Ein emotionaler Abschied

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"Es war mir eine Ehre, hier in Indianapolis zu spielen"

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Aus Sicht der Fans der Indianapolis Colts ist es nun endgültig traurige Realität.

Die Franchise hat am Mittwoch bekanntgegeben, dass sie Quarterback-Legende Peyton Manning nach 14 Jahren entlässt.

Das haben Eigentümer Jim Irsay und der Protagonist selbst bei einer emotionalen Pressekonferenz im Teamgebäude bekanntgegeben.

"14 wundervolle Jahre"

Mit gebrochener Stimme hielt Irsay, unter dem Manning im Draft 1998 als erster Pick gezogen wurde, fest: "Wir haben ausgiebig miteinander gesprochen und im Hinblick auf das, was für die Franchise und Peyton das Beste ist, entschieden."

Konkreter wurde der Owner diesbezüglich kaum, nur im Hinblick auf die Würdigung seines nunmehr ehemaligen Schützlings.

"So hart dieser Tag ohnehin schon ist, er ist so hart hinsichtlich dessen, was Peyton für unsere Stadt, für unseren Bundesstaat und für unsere Franchise getan hat. Wir sind gesegnet, ihn hier gehabt zu haben. Es wird keinen anderen Peyton Manning geben."

Auch für den Spielmacher, der als bislang einziger Football-Spieler vier MVP-Titel verbuchen konnte, waren es bewegende Momente am Podium.

"Es war mir eine Ehre, hier in Indianapolis zu spielen. Für 14 wundervolle Jahre habe ich nur ein professionelles Football gekannt - Colts Football", so der 35-Jährige.

Manning setzt Karriere fort

Frohe Botschaft am traurigen Tage: Nach seiner einjährigen verletzungsbedingten Pause wird Manning seine Karriere fortsetzen ("Ich werde aber immer ein Colt bleiben").

Vier Nacken-Operationen musste der Super-Bowl-Champ und -MVP von 2007 über sich ergehen lassen. In seiner Abwesenheit mutierten die Colts zum schlechtesten Team der Saison 2011.

Die Konsequenz ist der Nummer-1-Pick im Draft Ende April, bei dem Andrew Luck (Stanford) - der Spielmacher gilt als eines der hoffnungsvollsten Talente seit Jahren - als Hauptpreis wartet.

Die Colts haben sich offenkundig für die Zukunft und den billigeren Weg entschieden.

"Es ist nie um das Geld gegangen"

Schließlich hätten sie Manning für einen weiteren Verbleib 28 Millionen Dollar bezahlen müssen, auch hinsichtlich des Salary Caps ist es für die Colts eine Erleichterung.

Irsay betonte allerdings: "Es ist nie um Geld oder den Vertrag gegangen, Peyton war gegenüber der Franchise absolut unegoistisch."

So wie man Manning kennt. Kein böses Wort, nur "gute Gefühle" in Richtung der Verantwortlichen.

"Es ist natürlich auch für mich nicht leicht. Die Zeiten ändern sich, die Umstände ändern sich und das ist die Realität, wenn du in der NFL spielst."

Mannings neue Franchise offen

In der NFL wird die Nummer 18, die die Colts nie mehr vergeben werden, bleiben. Wo genau, weiß Manning noch nicht.

"Ich habe mir noch keine Gedanken gemacht, wo ich spielen werde, aber ich habe mir Gedanken gemacht, wo ich war. Ich bin gesegnet", so der ältere Bruder vom aktuellen Super-Bowl-MVP Eli, der sich "überzeugt" hinsichtlich seines körperlichen Befindens zeigt.

Den Abschluss seines Statements richtete Manning, der wie Irsay immer wieder mit den Tränen kämpfend pausieren musste, an die Fans: "Ich danke euch für alles: Ich habe es genossen, euer Quarterback zu sein."

Eine Legende hat sich von seiner Franchise verabschiedet. Gänsehaut, nicht nur in Indianapolis.

 

Bernhard Kastler

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