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NFL-Vorschau 2011: NFC NORTH

Um diesen Donnerstag haben viele Fans gezittert, nun ist die Vorfreude unermesslich. Nach monatelangem Lockout in der Offseason startet die NFL pünktlich in die neue Saison und das mit einem absoluten Top-Schlager: Der regierende Super-Bowl-Sieger, die Green Bay Packers, empfängt seinen Vorgänger, die New Orleans Saints. Eine solche Konstellation hat es bei einem Kickoff-Game, das es seit 2002 gibt, noch nie gegeben.

Die Packers haben sich vergangene Saison als an Nummer sechs gesetztes Team der NFC zum vierten Mal die Vince-Lombardi-Trophy gesichert. In ihrer NFC North belegten sie hinter den Bears aus Chicago Rang zwei und qualifizierten sich mit Ach und Krach für die Postseason, während sich die Detroit Lions in der Division noch vor Brett Favres Minnesota Vikings platzieren konnten. Auf was dürfen sich die Fans in dieser Saison einstellen?

LAOLA1 wirft einen genauen Blick auf die vier Teams der NFC North:

 

CHICAGO BEARS

 

Ausgangslage

Die Bären aus Illinois sind vergangene Saison erst im Championship Game der NFC gescheitert – an den Green Bay Packers. Beim 14:21 im eigenen Soldier Field machte sich Quarterback Jay Cutler wenig Freunde, nachdem er angeschlagen den Platz räumte. Kritiker, Fans und auch – zwischen den Zeilen – mancher Teamkollege warfen dem Spielmacher vor, die Zähne in diesem wichtigen Spiel nicht entsprechend zusammengebissen zu haben.

Cutler hat also trotz guter vergangener Saison etwas gut zu machen. Ob das gelingt, ist eine andere Frage. Die 2010 gut aufspielende Defensive wurde in der Offseason zusätzlich verstärkt, die Offensive, geleitet von Coordinator Mike Martz, sollte eigentlich mit einer klarem Nummer-1-Receiver verstärkt werden. Das scheint nicht gelungen zu sein.

Prognose

Die Bears haben sich nämlich diesbezüglich bei den Dallas Cowboys bedient und Roy Williams und Sam Hurd geholt. Ob vor allem Ersterer aber die Qualität für den gesuchten Nummer-1-Passempfänger mitbringt, ist mehr als fraglich. Da klingt der von den Patriots entlassene und von den Bears aufgenommene Defensive Back Brandon Meriweather schon mehr nach Verstärkung.  

Die Mannschaft von Head Coach Lovie Smith hat vergangene Saison überraschend den NFC-North-Titel gewonnen, dessen Verteidigung wird sich allerdings als äußerst schwierig gestalten. Weil Chicago das letzte Spiel der Regular Season gegen die Packers verloren hatte, war Green Bay überhaupt erst im Playoff dabei – und die Bears wurden für diese Niederlage ein zweites Mal gehörig bestraft. Der Kampf gegen die vor Selbstbewusstsein strotzenden Packers scheint auch wegen der großen Qualität Green Bays aussichtslos.

LAOLA1-Tipp

Platz 2 in der NFC North.

 

GREEN BAY PACKERS

 

Ausgangslage

Nach 14 Jahren gehen die Packers also wieder als Titelverteidiger in die neue NFL-Saison. Ein Super-Bowl-Hangover ist bei der Franchise aus Wisconsin nicht zu erwarten. Zumal es im Team von Head Coach Mike McCarthy einige Spieler gibt, die vergangene Saison verletzungsbedingt nicht dabei waren. 2010/11 befanden sich insgesamt 16 Spieler auf der Verletztenliste. Der Hunger auf den neuerlichen Coup ist also groß. Nachzufragen etwa bei Running Back Ryan Grant.

Für diesen sprang vergangene Saison etwa John Kuhn und dann vor allem James Starks ein. Das Team ist allgemein qualitativ breit aufgestellt, deswegen mussten die Verantwortlichen in der Offseason auch nicht tätig werden. Die spektakulären Verpflichtungen ließ der Champion anderen Teams über, das Vertrauen in die eigene Stärke scheint nicht endend wollend. Bezeichnenderweise hatte die Vertragsverlängerung von Kicker Mason Crosby für General Manager Ted Thompson Priorität…

Prognose

Als an Nummer 6 gesetztes Team der NFC holte Green Bay vergangene Saison den Titel. Und es ist davon auszugehen, dass die Franchise heuer noch stärker sein wird. Quarterback Aaron Rodgers hat mit der vergangenen Saison dermaßen an Fahrt aufgenommen, dass die „Cheeseheads“ – also die Fans – den 27-Jährigen endgültig als Nachfolger von Legende Brett Favre angenommen haben. Dieser Rückenwind auf der ultimativen Schlüsselposition ist nicht zu unterschätzen.

Während die Offensive mit den Star-Receivern Donald Driver, Greg Jennings, James Jones und Jordy Nelson wohl noch etwas zulegen wird, ist die Defensive mit den Linebackern Clay Matthews und A. J. Hawk sowie den Defensive Backs Charles Woodson und Tramon Williams schon ein Prunkstück. Die Packers werden die NFC North für sich entscheiden und sind damit auch ganz heißer Kandidat auf ihren fünften Super-Bowl-Titel.

LAOLA1-Tipp

Platz 1 in der NFC North.

 

DETROIT LIONS

 

Ausgangslage

Die Stadt Detroit trägt wieder Hoffnung. Seit 2000 haben die Lions nach einer Regular Season keine ausgeglichene oder bessere Bilanz mehr zu Buche stehen gehabt. Das war auch vergangene Saison nicht der Fall (6-10). Aber die Löwen gewannen die letzten vier Spiele und mit diesem hoffnungsvollen Ende konnte die Mannschaft von Head Coach Jim Schwartz befreit in die Offseason gehen.

Detroit muss auch zu Gute gehalten werden, dass es 2010 kaum auf seinen Nr.-1-Quarterback Matthew Stafford zurückgreifen konnte. Der Nummer-1-Pick des 2009er Drafts war nur bei drei Spielen dabei. Nun meldet sich der talentierte Spielmacher zurück und soll die Offensive zu einem neuen Höhenflug verhelfen.

Prognose

Die Lions sind in der Defensive besser aufgestellt, haben mit Nick Fairley einen Defensive Tackle gedraftet, der auch den Druck von Pro Bowler Ndamukong Suh nehmen kann. Der von Auburn gekommene 23-Jährige hatte aber in der Offseason mit einer Verletzung zu kämpfen. Dieses Thema ist ohnehin ein bestimmendes bei den Lions – siehe Stafford.

Sollte aber vor allem der Quarterback diese Saison fit bleiben, scheint das Ende der Negativ-Serie überreif. Sogar die Playoffs sind nicht unmöglich, auch wenn es dafür wohl nötig sein wird, die Bears hinter sich zu lassen. Die Lions sind aber jedenfalls ein ganz heißer Kandidat auf eine Überraschung 2011.

LAOLA1-Tipp

Platz 3 in der NFC North.

 

MINNESOTA VIKINGS

 

Ausgangslage

Seit 2009 setzen die Vikings auf Quarterbacks, die im violetten Dress gewöhnungsbedürftig wirken. In erster Linie natürlich Brett Favre: Die lebende Spielmacher-Legende mit den unzähligen Rekorden kam nach seinen 15 Jahren in Green Bay über die Zwischenstation Jets zum Erzrivalen nach Minnesota. Nach dem Erreichen des NFC Championship Games 2009/10, folgte vergangene Saison der Absturz von Favre und den Vikings.

Der Quarterback konnte verletzungsbedingt die Saison nicht zu Ende spielen und damit seine Serie von 297 aufeinanderfolgenden Starts nicht auf die magische Marke von 300 schrauben. Mit und ohne den Superstar, der zu 99,9 Prozent seine Karriere beendete, konnten die Vikings vergangene Saison nicht überzeugen und landeten mit einer Bilanz von nur sechs Siegen und zehn Niederlagen sogar auf dem vierten und letzten Platz der NFC North. Head Coach Brad Childress musste schon zuvor seinen Sessel räumen. Leslie Frazier, zuvor Defensive Coordinator, heißt der neue Mann auf der Kommandobrücke, der es diese Saison besser machen soll als sein Vorgänger.

Prognose

An Favre musste man sich gewöhnen, nun an Donovan McNabb. Der Langzeit-Eagles-Spielmacher war 2010 nicht der gewünschte Heilsbringer der Washington Redskins und wanderte nun wieder weiter nach Westen. Der 34-Jährige hat mit Christian Ponder einen Draft-Pick (12) der ersten Runde im Nacken sitzen und könnte bei einem ähnlichen Ablauf wie 2010 seinen Platz früher räumen als ihm lieb ist – das muss aber auch nicht passieren.

Denn die Belegschaft der Vikings ist qualitativ nicht völlig  der Leistung der vergangenen Saison entsprechend: Running Back Adrian Peterson ist einer der Besten seiner Zunft und könnte an der Seite von McNabb wieder richtig schlagkräftig werden. Receiver Percy Harvin ist ebenfalls einer der Besseren, dafür ist Sidney Rice weg. Ob Ex-Falke Michael Jenkins die Lücke füllen kann, bleibt abzuwarten. Die Defensive war vergangene Saison in den Top 7, ob ihr das heuer wieder gelingt, gilt ebenfalls abzuwarten. In Summe ist nicht davon auszugehen, dass die Vikings einen großen Sprung nach vorne machen werden.

LAOLA1-Tipp

Platz 4 in der NFC North.

 

Bernhard Kastler

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