Ärger im Paradies, Mr. Brady?

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Was Rodgers und Favre nun auch gemein haben...

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„Hust‘, hust‘, hust‘, schnief‘, schnief‘, schnief‘.“

Auch erkältet? Oder zwei bis zwölf Arbeitskollegen im Umkreis, die binnen eines Eli-Manning-Touchdown-Drives sieben Mal husten oder gar niesen?

Wir haben zwar nicht die Fähigkeiten eines Dr. House und schon gar nicht die eines Dr. Best - das war ja auch ein Zahnarzt -, aber wir vermuten einmal – es grassiert etwas im Staate Österreich. Vermutlich eine Grippe-Welle.

In erster Linie an alle, die es betrifft: Gute Besserung!

In zweiter Linie sagen wir, es handelt sich nicht um eine Grippe-Welle. Das ist ein zu negatives Wort, nennen wir es doch – sagen wir – Football-Fieber. Das macht doch auch irgendwie Sinn, schließlich ist der heiße Kampf um die Playoff-Tickets schon lange ausgebrochen.

Nach den Green Bay Packers und den San Francisco 49ers haben sich diese Woche die New Orleans Saints und die Houston Texans für die Postseason qualifiziert. Apropos Texans…

Let’s get awesome and awful – Week 14:

THE AWESOME

Hou-Hou-Hourra!

Houston, ihr habt kein Problem mehr! Eine Schulpflicht-Ära lang hat es gedauert, jetzt aber haben sich die Texans als würdig erwiesen: Zum ersten Mal in ihrer Franchise-Ära, 2002 wurde in Houston abgehoben, stehen die Texaner in den Playoffs. Mit ihrem 20:19-Sieg bei den Cincinnati Bengals hat die Mannschaft von Head Coach Gary Kubiak nicht nur ihr Postseason-Ticket gelöst, sondern auch gleich erstmals ihre Division – die AFC South – gewonnen. Cowboy-Hut ab, denn mit zwei verletzten Quarterbacks und einem Rookie als Backup-Backup müssen solche Spiele wie gegen die Bengals erst einmal gewonnen werden. Vor allem wenn man zwei Minuten vor Schluss einen Touchdown vom Sieg entfernt liegt. Gut, die Pass-Interference-Strafe der Bengals half mit, aber T. J. Yates hat in dieser Situation einen sauberen Job gemacht. Da schmeckt der Einzug in Zeiten wie diesen gleich wie ein süßer Houston-Saft!

 

Alles Rodgers!

Wisst ihr, was Aaron Rodgers exakt vor einem Jahr getan hat? Wir auch nicht. Aber mit dem 13. Dezember 2011 ist eines gewiss: Der „Superman“ der Green Bay Packers hat seit exakt einem Kalender-Jahr kein Spiel mehr verloren. Am 19. Dezember 2010 verlor das Team der Käse-Fans zwar mit 27:31 bei den Patriots, aber da war der Pass-minator verletzungsbedingt nicht mit von der Partie. Also seit 365 Tagen kennt Rodgers nunmehr das Gefühl, in der NFL zu siegen. Andere würden dieses überhaupt gerne einmal kennenlernen – nimm es nicht persönlich, Curtis (Painter)! Dem nicht genug, hat der Kalifornier im eiskalten Wisconsin gleich noch einen prestigeträchtigen Franchise-internen Rekord geknackt – der 28-Jährige ist hinsichtlich Saison-Touchdown-Passes mit einem gewissen Brett Favre gleichgezogen (39). Wir wollen uns ja nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber wir haben das beschleichende Gefühl, dass es heuer noch für den alleinigen Packers-Rekord reichen könnte. Schafft der A-Rod des Footballs in den restlichen drei Spielen noch zwölf TD-Pässe, dann hat er auch den Allzeit-Rekord eines gewissen Tom Brady (50) überboten. Der würde das sicher Gentleman-like hinnehmen, denn Tom bringt nichts so schnell aus der Ruhe… - diesbezüglich empfehlen wir Awful Nr. 1!

 

Die neue Nummer eins!

Gleich vorweg: Ausnahmsweise – und wir wollen das hier noch einmal ganz klipp und klar festhalten – ausnahmsweise kommen die New England Patriots in dieser Ausgabe zwei Mal vor. Wirklich ausnahmsweise. Es geht um Rob Gronkowski. Der „Gronk“ oder „Gronker“, je nachdem wie viel Zeit einem bleibt, ist Tight End bei den Patriots und eine nicht ganz alltägliche Erscheinung. In unseren Breiten würden wir ihn wohl liebevoll „Vieh“ nennen – also ein bisschen größer und stärker als die "Normalos" unter uns. Diesen körperlichen Vorteil nutzt der 22-Jährige perfekt aus – zumal er auch weiß, wie man sich erfolgreich freiläuft – und lässt sich gerne mal in der Endzone anspielen. Mit „gerne mal“ meinen wir 15 Mal und das bedeutet – alleiniger NFL-Rekord! Vergangene Woche musste sich Gronkowski diesen noch mit Antonio Gates (Chargers) und Vernon Davis (49ers) teilen, beim 34:27 gegen die Redskins hat sich Gronkowski nach vorne gerobbt. Wir gratulieren herzlich, „Gronker“ (so viel Zeit muss sein)!

 

THE AWFUL

Ärger im Paradies?

Jö, was ist denn da los? Was ist mit der weihnachtlichen Besinnlichkeit? Haben sich die Patriots nicht mehr lieb? Gibt es Ärger im Paradies? Scheint so! Jedenfalls war es nicht zu überzusehen, dass Quarterback Tom Brady und sein Offensive Coordinator Bill O’Brien – sagen wir einmal – nicht ganz einer Meinung waren. Blöd natürlich, dass die Kameras schon irgendwie draufhalten, wenn das an der Seitenlinie passiert und somit die ganze Football-Welt das sehen kann. Brady hatte zuvor eine Red-Zone-Interception geworfen, danach folgte das Schreiduell mit O’Brien. Head Coach Bill Belichick musste sogar einschreiten und die Verbal-Ritter trennen. Nachher entschuldigte sich Brady und meinte, er hätte das Anschreien seines Coaches „verdient gehabt“. Also alles wieder gut? Nicht wirklich. Es wird gemutmaßt, dass der Perfektionist nicht ganz so gut auf die Secondary seiner Defensive zu sprechen und deswegen ein wenig nervös ist. Warum? Weil sie an Yards gemessen nach wie vor die schlechteste ist? Gut, da kann man schon mal grantig sein – aber vielleicht nicht dort, wo es jeder sieht. Mensch, Tommy!

 

Schnellschüsse

Da haben es die Herren Eigentümer heuer aber eilig! Wir haben noch drei Spiele in der Regular Season zu absolvieren und drei Teams haben ihren Head Coach schon gefeuert. Jack del Rio war vor zwei Wochen schon seines Amtes enthoben worden, am Montag folgten die nächsten beiden. Todd Haley musste sich von den Chiefs (5-8) nach einem 10:37 bei den NY Jets verabschieden. Kansas City spielt praktisch seit Beginn ohne Star-Running-Back Jamaal Charles und hat auch seit Wochen verletzungsbedingt Matt Cassel nicht als Quarterback zur Verfügung. Das sind nicht die einzigen namhaften Verletzten. Scheinbar hat aber auch Chiefs-General-Manager Scott Pioli einen internen Kampf für sich entschieden. Na, dann sind wir schon mal gespannt, wer das besser machen soll, Scott! Tony Sparano musste die Dolphins auch verlassen. Da war die Überraschung grundsätzlich etwas geringer, denn vor Saisonbeginn war schon absehbar, dass sich die Zeit des Head Coaches bei Misserfolg in Miami dem Ende zuneigt. Der 0-7-Start war nicht gerade förderlich, dafür hatten sich die „Fins“ mit drei Siegen in Folge zurückgemeldet, dann unglücklich in Dallas verloren, dann Oakland abgeschossen und dann waren sie zu Hause den Eagles unterlegen. Beide hätten sich zumindest die Arbeit bis Saisonende verdient gehabt. Awful!

 

Kick‘ it like…

Zum Abschluss noch etwas Köstliches aus der Reihe: Gut, du hast es probiert! Wir sind beim Spiel zwischen den New York Jets und den Kansas City Chiefs. Grundsätzlich hätten wir da die Jets auch als awful bezeichnen können, denn wer nimmt beim allerersten Spielzug ein Timeout, weil ein Spieler der Offense nicht checkt, dass es schon losgeht? Aber das ist eine andere Geschichte. Konzentrieren wir uns auf Chiefs-Kicker Ryan Succop und seinen bescheidenen Versuch, einen Onside-Kick durchzuführen. Die Chiefs lagen punktemäßig weit hinten, deswegen auch der Versuch, nach eigenem Touchdown mit einem Kickoff über zehn Yards samt Eroberung des Leders wieder in Ballbesitz zu kommen. Succop ist gewillt, Succop ist bereit, Succop läuft an und Succop kickt – für ganze zweieinviertel Yards! Von zehn benötigten! Der Kicker wäre beim Anlauf auch noch fast über seine eigenen Beine gestolpert. Uiuiuiuiui, es passte schon irgendwie zum Spiel der Chiefs an diesem Sonntag. Ryan, dein Versuch war an sich awful, aber dein kopfschüttelndes Grinsen danach als Zeichen der „Selbst-über-sich-Lachen“-Fähigkeit an der Outlinie schon wieder awesome – einigen wir uns auf awfulsome.

 

Bernhard Kastler

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