.

 

NICK FOLES

Quarterback, Philadelphia Eagles

Wir haben uns in dieser Auswahl bezüglich Quarterbacks ein wenig zurückgehalten. Warum? Die wirklich guten Jungstars wie Andrew Luck, Robert Griffin III oder Cam Newton kommen schon als Superstars in die Liga oder haben sich wie Russell Wilson oder Colin Kaepernick diesen Status bereits erspielt - nachvollziehbar, denn auf keine andere Position sind mehr Augen gerichtet. Ansonsten wird die Spielmacher-Rolle derzeit eher von Routiniers dominiert, kaum ein jüngerer Vertreter schickt sich an, diese Qualitäts-Lücke ernsthaft zu schließen. Foles kann dies schaffen - auch, weil er in Philadelphia in einem sehr Quarterback-freundlichen System agiert. Diese Chance muss man jedoch erst einmal nutzen. Er übernahm die Eagles in der Vorsaison und ließ mit nur zwei Interceptions bei 27 TD-Pässen aufhorchen. Baut der 25-Jährige darauf auf, ist er bald ein Household Name.

 

ALSHON JEFFERY

Wide Receiver, Chicago Bears

Die Chicago Bears haben sich noch die Dienste von Santonio Holmes gesichert, aber das als klare Nummer drei. Denn an die ersten beiden kommt der Super-Bowl-MVP von 2009 nicht mehr ran. Zum einen ist da Brandon Marshall und zum anderen Alshon Jeffery. Der hatte vergangene Saison, in der ihm zumeist Jay Cutler die Bälle zuwarf, mit 1421 Yards ordentlich aufhorchen lassen. Mit seinem stemmigen Körper ist Jeffery auch in guter Bewachung jemand, den man im Zweifel anspielen kann. Sieben Touchdowns taten ihr Übriges. Die Nummer 17 war vergangene Saison laut und es die Bears-Fans dürfen sich wohl freuen: Er wird noch lauter.

 

EDDIE LACY

Running Back, Green Bay Packers

In den letzten Jahren stand bei den Packers immer einer im Mittelpunkt: Aaron Rodgers. Daran wird sich auch nichts ändern, aber etwas am offensiven Rampenlicht wird der Quarterback abgeben müssen. Denn mit Eddie Lacy hat sich Green Bay im Draft 2013 für einen tollen Pick an 61. Stelle in Runde zwei geschnappt. Der 104 Kilogramm schwere 24-Jährige erlitt früh in der vergangenen Saison (so wie auch im Kickoff-Game am Donnerstag in Seattle) eine Gehirnerschütterung, erlief dann aber in vier Spielen +100-Yards. Gegen die Bears kam Lacy sogar auf 150 Yards und letztlich insgesamt auf 1178 Rushing Yards inklusive elf Touchdowns. Lacy wurde 2013 Offensive Rookie of the Year - seine Power ist eindrucksvoll und auch deswegen läuft alles auf einen baldigen Superstar-Status hinaus.

 

DOUG MARTIN

Running Back, Tampa Bay Buccaneers

Wenn das Wörtchen wenn nicht wäre... Wenn sich der 25-Jährige 2013 nicht schon früh in der Saison eine Schulterverletzung zugezogen hätte, würde er möglicherweise jetzt schon von jedem Müsli-Packerl lachen. Denn somit verpasste er die Chance, auf seine grandiose Rookie-Saison (1454 Rushing Yards, 1926 Total Yards, insgesamt 12 Touchdowns) aufzubauen. Diese Gelegenheit bietet sich nun. Neo-Tampa-Coach Lovie Smith steht auf Running Backs, die auch Pässe verwerten können - man denke an Ex-Schützling Matt Forte in Chicago. Diesbezüglich herrschten bei Martin Bedenken, die der 25-Jährige jedoch zerstreut haben soll. Verfeinert er auch dieses Element seines Spiels, steht dem nächsten Karriere-Schritt kaum etwas im Weg.

 

CORDARELLE PATTERSON

Wide Receiver, Minnesota Vikings

Was, wenn man ihn einmal richtig von der Leine lässt? In seiner Rookie-Saison deutete der 23-Jährige an, dass er zu den dynamischten Playmakern der NFL gehören kann. Er kann laufen (drei Rushing-TDs), er kann returnen (zwei TDs) und kann natürlich auch seinen eigentlichen Hauptjob, nämlich Pässe fangen (vier TD-Catches). Gerade im Passspiel setzten die Vikings ihren Rohdiamanten in der Vorsaison jedoch nur recht dosiert ein. Womöglich kein Fehler, denn Rookie-Receiver sind mit den komplizierten NFL-Schemata anfangs gerne mal überfordert. Jetzt in der zweiten Saison wird für Patterson eine größere Rolle im Passspiel erwartet. Füllt er sie wie erhofft aus, kennt seinen Namen bald jedes Kind.

 

EMMANUEL SANDERS

Wide Receiver, Minnesota Vikings

Auch im reiferen Alter von 27 Jahren - oder nennen wir es "bestes Football-Alter" - kann man zum Superstar avancieren. Ob Sanders dies aus eigener Kraft schaffen könnte, sei dahingestellt. In seinen vier Jahren in Pittsburgh war der frühere Drittrunden-Draftpick ein solider Rollenspieler. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Denn gewisses Potenzial schlummert im Receiver, ansonsten hätten ihn die Denver Broncos wohl nicht unter Vertrag genommen. Und was es heißt, Passempfänger von Peyton Manning zu sein, durfte schon die eine oder andere WR-Generation erfahren. Sagen wir so: Es ist meist kein Nachteil für den eigenen Bekanntheitsgrad. Nun ist auch noch Wes Welker vier Spiele lang gesperrt, wodurch sich für den Ersatz von Eric Decker (zu den New York Jets) erst recht die Gelegenheit bietet, bereits früh in der Saison seine Spuren zu hinterlassen.

 

Bernhard Kastler / Peter Altmann

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