Awesome Quarterbacks, awful Steelers

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Endlich ist sie wieder da!

Sonntag, 19 Uhr – egal ob zu Hause, bei Freunden, in einem Pub oder in der Redaktion, es wird wieder Football geschaut. Denn: Yes, we can!

Das Zittern in der Offseason, ob sich die Eigentümer und die Spieler bei ihrem Millionen-Poker dann doch einmal endlich einigen könnten, war nichts für die schwachen Nerven der Football-Fans.

Auf der anderen Seite schnellte der Puls nie so richtig nach oben, denn wenn es um Millionen geht, einigen sich die Leute meistens schneller als diese aufs Spiel zu setzen.

Wie auch immer: Das Schweinsleder fliegt wieder kreuz und quer durch die USA. Und das bedeutet natürlich, dass „The Awesome and the Awful“ auch wieder am Start sind.

Deshalb lasst uns keine Zeit verschwenden: Let’s get awesome and awful – Week 1!

 

THE AWESOME

 

Awesome Quarterbacks: Heiliges Kanonenrohr, was wird eigentlich in dieser Saison auf uns zukommen? 517 geworfene Yards in einem Spiel? Mr. Tom Brady, frei nach John McEnroe: You cannot be serious! Beim 38:24-Sieg seiner Patriots bei den Dolphins hatte der 34-Jährige scheinbar nach seiner Interception so etwas von die Wut im Bauch, dass der Quarterback-Superstar die fünfthöchste Anzahl an Yards in einem Spiel der NFL-Geschichte erzielen musste – und nebenbei gleich vier Touchdowns warf. Auch nicht zu verachten: Draft-Pick Nr. 1, Cam Newton bei seinem Panthers-Debüt (422 Yds/2Tds), Drew Brees (Saints/419/3), Chad Henne (Dolphins/416/2) und Ryan Fitzpatrick (Buffalo/208/4). Ruhig weiter so, meine Herren!

 

Awesome Kickers: Kick it like Sebastian Janikowski! Ein Field Goal aus 63 Yards Entfernung? Kein Problem! Das dachte sich wohl der Oakland-Kicker, als er im zweiten Monday Night Game bei den Denver Broncos den Hammer auspackte und das Ei zum zwischenzeitlichen 16:3 zwischen die Stangen des Mile High Stadiums jagte. Dort schaffte es 1998 Bronco Jason Elam auch schon, aus der selben Rekord-Distanz wie Tom Dempsey (1970) zu treffen. Janikowski egalisierte kurzum den Alltime-Rekord der NFL. Ein Sohn eines gebürtigen Österreichers schlug an diesem Wochenende auch zu: Nick Folk, seines Zeichens Kicker der New York Jets, versenkte das Leder aus ebenfalls respektablen 50 Yards 27 Sekunden vor Schluss zum Sieg der „Gang Green“. Ja, was soll man da wohl sagen, außer: Auf „Österreicher“ ist halt Verlass!

 

Awesome Ted Ginn Jr.: Der Returner war der personifizierte Gin(n) Tonic zur Beruhigung für die Fans der San Francisco 49ers! 3:56 Minuten waren noch zu spielen im Candlestick Park, die Hausherren führten nach einem 55-Yards-TD-Pass von Seattle-Quarterback Tavaris Jackson auf Doug Baldwin knapp mit 19:17 und bekamen also in einer spannenden Schlussphase den Ball wieder. Junior-Ginn hält scheinbar nichts von finalen Krimis: Seattle-Kicker Steven Hauschka kickte, der 26-Jährige fing das Spielgerät in der Endzone und dann ging die Post ab! Links ein Haken, rechts ein Haken und auf Wiedersehen – 102 Yards zum Touchdown der 49ers! Und Ginn hält wirklich nichts von Spannung: 59 (!) Sekunden später trug er auch noch einen Punt über 55 Yards zum 33:17 zurück. Vielleicht wollte Ginn aber auch nur dafür sorgen, dass die Traditions-Franchise wieder einmal eine positive Bilanz vorzuweisen hat. Das war zuletzt am 11. Oktober 2009 der Fall…

 

THE AWFUL

 

Awful Pittsburgh Steelers: Guten Morgen, liebe Steelers! Es ist nicht mehr Lockout, aufwachen! Was war denn das bitte für eine Pittsburgh-Performance beim Season Opener? Haben „Big Ben“ Roethlisberger und Co. die Sperrstunde im Pub übersehen? Anders ist die Leistung des Quarterbacks und seiner gesamten Truppe nicht zu erklären. Nicht einen, nicht zwei, nicht drei, nicht vier, nicht fünf, nicht sechs – SIEBEN (!) Turnovers leisteten sich die Super-Bowl-Verlierer 2011 beim 7:35-Debakel zum Auftakt gegen den großen Division-Rivalen aus Baltimore. Roethlisberger warf dabei drei Interceptions und sorgte für zwei Fumbles. Matt Moore und Rashard Mendenhall war der Ball an diesem Tag auch leicht aus der Hand zu schlagen. Die Ravens verbeugten sich, nachdem der „Steel Curtain“ offener denn je war…

 

Awful Luke McCown: Einfach nur köstlich! Schadenfreude ist zwar die schönste Freude, aber eigentlich ist sie ja doch irgendwo gehässig. Der Jaguars-Quarterback wird es (finanziell) verschmerzen, wenn sich jemand über ihn lustig macht. Und in diesem Fall geht es einfach nicht anders. 3. Viertel, Jacksonville führte zu Hause gegen Tennessee 10:0, hatte den Ball beim zweiten Versuch und neun zurückzulegenden Yards an der eigenen 37-Marke. McCown bekam das Spielgerät, fand keinen geeigneten Passempfänger, ging selbst, machte Yard um Yard, wusste natürlich, wo die Grenze für das First Down ist und rutschte mit dem Kopf voran hin. Ja, geschafft! Der Spielmacher feierte sich, als gäbe es keinen Morgen, zeigte mit voller Inbrunst mit der Hand den First Down an, hüpfte und jubelte als wäre die Super Bowl gewonnen. Sekunden später: Die Referees messten nach. Leider nein, Luke – du hattest es doch nicht geschafft! Aber danke für die großartige Unterhaltung!

 

Awful Cowboys‘ letztes Viertel: Am 11. September gab es in New York viele Gedenkfeiern an die Terroranschläge von 2001, es gab aber auch eine Block-Party! Und zwar in den New Meadowlands: Nicht die Gastgeber, also die New York Jets  luden dazu ein, sondern die Gäste aus Dallas. Die Cowboys führten gegen eine bis dahin schwache „Gang Green“ zu Beginn des letzten Viertels 24:10. Man könnte meinen, an diesem Abend würde nichts mehr passieren. Aber nachdem man Plaxico Burress, der eh nur fast drei Jahre nicht mehr in einem Pflichtspiel agierte, weil er sich ins Bein geschossen hatte, zum Touchdown einlud, hatten die Texaner scheinbar nicht genug. Fünf Minuten vor Ende gaben die Cowboys per Punt den Ball zurück. Recht weit kamen sie nicht, denn Joe McKnight krachte durch die Mitte und blockte den Punt. Isaiah Trufant sagte danke, hob den Ball auf und glich aus. Dass Quarterback Tony Romo dann auch noch kurz vor Schluss den Ball Richtung einer Zwei-Mann-Verteidigung passte, der Ball abgefangen wurde und die Jets Sieg davontrugen, passte irgendwie. Die New Yorker holten übrigens im Schlussviertel erstmals seit dem Wunder von Miami 2000 so viele Punkte auf...artige Gäste, die Cowboys!

 

Bernhard Kastler

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